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Apfelsorte Reglindis: Eigenschaften & Anbau

Die Apfelsorte ‘Reglindis ist bei vielen Gärtnern wegen ihrer hervorragenden Gesundheit beliebt. Tipps zum Anbau des Apfelbaumes sowie zur Ernte und Verwendung, finden Sie hier.

Reglindis-Apfel am Baum
ˈReglindisˈ bringt kleine bis mittelgroße Früchte hervor [Foto: Carmen Hauser/ Shutterstock.com]

Bei der Frühherbstsorte ˈReglindisˈ handelt es sich um eine sogenannte „Re-Sorte“ aus dem erfahrenen Institut für Obstforschung in Dresden-Pillnitz. Die Reglindis-Äpfel sind klein bis mittelgroß und wohlschmeckend, außerdem eignet sich die Sorte durch ihren vorteilhaften Wuchs und Resistenz gegen allerlei Krankheiten besonders gut für fast jeden Hausgarten.

Apfelsorte Reglindis: Steckbrief

Fruchtklein bis mittelgroß; gelbe Grundfarbe mit hellroter Deckfarbe
Geschmacksaftig, mild, süß-säuerlich
Ertragschwankend
Erntezeitab Anfang September
Genussreifeab Anfang September
Lagerfähigkeitschlecht; bis Oktober lagerbar
Wuchsmittelstark; reich verzweigt
Klimakeine besonderen Ansprüche
Krankheiten und Schädlingeresistent gegen viele Krankheiten

Geschichte und Herkunft der Apfelsorte Reglindis

Das Institut für Obstforschung am Julius-Kühn-Institut in Dresden-Pillnitz beschäftigt sich schon lange mit dem Ziel, Sorten mit starken Resistenzen gegenüber den wichtigsten Apfelkrankheiten zu züchten. Eine Resistenz wird über sogenannte Resistenzgene vermittelt, die über gezielte Kombinationszüchtung eingekreuzt werden können. Besitzt eine Pflanze eine solche Resistenz, kann sie kaum vom zugehörigen Schaderreger befallen werden. Resistenzen können durch die genetische Veränderung des Schaderregers überwunden werden – man spricht dann von der „Brechung“ der Resistenz. Die in Dresden-Pillnitz gezüchteten Re-Sorten werden seit bereits 25 Jahren darauf getestet. Das Ergebnis: Obwohl keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, sind diese Sorten bis heute gesund, die eingebrachten Resistenzen sind also noch ungebrochen.

Die Sorte ˈReglindisˈ ist eine Kombination aus den Sorten ˈJames Grieveˈ und ˈBK 44,18ˈ und ist seit dem Jahr 1990 auf dem Markt. Weil die Zucht von Apfelsorten sehr zeitaufwändig und kostenintensiv ist, besteht für ˈReglindisˈ ein Sortenschutz. Das bedeutet, dass diese Sorte nicht gebührenfrei weitervermehrt und verkauft werden darf.

Reglindis: Eigenschaften und Geschmack

Der kleine bis mittelgroße Reglindis-Apfel ist mittelhoch und zeigt eine gelbe Grundfarbe, die immer nur teils, nie vollständig von einem verwaschenen Hellrot bedeckt wird. Die Schale ist glatt und fühlt sich mit fortschreitender Reife immer fettiger an, weil die Cuticula aus pflanzlichen Fetten und Wachsen stark ausgeprägt ist. Die gesamte Frucht ist etwas druckempfindlich. Das Fruchtfleisch im Inneren ist fein, eher weich, saftig und zeigt eine cremegelbe Farbe. Der Geschmack ist mild und süß-säuerlich mit einem angenehm feinen Aroma.

Reglindis-Apfel: Tipps zu Anbau und Pflege

Als Sorte mit vielen Resistenzen gegen Apfel-Krankheiten ist ˈReglindisˈ wie geschaffen für den Anbau durch Hobbygärtner, die sich einen unproblematischen Baum wünschen.
Ein mittelguter, lehmiger bis sandiger Gartenboden ist für die Kultur ausreichend.

Äpfel der Sorte Reglindis in einer Schüssel
ˈReglindisˈ ist eine gezielt gezüchtete Sorte mit Resistenzen gegen viele Apfel-Krankheiten

Der Wuchs ist mittelstark, die Gerüstäste steigen häufig leicht schräg auf. Die Verzweigung ist reichlich und dicht. Eine Erziehung als schlanke Spindel ist sehr gut möglich, wenn die Sorte mit einer schwachwüchsigen Unterlage wie M26, M27, M9 oder B9 kombiniert wird. In diesem Fall ist aber eine dauerhafte Anbindung an einen stabilen Pfahl unbedingt nötig. Auch die Kultur als Buschbaum oder Hochstamm gelingt, wenn kräftigere Unterlagen wie M7, M2 oder M4 oder sogar sehr kräftige wie Bittenfelder-Sämlinge oder MM11 verwendet werden.

Die Unterlage einer Apfelsorte bestimmt nicht nur mit, wie stark der Baum später wächst. Auch auf die Qualität der Früchte, die Regelmäßigkeit des Ertrages und die Widerstandskraft gegen bodenbürtige Krankheiten hat die „untere Hälfte“ eines Obstbaumes Auswirkungen. In unserem Spezialartikel erklären wir, wie Sie selbst Apfelbäume veredeln können.

Die Sorte ˈReglindisˈ ist auch für schwierige Lagen und Hochlagen geeignet, denn ihre Blüte leidet kaum in kühlen Temperaturen. Das Holz ist tolerant gegenüber stärkeren Frösten und durch die gegebenen Resistenzen werden auch in Gebieten mit hohem Schädlingsdruck gute Erträge erzielt. Die Blüte erscheint mittelfrüh und kann von Jahr zu Jahr schwanken, ebenso die Erträge. Um diese Schwankungen nicht noch zu verstärken, sollte die Sorte ˈReglindisˈ unbedingt vorsichtig, also nie zu radikal geschnitten werden. Geeignete Befruchter sind zum Beispiel ˈIdaredˈ, ˈJames Grieveˈ, ˈPinovaˈ, ˈAlkmeneˈ, ˈCox Orangeˈ und ˈOrange Pippinˈ.
ˈReglindisˈ ist stark resistent gegen Apfelschorf und Feuerbrand. Auch die Obstbaumspinnmilbe und Mehltau treten nur selten auf.

Erntezeit und Verwendung

ˈReglindisˈ kann ab Anfang September gepflückt werden und ist dann auch schon genussreif. Die Sorte ist nicht sehr gut lagerbar, spätestens Ende Oktober sollten alle Äpfel verzehrt oder haltbar gemacht sein. Neben dem Direktverzehr als schmackhaftes Obst lässt sich mit ˈReglindisˈ gut backen. Das Mosten und Kochen ist jedoch die beliebteste Verwendung dieser Sorte.

Als Befruchter für den Reglindis-Apfel eignen sich gute Tafelobst-Sorten, wie etwa der ‘Cox Orange’. Dieser erreicht in der Prüfung durch Pomologen höchste Punktzahlen für seinen hervorragenden Geschmack. In unserem Portrait finden Sie alles Wissenswerte zum ‘Cox Orange‘.

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