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Salbei: Einblicke in die Artenvielfalt und Biodiversität

Von den 900 Arten der Pflanzengattung Salbei ist in Deutschland meistens nur der Gartensalbei bekannt. Ein Blick auf die Artenvielfalt lohnt sich jedoch!

Salbeiblüte mit in Wiese

Charakteristische Salbeiblüte. [Foto: Cristina SanvitoCC BY 2.0]

Salbei zählt wie Basilikum zu der Familie der Lippenblütler. Bis vor einigen Jahren konnte man in den hiesigen Gärten nur einen Vertreter der Pflanzengattung Salbei (Salvia) antreffen: den Gartensalbei. Erst durch einige hochspezialisierte und extrem gut sortierte Kräutergärtnereien haben weitere Arten ihren Weg in unsere Gärten gefunden.

Aber von vorne: Der lateinische Name Salvia weist bereits darauf hin, dass Salbei viel mehr als nur ein Küchenkraut ist. Übersetzt bedeutet salvus so viel wie heil oder gesund. Das zugehörige Verb salvare steht für heilen. Vor allem der uns so bekannte Gartensalbei (Salvia officinalis), auch Heilsalbei genannt, ist seit dem Altertum eine beliebte Heilpflanze.

Die besten Salbeiarten

Von den weltweit etwa 900 existierenden Salbeiarten werden unzählige medizinisch relevante Inhaltsstoffe bestätigt. Einige Salbeiarten, die besonders harzig sind, werden seit jeher für diverse Zeremonien verwendet. Andere Arten haben einen besonders hohen Zierwert. Das Farbspektrum der Salbeiblüten reicht beispielsweise vom klassischen blau bis violett-lila, über orange und rosa, bis hin zu einem intensiven Scharlachrot. Alle 900 Arten aufzuführen würden natürlich den Rahmen dieses Artikels sprengen, weshalb im Folgenden einige für Deutschland interessante Arten vorgestellt werden.

Cleveland Salbei (Salvia clevelandii)

Ein beliebter Räuchersalbei für den Anbau in Deutschland. Auch wenn Cleveland im US-Bundesstaat Ohio liegt, findet man diese Salbeiart besonders in Kalifornien. Folglich kann die Pflanze auch an trockene und sehr heiße Standorte gepflanzt werden. Im Gegensatz zum Indianischen Räuchersalbei ist Salvia clevelandii weniger empfindlich gegen Nässe. In unserem Klima muss diese Salbeiart definitiv an einem frostfreien Ort überwintert werden. Zum Räuchern werden die Triebe verwendet. Bei der Ernte sollte man Handschuhe tragen, da die Pflanze einen sehr intensiven Geruch auf der Haut hinterlassen kann.

Salbei Cleveland mit Blüten und Biene

Der Cleveland Salbei und seine Blütenpracht sind ein echter Hingucker [Foto: Sundry Photography/ Shutterstock.com]

Fruchtsalbei (Salvia dorisiana)

Der aus Mittelamerika stammende Fruchtsalbei liebt Wärme und Licht. Zwar lockt dieser fruchtig-duftende Salbei viele Gartenliebhaber zum Kauf. Hiervon sollte man absehen, wenn man kein helles und warmes Überwinterungsquartier sein Eigen nennen kann. Am besten eignet sich hierzu ein heller Wintergarten. Kann man der Pflanze dies bieten, wird man durch einen herrlichen Duft belohnt. Denn der Fruchtsalbei duftet nach reifen Melonen und anderen Tropenfrüchten. Die Blätter und Blüten lassen sich besten für Nachspeisen und einem Früchtetee verwerten.

grüne Fruchtsalbei Blätter

Der schön duftende Fruchtsalbei ist eine beliebte Salbeisorte. [Foto: Quinn DombrowskiCC BY 2.0]

Gewürz- und Gartensalbei (Salvia officialis)

Diese Salbeiart kennt Klein und Groß. Der Gartensalbei, bei uns häufig auch schlicht als Salbei bezeichnet, gehört zu den beliebtesten Küchenkräutern. Er gibt Speisen wie Gnocchi oder Saltimbocca umgehend einen mediterranen Touch. Die meisten Sorten des Gartensalbeis sind an einem geschützten Standort winterhart. Allerdings sollte man die Pflanze mit etwas Fleece oder Reisig schützen. Sorten mit mehrfarbigen Blättern sind meistens nicht ausreichend winterhart und sollten nur in Weinbauregionen ausgepflanzt werden. Eine Kultur in einem Kübel mit anschließender Überwinterung (Garage, Gartenlaube, etc.) ist allerdings problemlos möglich. Zu der enormen Artenvielfalt des Salbeis gesellen sich dutzende Sorten des Gartensalbeis hinzu. Eine Vorstellung der bekanntesten finden Sie in unserem Artikel zur Sortenvielfalt des Gartensalbeis.

Honigmelonensalbei (Salvia elegans)

Häufig wird der Honigmelonensalbei in einem Satz mit dem Ananassalbei erwähnt. Viele Hobbygärtner gehen sogar davon aus, dass es sich um Synonyme handelt. Im Gegensatz zum Ananassalbei (Salvia rutilans) riecht der Salvia elegans vor allem nach tropischen Früchten wie Melone, Papaya oder Guave. Man mag auch Ananasnoten erkennen, die wir jedoch nur am Rande wahrnehmen können. Die ebenfalls in Mittelamerika beheimate Salbeiart stellt an ihren Standort ähnliche Ansprüche wie der Fruchtsalbei. Wer einen hellen und warmen Überwinterungsort hat, muss den Anbau jedoch versuchen. Besonders in Tees und Desserts macht sich der Honigmelonensalbei sehr gut. Ihre Gäste werden staunen!

Indianischer Räuchersalbei (Salvia apiana)

Seinen Namen hat S. apiana von den Ureinwohnern Nordamerikas erhalten. Diese verwendeten den Räuchersalbei für Zeremonien und Rituale. Die aus Kalifornien stammende Art verträgt Trockenheit und Hitze sehr gut. Nässe wird allerdings schlecht verkraftet. Hierauf sollte genau geachtet werden. Gießt man die Pflanze nur einige Male zu viel, kann es der Pflanze bereits schaden. Vor dem Räuchern werden die harzigen Stiele und Blätter getrocknet. Der Indianische Räuchersalbei ist bei uns nicht winterhart und muss an einem kühlen Ort überwintert werden. An die Helligkeit stellt er deutlich geringere Ansprüche als der Honigmelonen- oder Fruchtsalbei.

Muskatellersalbei (Salvia sclarea)

Diese Salbeiart wurde bereits seit der Antike im Mittelmeerraum angebaut. Während die Römer die getrockneten Blätter gegen Kopfschmerzen einsetzten, kamen einige Jahrhunderte später findige Winzer auf die Idee, minderwertigen Wein mit einem Sud aus Muskatellersalbei „aufzuwerten“. Ob dies gegen Kopfschmerzen ebenfalls hilft, bleibt anzuzweifeln. Jedenfalls macht sich die als Bienen- und Schmetterlingsweide bekannte Salbeiart im eigenen Garten gut. Vor der Blüte können die klebrigen Blätter geerntet werden. Frisch gibt man diese in Getränke wie Wasser zur Aromatisierung bei. Auch in Desserts machen sich die Blätter gut.

Peruanischer Salbei (Salvia discolor)

Wie der Name bereits vermuten lässt, ist S. discolor in Südamerika beheimatet. Sein Ursprung wird in Peru vermutet. Auf Grund seiner schönen Erscheinung wird diese Salbeiart vorwiegend zur Zierde angebaut. Dennoch können Stiele und Blätter geräuchert oder zu Tees aufgebrüht werden. Die dunkelvioletten Blüten schmecken leicht süßlich und dienen bestens als Verzierung von Süßspeisen. Im Gegensatz zum Gartensalbei ist dieser Salbeivertreter nicht winterhart und muss an einem kühlen Ort überwintert werden.

Peruanischer Salbei

Der Peruanische Salbei wird vor allem zur Zierde angebaut. [Foto: Jean-Michel MoullecCC BY 2.0]

Pfirsichsalbei (Salvia greggii)

Die auch als Herbstsalbei oder als Pfirsichsalbei bezeichnete Art kann vom Ursprung her nicht genau bestimmt werden. Je nach Quelle wird Nord- oder Mittelamerika als Herkunftsregion angenommen. Ebenso ist sich die Literatur über die Frostverträglichkeit uneinig. Während teilweise von guter Winterhärte für die meisten deutschen Regionen gesprochen wird, verweisen spezialisierte Kräutergärtnereien gerne auf eine Anleitung zur frostfreien Überwinterung. Diese sollte an einem kühlen Ort bei 5-12°C erfolgen. Der Aufwand der Überwinterung lohnt auf jeden Fall. Die Blätter und Blüten duften herrlich nach Pfirsich, Aprikose oder reifen Pflaumen. Entweder brüht man die Pflanzteile zu einem leicht fruchtigen Tee auf oder gibt junge Blätter und Blüten in Süßspeisen oder Obstsalaten bei.

Schwarzer Johannisbeeren Salbei (Salvia microphylla)

Als weitere Rarität darf der schwarze Johannisbeer Salbei in keiner Salbeisammlung fehlen. Das Aroma erinnert stark an intensiv-würzige Johannisbeeren. Folglich überrascht es nicht, dass sich dieses Kraut am besten in Fruchtsalaten oder Desserts macht. Zwar kann man mit den Blättern auch einen Tee aufgießen, jedoch bieten sich hier andere Salbeisorten besser an. Diese leuchtend roten Blüten verzaubern auch jeden Balkon und jedes Blumenbeet. Diese Salbeiart ist ebenfalls nicht winterhart und sollte bei 5-10°C überwintert werden.

rote Blüte des Johannisbeerensalbei

Die Blüten des Schwarzen Johannissalbei sind ein echtes Farbenspiel. [Foto: M a n u e lCC BY 2.0]

Zudem gibt es noch unzählige weitere Salbeiarten. Um nur einige weitere zu nennen: Fruchtsalbei (Salvia dorisiana), Strauchsalbei (Salvia heerii), Spanischer Salbei (Salvia lavandulifolia) sowie der Kriechender Salbei (Salvia nevadensis). Der Mexikanische Chia (Salvia hispanica) wird zur Gewinnung der aktuell im Trend liegenden Chiasamen angebaut. Diese Art sollte, auch wenn es der wissenschaftliche Name eigentlich nahelegt, nicht mit dem Spanischen Salbei (Salvia lavandulifolia) verwechselt werden.

Ein besonderer Dank geht an die Photographen D Coetzee, Forest and Kim Starr.

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