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Holsteiner Cox: Geschmack, Anbau & Erntezeit

Der Apfel ‘Holsteiner Cox’ ist eine alte Apfelsorte mit guten Nutzeigenschaften. Wer diesen echten Norddeutschen anbauen will, muss allerdings Einsatz mitbringen und den richtigen Standort wählen.

Holsteiner-Cox-Äpfel auf herbstlichen Blättern
Der ‘Holsteiner Cox’ ist ein Herbstapfel [Foto: Linda Cooke Words and Images/ Shutterstock.com]

Die Apfelsorte ‘Holsteiner Cox’ ist eine norddeutsche Sorte aus Schleswig-Holstein. Nahe der Küste ist sie weit verbreitet und hat dort als eine mehrerer Hauptsorten große regionale Bedeutung. Die alte Sorte ist wegen ihrer hohen Pflegebedürftigkeit und mittleren Krankheitsanfälligkeit eher ein Kandidat für ambitionierte Hobbygärtner, bringt mit ausreichend Fürsorge aber große und aromakräftige Früchte hervor.
Synonyme Bezeichnungen des ‘Holsteiner Cox’ sind ‘Holseiner Gelber Cox’, ‘Vahldiks Sämling’ und ‘Vahldieks Cox III’.

Tipp: Es existieren zwei sogenannte Mutanten der Sorte ‘Holsteiner Cox’. Sie sind durch zufällige Mutationen entstanden und wurden wegen ihrer interessanten, abweichenden Optik weiter vermehrt. Die Mutante ‘Ina Cox’ ist durch eine deutlich ausgeprägtere Rotfärbung der Schale gekennzeichnet, während die Mutante ‘Tambustar’ durch ihre deutlich streifenförmige Rotfärbung auffällt. Geschmack und Anbaueigenschaften sind aber dem ursprünglichen ‘Holsteiner Cox’ sehr ähnlich.

Holsteiner Cox: Herkunft und Geschichte

Der Apfel ‘Holsteiner Cox’ wurde 1920 im Garten des Obstzüchters und Kunstmalers Johannes Vahldiek entdeckt. Man vermutet, dass die Sorte um das Jahr 1900 als Sämling eines ‘Cox’ Orangerenette’ entstand. Johannes Vahldiek lebte und wirkte ab 1877 in Eutin in Schleswig-Holstein, wo er als wohlhabender Sonderling galt, der nur ein einziges seiner Bilder zu Lebzeiten verkaufte. Nach seinem Tod im Jahre 1914 wurden die Apfelsorten in seinem Garten untersucht, geprüft und nummeriert. Der heutige ‘Hosteiner Cox’ erhielt den Namen ‘Vahldieks Sämling Nr. 3’ und wurde im örtlichen Gartenbauverein bald hoch geschätzt und fleißig vermehrt. Nach dem Zweiten Weltkrieg prüfte auch die Landwirtschaftskammer die Sorte und attestierte ihr eine gute Eignung zur Vermehrung und zum professionellen Anbau. Spätestens ab 1959 begann der solide Siegeszug des Apfels ‘Holsteiner Cox’, denn in diesem Jahr wurde er auf der Bundesgartenschau als „hervorragend“ eingestuft. Auch heute noch hat der große, gelb-rote Apfel in Norddeutschland einen sicheren Stand am Markt, auch wenn er in der bundesweiten Statistik nicht einmal auftaucht.

Apfel-Plantage mit jungen Bäumen
Der norddeutsche Apfel wird auch heute fast nur an der Küste angebaut [Foto: Andreas Rose/ Shutterstock.com]

Apfelsorte ‘Holsteiner Cox’: Geschmack und Eigenschaften

Der Apfel ‘Holsteiner Cox’ ist mittelgroß bis groß (Fruchtdurchmesser bis 15 cm), flach gebaut und mittelbauchig oder stielbauchig mit kaum sichtbaren Rippen. Die Kelchgrube ist sortentypisch flach und der Blütenkelch darin weit offen. Die mitteldicke Schale des ‘Holsteiner Cox’-Apfels ist grünlich gelb und nur zu 20 bis 50 % mit hellroter Deckfarbe beflammt. Die Schale trägt kleine Lentizellen, die als feine Schalenpunkte sichtbar sind. Die Stielgrube ist oft rissig und ringförmig stark berostet. Unter der bunten Schale befindet sich ein gelblich-cremefarbenes Fruchtfleisch von weicher bis mittelfester Konsistenz und mit groben Zellen. Der ‘Holsteiner Cox’ ist im Geschmack saftig, leicht säuerlich, schwach aromatisch und ähnelt somit seiner Elternsorte ‘Cox Orangerenette’.

reife Holsteiner-Cox-Äpfel
Der ‘Holsteiner Cox’ ist rot-gelb und mittelgroß bis groß

Besonderheiten bei Anbau & Pflege

Ein Apfelbaum der Sorte ‘Holsteiner Cox’ hat wegen seiner typischen Wuchseigenschaften und Krankheitsanfälligkeit einen etwas höheren Pflegeaufwand und ist damit vor allem für den professionellen Erwerbsanbau oder ambitioniertere Hobbygärtner eine Option.
Wuchs: Der Baum ‘Holsteiner Cox’ wächst je nach verwendeter Unterlage mittelstark bis stark und bringt auch noch im Vollertrag viel Triebwachstum zustande. Die Mittelachse des Baumes wird schwach gefördert, sodass sich breite, flach-ovale Kronen bilden, die wegen der guten Verzweigung der Triebe häufig ausgedünnt werden müssen.
Unterlagen: Der ‘Holsteiner Cox’ kann als Hochstamm auf starkwüchsigen Unterlagen wie M11 oder Sämlingsunterlagen extensiv auf Streuobstwiesen angebaut werden. Diese Anbauform gelingt allerdings nur in Küstennähe, wo ein beständiger Wind und feuchte, salzige Luft vorhanden sind.
Auf schwachwüchsigen Unterlagen, wie M20 und M27, kann der ‘Holsteiner Cox’ sogar im Topf und als Spalier kultiviert werden, was den Pflegeaufwand deutlich reduziert. Im Erwerbsanbau ist es üblich, den ‘Holsteiner Cox’ auf der Unterlage M9 oder M27 zu ziehen und als schlanke Spindel zu schneiden, soweit es die natürliche Kronenentwicklung zulässt. Auf diesen kleinen Unterlagen benötigt die Sorte unbedingt lebenslang einen stabilen Stützpfahl, um die schwere Krone zu tragen.
Standort: Der Apfelbaum ‘Holsteiner Cox’ benötigt für eine gesunde Entwicklung einen nährstoffreichen und ausreichend feuchten Boden, der aber nur mittlere Qualität aufweisen muss. Der Baum liebt ein feucht-kühles Klima im Sommer. Weil das Holz und die Blüte frostempfindlich sind, ist allerdings der Anbau in winterkalten Lagen und Höhenlagen nicht möglich.
Blüte: Die Blüte erscheint mittelspät bis spät und dauert lange an. In der Regel ist der Blütenbesatz alljährlich hoch. Weil die Apfelsorte ‘Holsteiner Cox’ triploid ist, also einen verdreifachten Chromosomensatz besitzt, wird sie zwar von anderen Apfelsorten befruchtet, kann diese aber nicht selbst befruchten – sie ist also eine denkbar schlechte Befruchtersorte für andere Apfelbäume.
‘Holsteiner Cox’ kann befruchtet werden von ‘Cox Orangerenette’, ‘Goldparmäne’, ‘Ingrid Marie’, ‘James Grieve’, ‘Jonathan’, ‘Laxtons Superb’, ‘Weißer Winterglockenapfel’ und ‘Finkenwerder Herbstprinz’.
Ertrag: Der Ertrag der Sorte ist mittel bis hoch und meist regelmäßig. Der Baum kann durch zu starken Schnitt oder Frostschäden aber auch leicht zu alternieren beginnen und trägt dann unregelmäßiger.
Krankheiten und Schädlinge: Die Apfelsorte ‘Holsteiner Cox’ ist mittel anfällig für Apfelschorf, Spitzendürre, Baumkrebs, viröse Triebsucht und Mehltau, für Feuerbrand sogar stark anfällig. Außerdem neigen die Äpfel zu Stippe und Glasigkeit. Letztere zählen zu den sogenannten physiologischen Fruchtkrankheiten, entstehen also nicht durch Erreger, sondern durch nicht funktionierende Prozesse des Baumes selbst.

Tipp: Um dem Apfelbaum ‘Holsteiner Cox’ die durch die Ernte und den Schnitt entzogenen Nährstoffen nachzuliefern, lohnt es sich, eine jährliche Düngung mit einem organischen Volldünger wie beispielsweise unserem Plantura Bio-Universaldünger oder etwas Kompost vorzunehmen.

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Holsteiner-Cox-Apfel: Ernte & Verwendung

Der Apfel ‘Holsteiner Cox’ ist witterungsabhängig etwa Mitte September pflückreif und kann von diesem Zeitpunkt an geerntet werden. Die Früchte sind wenig druckempfindlich, wodurch sie gut lagerbar sind. Die am frühesten gepflückten Früchte eignen sich am besten zum Einlagern. Zwischen Oktober und Dezember sind die Früchte am Baum genussreif.
Werden die Früchte zu spät geerntet, zeigen sich häufiger physiologische Fruchtkrankheiten wie Fleischbräune und Stippe.
Früh geerntete ‘Holsteiner Cox’-Äpfel sind gekühlt bis Januar haltbar.
Der schmackhafte Apfel eignet sich gut zum Frischverzehr, doch auch zur Verarbeitung zu Mus oder Saft. Weil er so groß ist, ist der ‘Holsteiner Cox’ außerdem hervorragend als gefüllter Bratapfel geeignet.

Der ‘Holsteiner Cox’ ist Ihnen zu anspruchsvoll? Wir haben für Sie eine Liste der besten naturgesunden Apfelsorten für den Hausgarten zusammengestellt.

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