Kronprinz-Rudolf-Apfel: Blütezeit, Pflege & Verwendung

Kati
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Ich bin gelernte Gärtnerin und studierte Gartenbauwissenschaftlerin und liebe alles was wächst und grünt! Egal ob Strauch, Baum, Nutzpflanze oder vermeintliches Unkraut: Für mich ist jede Pflanze ein kleines Wunder.
Im Garten versorge ich meine 13 Hühner, baue Obst & Gemüse an und beobachte ansonsten, wie sich die Natur selbst verwaltet und gestaltet.

Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

Auf Streuobstwiesen und in offenen Gärten wächst der Apfelbaum ‘Kronprinz Rudolf’ mit der richtigen Düngung ideal. Er stammt von den windoffenen Hängen der österreichischen Steiermark und gedeiht unter den entsprechenden Lagebedingungen am besten.

'Kronprinz Rudolf'-Apfel
Der Apfel ‘Kronprinz Rudolf’ ist den Anbau definitiv wert [Foto: sasimoto/ Shutterstock.com]

Der Apfel ‘Kronprinz Rudolf’ ist eine Sorte mit hoher regionaler Bedeutung in der österreichischen Steiermark. Die fröhliche Färbung des flachbreiten Apfels ist auffällig und er erfreut uns mit seinem guten Geschmack. Wir erklären, unter welchen Bedingungen die schöne Regionalsorte auch in Ihrem Garten oder auf Ihrer Obstwiese einen Platz findet.

Kronprinz-Rudolf-Apfel: Steckbrief

SynonymeKronprinz, Rodolfo, Kronprinz Rudolf von Österreich
FruchtMittelgroß, flachrund, attraktiv gelb-rot
GeschmackAusgewogen, süßweinig
ErtragIm Wechsel sehr hoch und sehr niedrig
ErntezeitAb Oktober für die Lagerung
GenussreifeAb November
LagerfähigkeitUnter besten Bedingungen bis Februar
WuchsStark, hoch, neigt zum Überbau
KlimaWindoffen, Mittel- und Hochlagen
Krankheiten und SchädlingeNur in ungeeigneten Lagen schorfanfällig

Herkunft und Geschichte des Winterapfels

Die Apfelsorte ‘Kronprinz Rudolf’ entstand in Österreich in der Steiermark, wo sie auch heute noch ein hohes lokales Ansehen genießt. Um 1863 soll sie als Zufallssämling entdeckt worden sein und 15 Jahre später wurde sie auf der Wiener Weltausstellung präsentiert. Sie fand in verschiedenen pomologischen Zeitschriften und Büchern Erwähnung. Die Sorte hat die österreichische Steiermark seitdem kaum verlassen, denn Anbauversuche in anderen Obstbaugebieten waren nur selten von Erfolg gekrönt. Wegen einiger Eigenschaften der Frucht, die später erläutert werden, ist sie leider auch nicht für den weltweiten Handel geeignet, sodass sie wohl vorrangig eine lokale Spezialität bleiben wird. In der Steiermark und in Niederösterreich findet man den Kronprinz-Rudolf-Apfel durchaus im Supermarkt und in vielen Obstbaumschulen.

Apfelbaum 'Kronprinz Rudolf'
In Österreich kennt man die Stärken des ‘Kronprinz Rudolf’ [Foto: Lunghammer/ Shutterstock.com]

Apfelsorte ‘Kronprinz Rudolf’: Geschmack und Eigenschaften

Der Kronprinz-Rudolf-Apfel ist ein fast künstlich leuchtender, maximal mittelgroßer und flachrunder Apfel. Die Breite beträgt mit etwa 5,5 cm mehr als die Höhe mit durchschnittlich 4,7 cm. Die Form ist meist gleichmäßig und die Kelchgrube nur flach gehöckert, während die Stielgrube tief, eng und schwach berostet ist. Der Stiel ist hell-grünbraun, dabei dünn und lang. Die glatte, durch aufgelagertes Fett leicht geschmeidige Schale von grünlich-gelber Grundfarbe ist nur schwach oder auch kräftig mit blutroter Deckfarbe und selten mit kleinen Rostfiguren überzogen. Sie ist nur dünn und schützt das gelblich-weiße, sehr saftige, etwas weiche und feine Fruchtfleisch kaum. Das Fleisch des Kronprinz-Rudolf-Apfels schmeckt ausgewogen und je nach Standort mal säuerlicher, mal süßer –aber immer etwas weinartig. Das Kernhaus im Inneren ist hohl.

'Kronprinz Rudolf'-Apfel in der Sonne
Auf der Sonnenseite entwickelt sich die Deckfarbe kräftig und flächig [Foto: Lunghammer/ Shutterstock.com]

Besonderheiten bei Anbau und Pflege des Kronprinz-Rudolf-Apfels

Der Apfelbaum ‘Kronprinz Rudolf’ ist durch seine Eigenschaften besonders für den Anbau auf windumwehten Streuobstwiesen geeignet. Er wächst kräftig, vor allem in der Jugend, und kann als Hoch-, Halb- oder Niederstamm auf mittel- bis starkwüchsige Unterlagen veredelt werden. Weil er dazu neigt, überbaut zu wachsen, zu vergreisen und mindere Fruchtqualität zu produzieren, ist ein regelmäßiges Auslichten in jeder Anbauform nötig.

Der Standort sollte frei und darf auch rau sowie hoch im Gelände liegen. Schorf-fördernde, feuchte Stellen sind zu vermeiden. Der Untergrund ist bestenfalls durchlässig und nährstoffreich, denn auf zu armen Böden bleiben die Früchte des ‘Kronprinz Rudolf’ bedeutend kleiner.

Tipp: Sie haben einen durchlässigen, aber wenig nährstoffreichen Boden? Verwenden Sie einmal jährlich im Frühjahr einen vornehmlich organischen Langzeitdünger wie unseren Plantura Bio-Universaldünger, um Mängeln vorzubeugen. Er sorgt für ein gesundes Bodenleben und verbessert so den Untergrund nachhaltig.

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Am richtigen Standort ist der Kronprinz-Rudolf-Apfelbaum nicht anfällig für Krankheiten. Doch in feuchten Gärten mit stehender Luft hat er mit großer Wahrscheinlichkeit mit Schorf zu kämpfen.
Die Blüte erscheint früh bis mittelfrüh und ist ebenfalls bei Feuchte etwas empfindlich. Diese Eigenschaft kann leicht die sortentypische Alternanz, also einen jährlichen Wechsel zwischen Vollertrag und Ertragsausfall, auslösen.
Der ‘Kronprinz Rudolf’ ist ein guter Pollenspender und wird am besten mit den Sorten ‘Charlamowsky’, ‘Gelber Bellefleur‘, ‘Jonathan’ und ‘Weißer Klarapfel’ kombiniert.
Der Ertrag setzt zwar auch bei jungen Bäumen bereits früh ein, ist aber von der oben genannten Alternanz geprägt. Um dem entgegenzuwirken, bewähren sich nur ein sehr guter Standort und ein regelmäßiger, angepasster Schnitt des Apfelbaumes.

Bildet der ‘Kronprinz Rudolf’ seine leuchtenden Früchte, so sind diese in hoher Zahl zu sehen und windfest.

'Kronprinz Rudolf'-Apfelbaum im Winter
Wegen seines starken Wachstums wird der Apfel am besten mit viel Platz kultiviert [Foto: mharzl/ Shutterstock.com]

Apfel ‘Kronprinz Rudolf’: Ernte und Verwendung

Ab Oktober ist für den Kronprinz-Rudolf-Apfel Erntezeit für die Einlagerung. Dabei ist es wichtig, behutsam vorzugehen und angeschlagene Früchte direkt auszusortieren – denn der Apfel ist wegen seiner dünnen Schale und dem weichen Fleisch druckempfindlich. Ab November sind die Äpfel im Lager und am Baum genussreif. Sie können nun direkt verzehrt oder zum Verarbeiten genutzt werden. Durch die vielseitige Verwendung des Kronprinz-Rudolf-Apfels lohnt es sich, im Oktober nur einen Teil einzulagern und den Rest für Saft, Mus oder andere Verarbeitungsformen am Baum zu belassen. Unter besten Apfel-Lagerbedingungen hält sich die Sorte bis in den Februar.

'Kronprinz Rudolf'-Apfel mit Verfärbungen
Exemplare mit Druckstellen oder Schorfflecken sollten besser nicht eingelagert werden [Foto: Stefan_Leitner/ Shutterstock.com]

Der Kronprinz-Rudolf-Apfelbaum ist auf besondere Standortverhältnisse spezialisiert. Anders verhält es sich bei der neuen Apfelsorte ‘Merkur’: Dieser Apfel ist ein widerstandsfähiger Allrounder, der auch etwas feuchtere Böden verträgt und sogar von der Bayerischen Landesanstalt für Gartenbau und Weinbau für den Haus- und Kleingarten empfohlen wird.

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