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Alkmene: Herkunft, Geschmack & Anbau der der alten Apfelsorte

Wegen ihres exzellenten Geschmacks ist die Apfelsorte ‘Alkmene’ immer noch überaus beliebt, auch wenn sie nicht zu den ertragsreichsten Apfelsorten zählt. Wir zeigen, wie die Apfelsorte ‘Alkmene’ entstanden ist, wie sie schmeckt und wie man sie erfolgreich anbaut.

Alkmene-Apfel hängt am Baum
Die Alkmene zeichnet sich durch ihre goldgelbe und auf der Sonnenseite rote Farbe aus

Der Apfel ‘Alkmene’ gehört zu den traditionellen Tafelobstsorten und wird wegen seines exquisiten Geschmacks auch heute noch von Vielen hoch geschätzt. Leider findet sie jedoch kaum noch Beachtung in der großflächigen Apfelproduktion, sodass man sie nur noch selten im Supermarktregal antrifft. Wer jedoch nicht auf die leckere Apfelsorte verzichten will, kann die widerstandsfähigen ‘Alkmene’ im eigenen Garten wunderbar anbauen. Was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Alkmene: Herkunft und Geschichte

Ihren Ursprung hat die Apfelsorte ‘Alkmene’ im deutschen Müncheberg, wo sie im Jahr 1930 am Kaiser-Wilhelm-Institut für Züchtungsforschung gezielt für den erfolgreichen Anbau in trockeneren Gebieten gezüchtet wurde. Gelungen ist das durch Kreuzung der anspruchsvollen, englischen Sorte ‘Cox Orange’, deren Eigenschaften sich größtenteils in der Alkmene wiederfinden sollten, und dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden Tafelapfel ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’.

Eigenschaften und Geschmack von Alkmene

Die kleinen bis mittelgroßen, rund geformten Früchte der ‘Alkmene’ sind optisch kaum von ihrer Vatersorte ‘Cox Orange’ zu unterscheiden, denn beide zeichnen sich durch ihre goldgelbe und auf der Sonnenseite orangerote Farbe, die dünne und glatte Schale sowie ihr grün-gelbes, knackiges Fruchtfleisch aus. Auch der besonders aromatische, fein säuerliche Geschmack erinnert an den berühmten, englischen Tafelapfel. Ihr Ertrag ist zwar regelmäßig und hoch, kann aber nicht mit dem Ertrag typischer Kulturapfelsorten wie ‘Golden Delicious’ mithalten, sodass die ‘Alkmene’ nur noch selten konventionell angebaut wird. Die frühe Herbstsorte erreicht bereits Anfang September ihre Pflückreife und ist ab Mitte September bis Ende Oktober genussreif. Dabei zeigt die ‘Alkmene’ keinen Fruchtfall.

Blühender Ast eines Alkmene-Apfelbaums
Die Alkmene blüht im Frühjahr besonders reich [Foto: Henry Oude Egberink/ Shutterstock.com]

Von Ende April bis Mitte Mai zeigt die ‘Alkmene’ an ihrem Baum eine reiche Blütenpracht: Die weiß-rosa gefärbten Blüten sind nicht nur hübsch, sondern haben auch eine besonders lange Blütendauer. Aus diesem Grund ist die ‘Alkmene’ auch sehr beliebt bei Bienen und Hummeln, sodass sie einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz leisten kann. Im Gegensatz zur ‘Cox Orange’ ist sie deutlich widerstandsfähiger gegen Mehltau und Schorf, zwei der häufigsten Erkrankungen in der Produktion von Äpfeln. Sehr anfällig ist sie allerdings für Feuerbrand und Obstbaumkrebs, aber auch für Sonnenbrand und den Befall von Spinnmilben.

Besonderheiten beim Anbau des Alkmene-Apfelbaums

Apfelbäume der Sorte ‘Alkmene’ fühlen sich in milden Regionen besonders wohl. Der ideale Standort für den robusten Apfel ist ein halbschattiger Platz, da er sonst leicht zu Sonnenbrand neigt, was die Erträge mindern kann. Anders als ihre Vatersorte ‘Cox Orange’ kommt die ‘Alkmene’ auch mit trockenen bis mäßig frischen Böden zurecht. Damit sich die Apfelsorte gut entwickeln kann, ist jedoch auch auf einen triefgründigen und nährstoffreichen Boden zu achten. Auch windige Standorte kann die ‘Alkmene’ in der Regel gut vertragen.

Der ‘Alkmene’-Apfelbaum zeigt, abhängig von Standort und Pflege, einen mittleren bis starken, aufrechten Wuchs. Durch einen zurückhaltenden Schnitt und eine vorsichtige Düngung kann das Wachstum der ‘Alkmene’ jedoch begrenzt werden, sodass sich der Baum auch in kleinere Gärten integrieren lässt. Dabei ist, wie auch bei anderen Apfelsorten, ein regelmäßiger Schnitt für die langfristige Fruchtausbildung unerlässlich. Wie Sie mit dem richtigen Schnitt ein gutes Gleichgewicht in die Neutriebbildung und den Ertrag bekommen, erfahren Sie in unserem Spezialartikel „Apfelbaum schneiden: Anleitung von Experten“.

Alkmene-Apfel und Blüte
Die Äpfel der Alkmene sind auch pur ein Genuss

Wie alle Apfelbäume ist die ‘Alkmene’ ein Herzwurzler, sodass sie eigentlich optimal ausgestattet ist, um sich mit den benötigten Nährstoffen aus den tiefen sowie eher oberflächennahen Bodenschichten zu versorgen. Dennoch kann neben dem Schnitt auch das Düngen eine sinnvolle Unterstützung beim Wachstum Ihres Apfelbaums sein. Doch Vorsicht: Zu viel Dünger kann bei Ihrem Baum auch immensen Schaden anrichten. Wie man am besten bei der Düngung eines Apfelbaumes vorgeht, erfahren Sie in unserem Artikel „Apfelbaum düngen: Diese Tipps sollten Sie beachten“.

Alkmene: Erntezeit und Verwendung der Sorte

Die frühe Herbstsorte erreicht bereits Anfang September ihre Pflückreife, genussreif ist sie anschließend ab Mitte September bis zum Ende des Oktobers. Leider eignet sich die ‘Alkmene’ nur bedingt als Lagerapfel, da sie sehr fäulnisanfällig ist und schnell zur Fleischbräune neigt. Bei einer gekühlten Lagerung von etwa 2 °C kann die ‘Alkmene’ aber im Regelfall bis Ende November gelagert werden. Dank ihres feinen Geschmacks eignet sich die ‘Alkmene’ ausgezeichnet als Tafelobst. Ihr schmackhaftes, säuerliches Aroma gibt aber auch Gebäck wie Apfelkuchen oder Apfelstrudeln eine besondere Note. Wenn Sie jedoch etwas länger in den Genuss Ihrer Äpfel kommen wollen, empfehlen wir Ihnen, aus den Äpfeln einen leckeren Saft zu pressen oder sie zusammen mit etwas Zucker zu Apfelmus einzukochen.

Weitere, fast vergessene Apfelsorten finden Sie in unserer Übersicht zu den besten alten und altbewährten Apfelsorten.

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