Schwarze Bohnenlaus: Erkennen, vorbeugen & biologisch bekämpfen

Patrick
Patrick
Patrick
Patrick

Ich habe meinen Master in Agrarwissenschaften mit der Vertiefung Pflanzenwissenschaften gemacht. In meiner Freizeit ist der Anbau von eigenem Obst und Gemüse meine große Leidenschaft. Den perfekten Ausgleich finde ich in der Gartenarbeit bei meinen Eltern. Sollte ich mal nicht im Garten sein, gehe ich gerne Wandern und suche nach Fotomotiven.

Lieblingsobst: Johannisbeeren und Brombeeren
Lieblingsgemüse: Karotten, Pilze und Zwiebeln

Werden Ihre Bohnen oder Zierpflanzen von der Schwarzen Bohnenlaus befallen? Wir erklären, wie Sie schwarzen Läusen vorbeugen und sie erfolgreich bekämpfen.

Schwarze Blattläuse leben auf dem Pflanzenstängel
Die Schwarze Bohnenlaus ist eine der häufigsten Blattlausarten [Foto: Kristesoro/ Shutterstock.com]

Blattläuse sind in fast jedem Garten zu finden, besonders häufig die Schwarze Bohnenlaus. Doch die Bohnenlaus kann längst nicht nur Bohnen befallen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die schwarzen Läuse natürlich bekämpfen und einem erneuten Befall vorbeugen können.

Schwarze Bohnenlaus erkennen

Die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae) ist in Gärten eine der am weitesten verbreiteten Blattlausarten. Die Schwarze Bohnenlaus befällt längst nicht nur Bohnen (Phaseoleae). Neben den besonders anfälligen Bohnen wie der Ackerbohne (Vicia faba) und anderen Hülsenfrüchtlern (Leguminosae) wie Erbsen (Pisum sativum) werden nämlich auch Rote Beete (Beta vulgaris subsp. vulgaris), Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris), Spinat (Spinacia oleracea), Spargel (Asparagus), Dahlien (Dahlia) oder Clematis durch schwarze Blattläuse befallen.

Wie der Name schon verrät, ist die Schwarze Bohnenblattlaus schwarz gefärbt. Um einen Befall durch Blattläuse, beispielsweise der Schwarzen Bohnenlaus, zu erkennen, schauen Sie am besten auf die Triebspitzen oder Blütenknospen Ihrer Pflanzen. Hier saugen die schwarzen Läuse besonders gerne von dem süßen Phloemsaft der Pflanzen. Symptome, welche auf einen Blattlausbefall hindeuten, sind deformierte junge Blätter und Triebe, mit Honigtau verklebtes Laub sowie ein vermehrtes Aufkommen von Ameisen. So treten Ameisen und Blattläuse häufig gemeinsam auf. Die Ameisen haben es auf den klebrigen Honigtau abgesehen, den die Läuse beim Saugen an der Pflanze ausscheiden. Sie beschützen die Läuse sogar vor Fressfeinden. Der Honigtau sammelt sich auch auf Blättern und kann von Rußtaupilzen (Capnodiales) besiedelt werden, was die Photosynthese der Pflanzen hemmt.

Schwarze Blattläuse sind die häufigsten Blattläuse
Die Schwarze Bohnenlaus befällt nicht nur Bohnen [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Lebensweise und Merkmale der Schwarzen Bohnenlaus

Die Schwarze Bohnenlaus wechselt im Herbst die Wirtspflanze und legt ihre Eier auf die sogenannten Winterwirte. Das Gewöhnliche Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) oder der Gewöhnliche Schneeball (Viburnum opulus) sind die Winterwirte der Schwarzen Bohnenlaus. Ab März schlüpfen hier geflügelte weibliche Läuse und verbreiten sich ab April auf den Sommerwirte wie Bohnen und Spinat. Wurde eine Wirtspflanze gefunden, kann ein einziges Weibchen mehrere Nachkommen an einem Tag zur Welt bringen, ohne auf eine Befruchtung durch ein Männchen angewiesen zu sein. Vor allem bei trockenem und warmem Wetter kann es somit rasch zu Massenvermehrungen kommen. Ab Juni oder wenn auf einer Pflanze Gefahr oder Überbevölkerung droht, schlüpfen wieder geflügelte Blattläuse, welche längere Strecken zurücklegen und dadurch weiter entfernte Pflanzen befallen können. Im Herbst suchen die Blattläuse dann Zuflucht bei den Winterwirten und legen dort erneut Eier ab, welche den Winter überdauern.

Schwarze Blattläuse auf Bohne
Auch auf Blattunterseiten ist die Schwarze Bohnenlaus zu finden [Foto: J Davidson/ Shutterstock.com]

Schwarze Bohnenlaus bekämpfen

Einzelne Blattläuse stellen kein Problem dar. Doch kommt es aufgrund von zu wenigen Nützlingen und trocken-warmem Wetter zu Massenvermehrungen, können Pflanzen durch Blattläuse geschädigt werden. Zur Bekämpfung von Blattläusen ist es nicht unbedingt notwendig, dass Sie bestimmen können, um welche Blattlausart es sich genau handelt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die schwarzen Blattläuse erfolgreich und natürlich bekämpfen können.

Schwarze Blattläuse biologisch bekämpfen

Um Blattläuse zu bekämpfen, steht eine ganze Reihe an Mitteln zur Verfügung. Wir empfehlen Ihnen, auf synthetische Mittel zu verzichten, da diese ein höheres Risiko bergen, Nützlinge oder den Anwender zu schädigen. Stattdessen gibt es sehr effektive und umweltschonende biologische Alternativen. Besonders wirksam gegen schwarze Blattläuse sind Mittel auf Basis von Neem. Das Neemöl stammt aus den Samen des indischen Neembaums und enthält einen Wirkstoff, der die Bekämpfung von Blattläusen auf natürlichem Wege ermöglicht.

Zur Bekämpfung von Blattläusen sind außerdem Mittel auf Basis von Rapsöl erhältlich. Diese weisen allerdings keine systemische Wirkung auf, können also nicht von der Pflanze aufgenommen werden. Manche Mittel enthalten Pyrethrine, die zwar aus Pflanzen gewonnen werden können, aber trotzdem viele verschiedene Nützlinge schädigen können.

Hausmittel gegen die Schwarze Bohnenlaus

Vor allem ein leichter Befall durch die Schwarze Bohnenlaus lässt sich mit Hausmitteln bekämpfen. Eines der effektivsten Hausmittel ist eine Seifenlauge aus 150 Gramm Schmierseife, gelöst in fünf Litern Wasser. Die Seifenlauge kann dann mehrmals täglich auf die befallene Pflanze aufgebracht werden. Auch Brennnesselbrühen kann man gegen Blattläuse einsetzen. Hierzu geben Sie 500 Gramm frische Brennnesseln in fünf Liter kochendes Wasser und lassen diesen Sud abkühlen. Mit einer Sprühflasche können Sie den abgeseihten Sud zweimal am Tag auf die befallenen Pflanzen sprühen. Weitere hilfreiche Hausmittel erfahren Sie in unserem Spezialartikel zu Hausmitteln gegen Blattläuse.

Nützlinge gegen schwarze Blattläuse

Nützlinge helfen im Garten vor allem als natürliche Gegenspieler, eine Massenvermehrung zu verhindern. Auch der gezielte Einsatz von Nützlingen bei einem Befall durch Blattläuse ist möglich. Hierbei können Nützlinge, wie Marienkäferlarven oder Schlupfwespeneier, in speziellen Onlineshops gekauft werden. Dieser gezielte Einsatz ist in geschlossenen Räumen, beispielsweise im Gewächshaus oder im Wintergarten, besonders effektiv. Weitere spannende Tipps zu Nützlingen gegen Blattläuse haben wir für Sie in unserem Spezialartikel zusammengefasst.

Marienkäfer fressen Schwarze Blattläuse
Der Marienkäfer ist der berühmteste Nützling gegen Blattläuse [Foto: SanderMeertinsPho/ Shutterstock.com]

Schwarzen Blattläusen vorbeugen

Der Zuflug von Blattläusen lässt sich unmöglich vermeiden. Früher oder später werden Sie als Gartenbesitzer also mit den Schädlingen konfrontiert werden. Klug ist es aber, Winterwirte der Blattläuse, wie das Pfaffenhütchen und den Gewöhnlichen Schneeball, nicht im Garten zu pflanzen. Besitzer von naturnahen Gärten sind, was Blattläuse angeht, klar im Vorteil, denn ein besonders naturnaher Garten bietet vielen Nützlingen ein Zuhause. Ein ausgewogenes Verhältnis von Blattläusen und deren Fressfeinden kann eine Massenvermehrung von Blattläusen verhindern. Als Nützlinge können vor allem einige Arten von Schlupfwespen und Marienkäfern gegen Blattläuse eingesetzt werden. Um einen starken Befall zu verhindern, empfehlen wir Ihnen, Nützlinge in Ihrem Garten gezielt zu fördern. Im Sommer ist ein unberührtes Blumenbeet mit einheimischen Blütenpflanzen und Kräutern hilfreich, um Nützlinge willkommen zu heißen. Unser Plantura Nützlingsmagnet ist eine Saatgutmischung, die Ihnen das Anlegen einer solchen Blumenwiese erleichtert. In der kalten Jahreszeit sind Rückzugsorte wie eine Rindenanhäufung oder ein Insektenhotel ideal, um Nützlingen über den Winter zu helfen.

Eine angepasste Düngung Ihrer Pflanzen kann die Wahrscheinlichkeit für einen Befall durch Blattläuse ebenfalls reduzieren. Wir empfehlen Ihnen, auf eine gute Kaliumversorgung zu achten und auf eine stickstoffbetonte Düngung zu verzichten. Dies sorgt für kräftige Pflanzen, die seltener von Blattläusen befallen werden. Ein vornehmlich organischer Dünger mit hohem Kaliumgehalt ist zum Beispiel unser Plantura Bio-Tomatendünger.

Plantura Bio-Tomatendünger
Plantura Bio-Tomatendünger

Effektive Langzeitwirkung,
gut für den Boden, unbedenklich für Mensch, Tier & Natur

Auch das Vermeiden von zu dichten Beständen ist hilfreich, um kräftige Pflanzen heranzuziehen und das Überspringen der Blattläuse im Frühjahr zu reduzieren.

Tipp: Häufig treten Blattläuse verstärkt im Frühjahr auf und werden dann im weiteren Jahresverlauf durch Nützlinge verdrängt. Daher ist es durchaus in Ordnung, einen leichten Befall im Frühjahr zu tolerieren oder mit Hausmitteln zu bekämpfen und erst bei stärkerem Befall mit Spritzmitteln zu reagieren.

Die Königin der Blumen, die Rose, wird besonders gerne von Blattläusen befallen. In unserem Spezialartikel zu Blattläusen an Rosen geben wir Ihnen Tipps, wie Sie die Plagegeister wieder loswerden.

Jetzt zur Garten-Post anmelden