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Apfel ‘James Grieve’: Anbau, Ernte & Verwendung

Der Apfel ‘James Grieve’ besitzt viele Qualitäten für den erfolgreichen Anbau im Hausgarten. Wegen ihrer dünnen Schale, ist die Sorte aber nicht im Supermarkt zu finden. Wir zeigen euch jedoch, wie man die leckere Apfelsorte im Garten anbauen kann.

James-Grieve-Äpfel am Baum
Der ‘James Grieve’ ist eine sehr gute Option für den Anbau im Hausgarten [Foto: JoannaTkaczuk/ Shutterstock.com]

Der Sommerapfel ‘James Grieve’ ist in vielen Lagen anbaufähig und in Hausgärten beliebt. Im Erwerbsanbau konnte er sich wegen seiner Druckempfindlichkeit und damit geringen Lager- und Transportfähigkeit nicht durchsetzen. Im Supermarkt sucht man diese Sorte also vergeblich. ‘James Grieve’ trägt viel und regelmäßig und kann auf viele Arten verwendet werden – somit gilt die Sorte zurecht als Allrounder für Hobbygärtner.

Apfel ‘James Grieve’: Geschichte und Herkunft

Ein passionierter Apfelzüchter und -anbauer namens James Grieve zog etwa 1875 in der Nähe von Edinburgh Jungpflanzen aus Samen der Sorte ‘Potts Sämling’. Als Bestäuber wird von verschiedenen Quellen die schmackhafte Sorte ‘Cox Orange‘ vermutet, dies ist aber nicht gesichert. Ab 1880 verbreitete die ortsansässige Baumschule Dickson den neuen ‘James Grieve’ und er nahm rasch an Beliebtheit zu. Erst 1893 wurde der Apfel offiziell als Sorte registriert.

Eigenschaften und Geschmack der Apfelsorte ‘James Grieve’

Der James-Grieve-Apfel ist mittelgroß bis groß, teils auch sehr groß. Seine Form ist hochgebaut oder kugelig und meist recht regelmäßig, ohne Dellen oder starke Rippen. Die Schale ist dünn, zart und leicht fettig. Die Grundfarbe ist gelbgrün, die Deckfarbe orangerot gemasert und nimmt nur 20 bis 50 % der Schalenfläche ein. Die Deckfarbe ist verwaschen, gestreift oder getupft und wird nur bei sehr guter Belichtung und in warmen Regionen dunkelrot. Die Schale ist druckempfindlich.
Das Fruchtfleisch ist hell, gelblich-weiß und weich. Beim Hineinbeißen wird es saftig, süß und würzig, während Säure fast vollständig fehlt. Nach längerer Lagerung schmeckt ‘James Grieve’ mehlig.

Anbau und Pflege: Darauf sollte man achten

Der Apfelbaum ‘James Grieve’ ist mit etwas Pflege ein sehr zuverlässig und reich tragender Baum.
Er wächst in der Jugend mittelstark, später wird das vegetative Wachstum durch den starken Behang mit Äpfeln immens ausgebremst. Die natürliche Kronenform ist breitpyramidal und gedrungen mit wenigen Verzweigungen. Es wird viel Fruchtholz gebildet, sodass Quirlholz bald überall in der Krone zu finden ist. Dieses bringt leider nur noch kleine Früchte hervor. Die Sorte neigt zur Erschöpfung und muss durch regelmäßige Verjüngungsschnitte vital gehalten werden.

Um dem Vergreisen und Erschöpfen entgegenzuwirken sollte unbedingt eine mindestens mittelstark wachsende Unterlage (beispielsweise M7, MM106) gewählt werden. Für Hochstämme sollte es eine stark wachsende Unterlage (wie M11 oder Sämlinge) sein. Für die Erziehung als Buschbaum eignet sich die Unterlage A2.
Perfekt geeignete Böden für die Apfelsorte ‘James Grieve’ sind nährstoffreich und ausreichend feucht. Doch auch weniger optimale Standorte werden gut toleriert. Der Anspruch an das Klima ist gering: Es darf warm, aber auch etwas kühler sein. An sehr kalten, zugigen und frostgefährdeten Orten sollte ein Windschutz, etwa eine dichte Hecke oder ein Gebäude, zur Verfügung stehen.

Apfelbaum James Grieve mit kleinen Früchten
Um den Baum vor Erschöpfung zu schützen, sollte bei starkem Behang ausgedünnt werden [Foto: mrmhf/ Shutterstock.com]

Die Blüte des Apfelbaumes ‘James Grieve’ öffnet sich mittelfrüh im Jahr, hält lange an und ist kaum frostempfindlich. Sie wird gut befruchtet von den Sorten ‘Geheimrat Dr. Oldenburg‘, ‘Freiherr von Berlepsch‘, ‘Goldparmäne‘, ‘Boikenapfel’, ‘Klarapfel’ und ‘Glockenapfel’.

Zur regelmäßigen Pflege des Apfelbaumes ‘James Grieve’ gehört der Verjüngungsschnitt. Dies provoziert immer wieder neues vegetatives Wachstum und wirkt damit dem Vergreisen entgegen. Ein jährlicher Schnitt ist sinnvoll, aber nicht zwingend notwendig. Wenn der Baum extrem viele Früchte ansetzt, sollten diese im Mai/Juni mindestens zur Hälfte entfernt werden. Mit dieser Ausdünnung wird das Verstärken der Alternanz verhindert. Alternierende Apfelbäume tragen im jährlichen Wechsel sehr viele und dann wieder fast keine Früchte.

Krankheiten sind beim Anbau des ‘James Grieve’ im Grunde kein wichtiges Thema, denn er ist robust und widerstandsfähig. Es besteht allerdings eine Anfälligkeit für den meldepflichtigen Feuerbrand. Auf sehr ungünstigen Standorten können auch verstärkt Blutläuse, Blattläuse, Rote Spinnen, Obstbaumkrebs und Monilia-Fruchtfäule auftreten.

Erntezeit und Verwendung des James-Grieve-Apfels

Bereits zwischen Ende August und Mitte September sind die James-Grieve-Äpfel pflückreif und können auch direkt vom Baum genossen werden. Weil die Früchte nicht alle zeitgleich reif sind, wird laufend geerntet. Spätestens zwei Wochen nach der Ernte erreichen die James-Grieve-Äpfel ihren besten Geschmack. Im kühlen Kellerlager können die Früchte leider nur bis etwa Mitte bis Ende Oktober lagern, anschließend finden sich immer häufiger Fleischbräune und Welke. Besser ist es daher, bald alle Früchte zu Mus, Kuchen oder Saft zu verarbeiten.

Die Wahl pflegeleichter, robuster Obstbäume spart im Garten viel Arbeit und manchmal auch Frust. Selbiges gilt bei der gesamten Gartenanlage: Ein naturnaher Garten voller heimischer und robuster Pflanzen und mit einer Vielzahl von Lebensräumen ist die beste Option für jeden, der weniger Arbeit und mehr Entspannung im Garten vorfinden möchte.

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