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Isabella-Traube: Herkunft & Anbau

Die tiefblaue Isabella-Traube besticht durch ihren charakteristischen Waldbeergeschmack. Sowohl für die Herstellung von Roséwein als auch als Tafeltraube ist die Sorte hervorragend geeignet.

Isabella-Trauben
Erntereife Isabella-Trauben [Foto: Zhukov Oleg/ Shutterstock.com]

Die robuste und krankheitsresistente Isabella-Traube kann durch ihr Waldbeeraroma und die vielseitigen Verarbeitungsmöglichkeiten überzeugen. Wo die alte Rebsorte herkommt und wie Sie die Isabella-Traube in Ihrem eigenen Garten kultivieren, zeigen wir hier.

Isabella-Traube: Steckbrief

FruchtTafel- und Weintraube, mittelgroß – groß, oval, tiefblau
GeschmackAusgeprägter „Fox-Ton“ (Erdbeergeschmack)
Erntezeit
Mittelspät
WüchsigkeitStark wüchsig
KlimaSonnig, warm, nur Südwand
Krankheiten und SchädlingeWiderstandsfähig gegen Reblaus und Mehltau
FrostempfindlichkeitGering
Trauben der Sorte Isabella
Die Rebsorte ‚Isabella‘ ist eine alte Direktträgersorte aus den USA [Foto: Bildagentur Zoonar GmbH/ Shutterstock.com]

Herkunft und Geschichte

Die Isabella-Traube stammt ursprünglich aus den USA und ist seit 1816 bekannt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlitten die meisten europäischen Rebsorten starke Ernteausfälle aufgrund ihrer Anfälligkeit für Rebläuse. Da die aus den USA stammende Isabella-Traube resistent gegen diesen Schädling ist, verbreitete sich die Sorte schnell in Europa. Auch heute ist sie hier noch fast überall zu finden. Im österreichischen Burgenland kommt die Isabella-Traube auch vor und wird dort für die Herstellung der lokalen Weinspezialität Uhudler verwendet.

Isabella-Trauben-Anbau
Im Burgenland wird die Isabella-Traube kultiviert [Foto: PIXEL to the PEOPLE/ Shutterstock.com]

Warum ist die Isabella-Traube verboten? Vorweg: Der private Anbau der Isabella-Traube ist erlaubt und mit keinen gesetzlichen Schwierigkeiten verbunden.

Doch warum stellt sich die Frage nach einem Verbot der Isabella-Traube überhaupt? Die Isabella-Traube ist im Gegensatz zu den meisten kultivierten Traubensorten eine Direktträgersorte. Sie wurde nicht veredelt, das bedeutet: Sie wächst auf ihrer eigenen Wurzel und ist nicht auf eine andere Unterlage gepfropft worden. Heimische Direktträgersorten sind in Europa seit dem 20. Jahrhundert bis heute verboten, um einem Reblausbefall vorzubeugen. Seither müssen europäische Sorten auf amerikanischen, reblausresistenten Unterlagen veredelt werden. Da es sich bei der Isabella-Traube um eine amerikanische Direktträgersorte handelt, ist sie aber ohnehin resistent gegenüber dem Schädling. Dennoch fällt sie noch immer offiziell unter das historische Gesetz, was vor allem im gewerblichen Anbau hinderlich ist. Der private Anbau der Isabella-Traube ist aber erlaubt.

Durch den intensiven Waldbeergeschmack unterscheidet sich die Isabelle-Traube geschmacklich sehr von europäischen Rebsorten. Lange Zeit wurde die Qualität der Sorte aufgrund ihres Eigengeschmacks als minderwertig beurteilt. Weine aus Isabella-Trauben erfreuen sich bei Weinkennern heute aber zunehmender Beliebtheit.

Isabella-Weintrauben
Erntereife Isabella-Trauben am Rebstock [Foto: AnnaSavina1/ Shutterstock.com]

Geschmack und Eigenschaften der Rebsorte ‘Isabella’

Der charakteristische Geschmack der Isabella-Traube wird in Weinkreisen als „Fox-Ton“, der intensiv an Waldbeeren erinnert, bezeichnet. Deshalb wird die Rebsorte auch gerne Erdbeertraube ‚Isabella‘ genannt.
Isabella-Trauben enthalten Kerne. Die Beeren sind mittelgroß, oval und stark bereift. Eine dicke, dunkelblaue Schale umgibt das geleeartige, rosafarbene Fruchtfleisch. Die Trauben sind sowohl zur Herstellung von Roséweinen als auch als Tafeltraube geeignet.

Wein aus Isabella-Traube
Aus der Isabellatraube wird Roséwein mit dem typischen Foxton gekeltert [Foto: Dasha Petrenko/ Shutterstock.com]

Besonderheiten bei Anbau und Pflege der Tafeltraube

Da die Isabella-Traube eine sehr gute Frosthärte hat, kommt ein Anbau auch in kühleren Regionen in Frage. Eine nach Süden ausgerichtete Hauswand oder etwas Vergleichbares bietet optimale Bedingungen. Ein Standort mit guter Luftbewegung ist wie bei allen Rebsorten von Vorteil, um ein schnelles Abtrocknen der Früchte sicherzustellen und Krankheiten wie Grauschimmel und Mehltau am Wein zu vermeiden. Wird der Rebe ein solcher Standort geboten, sind keine Maßnahmen gegen Mehltau und Reblaus nötig und auch gegenüber anderen Pilzerkrankungen ist die Isabella-Traube sehr widerstandsfähig.

Übrigens: Da die Rebsorte ‘Isabella’ auf eigener Wurzel wächst, kann sie sehr leicht über Stecklinge oder Absenker vermehrt werden. Wie diese vegetative Vermehrung funktioniert, können Sie in unserem passenden Artikel genauer nachlesen.

Vermehrung der Isabella-Traube
‘Isabella’ lässt sich leicht über Stecklinge vermehren [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]


Der Boden sollte für die tiefwurzelnde Rebe von tiefgründiger und durchlässiger Beschaffenheit sein. Bei der Pflanzung der Weinrebe im Frühjahr oder Spätherbst empfiehlt sich eine Auflockerung des Substrats und eine Düngergabe, damit der junge Stock optimale Startbedingungen hat. Eine wichtige Pflegemaßnahme ist der jährliche Schnitt der Weinrebe, um den Stock gesund, kompakt und ertragreich zu halten. Die starke Wüchsigkeit der Rebsorte ‘Isabella’ kann durch Anwendung eines mittleren Schnittverfahrens gut kontrolliert werden. Eine regelmäßige und angepasste Düngergabe gehört ebenfalls zu den wichtigen Pflegemaßnahmen und wird in unserem Spezialartikel zum Düngen von Weinreben genau erklärt.

Tipp: Als wüchsige Sorte mit auffällig langen Ranken kann die Rebsorte ‘Isabella’ auch als Pergola gezogen werden. Die knorrigen Triebe sehen auch im Winter attraktiv aus und die Früchte hängen im Spätsommer frei.

Isabella-Traube in Pergola
Freihängende Isabella-Traube in einer Pergola [Foto: Zhukov Oleg/ Shutterstock.com]

Isabella-Trauben ernten und verarbeiten

Isabella-Trauben haben ausreichende Zuckergehalte zum Keltern von Wein. Insbesondere für die Herstellung von Roséweinen hat sich die Isabella-Traube bewährt. Doch mit ihrem süßen, beerigen Aroma hat die Sorte auch als Tafeltraube für den Frischverzehr Einzug gehalten. Isabella-Trauben lassen sich hervorragend zu Kuchen, Gelee, Chutneys und Saft verarbeiten. Von Anfang August bis Mitte Oktober reifen die Früchte unregelmäßig ab und können nach und nach geerntet werden, was besonders für den Frischverzehr von Vorteil ist.

Verwendung der Isabella-Traube
In der Küche wird die Isabella-Traube vielseitig verwendet [Foto: Wirestock Creators/ Shutterstock.com]

Damit während der Erntezeit nicht zu viele der leckeren Beeren von tierischen Gartenbewohnern verspeist werden, muss sich ein stolzer Weinreben-Besitzer manchmal gegen allerlei Interessenten durchsetzen. Wir unterstützen Sie dabei und erklären, wie man Trauben gegen Vögel und Wespen schützt.

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