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Erdbeersorten: Robuste, immertragende & frühreife (Übersicht)

Bei Erdbeeren gibt es je nach Sorte zum Teil erhebliche Unterschiede. Hier finden Sie eine Liste mit Erdbeersorten verschiedener Erntezeitpunkte und Aromen.

Erdbeeren (Fragaria) konkurrieren mit den Himbeeren (Rubus idaeus) um den Titel der Beerenkönigin. Durch züchterische Bearbeitung ist eine unfassbare Vielfalt an Erdbeersorten entstanden: Von der weißen Erdbeere über Kletter-Erdbeeren, Erdbeeren für den Balkonkasten oder besonders süße Erdbeersorten. Doch welche ist die beste Erdbeersorte und gibt es Unterschiede in der Kultur moderner Erdbeersorten wie ′Sonata′, ′Senga Sengana′ und alten Erdbeersorten? Wir geben eine Erdbeersorten-Übersicht rund um die großfruchtigen, einmaltragenden und remontierenden Erdbeeren und natürlich auch zu den schmucken kleinen Wald- und Monatserdbeeren.

Frühe und späte Erdbeersorten: Einmal- und mehrfach tragende Erdbeeren

Erdbeeren werden danach eingeteilt, wie oft sie neue Früchte bilden. Einige tun dies nur einmal pro Saison, andere immer wieder. Sorten von einmaltragenden Erdbeeren sind früh dran, sie bilden ab Mitte Mai die ersten Früchte und Ende Juni, spätestens Anfang Juli ist ihre Erntesaison schon wieder vorbei. Die remontierenden oder immertragenden Erdbeersorten schließen sich nahtlos daran an: Sie bringen eine erste Ernte im Juni oder Juli und nach einer kurzen Ruhephase noch weitere Früchte bis zum Beginn des Frostes. Zu ihnen gehören folglich alle mittelfrühen und späten Erdbeersorten. Wer also vom Frühsommer bis in den Herbst frische Erdbeeren ernten will, der pflanzt frühe, mittelfrühe und späte einmaltragende und zusätzlich immertragende Erdbeersorten.

Tipp: Die erste Erdbeerernte kann bei den einmaltragenden Erdbeeren mit ein paar Tricks vorverlegt also verfrüht werden. Hierzu werden die Pflanzen in schwarze Mulchfolie gepflanzt, mit Folien und Vliesen abgedeckt oder mit flachen Folientunneln überbaut. All diese Maßnahmen bewirken, dass sich der Boden schneller erwärmt und die Pflanze zügig entwickelt. Eine Möglichkeit zur ganzjährigen „Terminkultur“ von Erdbeeren ist die Verwendung von sogenannten „Frigo-Erdbeeren“. Diese fruchten unabhängig vom Pflanztermin immer 8 bis 10 Wochen nach der Pflanzung und ermöglichen mit etwas Geschick eine lückenlose und gleichmäßige Ernte von April bis November.

Erdbeeren mit Folie abgedeckt
Einmaltragende Erdbeeren können mit schwarzer Folie noch früher fruchten [Foto: Nick Pecker/ Shutterstock.com]

Einmaltragende Erdbeersorten

Einmaltragende Erdbeeren sind relativ pflegeleicht, bringen dafür aber auch nur eine Ernteperiode im Frühsommer zustande. Es gibt frühere und spätere Sorten, die man für eine fortlaufende Ernte kombinieren kann.

Frühe einmaltragende Erdbeersorten:

  • ‘Clery‘: Sehr frühe Sorte; leuchtend-rote, feste und sehr geschmackvolle Früchte; mittlerer Ertrag mit gleichbleibender Größe; etwas anfällig für Botrytis (Grauschimmel).
  • ‘Lambada‘: Reift sehr früh; sehr süße und geschmackvolle „Liebhabersorte“; hellrote und gleichmäßige mittelgroße Früchte; recht hohe Anfälligkeit für Mehltau, sonst aber robust; kann etwas dichter gepflanzt werden.
  • ‘Fraroma‘: Stammt von ‘Senga Sengana‘ ab; saftige, sehr aromatische Erdbeere; rot bis dunkelrot; resistent gegen Verticillium und Mehltau, Anfälligkeit für Rot- und Weißflecken gering.
  • ‘Honeoye‘: Sehr ertragreiche Sorte mit mittel- bis dunkelroten Früchten; Geschmack ist erst bei Vollreife sehr gut; blüht trotz der frühen Reife recht spät, also ideal für frostgefährdete Lagen.
  • ‘Elvira‘: Frühe bis mittelfrühe Sorte; große, orangerote bis rote Früchte; Fruchtfleisch ist mittelfest bis fest und sehr saftig; gutes, süßes Aroma; weniger zum Tieffrieren geeignet; Vorteil: Wenig krankheitsanfällig; stellt keine großen Ansprüche an Boden; Nachteil: Für spätfrostgefährdete Lagen eher nicht geeignet.
  • ′Daroyal®′: Die Erdbeere ′Daroyal®′ trägt große bis sehr große Früchte und bringt hohe Erträge; Schmackhafte Früchte; Ist geeignet für den Nachbau, zeigt also wenige Fruchtfolge-Krankheiten.

Tipp: Schon beim Pflanzen können Sie dafür sorgen, dass Sie später einmal eine reiche Edbeerernte vernaschen können. Verwenden Sie ein hochwertiges Substrat, das den Ansprüchen der Erdbeere gerecht wird, wie unsere Plantura Bio-Tomaten- & Gemüseerde. Diese besitzt auch für Beerenobst die ideale Zusammensetzung.

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Mittelfrühe einmaltragende Erdbeersorten:

  • ‘Polka‘: Sehr ertragreiche Sorte; dunkelrote, eher kleine Früchte; Geschmack erinnert an Waldbeeren; sehr gut für Marmelade und zum Tiefkühlen geeignet; relativ robust, allerdings anfällig für Blattflecken.
  • ‘Sonata‘: Kreuzung aus ‘Elsanta‘ und ‘Polka’; wer Elsanta mag, sollte auf diese Sorte umsteigen, da sie weniger krankheitsanfällig ist; starker Fruchtansatz; saftige, hellrote Früchte mit gutem Aroma; Vorteil: Verträgt Frost gut; Nachteil: Anfällig für Verticillium und Schwarzfäule.
  • ′Elsanta′: Anpassungsfähig was den Standort betrifft; große, feste und lagerfähige Früchte mit tollem Aroma; empfindlich gegenüber Frost und Welkekrankheit (Verticilium), Wurzelfäule (Phytophthora) und Fruchtfäule, sollte daher gut gepflegt werden.
Erdbeerfeld mit Stroh
′Elsanta′ ist gut lagerfähig und wird daher auch im Erwerbsanbau gern verwendet [Foto: Story/ Shutterstock.com]

Späte einmaltragende Erdbeersorten:

  • ′Florika′: Die Erdbeere Florika ist eine Kreuzung aus Walderdbeere und Garten-Erdbeere; sehr pflegeleicht; Stehende Blütenstände, daher keine Mulchschicht nötig; kleine Früchte mit besonders gutem Geschmack; weiches Fruchtfleisch, daher sofort verzehren.

Remontierende oder immertragende Erdbeersorten

Die immertragenden Erdbeeren fruchten von Ende Juni bis in den Herbst hinein. Sie benötigen eine intensive Pflege durch Wässern, Düngen und Mulchen, um große, schmackhafte und makellose Früchte hervorzubringen.

  • ‘Ostara‘: Die Erdbeere ′Ostara′ ist eine mindestens zweimal tragende Sorte; herzförmige, orangerote bis rote Frucht mit gutem, leicht säuerlichem Aroma; das Fruchtfleisch ist saftig und mittel bis fest; relativ hohe Standortansprüche: Braucht möglichst nährstoffreichen, humosen, lockeren Boden mit ausreichend Feuchtigkeit; werden die Früchte ausgedünnt, verbessert sich die Qualität und die Größe der Früchte entscheidend; starker Wuchs und lange Fruchtstiele, daher ausreichend Abstand in der Pflanzreihe erforderlich.
  • ‘Mara des Bois‘: Mehrmals tragende Sorte; Walderdbeer-Aroma; eher weiche, wenig haltbare Sorte, die schnell verzehrt oder verarbeitet werden sollte; kleine bis mittelgroße, ziegelrote Früchte.
  • ‘Symphony‘: Große, mittelrote und säuerlich-aromatische Früchte; relativ robustes Wurzelsystem und kräftiger Wuchs, auch gut geeignet für schwere Böden.
  • ′Sweet Mary XXL′: Die Erdbeeren von ′Sweet Mary XXL′ sind ab Juli erntebereit; die Früchte sind extrem groß und haben trotzdem einen guten Geschmack.
Erdbeersorte Sweet Mary XXL
′Sweet Mary XXL′ bildet enorm große Früchte, allerdings erst ab dem Monat Juli [Foto: sattahipbeach/ Shutterstock.com]
  • ‘Senga Sengana‘: Dunkelrote Früchte; mittelhoher und regelmäßiger Ertrag; hervorragend für die Verarbeitung und zum Einfrieren geeignet; relativ hohe Anfälligkeit für Botrytis (Grauschimmel) daher nicht so dicht pflanzen; insgesamt schlechte Haltbarkeit und kaum zu lagern.
  • ′Asia′: Die Erdbeere ′Asia′ trägt Ende Juni bis Anfang Juli sehr große, glänzend rote Früchte. Guter Geschmack; hoher Ertrag; feste und haltbare Früchte. Die Pflanze ist widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen.
  • ′Seascape′: Die Erdbeere ′Seascape′ stammt aus Kalifornien und zeichnet sich durch große Hitzetoleranz aus: Während Temperaturen über 25 °C anderen Erdbeerblüten schaden, trägt ′Seascape′ trotzdem Früchte; Ernte dadurch von Juni bis September ohne große Unterbrechung.

Alte Erdbeersorten

Früher war alles besser? Alte Erdbeersorten gelten als besonders schmackhaft und ihnen wird das beste und echteste Erdbeeraroma nachgesagt. Tatsächlich fährt die Züchtung von Erdbeeren aber zweigleisig: Einerseits werden robuste, lagerfähige und krankheitstolerante Sorten für den professionellen Feldanbau gezüchtet, andererseits verfolgen manche Züchter auch das Ziel einer besonders schön blühenden oder besonders schmackhaften Frucht. Dass alte Erdbeersorten in allem besser und neue Sorten in allem schlechter sind, lässt sich also per se nicht sagen.

  • ‘Königin Luise‘: Frühe Sorte; zart und süß; leuchtend rote Früchte; braucht Bestäubersorte.
  • ‘Reuraths Allerfrühste‘: Frühe einmaltragende Erdbeersorte; mittelgroße, runde Früchte; intensives Aroma mit ausgewogen säuerlichem Geschmack.
  • ‘Mieze Schindler‘: Späte Sorte; mittelgroße, sehr aromatische, süße Früchte; eher weiches Fruchtfleisch, u.a. ideal für Marmelade geeignet; geringe Bodenansprüche; braucht Bestäubersorte, z.B. ‘Ostara‘ oder ‘Senga Sengana‘ in ihrer Nähe.

Weiße Erdbeersorten

  • ‘Snow White’: Späte einmaltragende Sorten; reife Früchte sind weiß mit roten Nüsschen; wenig empfindlich gegenüber Krankheiten; aromatisch frischer Ananasgeschmack.
  • ′Natural White′: Kleine, Früchte von nur etwa 2 cm Durchmesser; bringt mit Bestäubersorte wie ′Ostara′ höhere Erträge.
Erbeerensorte mit weißen Beeren
Einige Erdbeersorten tragen weiße Früchte [Foto: Patchra Suttivirat/ Shutterstock.com]

Tipp: Die Bezeichnungen ‘White Dream’, ‘Anablanca’, ‘Anabella’ und ‘Natural White’ sind alle Klone derselben weißen Erdbeersorte und werden nur unter verschiedenen Namen verkauft.

Erdbeersorten für den Balkon

Grundsätzlich können alle Erdbeeren sowohl im Freiland als auch auf dem Balkon angebaut werden. Wer auf dem Balkon Erdbeeren anbauen will, der greift am besten zu den oben genannten immertragenden Sorten, um den begrenzten Platz optimal auszunutzen. Und Sie können Erdbeeren vertikal anbauen, um noch mehr der leckeren Früchtchen zu erzeugen.

Erdbeeren im Balkonkasten anzubauen ist eigentlich recht praktisch: Die Früchte hängen links und rechts am Rand herunter und werden nicht durch den Boden verschmutzt. Sie trocknen nach dem Regen oder Gießen schnell ab und sind so wenig gefährdet, von Fruchtfäule betroffen zu werden. Tipps zur perfekten Erdbeerernte auf Balkonien finden Sie in unserem Spezialartikel zur Erdbeerkultur auf dem Balkon.

Hängende Erdbeeren im Balkonkasten
Prinzipiell sind alle Erdbeeren sehr gut für die Kultur in Pflanzgefäßen geeignet [Foto: Luoxi/ Shutterstock.com]

Diese drei Sorten wachsen besonders kompakt und passen damit perfekt in Pflanzgefäße:

  • ′Loran′: Die Erdbeere ′Loran′ bildet hängende Fruchtstände, besonders zierend in Kübeln und Hängetöpfen; kompakt wachsend, daher besonders für Balkone geeignet; Früchte sind dunkelrot und süß; braucht einen gut durchlässigen, feuchten und nährstoffreichen Boden.
  • ′Toscana′: Erdbeeren der Sorte ′Toscana′ blühen mit großen, dunkelrosa Blüten; sehr zierend: Prämiert im FleuroStar-Wettbewerb; Früchte von Mai bis September; gut winterhart; mittelgroße Früchte.
  • ′Elan′: Die Erdbeere ′Elan′ bildet überhängende Fruchtstände; mittlere bis große Früchte; Fruchtreife von Mai bis Oktober; benötigt feuchten, nährstoffreichen Boden; sehr gut geeignet für die Kultur in Kübeln und Balkonkästen.

Tipp: In Pflanzgefäßen wie Töpfen oder Balkonkästen sind die Nährstoffe schneller aufgebraucht als im Beet. Deshalb sollte regelmäßig gedüngt werden. Für Erdbeeren empfehlen wir unseren Plantura Bio-Tomatendünger mit dreimonatiger Langzeitwirkung.

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Kletternde Erdbeersorten

Botanisch betrachtet gibt es eigentlich keine kletternden Erdbeeren, da Erdbeeren weder schlingen noch ranken oder sich gespreizt mit Dornen in die Höhe stemmen. Weil einige Sorten aber äußerst viele Ableger hervorbringen, erwecken sie – richtig in Szene gesetzt – den Eindruck einer üppig wuchernden Kletter-Erdbeere oder Hänge-Erdbeere. Tatsächlich könnte sich aber keine Erdbeere aus eigener Kraft an einem Gerüst halten, alle „Klettererdbeeren“ müssen aufgebunden werden.

  • ‘Herzbergs Triumph‘: Stark rankend, also hervorragend als Klettererdbeere geeignet; zweimal tragend; sehr gutes Zucker-Säure-Verhältnis; stammt von ‚Mieze Schindler’ ab.
  • ′Hummi′®: Diese Klettererdbeere bildet lange, kräftige Triebe; immertragende Erdbeersorte mit Ernte von Juli bis September; Kann bis auf 1,5 m Höhe aufgebunden werden; bereits in den 50er Jahren gezüchtet und damit eine alte Sorte.
  • ‘Korona‘: Mittelfrühe einmaltragende Erdbeersorte; mittelgroße bis große Früchte; rote bis dunkelrote, mittelfeste bis feste Früchte; ausgeglichen in Süße und Säure; hoher Ertrag, vor allem im zweiten Jahr; auch für schwere Böden geeignet (bestenfalls sollten schwere Böden mit Humus verbessert werden); jedoch Anfällig für Weißfleckenkrankheit und Mehltau; durch kräftige Ausläufer als Hänge- oder Klettererdbeere geeignet.

Monatserdbeeren und Walderdbeeren

Monatserdbeeren (Fragaria vesca var. hortensis) sind züchterisch veränderte Walderdbeeren (Fragaria vesca). Sie bilden keine Ausläufer, sondern vermehren sich nur über Samen. Ihre Früchte sind sehr viel kleiner als die der Garten-Erdbeeren, doch haben einen besonders aromatischen Geschmack. Die Früchte reifen von Juni bis September. Die Pflanzen sind auch als Weg- und Beeteinfassungen sehr dekorativ. Auch von der Monatserdbeere gibt es interessante Sorten:

  • ‘Rügen‘: Typisches Walderdbeer-Aroma; einjährige Pflanzen tragen die schönsten Früchte; relativ robust.
  • ′Alexandria′: Trägt mehr und größere Früchte als ′Rügen′ und gilt als beste Monatserdbeere.
  • ′Baron von Solem′: Diese Sorte gibt es einen rot- und einer gelbfruchtigen Variante, was ihren Zierwert noch erhöht.
Reife Monatserdbeeren
Monatserdbeeren bilden nur kleine, doch besonders aromatische Früchte [Foto: Plotitsyna NiNa/ Shutterstock.com]

Tipp: Die typische Gartenerdbeere (Fragaria x ananassa) ist eine Kreuzung aus der Chile-Erdbeere (Fragaria chiloensis) und der Scharlacherdbeere (Fragaria virginiana). Genau wie ihre Stammarten besitzt sie ein achtfach vervielfältigtes Erbgut, was sich in besonders großen Früchten äußert. Im Gegensatz dazu ist unsere heimische Walderdbeere (Fragaria vesca) winzig. Aus ihr wurde die ebenfalls kultivierbare Monatserdbeere (Fragaria vesca var. hortensis) gezüchtet, deren kleine Früchte besonders intensiv schmecken und die außerdem einen großen Zierwert haben.

Sie haben sich für eine oder besser gleich mehrere Erdbeersorten entschieden? Dann geht es nun gleich ans Erdbeeren Pflanzen! Wir erklären wie Erdbeeren gepflanzt werden und warum das am besten im Juli des Vorjahres geschieht!

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