Agapanthus: Tipps zum Pflanzen & Pflegen der Schmucklilie

Lea
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Ich habe ökologische Landwirtschaft studiert und erprobe gemeinsam mit Freunden neue Anbaumethoden und andere gärtnerische Experimente in einem Gemeinschaftsgarten. Mir liegt vor allem ein ressourcenschonender und rücksichtsvoller Umgang mit der Natur am Herzen. Die biologische Landwirtschaft ist deshalb meine große Leidenschaft und auch für Zierpflanzen kann ich mich begeistern.

Lieblingsobst: Erdbeere, Mango, Guave
Lieblingsgemüse: Artischocke, Tomate, Rucola

Schmucklilien bezaubern mit ihren wunderschönen Blüten. Wir zeigen, worauf es beim Pflanzen ankommt und was man bei der Pflege des Agapanthus hinsichtlich des Düngens und Gießens beachten muss.

Schmetterling an blauer Agapanthus-Blüte
Agapanthus gehört dank seiner beeindruckenden Blüten zu den beliebtesten Kübelpflanzen hierzulande [Foto: Dina Einstein/ Shutterstock.com]

Die Schmucklilie (Agapanthus) passt in jeden Garten mit Platz für einen großen Blumenkübel. Sie bildet große, eindrucksvolle Blüten aus und ist dabei trotzdem leicht zu pflegen. Wird die beliebte Kübelpflanze richtig gegossen, gedüngt und überwintert, kann sie viele Jahre alt werden und mit ihren beeindruckenden Blüten lange unsere Terrassen, Balkons und Gärten schmücken. In diesem Artikel verraten wir Ihnen deshalb alles, was Sie über die Pflege von Schmucklilien wissen müssen: von der Herkunft und empfehlenswerten Sorten über das fachgerechte Pflanzen bis hin zum Pflegen und Vermehren von Agapanthus.

Agapanthus: Herkunft und Eigenschaften

Agapanthus gehört zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Natürlicherweise kommen sie ausschließlich im südlichen Afrika vor, wo sich ihr Verbreitungsgebiet vom Küstenbereich bis ins Bergland erstreckt. Da das südafrikanische Klima sich doch in so mancher Hinsicht von dem in Mitteleuropa unterscheidet, wird die Schmucklilie in Deutschland meist als Kübelpflanze kultiviert.

Die Schmucklilie wächst als Staude, die je nach Ursprungsart immergrün oder sommergrün ist. Als Überdauerungsorgane werden von ihr Rhizome ausgebildet. Die einfachen, parallelnervigen Blätter sind grundständig, ungestielt und wachsen horstartig. Die kugeligen Blütendolden sind aus meist blau, violett oder weiß gefärbten Einzelblüten zusammengesetzt. Je nach Sorte unterscheidet sich die Blüte der Schmucklilie neben der Farbe zudem in der Form, die auch glockenförmig sein kann.

Im Hochsommer zwischen Ende Juni und September belohnt der artgerecht gepflanzte Agapanthus uns mit seinen großen Doldenblüten.

Agapanthus-Sorten

Drei Arten von Agapanthus sind bei uns als Zierpflanzen zu finden: A. africanus, A. campanulatus und A. praecox. Insgesamt gibt es mehrere hundert verschiedene Sorten, die aus diesen 3 Arten gezüchtet wurden. Je nach Ursprungsart sind die Blüten unterschiedlich geformt und gefärbt. Es gibt auch Art-Hybride der Schmucklilie, die aus der Kreuzung der Arten hervorgegangen sind.

Weiße Agapanthus-Blüte
Je nach Art und Sorte trägt Agapanthus blaue oder weiße Blüten [Foto: M_X_P/ Shutterstock.com]

Agapanthus africanus:

  • ‘Angela’: Violett-blaue, trichterförmige Blüte; immergrün
  • ‘Blue Giant’: Kräftig blaue Blüten; immergrün
  • ‘Northern Star’: Kräftige, dunkelblaue Blüten; sommergrün
  • ‘Sunfield’: Kleiner Wuchs, trichterförmige, hellblaue Blüten; sommergrün
  • ‘Twister’: Weiße Blüten mit blauer Basis; sommergrün

Agapanthus – Hybride:

  • ‘Black Buddhist’: Große, violett-blaue Blüten; sommergrün
  • ‘Silver Baby’: Weiße Blüten mit nur leicht blauen Blütenblattspitzen, kleine Sorte von nur 60 cm Höhe

Agapanthus campanulatus:

  • ‘Wendy’: Weiße Blüten, 40 cm hoch, sommergrün (zieht im Winter ein)

Agapanthus praecox:

  • ‘Albus’: Trichterförmige, weiße Blüten; sommergrün

Agapanthus pflanzen: Standort und Vorgehen

Alle Agapanthus-Arten stammen aus Südafrika und sind damit bei uns auf keinen Fall winterhart. Sie werden hier im kühlen Mitteleuropa also ausnahmslos als Kübelpflanzen kultiviert, die den Sommer im Freien verbringen und im Winter frostfrei überwintert werden müssen.

Als Standort für den Kübel der Schmucklilie sollte ein möglichst sonniger Platz gewählt werden, da sie als echte Südafrikanerin Licht und Wärme liebt. Helle, halbschattige Plätze sind auch möglich, aber es sollten wenigstens ein paar Stunden Sonne am Tag gegeben sein. Außerdem ist es ratsam, dass der Standort windgeschützt ist.

Tipp: Die Schmucklilie verträgt das Umpflanzen schlecht und bestraft eine unsanfte Behandlung mit dem Ausfall oder einer starken Reduzierung der Blüte. Sorgfalt bei der Pflanzung ist daher sinnvoll, um das Umpflanzen so lange es geht hinauszuzögern.

Der richtige Standort für Agapanthus im Überblick:

  • Pflanzung ausnahmslos im Kübel, Überwinterung frostfrei
  • Standort möglichst sonnig und warm
  • Windgeschützt
Blauer und weißer Agapanthus im Garten
Am wohlsten fühlt sich die Schmucklilie an einem sonnigen und warmen Ort [Foto: ingehogenbijl/ Shutterstock.com]

Normalerweise wird pro Kübel nur eine Pflanze gesetzt, denn die großen Stauden benötigen viel Platz. Wer aber sehr große Kübel von einem Quadratmeter Oberfläche bepflanzen möchte, kann auch zwei Pflanzen hineinsetzen. Der Pflanzabstand sollte 70 cm betragen.

Die beste Zeit zum Pflanzen ist der März oder April, also kurz bevor der Agapanthus im Kübel an einen sonnigen Platz im Garten oder auf dem Balkon umziehen darf. Immergrüne Arten von Agapanthus werden mit Laub gepflanzt, während die einziehenden, sommergrünen Arten zum Zeitpunkt der Pflanzung gerade erst austreiben. Wer im Winter laublose Zwiebeln setzt, der sollte darauf achten, dass sie recht tief sitzen: Bis zu 20 cm unter der Erdoberfläche können sie abgelegt werden.

Die Schmucklilie benötigt eine Pflanzerde, welche die Feuchtigkeit gut hält, denn sie liebt frische Böden. Weil sie einen vergleichsweise hohen Nährstoffbedarf hat und nur selten umgepflanzt werden sollte, empfehlen wir, statt einer Torferde eine Komposterde zu verwenden. Unsere Plantura Bio-Blumenerde ist durch den Anteil an Kokosfasern strukturstabil und bietet eine günstige und langanhaltende Belüftung der Wurzeln. Um die Erde lange strukturstabil zu halten und das Umtopfen noch länger hinauszuzögern, kann die Erde mit 30 % Blähton gemischt und mit Tonmehl angereichert werden.

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Um die Versorgung mit Nährstoffen langfristig zu sichern und die Schmucklilie so selten wie möglich durch Umpflanzen zu stören, sollte direkt bei der Pflanzung ein organischer Langzeitdünger zum Einsatz kommen. In einen großen Kübel mit einem Agapanthus können zum Beispiel 250 bis 300 Gramm unseres Plantura Bio-Blumendüngers eingemischt werden.

Das Pflanzgefäß der Schmucklilie sollte ein Abflussloch besitzen, damit das Wasser gut abfließen kann. Optimalerweise wird auf dem Grund des Kübels eine mindestens 3 cm starke Schicht aus Blähton, Kies oder Tonscherben verteilt und mit Stoff oder Vlies abgedeckt, damit die Drainageschicht sich nicht mit der Pflanzerde vermischt.

Schritt-für-Schritt Anleitung: Wie pflanze ich Agapanthus?

  1. Zeitpunkt: März/April
  2. 1 bis maximal 2 Pflanzen in einem Gefäß mit 1 m² Oberfläche.
  3. Mindestens 3 cm Drainageschicht im Pflanzgefäß, mit Stoff oder Vlies abdecken.
  4. Strukturstabile Pflanzerde, die Feuchtigkeit und Nährstoffe gut speichert, Mischung mit 30 % Blähton für längere Strukturstabilität möglich.
  5. Organischen Langzeitdünger bei der Pflanzung verwenden, zum Beispiel Plantura Bio-Blumendünger.
  6. Zwiebel von Agapanthus maximal 20 cm tief setzen bzw. so setzen, dass das grüne Laub sich über der Erdoberfläche befindet.
  7. Gut angießen.

Agapanthus pflegen

Grundsätzlich ist die Schmucklilie eine sehr pflegeleichte Pflanze, die auch ohne großen Aufwand schnell und kräftig wächst. Während der Blüte reagiert sie allerdings sensibel auf Veränderungen und sollte dann möglichst nicht umgestellt werden – vor allem nicht an einen Standort mit weniger Licht. Ansonsten ist ein Ortswechsel kein Problem. Auch sollte die Pflanze möglichst selten umgetopft werden, sondern erst, wenn das Substrat im Kübel komplett dicht durchwurzelt ist. Schädlinge sind bei Schmucklilien im Hausgarten normalerweise kein Problem, da Schnecken und Raupen an den Blättern kein Interesse haben. Auch Pilz- oder Bakterienbefall gibt es kaum. Je nachdem, ob Sie eine immergrüne oder eine sommergrüne Agapanthus-Sorte zu Hause haben, ergeben sich vor allem bei der Überwinterung einige Besonderheiten. Eine ausführliche Anleitung zum Überwintern von Schmucklilien können Sie hier nachlesen.

Agapanthus düngen

Auch hier erweist sich Agapanthus als unkomplizierte Pflanze, die keine speziellen Ansprüche an ihre Düngung stellt. Optimal sind Volldünger mit einem ausgewogenen NPK-Verhältnis und einer ausreichenden Mineralstoffversorgung. Hier eignet sich unser Plantura Bio-Blumendünger besonders gut, da dieser als Langzeitdünger die Pflanze drei Monate lang mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Für eine kräftige Blüte sollte man die Schmucklilie ab April düngen, bis sie zu blühen beginnt. Auf diese Weise reicht mit dem Plantura Bio-Blumendünger eine Gabe im Frühjahr und eine Nachdüngung im Sommer vor der Blüte völlig aus.

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Agapanthus gießen

Agapanthus reagiert auf zu viel Wasser grundsätzlich deutlich empfindlicher als auf zu wenig. Ab April sollte man ihn regelmäßig und ausreichend gießen. Das Substrat im Topf sollte dabei feucht, aber nie nass werden. Die Schmucklilie erneut zu gießen, ist erst notwendig, wenn sich das obere Drittel im Kübel komplett trocken anfühlt. Da Agapanthus in seinem fleischigen Rhizom allerdings Wasser speichern kann, verkraftet er auch mehrere Wochen ohne Wasser. Über die Wintermonate von November bis März muss er wenig bis gar nicht gegossen werden.

Zusammenfassung: So pflegt man Agapanthus richtig:

  • Standort während der Blüte nicht wechseln
  • Schädlinge und Krankheiten verschonen die Schmucklilie weitestgehend
  • Agapanthus richtig düngen: Grunddüngung mit einem Dünger mit organischer Langzeitwirkung bei der Pflanzung
  • Erste Düngung im April
  • Zweite Düngung im Sommer vor der Blüte
  • Besser zu wenig als zu viel gießen
  • Staunässe vermeiden
  • Agapanthus im Winter sehr mäßig gießen

Agapanthus vermehren

Die Schmucklilie kann relativ einfach über Ableger selbst vermehrt werden. Das bietet sich zum Beispiel an, wenn sie ohnehin für ihren bisherigen Pflanztopf zu groß geworden ist und umgetopft werden muss. Der Wurzelballen kann dann mit einem scharfen Gartenwerkzeug (je nach Größe kann auch ein Spaten notwendig sein) in mehrere Teile geschnitten werden. Die einzelnen Wurzelstücke werden jeweils in einen eigenen neuen Topf gepflanzt.

Blauer Agapanthus in einer Wiese
Agapanthus kann über Ableger oder Samen vermehrt werden [Foto: anne-tipodees/ Shutterstock.com]

Eine weitere Möglichkeit, Agapanthus selbst zu vermehren, besteht darin, die Früchte ausreifen zu lassen und die Samen zu ernten. In beiden Fällen dauert es allerdings einige Zeit, bis die Schmucklilie das nächste Mal blüht.

Ist Agapanthus giftig?

Grundsätzlich ist Agapanthus nicht giftig, ein intensiver Kontakt mit dem Pflanzensaft kann aber zu Reizungen der Haut führen. Allerdings ist das Rhizom beim Verzehr für Menschen und Tiere giftig. Deshalb sollten beim Vermehren der Pflanze unbedingt Handschuhe getragen werden.

Damit Sie möglichst lange etwas von Ihrer Schmucklilie haben, ist es essenziell, sie richtig zu überwintern. Alles über das Überwintern von Agapanthus können Sie in unserem Spezialartikel zum Thema nachlesen.

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