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Gute Luise: Die Birnensorte im Portrait

Die ‘Gute Luise’ gehört mit ihrer langen Geschichte zu den alten und traditionsreichen Birnensorten. Warum sie trotzdem noch lange nicht veraltet und verstaubt ist und in keinem Hobbyobstgarten fehlen sollte, erfahren Sie hier.

Gute-Luise-Birnen in einem Korb
Die rot-braune, getupfte Schale ist ein typisches Merkmal der ‘Guten Luise’ [Foto: TunedIn by Westend61/ Shutterstock.com]

Die ‘Gute Luise’ ist ein fester Bestandteil vieler Obstbauregionen, besonders weil sie durch ihren guten Geschmack perfekt zum direkten Verzehr geeignet ist. Wir verraten Ihnen wie die Früchte schmecken und wie auch Sie in Ihrem Garten jährlich große Mengen an Birnen frisch vom Baum genießen können.

Gute Luise: Steckbrief

Synonyme'Gute Luise von Avranches', 'Prinz von Württemberg', 'Bonne Louise d’Avranches'
Fruchtmittelgroß bis groß; grünlich-gelb, auf der Sonnenseite rötlich-braun
Geschmacksüß, aromatisch und sehr saftig
Ertragfast immer sehr hoch
ErntezeitAnfang September bis Anfang Oktober
GenussreifeSeptember bis Oktober
Lagerfähigkeitim Kühlen mehrere Wochen lagerbar
Wuchsmittelstark bis stark
Klimasonnige und warme Standorte
Krankheiten und Schädlingeanfällig für Schorf, etwas Holzfrostempfindlich

Herkunft und Geschichte der Birnensorte ‘Gute Luise’

Die Birnensorte ‘Gute Luise von Avranches’ – auch ‘Prinz von Württemberg’ genannt – hat eine lange Geschichte vorzuweisen. Im Jahr 1778 wurde die Sorte durch Monsieur de Longueval in Frankreich erstmals entdeckt. Dieser widmete den ersten Namen ‘Bonne Louise d’Avranches’ seiner Frau Louise. Im deutschen Raum hat sich für die Birne nach ihrer Ausbreitung der Name ‘Gute Luise’ als Abkürzung durchgesetzt.

Birne ‘Gute Luise’: Geschmack und Eigenschaften

Der typische ‘Gute Luise’ Geschmack zeichnet sich durch seine Süße und das sehr saftige Fruchtfleisch aus. Die Birne ist sehr feinzellig, was dem gelblich-weißen Fruchtfleisch einen schmelzenden Charakter verleiht. Die Frucht hat eine Birnenform wie aus dem Lehrbuch: Eher kelchbauchig mit einer Taille. Aus den weißen Blüten wachsen recht einheitliche, mittelgroße bis große und feste Früchte mit glatter und glänzender, grünlich-gelber Grundfarbe. Auf der Sonnenseite wird diese von einer rot-braunen Deckfarbe überzogen, oft in Tupfern die an das Schuppenkleid einer Forelle erinnern. Die Kelchgrube ist flach bis mitteltief mit kleinen Buckeln oder Falten. Eine deutliche Stielgrube fehlt meistens oder sie ist flach wulstig.

blühender Birnbaum 'Gute Luise'
Die weißen Blüten locken im Frühjahr viele Insekten auf Nahrungssuche an [Foto: Gestiafoto/ Shutterstock.com]

Besonderheiten bei Anbau und Pflege

Der Birnbaum ‘Gute Luise’ zeichnet sich durch seinen starken Wuchs in jungen Jahren aus. Später bildet der Baum eine breite, pyramidenförmige Krone. Ob dieser seinen Weg als Hoch-, Halb- oder Viertelstamm in Ihren Garten findet, ist ganz Ihnen überlassen. Auch als Formobst am Spalier macht der ‘Prinz von Württemberg’ eine gute Figur.

Zur Veredelung können verschiedene Unterlagen verwendet werden. Pyrus betulifolia ist eine starkwüchsige Unterlage, die eher für große Gärten oder Streuobstwiesen geeignet ist. Die Unterlage ‘Pyrodwarf®’ ist als weitere Option ein eher schwachwüchsigerer Vertreter. Am häufigsten kommen Quittenunterlagen zum Einsatz. Der Standard ist hier eine Veredelung auf Quitte A (Quitte von Angers) mit einem mittelstarken Wuchs, die einen hohen Fruchtansatz und guten Ertrag unterstützt. Da es hier leicht zu Verwachsungsproblemen kommen kann, ist eine Zwischenveredelung zum Beispiel mit ‘Gellert´s Butterbirne‘ notwendig. Die Quitte C ist schwachwüchsiger und damit gut geeignet für den eigenen Hausgarten. Zu beachten ist jedoch, dass beide Unterlagen winterfrostempfindlich sind.

Bei der richtigen Pflege kann man mit einer frühen und auch gleichmäßig reichen Ernte rechnen. Man sollte hierbei nur beachten, dass die Birne ‘Gute Luise’ zur Kleinfrüchtigkeit neigt, wenn der Baum zu viele Früchte trägt. Hier kann ein Ausdünnen der Früchte dafür sorgen, dass die am Baum verbleibenden Birnen besser versorgt werden können und weiterwachsen. Wenn die Früchte am Baum etwa haselnussgroß sind, können vor allem beschädigte und besonders kleine abgeschnitten werden, sodass nur 2 bis 3 Früchte pro Fruchtstand überbleiben.

Die ‘Gute Luise’ ist breit anbaufähig und stellt an den Boden keine besonderen Ansprüche. Ihr bevorzugter Standort liegt aber in mittleren Höhenlagen mit recht kalkarmen, tiefgründig feuchten und warmen Böden. Zusätzlich ist eine gute Nährstoffversorgung sehr wichtig, wenn Sie die Entwicklung Ihres Baums unterstützen wollen. Hier empfiehlt sich ein Dünger, der Hauptnährelemente wie Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält – beispielsweise unser nachhaltig hergestellter Plantura Bio-Universaldünger. Dieser unterstützt durch die langsame Freisetzung von Stickstoff die Blüten- und Fruchtbildung und ist für verschiedenste Obstsorten einsetzbar.

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Bei der ‘Guten Luise’ ist eine Fremdbestäubung zur Fruchtbildung notwendig. Daher sollten gleichzeitig Sorten in der Nähe stehen, die auch von April bis Mai blühen und als gute Pollenspender gelten. Die Sorten ‘Conference‘, ‘Esperens Bergamotte’, ‘Bunte Julibirne’, ‘Madame Verte’ aber auch noch einige andere Sorten sind mögliche Befruchter für die ‘Gute Luise’. Diese können bis zu 300 Meter von dem Birnbaum ‘Gute Luise’ entfernt stehen, wichtig ist hierbei aber die richtige Windrichtung oder eine ausreichende Bestäubung durch Bienen oder andere Insekten.

Die mittelspäte Blüte ab April macht diese Sorte wenig empfindlich gegenüber Spätfrösten oder ungünstiger Witterung. Es kann aber leicht zu Holzfrost kommen. Grundsätzlich handelt es sich um eine gesunde Sorte, die aber sehr schorfanfällig ist. Damit es nicht zum Feuchtigkeitsstau kommt, helfen das Entfernen der befallenen Blätter und Triebe oder das rechtzeitige Ausdünnen der Laubkrone zur Vorbeugung. In letzter Konsequenz und wenn die Rettung der Ernte sehr wichtig ist, ist aber auch die Anwendung von Spritzmitteln gegen Schorf möglich. Die ‘Gute Luise’ ist auch anfällig für die viröse Steinfrüchtigkeit.

Damit Ihre ‘Gute Luise’ lange Früchte trägt und weiterhin gut wächst ist nach dem Aufbau der Krone ein jährlicher Pflegeschnitt wichtig. So wie bei den meisten Obstbäumen sollte der Schnitt im Spätwinter zwischen Januar und März gemacht werden. Hier finden sie Tipps und Tricks für den Birnbaum-Schnitt.

Gute Luise-Birne ernten und verwenden

Die Ernte der Früchte kann bereits Anfang September starten, essreif sind diese aber erst gegen Mitte oder Ende September. Hier kann die Gute-Luise-Birne aber ihr komplettes Talent entfalten: Weil sie eine hervorragende Tafelbirne ist, macht sich die ‘Gute Luise’ wunderbar in jedem Garten zum direkten Verzehr der Früchte. Diese können aber auch noch nach 3 bis 4 Wochen kühler Lagerung ohne Probleme direkt gegessen werden. Wenn eine etwas kältere Lagerung bei -1 °C zum Beispiel in einem kleinen Kühlhaus möglich ist, kann die Birne auch noch bis in den Januar auf dem Speiseplan landen.

reife Gute-Luise-Birnen am Baum
Die Birnen sind reif zum Pflücken und Genießen [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]

Hinsichtlich der weiteren Verwendung ist die Birne ‘Gute Luise’ ein wahrer Alleskönner. Ob als Saft, Kuchenbelag, im Obstsalat, zum Einmachen oder auch zum Dörren, sie macht immer eine gute Figur. Wollen Sie noch mehr zu einer passenden Befruchtersorte der ‘Gute Luise’ Birne wissen? Lesen Sie mehr über die beliebte Birnensorte ‘Conference‘.

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