logo

Die Geschichte der in Not geratenen Cavendish Banane

Die Banane so wie wir sie kennen, wird es in einigen Jahren wohl nicht mehr geben. Wir erklären, warum die Cavendish Banane am Aussterben ist.

Früchte der Cavendish Banane
Reife Bananen der Sorte Cavendish [Foto: Wilfredo Rodriguez]


Seit ca. 1950 wird auf den Weltmärkten fast ausschließlich eine einzige, spezielle Bananensorte gehandelt und vertrieben. Sie ersetzte die Bananensorte „Gros Michel“ (engl. „Big Mike“), nachdem diese durch die weltweite Verbreitung der Pilzerkrankung „Yellow Sikatoga“ und der „Panama Krankheit“ nicht mehr rentabel war. Die Sorte, um die es sich hierbei handelt, ist die Cavendish Banane. Im Gegensatz zu „Gros Michel“ war die Cavendish Banane gegen die zuvor genannten Krankheiten robuster. Zusätzlich bot sie trotz einer dünneren, und damit empfindlicheren Schale, aufgrund ihrer niedrigeren Wuchshöhe die Vorteile dichterer Bepflanzungsverträglichkeit und größerer Sturmbeständigkeit. Tatsächlich ist die Banane eine Beere, und auch wenn ihre Stauden aussehen wie Bäume, ist sie eine der größten Krautpflanzen der Welt.

Herkunft und Benennung

Der Name der Bananensorte leitet sich ab von dem auch als „Bachelor Duke“ bezeichneten William Cavendish, 6th Duke of Devonshire. Geboren am 21.05.1790 in Paris, verstab er am 18.01.1858 in Hardwich Hall, Derbyshire. Der Namensgeber entstammte einer der reichsten englischen Familien und pflanzte in seinem riesigen Gewächshaus, dem „Great Conservatory“, um 1830 die ersten Bananen in Europa an.

Bedrohung der Cavendish Banane

Heute ist die Cavendish Banane aufgrund eines neuen Pilzstamms (Mycosphaerella fijiensis) namens „Black Sikatoga“ bzw. „Schwarze Blattmasern“ selbst gefährdet. Man geht davon aus, dass sie in den nächsten 10 Jahren von den Weltmärkten verschwunden sein wird. Die Banane ist nach dem Apfel das beliebteste Obst der Deutschen und das beliebteste Exportobst der Erde. Der Riesenmarkt, mit einem Handelsvolumen von knapp 7 Milliarden Euro, verteilt sich aber im Wesentlichen auf nur drei Firmen: Chiquita, Dole und Del Monte. Ein drohender Verlust dieses Marktes lässt diese Unternehmen natürlich nicht kalt.


Fortpflanzung der Art

Da die Cavendish Bananenstauden nicht durch Samenbildung, sondern nur „asexuell“ vegetativ durch Schösslinge vermehrt werden können, kann die Pflanze keine Resistenzen gegen Schädlinge entwickeln. Hierfür wären die genetischen Mutationen geschlechtlicher Fortpflanzung, d.h. durch Samen, erforderlich. Von Seiten der Firmen wird versucht dieser Gefährdung durch strikte Quarantänen zu begegnen, um nicht noch mehr Pflanzen zu infizieren. Eine neue Bananensorte auf den Markt zu bringen erfordert aber mehr Eigenschaften als eine hohe Schädlingsresistenz. So müsste sie auch einen guten Geschmack haben, einen schadfreien Transport über lange Strecken überstehen können und ihren Reifeprozess industriell steuern lassen. Die Bemühungen dem Pilzbefall durch Pestizide beizukommen sind weitestgehend gescheitert. Es wird daher versucht, durch Gentechnik eine neue resistente Bananensorte zu entwickeln. Möglicherweise auch mit Hilfe wildwachsender Bananenpflanzen oder lokal begrenzter Zuchtformen aus Indien oder Südostasien.

Erhalten Sie unsere Garten-Post

Jetzt für unsere kostenlose Garten-Post anmelden und tolle Garten-Tipps sowie Inspirationen regelmäßig ins Email-Postfach bekommen.

Back To Top