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Apfel Topaz: Geschmack, Standort & Erntezeit

Den Topaz-Apfel kennen viele Apfel-Liebhaber nur aus dem Supermarkt. Aber wussten Sie, dass diese „Supermarkt-Sorte“ ausnahmsweise einmal nicht nur lecker, sondern auch unkompliziert im Anbau ist? Wir stellen Ihnen alle relevanten Eigenschaften der vielseitigen Sorte vor.

reife Topaz-Äpfel
Der Topaz-Apfel gehört zu den beliebtesten im Supermarkt-Regal [Foto: AlexBuess/ Shutterstock.com]

Die Apfelsorte ‘Topaz’ (Malus domestica ‘Topaz’) ist eine relativ neue Sorte, die sowohl für den professionellen Erwerbsanbau, den extensiven Anbau auf Streuobstwiesen als auch für den Hobbyanbau im eigenen Garten – unter gegebenen Umständen sogar im Kübel – geeignet ist. Als wenig krankheitsanfällige, schmackhafte und lange lagerfähige Sorte ist die Apfelsorte ‘Topaz’ ein echter Geheimtipp für alle, die sich einen unkomplizierten Apfelbaum wünschen, der mehr Freude als Arbeit macht.

Apfel Topaz: Steckbrief

Fruchtmittelgroß; dunkelrot geflammte und gestreifte Deckfarbe
Geschmackaromatisch, feinsäuerlich, ausgewogen süß-sauer
Ertraghoch; neigt zur Alternanz
ErntezeitEnde Oktober bis Anfang November
Genussreifeab Ende November
Lagerfähigkeitgut; bis März lagerbar
Wuchsmittelstark; aufrecht bis breit
Klimanicht für raue, winterkalte und feuchte Lagen geeignet
Krankheiten und Schädlingeresistent gegen Schorf, leicht anfällig für Mehltau, mittel bis stark anfällig für Obstbaumspinnmilbe, Blattlaus und Stippe

Herkunft und Geschichte des Topaz-Apfels

Die Apfelsorte ‘Topaz’ entstand aus einer gezielten Kreuzung der Sorten ‘Rubin’ und ‘Vanda’, und zwar am Institut für experimentelle Botanik in Prag (Tschechien). Die Kreuzung wurde 1994 im Institut für wertvoll befunden und bereits 1998 kam es daraufhin zu einem offiziellen Sortenschutz in der EU. Damit gilt die Sorte ‘Topaz’ nicht als gesellschaftliches Gemeingut und darf nicht aus Erwerbsgründen weiter vermehrt werden, ohne dass eine entsprechende Gebühr geleistet wird. Auch darf diese Sorte nicht für die erwerbsmäßige Zucht verwendet werden, ohne den Sorteninhaber um Erlaubnis zu bitten.

Apfelsorte ‘Topaz’: Geschmack und Eigenschaften

Die Frucht des Topaz-Apfels ist mittelgroß, flach und mittel- bis stielbauchig. Die Deckfarbe nimmt 40 bis 70 % der Schale ein und ist dunkelrot geflammt und gestreift. Die Schale ist dick und kann beim Essen des Apfels ein wenig stören. Mit fortschreitender Reife wird die Schale fettig und das anfangs feste gelbe und saftige Fruchtfleisch wird mittelfest und süßer. Der Geschmack des Topaz-Apfels ist sehr aromatisch und feinsäuerlich mit gut ausgewogenem Zucker-Säure-Verhältnis. Der Stiel der Frucht ist kurz bis mittellang, ein typisches Erkennungsmerkmal der Sorte sind sogenannte „Fleischperlen“ in der Kelchgrube, also kleine, runde Wucherungen des Fruchtfleisches.

Topaz-Apfel am Baum
Die Frucht der Sorte ‘Topaz’ ist mittelgroß, eher flach und sonnenseits rot marmoriert [Foto: Xseon/ Shutterstock.com]

Besonderheiten bei Anbau & Pflege von Malus ‘Topaz’

Der Apfelbaum der Sorte ‘Topaz’ wächst mittelstark und aufrecht bis breit. An den Triebenden kommt es oftmals zu regelrecht büschelartigen Verzweigungen, wodurch die Krone schnell sehr dicht wird und unbedingt regelmäßig ausgelichtet werden sollte. Wie alle Sorten wird sowohl die Wuchsstärke als auch die Form stark durch die verwendete Unterlage beeinflusst, auf welche der Topaz-Apfel veredelt wurde. So kann ein Topaz-Apfelbaum mit einer schwachwüchsigen Unterlage wie M27 gut in einem großen Kübel kultiviert werden, denn er wächst schwach. Dieselbe Sorte auf einer mittelstark wüchsigen Unterlage wie M7 ist perfekt für die Kultur als mittelgroßer Baum geeignet. Hier können sowohl Halb- als auch Hochstämme entstehen und sind durch den etwas gebremsten Wuchs noch relativ leicht zu pflegen. Da die Sorte auch für den extensiven Anbau auf Streuobstwiesen geeignet ist, sind aber auch Veredelungen auf starkwüchsigen Unterlagen wie A2 oder Sämlingsunterlagen möglich. Auf solchen Unterlagen veredelte Topaz-Äpfel sind ausnahmslos Hochstämme. Diese werden sehr groß und können daher nur schwerlich regelmäßig geschnitten werden.

Der Blühbeginn des tendenziell sehr reichblühenden Topaz-Apfelbaumes ist früh bis mittelfrüh. Somit kommen als Befruchtersorten zum Beispiel ‘Rewena‘, ‘James Grieve‘, ‘Retina’, ‘Boskoop‘, ‘Prinz Albrecht’ und der ‘Weiße Klarapfel’ infrage. Infolge seiner zeitigen Blüte ist der Topaz-Apfelbaum allerdings anfällig für Blütenfrost bei Spätfrösten im Frühjahr. Auch Holzfrost kann bei der Sorte ein Problem werden, weshalb raue, winterkalte und feuchte Lagen nichts für diesen Apfel sind. Verstärkt wird die Winterkälte auf nassen und schweren Böden, die sich nur langsam erwärmen – dementsprechend ist ein durchlässiger, humoser und leichterer Boden für den Topaz-Apfelbaum besser geeignet.

Die Apfelsorte ist schorfresistent, womit eine der wichtigsten Apfelbaumkrankheiten bei ihr kein Problem darstellt. Sie ist nur leicht anfällig für Mehltau, doch mittel bis stark anfällig für die Obstbaumspinnmilbe sowie die Apfelblattlaus. Außerdem neigen Äpfel der Sorte ‘Topaz’ zur Stippe, also zu braunen Flecken im Fleisch. Dem kann mit einem regelmäßigen Schnitt aber vorgebeugt werden.

Topaz-Apfelbaum mit reifen Früchten
Der Topaz-Apfel lässt sich sowohl als kleiner als auch als sehr großer Baum kultivieren [Foto: Algirdas Gelazius/ Shutterstock.com]

Der Ertrag des Topaz-Apfelbaumes ist hoch und neigt zur Alternanz, vor allem wenn er auf zu kalten Standorten wächst oder radikal geschnitten wird. Vorerntefruchtfall kommt bei diesem Apfelbaum so gut wie nie vor.

Topaz-Apfel: Ernte & Verwendung

Für den Topaz-Apfel liegt die Erntezeit zwischen Ende Oktober und Anfang November – nun ist er pflückreif und befindet sich im Zustand seiner besten Lagerfähigkeit. Die Genussreife am Baum wird ab Ende November erreicht, im kühlen Lager läuft sie aber langsamer ab: Gekühlt auf knapp über 0 °C hält sich der Topaz-Apfel daher bis in den März. Im Laufe der Reife wird die Frucht weicher und die Schale fettiger.

Wegen seines sehr guten Geschmacks ist der Topaz-Apfel optimal für den direkten Genuss geeignet. Doch auch die Verarbeitung und Haltbarmachung in jeglicher Form ist möglich, vor allem weil die Ernte meist sehr reich ausfällt.

Übrigens: Wie steht es bei der Sorte ‘Topaz’ eigentlich um eine Allergie gegen Äpfel? Die Apfelsorte ‘Topaz’ gilt durch eine verhältnismäßig geringe Konzentration des Apfel-Allergens “Mal d1” als allergikerfreundlich. Allerdings sind Apfel-Allergien so komplex, dass wir dazu raten, als Allergiker stets mit vorsichtigen Proben jeder Sorte zu beginnen.

Sie suchen als Ergänzung zum schmackhaften Topaz-Apfel einen Masseträger für die Produktion von Saft, Mus oder gar Apfelmost? Dann könnte die naturgesunde Wirtschaftssorte ‘Josef Musch‘ für Sie von Interesse sein.

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