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Roter Mond: Geschmack, Anbau & Verwendung der Apfelsorte

Wie schmeckt der Apfel ‘Roter Mond’? Woher stammt die Apfelsorte? Wir beantworten all Ihre Fragen rund um die rotfleischige Apfelsorte ‘Roter Mond’.

Roter Mond-Äpfel am Baum
Dunkelrote Äpfel sind das Markenzeichen des ‘Roten Mondes’ [Foto: ninette_luz/ Shutterstock.com]

Rosa Blüten und dunkelrote Früchte mit ebenso rotem Fruchtfleisch – die Apfelsorte ‘Roter Mond’ macht ihrem Namen alle Ehre. Sie sorgt mit ihren intensiv gefärbten Früchten für einen echten Hingucker im Garten. Doch nicht nur wegen seiner farbenfrohen Äpfel ist der ‘Rote Mond’ eine wahre Sensation, auch sein robustes Wesen macht die alte russische Apfelsorte zu einem echten Liebhaberstück. Welche Eigenschaften den Roten Mond-Apfel so besonders machen und wie man die alte Apfelsorte in der Küche verwenden kann, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Roter Mond: Steckbrief

Synonyme'Roter Standard', 'Weirouge'
Fruchtmittelgroß; tiefrote Farbe
Geschmacksaftig, aromatisch, würzig-sauer
Ertraghoch
Erntezeitab Ende September
Genussreifeab Ende September
Lagerfähigkeitsehr gut; bis März lagerbar
Wuchsmittelstark
Klimaanspruchslos; sehr frost- und witterungsbeständig
Krankheiten und Schädlingeresistent gegen Apfelschorf; auf ungünstigen Standorten anfällig für Mehltau

Herkunft und Geschichte des Apfels

Die Geschichte des ‘Roten Mondes’ beginnt bereits Anfang des 20. Jahrhunderts: Der russische Botaniker und Pomologe Iwan Mitshurin versuchte sehr robuste und frostbeständige Apfelsorten zu züchten, die auch im frischen, kontinentalen Klimas Russlands gut gedeihen. Dabei kreuzte er den rotfleischigen Niedzwetzki-Apfel (Malus niedzwetzkyana), einer Wildapfelform, mit dem Kulturapfel. Etwa um 1915 entstand dabei die Apfelsorte ‘Roter Standard’, die später in ‘Roter Mond’ umbenannt wurde. Aufgrund ihrer robusten Art und intensiv gefärbten Äpfeln verbreitete sich der Apfelbaum schnell von Russland bis nach Deutschland, jedoch stoppte das Dritte Reich die Weiterverbreitung der besonderen Apfelsorte. In der Folge gab es in Deutschland nur noch wenige Exemplare des ‘Roten Mondes’, sodass die Sorte beinahe in Vergessenheit geriet. 1999 stellte der Obstbauer Peter Stoppel in Deutschland einen Antrag auf den Sortenschutz eines rotfleischigen Apfels namens ‘Weirouge’. Dieser entpuppte sich nach einigen Jahren jedoch als identisch mit dem ‘Roten Mond‘, weshalb der Sortenschutz aufgegeben wurde. Trotzdem wird der Begriff ‘Weirouge’ immer noch häufig als Synonym für den ‘Roten Mond’ genutzt. Bis heute ist der ‘Rote Mond’ häufig bei Liebhabern anzutreffen, spielt aber auch eine große Rolle bei der Züchtung weiterer rotfleischiger Tafeläpfel wie beispielsweise dem ‘Baya Marisa‘.

Apfel ‘Roter Mond’: Geschmack und Eigenschaften

Die Äpfel des ‘Roten Mondes‘ sind schön anzusehen: Während ihrer Reife wird die gelbe Grundfarbe immer mehr von einem von einem tiefen Rot überdeckt, das letztendlich den ganzen Apfel ziert. Nur vereinzelt finden sich noch grüne Lentizellen auf der sonst rot-verwaschenen Schale. Die mittelgroße, runde Frucht, welche an einem dünnen, mittelangen Stiel hängt, offenbart ihren Charme allerdings erst, wenn man die matte Schale aufschneidet: Beinahe das gesamte Fruchtfleisch ist rot gefärbt, selbst Kerne und Gehäuse weisen einen deutlichen Rotstich auf. Die intensive Rotfärbung des Apfels wird durch einen erhöhten Gehalt an Anthocyanen verursacht – diese dienen nicht nur als Farbstoff, sondern auch als Antioxidantien. Das führt nicht nur dazu, dass das Fruchtfleisch des ‘Roten Mondes’ bei Kontakt mit Sauerstoff weniger zum Verbräunen neigt, sondern auch dazu, dass das der ‘Rote Mond’ besonders gesund ist. Das feste und saftige Fruchtfleisch des Apfels ist allerdings nicht jedermanns Sache: Durch den geringen Zuckergehalt, kombiniert mit einem hohen Maß an Säuren ist der ‘Rote Mond’ ein aromatischer, aber durchaus saurer Apfel. Das würzige Fruchtfleisch des ‘Roten Mondes’ und seine spritzige Säure ist deshalb nur bedingt zum Frischverzehr geeignet.

rotes Fruchtfleisch des Apfels Roter Mond
Das Fruchtfleisch des ‘Roten Mondes’ ist rot gefärbt [Foto: VIKTORIUS-73/ Shutterstock.com]

Besonderheiten beim Anbau des Apfelbaums

Bei der Züchtung des ‘Roten Mondes’ wollte man einen Apfelbaum entwickeln, der auch bei der rauen Witterung Russlands gut gedeihen und Ertrag bringen kann. Tatsächlich zeigt sich die alte Apfelsorte als ungemein robust: Der kräftige Baum legt, natürlich je nach Unterlage, einen tendenziell mittelstarken Wuchs mit mittlerer Verzweigungsdichte an den Tag. Je nach Unterlage und Standort erreicht der Baum eine Endhöhe zwischen 3 und 5 Metern. Er wird meist als Hoch- oder Halbstamm kultiviert und gilt als sehr genügsam. Seine volle Pracht entfaltet der ‘Rote Mond’ jedoch, wenn er an einem sonnigen Standort mit nährstoffreichem Boden gepflanzt wird. An einem solchen Standort erhöht sich nicht nur sein Ertrag, sondern auch seine Farbbrillianz. Ein Kennzeichen des ‘Roten Mondes’ ist nämlich, dass nicht nur sein Fruchtfleisch, sondern auch seine jungen Blätter, seine Blüten und sogar sein Holz eine rötliche Färbung aufweisen. Zudem können regelmäßige Schnittmaßnahmen, wie bei den meisten Apfelsorten, die Verzweigung und den Ertrag verbessern.

Die rosafarbenen bis rote Blüten des ‘Roten Mondes’ schmücken den Apfelbaum ab April bis in den Mai hinein. Trotz seiner vergleichsweisen frühen Blüte kann der Apfelbaum ‘Roter Mond’ auch in spätfrostgefährdeten Regionen oftmals problemlos angebaut werden – seine Blüte gilt als überaus frost- und witterungsbeständig. Besonders reich wird der Ertrag, wenn man eine passende Befruchtersorte in der Nähe stehen hat. Bei der Apfelsorte ‘Roter Mond’ eignen sich die Sorten ‘Weißer Klarapfel’, ‘Elstar‘ oder ‘James Grieve‘ für diese Aufgabe. Zudem gilt die Sorte selbst als guter Pollenspender. Außerdem überzeugt der ‘Rote Mond’ mit einer guten Resistenz gegen Apfelschorf, jedoch werden seine Früchte bei ungünstigen Bedingungen schnell von Mehltau befallen.

blühender Apfelbaum Roter Mond
Der ‘Rote Mond’ blüht Rosarot [Foto: Juncat/ Shutterstock.com]

Roter Mond Apfel: Erntezeit und Verwendung 

Wenn Ende September bis in den Oktober die intensiv gefärbten Äpfel des ‘Roten Monds’ am Baum leuchten, ist die Zeit für die Ernte gekommen. Dann sind die Früchte pflück- und genussreif. Dabei gilt: Für eine intensive Rotfärbung des Fruchtfleisches ist es wichtig, die Äpfel möglichst lange am Baum zu lassen. Bei einem zu frühen Erntedatum ist die Rotfärbung des Fruchtfleisches meist noch nicht stark ausgebildet.

Zum Frischverzehr ist der ‘Rote Mond’ nur bedingt geeignet, da sein würzig-saurer Geschmack nicht bei jedem gut ankommt. Zum Backen oder zur Herstellung von Apfelmus oder Konfitüren ist der ‘Rote Mond’ jedoch bestens geeignet – seine rote Farbe bleibt auch während der Verarbeitung bestehen. Auch als Mostapfel lässt sich der ‘Rote Mond’ durch sein saftiges Fruchtfleisch gut einsetzen und bringt hervorragenden roten Apfelsaft hervor.

Wer seine Äpfel jedoch nicht sofort verarbeiten kann, muss sich beim ‘Roten Mond’ keine Gedanken machen: Die Apfelsorte ‘Roter Mond’ ist auch für ihre guten Lagereigenschaften bekannt. Kühl und dunkel gelagert lässt sich der Apfel oft problemlos bis in den März lagern. Aber Achtung: Wie viele rotfleischige Apfelsorten verträgt auch der ‘Rote Mond’ keine Temperaturen unter 4 °C.

Der ‘Rote Mond’ ist noch nicht die richtige Sorte für Sie? Weitere interessante, rotfleischige Sorten stellen wir Ihnen in unserem Artikel zu den Redlove-Äpfeln vor.

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