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Baya Marisa: Die rotfleischige Apfelsorte im Portrait

Der Apfel ‘Baya Marisa’ ist eine außergewöhnliche Sorte mit leuchtend rotem Fruchtfleisch, die auch für viele Allergiker verträglich ist. Wir stellen Ihnen die Apfelsorte mit all ihren Besonderheiten vor.

Baya-Marisa-Äpfel auf einem Tisch
‘Baya Marisa’ gehört zu den rotfleischigen Apfelsorten [Foto: zarzamora/ Shutterstock.com]

Einen Apfel mit rotem Fruchtfleisch? Den gibt es tatsächlich: Die Frucht der Apfelsorte ‘Baya Marisa’ (Malus ‘Baya Marisa’), auch unter dem Synonym ‘Bay 3484’ bekannt, beeindruckt nicht nur mit ihrer hübschen dunkelroten Schale, sondern vor allem mit ihrem ebenso deutlich rot gefärbten Fruchtfleisch. Doch nicht nur optisch hat ‘Baya Marisa’ einiges zu bieten, auch geschmacklich gilt die Sorte als besonders aromatisch. Zusätzlich ist der rote Apfel für viele Apfelallergiker gut verträglich. Was hinter der rotfleischigen Apfelsorte steckt und ob man etwas beim Anbau des Baya Marisa-Apfelbaumes beachten muss, verraten wir Ihnen in unserem Artikel.

Baya Marisa: Steckbrief

Synonyme‘Bay 3484’
Fruchtmittelgroß; dunkelrote Farbe
Geschmackknackig, aromatisch, säuerlich
Ertraghoch und regelmäßig
Erntezeitab Ende September
Genussreifeab Ende September
Lagerfähigkeitmittel; bis Anfang Dezember lagerbar
Wuchsmittelstark bis stark
Klimanicht sehr anspruchsvoll; nur bedingt für spätfrostgefährdete Standorte geeignet
Krankheiten und Schädlingegeringe Anfälligkeit für Apfelschorf und Mehltau

Herkunft und Geschichte des rotfleischigen Apfels

Man könnte denken, Äpfel mit rot gefärbtem Fruchtfleisch seien ein Produkt der Neuzeit. Tatsächlich trägt der zu den Wildäpfeln gehörende Niedzwetzki-Apfel (Malus niedzwetzkyana) bereits seit mehreren Jahrhunderten Äpfel mit dunkelrotem Fruchtfleisch. Und auch einige alte Kulturapfelsorten wie ‘Roter Mond’ schmücken sich mit dieser Eigenschaft. Ein Grund, warum es aber bis heute kaum Äpfel mit rotem Fruchtfleisch gibt, ist ihr Geschmack: Beinahe alle rotfleischigen Sorten haben einen extrem hohen Säuregehalt, sodass sie nicht für den Direktverzehr geeignet sind. Das Bayrische Obstzentrum hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Apfel zu züchten, der neben der attraktiven Rotfärbung auch mit seinem Geschmack überzeugen kann. Kind dieser Bemühungen war der ‘Baya Marisa’, der 2009 als erster rotfleischiger Tafelapfel zum Sortenschutz angemeldet wurde. Entstanden ist die Sorte aus der Kreuzung der rotfleischigen Sorte ‘Weirouge’ mit einer unbekannten, bisher nicht für den Markt angemeldeten Tafelapfel-Sorte. Heute ist die ‘Baya Marisa’ eine beliebte Apfelsorte für Hobbygärtner, die gleichermaßen mit ihrem Geschmack und Aussehen überzeugt.

Geschmack und Eigenschaften der Apfelsorte ‘Baya Marisa’

Die reifen Früchte des ‘Baya Marisa’ sind schon von weitem ein beeindruckender Anblick: Die mittelgroßen Früchte erreichen ein Durchschnittsgewicht von 190 g und weisen eine rundliche Form auf. Im Laufe der Reifung wird die gelbe Grundfarbe des Apfels immer mehr von der dunkelroten Deckfarbe überschattet, sodass sich seine Früchte in der Vollreife in einem herrlichen Dunkelrot präsentieren. Die wahre Sensation des ‘Baya Marisa’ ist aber natürlich das deutlich rot gefärbte Fruchtfleisch des Apfels. Dieses kann aber nicht nur mit seiner Farbe überzeugen, sondern auch im Geschmack: Das mittelgrobzellige, feste und knackige Fruchtfleisch gilt als besonders aromatisch und punktet mit einem mittelhohen Säuregehalt (8 g/l), welcher dem ‘Baya Marisa’ einen angenehm säuerlichen Geschmack verleiht. Dies hebt die Sorte deutlich von anderen rotfleischen Apfelsorten ab, die häufig extrem sauer schmecken.

Übrigens: Die Färbung der rotfleischigen Apfelsorten ist ganz und gar nicht ungesund. Tatsächlich wird die Rotfärbung des ‘Baya Marisa’ durch sogenannte Anthocyane hervorgerufen, die bei anderen Apfelsorten nur in der Schale zu finden sind. Diese Farbstoffe agieren in unserem Körper als Radikalfänger und schützen somit unsere Zellen. Gleichzeitig schützen die Anthocyane auch das Fruchtfleisch des Apfels vor Oxidation, sodass es auch bei längerem Kontakt mit der Luft kaum zu verbräunen beginnt. Die vermehrte Bildung von Anthocyanen macht den ‘Baya Marisa’ also nicht nur schöner, sondern auch gesünder.

aufgeschnittener Baya-Marisa-Apfel
Anthocyane färben das Fruchtfleisch des ‘Baya Marisa’ rot [Foto: scoutori/ Shutterstock.com]

Baya Marisa-Apfel: Besonderheiten bei Anbau und Pflege 

Viele Gärtner werden von dem Anbau besonderer Apfelsorten abgeschreckt, da sie einen hohen Pflegeaufwand bei der Kultivierung erwarten. Beim Pflanzen eines Baya Marisa-Apfelbaums müssen Sie sich tatsächlich keine Sorgen machen: Die Sorte erweist sich im Anbau als recht unkompliziert. Bereits früh zeigt der ‘Baya Marisa’ je nach Unterlage ein mittelstarkes bis starkes Wachstum, erreicht gewöhnlich aber nur eine Höhe von etwa 2 bis 2,5 Metern und weist eine mittlere Verzweigung mit flach abstehenden Seitenästen auf. Aufgrund seiner Zucht als kleinkroniger Obstbaum wird der ‘Baya Marisa’ häufig als Spalier oder Spindelbusch erzogen. Damit ist diese Sorte nicht nur für Großgrundbesitzer, sondern auch für die Bewirtschafter kleinerer Gärten interessant. Für sein Wachstum bevorzugt der Baya Marisa-Apfelbaum einen sonnigen Standort mit lockerer, durchlässiger Erde.
Bereits im April öffnen sich die ersten Blüten des Baumes, weshalb er für Regionen mit hoher Spätfrostgefahr nur bedingt geeignet ist.

Die Blüten des ‘Baya Marisa’ stehen seinen Früchten in keinem Punkt nach und beeindrucken mit ihrem leuchtenden rosa bis roten Farbton. Obwohl der ‘Baya Marisa’ als selbstbefruchtend gilt, lohnt sich der Anbau eines weiteren Apfelbaums als Befruchter in der Nähe, um den Ertrag zu steigern. Geeignete Sorten sind beispielsweise ‘Pilot’, aber auch ‘Piros’ und ‘Rubinetta’ – der ‘Baya Marisa’ zeigt sich im Gegenzug mit seinen Blüten ebenfalls als guter Befruchter für zahlreiche Apfelsorten. Bereits ab dem zweiten Standjahr liefert der ‘Baya Marisa’ regelmäßige und hohe Erträge, sodass am besten eine Ausdünnung des Fruchtbehanges erfolgen sollte, um eine ausreichende Entwicklung der restlichen Früchte zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass spätestens im haselnussgroßen Stadium so viele Früchtchen vom Baum entfernt werden sollten, dass am Ende pro Fruchtstand nur etwa ein bis zwei Äpfel übrigbleiben. Insgesamt beweist sich der ‘Baya Marisa’ als überaus gesunder Apfelbaum, der zwar nicht komplett schorfresistent, aber nur wenig anfällig für Apfelschorf und gering anfällig für Mehltau ist.

rosa-rote Blüten des Apfelbaums Baya Marisa
Auch die Blüten des ‘Baya Marisa’ haben eine deutlich rosa-rote Färbung [Foto: klikkipetra/ Shutterstock.com]

Erntezeit und Verwendung des rotfleischigen Apfels 

Ab Ende September ist der Baya Marisa-Apfel endlich pflückreif und erreicht im gleichen Zug auch seine Genussreife. Bei der Auswahl des richtigen Pflückzeitpunktes ist besonders in kalten Herbsten jedoch Fingerspitzengefühl gefragt: Pflückt man die Sorte ‘Baya Marisa’ zu früh, hat diese häufig noch nicht die Vollreife erreicht und schmeckt sehr sauer. Drohen jedoch Temperaturen unter 2 °C, kann es zu Kälteschäden kommen. Durch seinen feinsäuerlichen Geschmack ist der Baya Marisa-Apfel wunderbar zum direkten Verzehr und als Tafelapfel geeignet. Auch Allergiker können sich dabei über den aromatischen Geschmack des Apfels freuen: Durch seinen hohen Phenolgehalt ist er auch für viele Allergiker gut verträglich.

Sein rotes Fruchtfleisch kommt gerade beim Backen und Kochen besonders gut zur Geltung: Da die rote Farbe auch bei der Verarbeitung erhalten bleibt, eignet sich der ‘Baya Marisa’ besonders für dekorative Kuchen oder Gebäckstücke. Doch auch die Herstellung von Saft oder Gelee mit dekorativer roter Färbung sind Steckenpferde des ‘Baya Marisa’. Wer den Apfel nicht direkt verarbeiten kann, muss sich jedoch keine Sorgen machen. Wird der Apfel richtig gelagert, ist er problemlos bis Anfang Dezember haltbar. Auch hierbei ist es bedeutsam, die Zwei-Grad-Grenze nicht zu unterschreiten, denn anders als andere Äpfel würde der ‘Baya Marisa’ dadurch Kälteschäden davontragen.

Wir haben Ihr Interesse an rotfleischigen Apfelsorten geweckt? Eine weitere Sorte mit gefärbtem Fruchtfleisch stellen wir Ihnen in unserem Artikel der Apfelsorte ‘Roter Mond‘ vor.

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