Kischmisch Lutschistji: Die Tafeltraube im Portrait

Patrick
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Ich habe meinen Master in Agrarwissenschaften mit der Vertiefung Pflanzenwissenschaften gemacht. In meiner Freizeit ist der Anbau von eigenem Obst und Gemüse meine große Leidenschaft. Den perfekten Ausgleich finde ich in der Gartenarbeit bei meinen Eltern. Sollte ich mal nicht im Garten sein, gehe ich gerne Wandern und suche nach Fotomotiven.

Lieblingsobst: Johannisbeeren und Brombeeren
Lieblingsgemüse: Karotten, Pilze und Zwiebeln

Woran erkennt man die Rebsorte ‘Kischmisch Lutschistji’? Und wie schmeckt sie? Wir stellen Ihnen die Kischmisch-Traube vor und erklären, was beim Anbau und der Pflege der Weintraube zu beachten ist.

Rebsorte Kischmisch Lutschistji
Die moldawische Rebsorte hat eher kleine, helle Beeren [Foto: MaksimKorolev/ Shutterstock.com]

Der Name ‘Kischmisch Lutschistji’ ist ein ganz schöner Zungenbrecher, es versteckt sich jedoch ein wahrer Geheimtipp unter den Tafeltrauben dahinter. Die in der Ukraine bekannte Tafeltraubensorte ist nicht nur optisch ein Highlight, sondern punktet auch geschmacklich. Wir zeigen Ihnen, was die Besonderheiten dieser Rebsorte sind und wie Sie diese in Ihrem Garten kultivieren können.

‘Kischmisch Lutschistji’: Steckbrief

FruchtTafeltraube; klein; roséfarben
Geschmacksüß, aromatisch, Muskatnote
Erntezeitmittelfrüh
Wüchsigkeitmittelstark
Klimasonnig, warm
Krankheiten und Schädlingeanfällig für Pilzkrankheiten
Frostempfindlichkeitgering

Geschmack und Eigenschaften der Sorte ‘Kischmisch Lutschistji’

Die ‘Kischmisch Lutschistji’ wurde in Moldawien aus den Sorten ‘Kardinal’ und ‘Kischmisch Rosowi’ gezüchtet. Durch ihre gute Fruchtbarkeit sind hohe Erträge möglich. Die kernlose Tafeltraube reift mittelfrüh und zeigt sich im Herbst mit roséfarbenen, kleinen und ovalen Beeren. Diese formen große, lockere Trauben, die in jeder Obstschale ein Blickfang sind. Die ‘Kischmisch Lutschistji’ bietet mit einem Zuckergehalt von etwa 210 g/L sehr süße, aromatische Beeren mit Muskatnote.

Die Pflanze selbst ist durch das rot gefärbte Herbstlaub auch nach der Ernte ein Farbtupfer in Ihrem Garten. Die Rebe ist mittelstark wüchsig und hat eine Frosthärte bis circa -20 °C. Gegenüber Pilzkrankheiten besitzt sie allerdings nur eine geringe Widerstandskraft.

Besonderheiten bei Anbau und Pflege der Tafeltraube

Welcher Standort ist für die Tafeltrauben, wie die ‘Kischmisch Lutschistji’ geeignet? Ein sonniger, warmer Standort, mit guter Durchlüftung ist optimal für die ‘Kischmisch Lutschistji’. Ausführliche Informationen zum Pflanzen von Weinreben haben wir Ihnen in unserem Spezialartikel zusammengestellt.

Die ‘Kischmisch Lutschistji’ besitzt zwar eine gute Frosthärte, doch bei tieferen Temperaturen als ungefähr -20 °C empfehlen wir, die Pflanze mit einem Vlies zu schützen. Wenn Sie die Rebe in einen sehr kalkhaltigen Boden mit einem hohen pH-Wert pflanzen möchten, sollten Sie unbedingt auf eine kalktolerante Unterlage achten. Wie gut die Rebe wächst, vor allem auf schwierigeren Standorten, wird vor allem durch die Unterlage bestimmt.

Tipp: Wenn Sie eine Tafeltraube kaufen, ist diese meist veredelt. Doch was bedeutet veredelt und ist das überhaupt nötig? Beim Veredeln wird eine Rebe abgeschnitten und auf eine andere Rebe gepfropft. Das Ergebnis ist eine Pfropfrebe, bei der die eigentliche Sorte, in diesem Fall die ‘Kischmisch Lutschistji’, oben sitzt. Weinreben werden veredelt, damit die Wurzeln der Unterlage tolerant gegenüber der aus Nordamerika eingeschleppte Reblaus (Daktulosphaira vitifoliae) sind. Nur so ist eine sichere Kultivierung in Europa möglich. Der Wuchs ist nicht nur von der oben sitzenden Sorte, sondern auch von der Unterlage darunter abhängig. Es gibt Unterlagen, die auf bestimmte Standorte angepasst sind, wie trockenstresstolerante oder kalktolerante Sorten.

Tafeltraube Kischmisch Lutschistji
Die Überkopferziehung ist eine beliebte Form der Traubenerziehung [Foto: Claudio Divizia/ Shutterstock.com]

Um die Rebe über viele Jahre gut nutzen zu können, benötigen die Pflanzen eine Rankhilfe und einen jährlichen Rückschnitt. Hierbei gibt es ganz unterschiedliche Erziehungsformen. Eine häufige Form ist die Überkopferziehung als Pergola oder als grünes Dach. Dabei sind die Trauben gut vor Sonnenbrand geschützt und können als essbare Dekoration dienen.
Das Frühjahr ist der optimale Zeitpunkt zum Schneiden der ‘Kischmisch Lutschistji’. Um große Wunden zu verhindern, empfehlen wir, Rückschnitte in das alte Holz zu vermeiden.
Bei der Pflege der ‘Kischmisch Lutschistji’ ist außerdem die Bekämpfung von schädlichen Pilzen, wie Echter Mehltau (Erysiphe necator) und Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) sehr wichtig, vor allem wenn die Pflanze an einem nicht optimalen Standort wächst. In unserem Spezialartikel zu Mehltau an Wein zeigen wir Ihnen, wie Sie Mehltau erkennen, vorbeugen und bekämpfen können.

Wie alle Reben hat auch ‘Kischmisch Lutschistji’ einen eher geringen Nährstoffbedarf, weshalb eine jährliche Düngung im April ausreicht. Dies ist wichtig, um beispielsweise einen Magnesiummangel zu vermeiden. Wir empfehlen Ihnen hierbei einen Dünger zu verwenden, der eine gute Langzeitwirkung aufweist und aus vorwiegend organischen Komponenten zusammengesetzt ist. Chloridhaltige Dünger sollten Sie dagegen unbedingt vermeiden, da die Rebe diese nicht verträgt. Unser Plantura Bio-Universaldünger ist ein vorwiegend organischer Dünger mit natürlicher Langzeitwirkung ist, der sich hervorragend für Ihre Reben eignet. Weitere spannende Tipps zum Düngen von Weinreben finden Sie in unserem Spezialartikel.

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Kischmisch-Trauben ernten und verwenden

Die ‘Kischmisch Lutschistji’ ist je nach Lage bereits ab Anfang September bereit zur Ernte. Die kernlosen Trauben sind sehr gut für den Direktverzehr geeignet. Außerdem können die Beeren entsaftet und zu einem leckeren Gelee weiter verarbeitet werden.

Tafeltrauben gibt es in den unterschiedlichsten Farbnuancen. Intensiv blaue und sehr leckere Trauben bietet die Rebsorte ‘Muscat Bleu‘, die wir Ihnen in unserem Artikel vorstellen.

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