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Geheimrat Dr. Oldenburg: Die Apfelsorte im Portrait

Die Apfelsorte ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’ ist eine alte deutsche Züchtung, die auch unter den Namen ‘Geheimrat Oldenburg’ und ‘Oldenburg’ bekannt ist. Wir stellen Ihnen den Apfel vor und erklären alles, was Sie zu Anbau, Pflege & Co. wissen sollten.

Apfelbaum Geheimrat Dr Oldenburg mit reifen Äpfeln
Der ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’ trägt große, bunte Äpfel [Foto: Sarawut Aiemsinsuk/ Shutterstock.com]

‘Geheimrat Dr. Oldenburg’ ist eine natürlicherweise reich tragende Sorte, die etwas Pflege bedarf, um den guten Geschmack ihrer Früchte voll entfalten zu können. Ihr Anspruch an das Klima ist gering, sodass auch kühlere Lagen mit dieser Sorte gut beraten sind. Der fröhlich bunte Herbstapfel wird im September geerntet und sollte dann auch binnen der nächsten zwei Monate verarbeitet werden.

‘Geheimrat Dr. Oldenburg’: Steckbrief

Synonyme'Geheimrat Oldenburg', 'Oldenburg'
Fruchtmittelgroß; grünlich-gelbe Grundfarbe mit hell- bis dunkelroter Deckfarbe
Geschmacksaftig, mild, süß-säuerlich
Ertraghoch; nicht schwankend; früh einsetzend
Erntezeitab September
Genussreifeab November
Lagerfähigkeitmittel; bis Dezember lagerbar
Wuchsanfangs stark, später mittelstark
Klimamittlerer Anspruch; frosthart, aber nicht für Höhenlagen geeignet; bevorzugt warme und geschützte Standorte
Krankheiten und Schädlingenicht anfällig für häufige Krankheiten und Schädlinge

Herkunft und Geschichte der Apfelsorte ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’

Der ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’ ist, anders als viele Apfelsorten, das Ergebnis gezielter Züchtung. An der Obstversuchsanlage in Geisenheim (Hessen) wurden im Jahre 1897 die Eltern ‘Minister von Hammerstein’ und ‘Baumanns Renette‘ gekreuzt um eine neue, robuste Sorte zu erhalten.

‘Geheimrat Dr. Oldenburg’: Geschmack und Eigenschaften

Die Äpfel der Sorte ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’ sind mittelgroß und kugelförmig, teils aber auch hoch aufgebaut. Die Schale ist fest aber dünn, daher ist die Frucht empfindlich gegenüber mechanischen Verletzungen. Die Grundfarbe der Schale ist grünlich-gelb, die Deckfarbe hell- bis dunkelrot und mal marmoriert, mal gestreift. Das Fruchtfleisch ist weißlich-gelb, saftig und feinzellig mit süßsäuerlichem, mildem Geschmack und einem besonderen, unverwechselbaren Aroma.

Tipp: Trägt ein ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’ zu viele Früchte, so bleiben diese kleiner und haben einen faden, langweiligen Geschmack. Im Folgenden erfahren Sie, wie sie einen zu reichen Behang durch Ausdünnung verhindern können.

Anbau und Pflege des Geheimrat Oldenburg-Apfels

Der ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’ ist eine in der Jugend sehr stark, doch später nur noch mittelstark wachsende Sorte. Der Baum wächst eher aufrecht, aber bildet viele Verzweigungen, was die Erziehung deutlich vereinfacht. Denn so entstehen immer wieder vorteilhaft stehende Fruchtäste, neue Gerüstäste werden gebildet und es gibt viel Spielraum für einen guten Apfelbaumschnitt. Je nach Unterlage, kann er als Spalier oder auch als schlanke Spindel, Pyramide oder sogar als Hochstamm auf einer extensiv bewirtschafteten Streuobstwiese angebaut werden. Die Erziehung als Spalier oder schlanke Spindel erfordert eine schwachwüchsige Unterlage wie M9 oder M26. Pyramiden-Bäume und Hochstämme können auf Sämlingsunterlagen oder sogar auf eigener Wurzel stehen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Apfelbäume auf eigener Wurzel erst mehrere Jahre, oft sogar über ein Jahrzehnt, wachsen müssen, ehe sie beginnen viele Blüten und Früchte anzusetzen.

Die Blüte von ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’ ist früh, sodass als Befruchter zum Beispiel die Sorten ‘Alkmene‘, ‘Ananasrenette’, ‘Baumanns Renette’, ‘Goldparmäne‘, ‘James Grieve‘ und ‘Ontario‘ infrage kommen. Interessanterweise ist die Blüte rötlich und kleiner als bei vielen anderen Sorten.

Der ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’ setzt normalerweise reichlich Fruchtholz an und gilt als „Masseträger“. Leider leidet die Fruchtqualität stark darunter, dass zu viele Früchte angesetzt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, beim ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’ eine Ausdünnung durchzuführen. Das bedeutet, dass ein Teil der jungen Früchte entfernt wird, ehe sie ausreifen. Wenn die Jungfrüchte haselnussgroß sind, werden von jedem Blütenstand nur eine, maximal zwei Früchte stehengelassen, der Rest wird abgezupft. Die übriggebliebenen Früchtchen können dann vom Baum gut versorgt werden und reifen zu großen und schmackhaften Früchten heran.

Junge Äpfel am Apfelbaum
In diesem Stadium sollte ausgedünnt werden, sonst bleiben die Früchte klein und fade [Foto: agrofruti/ Shutterstock.com]

Krankheiten und Schädlinge sind für den ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’ kein Problem: Die wichtigsten Schaderreger – Mehltau, Apfelschorf und der Apfelwickler – treffen diese robuste Sorte selten.

Oldenburger-Apfel: Ernte & Verwendung

Ausreichend große und gut versorgte Äpfel der Sorte ‘Geheimrat Dr. Oldenburg’ sind schmackhafte Tafeläpfel, die ab September gepflückt und bis November oder Dezember gelagert werden können. Ab November ist der Genuss der Äpfel ein Vergnügen, denn dann sind sie richtig reif. Auch in der Küche, etwa für Apfelkuchen, ist das feste Fleisch der Sorte gut zu verwenden.

Wussten Sie, dass Apfelbäume zu den besten Bienennährgehölzen zählen? Wenn Sie noch mehr Futterpflanzen für Insekten in Ihrem Garten pflanzen möchten, werden Sie in unserem Artikel zu den bienenfreundlichsten Bäume fündig.

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