Jostabeere: Standort, Schneiden & Vermehren der Jochelbeere

Fredrik
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Als Kind vom Land sind für mich Natur und Selbstversorgung schon immer Teil meines Lebens gewesen. Mein Herz schlägt in und für die Natur - ich konnte dieses Interesse im Studium der Agrarsystemwissenschaften an der TUM noch mehr vertiefen.

Lieblingsobst: Äpfel, Brombeeren und Zwetschgen
Lieblingsgemüse: Kartoffeln, Paprika und Zucchini

Zu den eher jungen Beerensorten zählt die Jostabeere, die in milden Lagen ohne größere Probleme in jedem Garten kultiviert werden kann. Bei uns erfahren Sie alles über die richtige Pflanzung, Pflege und Verwendung.

Jochelbeere
Jostabeeren sehen wie große Schwarze Johannisbeeren oder kleine Stachelbeeren aus [Foto: Farion_O/ Shutterstock.com]

Wie sieht eine Jostabeere aus? Welche Bedingungen stellt sie an den Standort? Wann sollte man die sogenannte Jochelbeere schneiden und kann man sie auch selbst vermehren? Wir geben Ihnen Antworten und die besten Tipps rund um die Jochelbeere.

Jostabeere: Herkunft und Eigenschaften

Die Jostabeere (Ribes x nidigrolaria) wurde gleich mehrmals gezüchtet: 1922 in Müncheberg, Mitte der 50er-Jahre in Dresden-Pillnitz und parallel ein drittes Mal in Köln-Vogelsang. Die Züchter verwendeten teilweise verschiedene Arten als Eltern, doch nannten das Ergebnis alle Jostabeere oder Jochelbeere. Tatsächlich ähneln sich die verschiedenen Arthybriden: Alle stehen optisch und geschmacklich zwischen den Eltern, der Schwarzen Johannisbeere (Ribes nigrum) und der Stachelbeere (Ribes uva-crispa) sowie einigen verwandten Wildarten. Die Jostabeere ist auch unter Namen wie Bastard-Johannisbeere, Rigatze oder Joglbeere bekannt. Ebenso wie ihre Elternpflanzen gehört die besondere Beere zur Familie der Stachelbeergewächse (Grossulariaceae).

Ihre typischen Eigenschaften erscheinen wie eine Mischung der Schwarzen Johannisbeere und der Stachelbeere: Der Jostabeeren-Strauch wächst etwa 2 m hoch und ebenso breit, ist stachellos und lässt Früchte heranreifen, die wie übergroße Schwarze Johannisbeeren oder kleine Stachelbeeren mit einer durchscheinenden, tiefschwarz-violetten Fruchthaut aussehen. Neutriebe entstehen entweder an der Basis oder auf mittlere Höhe. Ihre dreilappigen, rundlich und gekerbten Blätter erinnern ebenfalls an ihre Familienzugehörigkeit. Den typischen Geruch der Schwarzen Johannisbeere sucht man bei ihr jedoch vergebens. Die Blüten stehen, ähnlich denen der Stachelbeere, einzeln oder zu zweit an Kurztrieben am mehrjährigen Holz und erscheinen zwischen April und Mai in auffälligem Purpur. Dabei sind die Blüten selbstfruchtbar: Sie benötigen also keine zweite Sorte in der Umgebung für eine optimale Befruchtung.

Jostabeere in Blütezeit
Die Blüten der Jostabeere stehen einzeln und sind auffällig purpur gefärbt [Foto: vainillaychile/ Shutterstock.com]

Die leckersten Jostabeeren-Sorten

Auch wenn es die Jochelbeere noch nicht lange gibt, konnten sich in den letzten Jahren einige Sorten mit unterschiedlichen Eigenschaften etablieren:

  • Jostabeere ˈJostaˈ: Die bekannteste Sorte zeichnet sich durch einen starken, eher aufrechten Wuchs aus. Ihre Früchte sind ab Ende Juni reif und schmecken süß-säuerlich mit einem kräftigen Aroma. Sie schmeckt roh vom Stauch sehr gut, ebenso als Marmelade oder Gelee. Sie ist widerstandsfähig gegen die Johannisbeergallmilbe, den Stachelbeermehltau, den Säulenrost und die Blattfallkrankheit.
  • Jostabeere ˈJochelineˈ: Eine Sorte mit spätem Blühbeginn und später Reife, die Früchte mit einem intensiven Johannisbeer-Aroma ausbildet. Eignet sich für frostgefährdete Standorte. Schwächer wüchsiger Strauch mit hoher Anfälligkeit für Mehltau und Säulenrost, wenig anfällig für einen Johannisbeergallmilben-Befall.
  • Jostabeere ˈJograndaˈ: Kleinwüchsige, sehr robuste Sorte mit spätreifen, großen Beeren. Blüht spät und eignet sich daher besonders für frostgefährdete Standorte. Wenig anfällig für Mehltau, Säulenrost und die Johannisbeergallmilbe.
  • Jostabeere ˈJostineˈ: Eine sehr wüchsige Sorte mit eher aufrechtem Wuchs und früher Blüte bei gleichzeitig mittlerer Reife der Beeren. Eher niedriger Ertrag mit kleineren Beeren, die ein besonders intensives Aroma aufweisen. Weitestgehend tolerant gegenüber Mehltau, Säulenrost und Johannisbeergallmilbe.
  • Jostabeere ˈRiköˈ: Aus Ungarn stammende, wüchsige, sehr robuste Sorte mit relativ großen Beeren. Höhere Anfälligkeit gegenüber Mehltau und Säulenrost. Keine Probleme mit der Johannisbeergallmilbe.
Jostabeere-Früchte
Jostabeeren hängen im Gegensatz zu Schwarzen Johannisbeeren nicht in Rispen [Foto: weha/ Shutterstock.com]

Jochelbeere pflanzen: Standort und Vorgehen

Auch was ihren Anbau angeht, ähnelt die Jostabeere der Schwarzen Johannisbeere in vielen Punkten. Dabei kommt es vor allem auf die richtige Auswahl des Standortes an, damit der Strauch optimal wachsen kann. Ein Ort mit viel Sonne ist von Vorteil für die Reife der Früchte, windige und frostgefährdete Standorte sollte man hingegen meiden. An frostgefährdeten Orten besteht die Gefahr, dass die Bestäubung der frühen Blüte ausbleibt und es zu einer Verrieselung kommt. An solchen Standorten eignen sich vor allem die Jostabeeren ˈJograndaˈ und ˈJochelineˈ, da sie verhältnismäßig spät blühen. Dabei werden einzelne Blütenansätze abgestoßen, da sie nicht durch Insekten bestäubt wurden. Auch bei vollem Fruchtbehang reagiert die Jostabeere sensibel auf Wind. Die Ansprüche an das Substrat sind geringer: Ein mittelschwerer, humoser, nährstoffreicher und leicht saurer Boden bietet bereits optimale Voraussetzungen.

Jostabeere-Strauch
An einem hellen, sonnigen Standort wächst der Jostabeeren-Strauch problemlos und trägt gut [Foto: helga_sm/ Shutterstock.com]

Der beste Zeitpunkt für die Pflanzung der Jostabeere ist der Spätherbst, sobald sie ihre Blätter verloren hat. Ein Pflanzloch sollte mit etwa 2 bis 3 m Abstand zu anderen Pflanzen ausgehoben werden, um der Jostabeere ausreichend Platz für ein gesundes Wachstum zu bieten. Die Größe des Pflanzlochs orientiert sich dabei immer am Wurzelballen des Stauchs und sollte etwa in doppelter Wurzelballengröße ausgehoben werden. Anschließend kann die Pflanze hineingesetzt und das Pflanzloch mit Erde aufgefüllt werden. Dabei sollte bei der Jostabeere etwa so tief gepflanzt werden, wie sie zuvor im Topf saßen – etwas tiefer gepflanzt verträgt die Jostabeere jedoch auch. Direkt nach der Pflanzung sollten die drei bis fünf kräftigsten Triebe als Haupttriebe ausgewählt und am Strauch belassen werden. Die übrigen Triebe werden komplett herausgeschnitten und die ausgewählten Haupttriebe der Jostabeere auf etwa 30 bis 40 cm, beziehungsweise zwei bis drei Augen eingekürzt. Abschließend sollte die Pflanze gründlich angegossen werden, um einen guten Bodenschluss und somit ein gesundes Anwachsen zu gewährleisten.

Zusammenfassung: Jostabeere pflanzen:

  • Pflanzen Sie die Jostabeere am besten im Spätherbst, sobald sie ihre Blätter verloren hat.
  • Auf einen Pflanzabstand von 2 – 3 m zu anderen Pflanzen achten.
  • Heben Sie ein Pflanzloch mit doppelter Wurzelballengröße aus.
  • Die Jostabeere in das Pflanzloch setzen und mit Erde auffüllen.
  • Die 3 – 5 kräftigsten Triebe als Haupttriebe auswählen und die übrigen Triebe bodennah zurückschneiden.
  • Kürzen Sie die Haupttriebe auf etwa 2 – 3 Augen, beziehungsweise 30 – 40 cm Länge ein.
  • Gießen Sie die Pflanze gründlich an.
Jostabeere
Jostabeeren hängen meist einzeln oder zu zweit am Trieb [Foto: ChWeiss/ Shutterstock.com]

Jostabeere im Kübel pflanzen: Wer keinen Garten hat, kann die Jochelbeere auch auf dem Balkon oder der Terrasse im Kübel anbauen. Da die Pflanze ein Flachwurzler ist, sollte wegen des breiten Wurzelsystems ein ausreichend großer Kübel gewählt werden. Für die Kultur im Topf ist eine stickstoffreiche Erde vorteilhaft, da die Jungpflanze so von Beginn an optimal versorgt wird und sich gesund entwickeln kann. Die Jostabeere hat außerdem im Vergleich zu anderem Beerenobst einen erhöhten Stickstoffbedarf. Beispielsweise unsere nährstoffreiche Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde enthält dank ihres hohen Kompostgehalts alle wichtigen Nährstoffe, welche die jungen Pflanzen in der ersten Zeit nach der Pflanzung benötigt und ist gleichzeitig dank der enthaltenen Kokosfasern in der Lage, viel Wasser zu speichern. Decken Sie die Bodenoberfläche am besten mit einer Mulchschicht ab, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten.

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Die richtige Pflege

Mit ein paar einfachen Handgriffen kann die Jostabeere ohne weiteres durch das Jahr gebracht werden. Dabei ist vor allem die richtige Wasser- und Nährstoffversorgung wichtig. Aber auch Schnitt und Schädlingsbekämpfung sollten nicht vernachlässigt werden, um die Pflanzen gesund und ertragreich zu halten.

Gießen und Düngen

Vor allem während anhaltender Trockenheit ist das durchdringende Gießen des Bodens wichtig für die gleichmäßige Ertragsbildung. Dabei sollte die Erde zwischen den Wassergaben nicht austrocknen, sondern möglichst gleichmäßig feucht bleiben. Durch das Aufbringen einer Mulchschicht aus Rasenschnitt, Kompost, Pinienrinde oder Laubstreu kann die Verdunstung gesenkt werden, sodass der Boden gleichmäßiger feucht bleibt. Unsere Plantura Bio-Pinienrinde beispielsweise zersetzt sich langsam, sodass Sie selten nachmulchen müssen. Die nachhaltig produzierte Pinienrinde sieht trotzdem lange ansprechend im Beet aus.

Ernte der Jostabeere
Um den Strauch nicht zu schädigen, werden Jostabeeren am besten per Hand geerntet [Foto: Thijs de Graaf/ Shutterstock.com]

Um die Nährstoffressourcen des Bodens zu schonen, ist wegen des hohen Bedarfs der Jostabeere spätestens zwei Jahre nach der Pflanzung eine erste Düngung notwendig. Dabei bietet sich die Verwendung eines organischen Langzeitdüngers an, der die Pflanze über die gesamte Vegetationsdauer hinweg mit Nährstoffen versorgt. Jostabeeren reagieren sensibel auf Chlor und haben einen erhöhten Bedarf an Kalium für die gesunde Ausbildung ihrer Früchte. Wegen des frühen Wachstums sollte bereits Anfang Februar die erste Düngung erfolgen. Dafür empfehlen wir die Verwendung eines vornehmlich organischen Langzeitdüngers, wie zum Beispiel unseres Plantura Bio-Universaldüngers. Dieser ist besonders schonend für Pflanzen, Boden und Gartentiere und setzt sich aus natürlichen Rohstoffen zusammen. Dadurch werden aktiv Ressourcen geschont und im Vergleich zu Mineraldüngern wird Energie während der Herstellung eingespart.

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Jostabeere schneiden

Zur regelmäßigen Pflege der ausgewachsenen Jostabeere gehört der Schnitt der Pflanze. Sobald der Jostabeeren-Strauch etwa vier Jahre alt ist, können ältere Triebe mit einer scharfen Gartenschere bodennah zurückgenommen werden, sodass lediglich sechs bis acht starke Haupttriebe stehen bleiben. Für die Fruchtbildung sind mehrjährige Triebe besonders wichtig und sollten an der Pflanze verbleiben, während zu alte Zweige bedenkenlos herausgeschnitten werden können. Beim Auslichten werden also alte Triebe mit grauer Rinde entfernt, sodass die am Strauch verbleibenden Triebe nicht älter als drei Jahre sind. Außerdem können jährlich schwache Zweige herausgenommen werden. Der beste Zeitpunkt ist hierfür direkt nach der Ernte oder alternativ im späten Winter, kurz bevor der erneute Austrieb beginnt.

Tipp: Im Gegensatz zu anderen Johannisbeersträuchern muss die Jochelbeere nicht unbedingt jährlich geschnitten werden, da sie ihre Früchte an Kurztrieben am mehrjährigen Holz ausbildet. Der Schnitt in jedem Jahr fördert aber einen guten Ertrag und erleichtert das Ernten.

Jostabeeren am Strauch
Jostabeeren tagen ihre Früchte am mehrjährigen Holz und sollten daher mit Bedacht geschnitten werden [Foto: LianeM/ Shutterstock.com]

Den Jostabeere-Hochstamm schneiden: Bei Jostabeer-Hochstämmchen ist ein regelmäßiger Schnitt für den Erhalt der Form wichtig. Dabei sollten zunächst alle hängenden Äste geschnitten werden, ebenso wie aufrechtstehende, verkahlte Äste. Für die Ästhetik des Hochstämmchens sollten außerdem alle herausstehenden Äste so weit gekürzt werden, dass sie mit den übrigen Ästen gleichmäßig abschließen. Um den Jostabeere-Hochstamm zu schneiden, sollten Sie stets auf eine scharfe und saubere Gartenschere achten, um das Risiko einer Krankheitsinfektion zu minimieren.

Josta-Strauch
Nachdem der Jostabeeren-Strauch abgeerntet ist, kann er einem Pflegeschnitt unterzogen werden [Foto: Margarita0192/ Shutterstock.com]

Zusammenfassung: Jostabeere pflegen

  • Gießen Sie die Jostabeere während der Vegetation, sodass der Boden immer leicht feucht ist.
  • Durch eine Mulchschicht können das Bodenklima verbessert und die Verdunstung verringert werden.
  • Düngen Sie die Jostabeere spätestens nach 2 Jahren mit einem hochwertigen Langzeitdünger wie beispielsweise unserem Plantura Bio-Universaldünger.
  • Die Pflanze nach der Ernte oder vor Vegetationsbeginn im späten Winter ausgelichtet werden: Die Triebe sollten 1-, 2- oder 3-jährig sein, ältere Triebe werden bodennah entfernt.

Jostabeere trägt keine Früchte oder blüht nicht

Wenn die Jostabeere keine Früchte trägt oder nicht zur Blüte kommt, kann das mehrere Gründe haben. Häufig hat es diese Ursachen:

  • Frisch gepflanzt: Im Jahr nach der Pflanzung trägt die Jostabeere häufig noch keine Blüten und Früchte – es besteht kein Grund zur Panik, bereits im nächsten Jahr kommt der Strauch zur Blüten- und Fruchtbildung.
  • Spätfröste: Wenn es während der sensiblen Phase der Blütenbildung zu Spätfrösten kam, kann es sein, dass die Blüten erfroren sind und die Jostabeere deshalb nicht trägt – sobald Fröste angekündigt sind, sollte die Jostabeere durch eine Abdeckung mit Vlies oder Reisig geschützt werden.
  • Fehlende Bestäubung: Durch eine zu kalte Witterung kann es passieren, dass Bestäuber wie Biene und Hummel nicht oder nur wenig fliegen und die Jostabeere nicht bestäubt wurde.
  • Falscher Standort: An einem zu dunklen oder zu windigen Standort wächst die Jostabeere nicht gut und bildet keine Blüten und Früchte aus – Sie sollten die Jostabeere umpflanzen.
Jostabeere im Winter
Kälte und Schnee schaden der Jostabeere meist nicht, lediglich Spätföste können dem Blütenansatz schaden [Foto: PMVstudio/ Shutterstock.com]

Häufige Krankheiten und Schädlinge

Generell ist die Jostabeere sehr robust und wird nur in äußerst seltenen Fällen von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht. Gegenüber Krankheiten wie Stachelbeermehltau und Blattfallkrankheit sind die die meisten Sorten ebenso tolerant wie gegen der Johannisbeergallmilbe. Lediglich Blattläuse können die Jostabeere befallen, lassen sich bei einem schwachen Befall jedoch mit einem Wasserstrahl von der Pflanze waschen. Ist der Befall stärker, finden Sie in diesem Artikel Methoden zur erfolgreichen Bekämpfung von Blattläusen.

Wenn die Jostabeere gelbe Blätter zeigt, liegt das meist an einer zu starken Düngung oder einem zu hohen Chlorid-Gehalt des Düngers. In diesem Fall sollte die Düngung für längere Zeit ausgesetzt und auf vornehmlich organischen Dünger umgestellt werden.

reife Jostabeeren
Reife Jostabeeren zeigen eine tiefblaue bis schwarze Färbung [Foto: svf74/ Shutterstock.com]

Jostabeere vermehren

Prinzipiell lassen sich Jostabeeren auf zwei Arten vermehren: Durch Stecklinge und durch Absenker. Wir möchten Ihnen beide Varianten kurz vorstellen:

Jostabeere durch Stecklinge vermehren: Recht einfach lassen sich Jostabeeren durch das Schneiden von Stecklingen vermehren. Dabei können zwischen September und April etwa 15 cm lange Abschnitte des einjährigen Holzes aus dem Strauch geschnitten werden. Vor allem starke, gesunde Triebe aus dem äußeren Bereich eignen sich als Steckholz besonders gut, da sie während ihrer Entwicklung viel Licht abbekommen haben und kein übermäßiges Längenwachstum betreiben mussten. Die Steckhölzer können anschließend bis zur Hälfte in ein mit Erde gefülltes Gefäß gesteckt und gründlich angegossen werden. Dabei kann die gesunde Wurzelbildung des Steckholzes durch die Verwendung einer hochwertigen Aussaaterde wie unserer Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde gefördert werden, da durch einen gezielt reduzierten Nährstoffgehalt das Wurzelwachstum zusätzlich angeregt und so für vitale Pflanzen gesorgt wird. Zusätzlich verzichten wir in unserer Anzuchterde auf den Einsatz von Torf, was die Umwelt schont. An einem warmen, hellen Ort mit etwa 12 bis 16 °C können die Steckhölzer schließlich Wurzeln bilden, bevor sie im Folgejahr ausgepflanzt werden.

Jostabeere durch Absenker vermehren: Eine weitere, einfache Möglichkeit, die Jostabeere zu vermehren, ist die Nutzung von Absenkern. Dazu werden am besten zu Beginn der Wachstumsperiode im Frühjahr einzelne Triebe bogenförmig zu Boden geführt und etwa 30 bis 50 cm unterhalb der Triebspitze mit einem Stein, einem Stückchen Holz oder Draht am Untergrund fixiert. Anschließend kann der Trieb mit Erde bedeckt werden. Bis zum Herbst bildet der Absenker Wurzeln und beginnt, sich selbstständig mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Der Absenker wird schließlich von der Mutterpflanze abgetrennt und separat eingepflanzt.

Tipp: Wenn die Rinde des abgesenkten Triebes reißt, ist das kein Problem. An der Verwundung werden sogar besonders schnell Wurzeln gebildet.

Jostabeeren ernten

Bei frühreifen Sorten kann etwa ab Mitte Juni mit der Ernte begonnen werden. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass nicht alle Früchte gleichzeitig vom Strauch geerntet werden, da sie erst nacheinander abreifen. Der Erntezeitraum der Jostabeere erstreckt sich über mehrere Wochen. Jostabeeren wachsen besonders fest am Strauch und sollten daher mit Vorsicht gepflückt werden, um die Pflanze nicht zu schädigen. Am besten lassen sie sich daher einzeln und per Hand ernten.

reife Jochelbeeren
Jostabeeren reifen nacheinander ab und sind daher nicht alle gleichzeitig pflückreif [Foto: Rafomundo/ Shutterstock.com]

Inhaltsstoffe und Verwendung von Jostabeeren

Jostabeeren ähneln im Geschmack den Schwarzen Johannisbeeren, sind aber deutlich süßer. Roh können die Beeren ebenso verzehrt werden wie weiterverarbeitet. Besonders beliebt sind Jostabeer-Marmeladen und -Gelees, ebenso wie Jostabeer-Schnaps, -Likör und -Saft. Jostabeeren lassen sich sehr gut einfrieren oder einmachen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu verzehren oder zu verarbeiten. Gepflückt sind Jostabeeren nur kurz lagerbar und sollten daher möglichst schnell verwendet werden. Am Strauch können sie jedoch bedenkenlos auch zur Vollreife für zwei bis drei Wochen hängen bleiben, ohne an Qualität einzubüßen oder zu verderben.

Jostabeere-Marmelade
Nicht nur roh, sondern auch als Marmelade schmecken Jostabeeren sehr lecker und sind gesund [Foto: TYNZA/ Shutterstock.com]

Wie gesund sind Jostabeeren? Jostabeeren enthalten viel Vitamin C. So kann Studien zufolge der tägliche Vitamin-C-Bedarf bereits mit 100 g frischer Jostabeeren gedeckt werden. Werden die Beeren eingekocht oder zu Josta-Marmelade verarbeitet, geht ein großer Teil des Vitamin-C verloren. Daneben sind die Beeren reich an Mineralstoffen wie Kalzium, Kalium, Magnesium und Natrium. Außerdem wird ihnen eine antioxidative Wirkung nachgesagt.

Schlägt Ihr Herz für außergewöhnliche Beeren? Dann lesen Sie auch unseren Artikel über Pflanzen, Schneiden und Pflegen des exotischen Maulbeerbaums.

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