banner

Pflanzen, Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz & mehr!

Bergminze: Standort & die schönsten Steinquendel-Sorten

Regina
Regina
Regina
Regina

Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Bergminzen, auch als Steinquendel bekannt, sind bienenfreundliche, nach Minze duftende Stauden. Wie Sie Bergminze pflanzen und pflegen können, erfahren Sie bei uns.

Steinquendel
Bergminzen sind anspruchslose Blühstauden mit minzartigem Duft [Foto: Nancy J. Ondra/ Shutterstock.com]

Die Bergminze (Clinopodium; Synonym Calamintha) ist eine bienenfreundliche, pflegeleichte Blühstaude für jeden Garten. Wir geben Tipps zur Sortenwahl, Pflanzung und Verwendung von Bergminze.

Bergminze: Blütezeit und Eigenschaften

Bergminzen gehören zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Gattung der Bergminzen, neuerdings unter dem Begriff Clinopodium beschrieben, umfasst etwa 170 Arten. Der Name Calamintha ist jedoch noch weit geläufiger und wird in Gärtnereien weiterhin genutzt. Die Bergminze, auch Steinquendel genannt, ist eine mehrjährige, krautige Staude. Sie kommt ursprünglich aus Mittel- bis Südeuropa und Asien. Bergminze wächst je nach Art und Sorte zu einer Wuchshöhe von 30 bis 60 cm heran und bildet oft Ausläufer. In ihrem Aussehen ähnelt sie der Katzenminze (Nepeta). An vierkantigen, flaumig behaarten Stängeln sitzen versetzt gegenständige, spitz eiförmige, behaarte Blätter mit leicht gezähntem bis stark gesägtem Blattrand. Vor allem in den Blättern der Bergminze sitzen Ölbehälter mit ätherischem Öl, welches bei Berührung freigesetzt wird. Es verleiht der Blühstaude einen minzigen, herb-aromatischen Duft, der ihren Namen prägt.

Die lippenförmigen, zu einer langen, dünnen Röhre verwachsenen Blüten erscheinen zu mehreren an den etagenartig angeordneten Blütenständen und bilden sich jeweils aus einer Blattachsel. Die Blüten der Bergminze können weiß, rosa oder violett gefärbt sein. Die Blütezeit der Bergminze beginnt im Juli und endet zwischen September und Oktober. Bergminzen bieten zwar keine hohen, dafür aber wertvolle Nektar- und Pollenmengen. Sie sind dank der späten und extrem langen Blütezeit von Juli bis Oktober bei Bienen und anderen Bestäubern sehr beliebt. Bergminzen sind daher oft die am besten besuchten Blühstauden in den Beeten. Nach der Bestäubung bilden sich zahlreiche dunkle, eiförmige bis runde Samen zu je 4 Stück in einer Klausenfrucht, dem Samenstand der Bergminze.

Calamintha
Dank der zahlreichen Blüten ist die Bergminze eine Bienenweiden-Pflanze [Foto: FMB/ Shutterstock.com]

Die schönsten Arten und Sorten der Bergminze

In den Wäldern findet man hin und wieder die wilde Wald-Bergminze (Clinopodium menthifolium). Die beiden geläufigsten Arten in unseren Gärten sind die Echte Bergminze (Clinopodium nepeta), auch Kleinblütige Bergminze oder Drüsige Bergminze genannt, und die Großblütige Bergminze (Clinopodium grandiflora Syn. Calamintha grandiflora). Letztere wird meist ohne Sortenbezeichnung als ausläufertreibende Wildform mit deutlich größeren, rosafarbenen Blüten angeboten, es gibt jedoch auch eine panaschierte Sorte ‘Variegata‘. Hier stellen wir nun die schönsten Arten und Bergminzen-Sorten der Kleinblütigen Bergminze vor.

  • ‘Blue Cloud‘: Diese blaue Bergminze trägt kleine, blauviolette Blüten in zierlichen Rispen. Der Steinquendel ‘Blue Cloud‘ erreicht eine Wuchshöhe von 40 cm und blüht zwischen Juli und Ende September.
  • ‘Lila Riese‘: Als Bergminze mit größeren, intensiv violetten Blüten wächst sie etwa 40 cm hoch.
Calamintha nepeta Lila Riese
Auch blaue Bergminzen-Sorten gibt es, wie hier die Sorte ‘Lila Riese’ [Foto: LEONARDO VITI/ Shutterstock.com]
  • ‘Triumphator‘: Zart violette bis weißliche Blüten bildet die Bergminze ‘Triumphator‘ an bis zu 50 cm hohen Pflanzen aus. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis Oktober. Diese Sorte sät sich nicht selbst im Garten aus.
  • ‘Weißer Riese‘: Die großblütige Sorte der Kleinen Bergminze bildet reinweiße Lippenblüten aus. Die weiße Bergminze kann etwa 40 cm hoch werden und blüht bis Oktober.
  • Römische Minze: Auch als Hadriansminze oder „Mentuccia“ bekannt ist jene italienische Bergminzen-Art mit einer Wuchshöhe von 30 – 40 cm und hellvioletten Blüten zwischen Juli und August. Die Bergminze ‘Hadrian‘ wächst an passenden Standorten sehr stark und kann laufend geerntet werden.
großblütige Bergminze
Die Großblütige Bergminze kommt ebenfalls in panaschierter Form vor [Foto: Anna Gratys/ Shutterstock.com]

Tipp: Pflanzen der Gattung Pycnanthemum werden im Deutschen öfter als Bergminze bezeichnet, wie beispielsweise die Amerikanische Bergminze (Pycnanthemum pilosum). Sie zählt zur selben Pflanzenfamilie, ist allerdings enger mit dem Oregano (Origanum vulgare) verwandt.

Bergminze pflanzen: Standort und Vorgehen

Der optimale Standort für Bergminze liegt vollsonnig auf durchlässigen, trockenen, kalkarmen Böden, die nicht zu nährstoffreich sind. Sie lässt sich perfekt in felsige Steppenbeete, Mauerfugen und Steingärten eingliedern, beispielsweise in Kombination mit Mädchenauge (Coreopsis), Federgras (Stipa) und Schafgarbe (Achillea) als Pflanzpartnern. Die Pflanzung winterharter Stauden erfolgt im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr ab März in ein gut vorbereitetes Beet, das von unerwünschtem Beikraut befreit und spatentief umgegraben wurde. Der Pflanzabstand beträgt etwa 30 bis 40 cm. Bergminzen werden gern einzeln oder in kleinen Gruppen von 3 Exemplaren gesetzt, um rasch einen dichten Bestand zu erhalten. Pflanzen Sie die Bergminze ebenso tief, wie sie zuvor im Töpfchen saß, ein. Drücken Sie anschließend die Erde rundherum fest und wässern Sie einmal kräftig.

Tipp: Bergminzen können auch im Topf kultiviert werden und sind daher eine wertvolle Bienenweide auf Terrasse und Balkon. Das Pflanzgefäß sollte mindestens 10 bis 15 l Erdvolumen und einen guten Wasserablauf, bestenfalls mit einer Drainageschicht, besitzen. Für die Pflanzung im Topf empfehlen wir ein lockeres, durchlässiges Substrat wie unsere Plantura Bio-Universalerde.

Bio-Universalerde 40 L
Bio-Universalerde 40 L
star-placeholder star-placeholder star-placeholder star-placeholder star-placeholder
star-rating star-rating star-rating star-rating star-rating
(4.8/5)
  • Ideal für alle Pflanzen im Haus, Garten & auf dem Balkon geeignet
  • Sorgt für eine vitale & kräftige Pflanzenpracht sowie ein gesundes Bodenleben
  • Torffrei & klimafreundlich: CO2-reduzierte Bio-Erde hergestellt in Deutschland
16,99 €
Grundpreis: 0,42 €/l

Pflege der Bergminze: Schneiden, düngen und Co.

Bei der Pflege der Bergminze ist nicht sonderlich viel zu beachten, da es sich um eine anspruchslose Staude handelt. Besonders im Pflanzjahr sollte bei längerer Trockenheit und bei Pflanzen im Kübel regelmäßig gewässert werden. Bergminzen im Topf sollten immer dann im Frühjahr umgetopft werden, wenn die Pflanze das Substrat komplett durchwurzelt hat. Eine Düngung ist nicht weiter notwendig, außer es wird regelmäßig geerntet. Auf mageren Standorten kann einmal im Frühjahr zum Austrieb eine Gabe reifen Komposts oder Langzeitdüngers, wie unseres Plantura Bio-Blumendüngers, erfolgen, um die Wüchsigkeit und Blühfreude zu unterstützen. Das vorwiegend organische Granulat wird dabei oberflächlich rund um die Staude herum eingearbeitet und anschließend gewässert, um die Freisetzung der Nährstoffe zu starten.

Schneiden Sie Bergminze direkt nach der Hauptblüte zurück, so wird nicht nur das Versamen der vermehrungsfreudigen Pflanze verhindert, sondern man regt sie auch zu einer zweiten Blüte im Spätherbst von September bis Oktober an. Es handelt sich hier also um eine sogenannte remontierende Staude. Nach der zweiten Blüte sollten dann die Samenstände komplett bodennah abgeschnitten werden, um die Verbreitung zu verhindern. Sterile Sorten wie ‘Triumphator‘ samen sich nicht aus und können daher bis ins Frühjahr belassen werden, was die Winterhärte erhöht.

Bergminze
Auf mageren Böden kann eine Düngung im Frühjahr sinnvoll sein [Foto: simona pavan/ Shutterstock.com]

Ist Bergminze winterhart?

Bergminze ist winterhart bis etwa -23 °C, was in unseren Breiten völlig ausreichend ist. Sie benötigt daher keinen besonderen Winterschutz. Das abgestorbene Laub kann bis ins Frühjahr stehengelassen werden, denn es schützt den unterirdischen Teil vor Winternässe und starken Frösten. Bergminze im Topf kann ebenfalls im Freien überwintert werden. Hierzu stellt man das Pflanzgefäß an eine schützende Hauswand auf ein Holzbrett und umwickelt das Gefäß in kahlfrostgefährdeten Lagen zusätzlich mit Vlies oder Jute. Bergminze im Kübel sollte im Winter vor allem bei milden Temperaturen und sonnigen Tagen hin und wieder gewässert werden, damit das Substrat im Topf nie gänzlich austrocknet.

Steinquendel vermehren

Wer Bergminze vermehren möchte, hat dafür verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Es ist sowohl die Aussaat, Stecklingsvermehrung als auch eine Teilung des Horsts oder das Abtrennen von bewurzelten Ausläufern möglich. Letzteres ist die einfachste und schnellste Methode, um sortenechte Jungpflanzen zu erhalten. Mit einem scharfen Spaten werden bewurzelte Triebe oder ein Teil der Pflanze abgestochen und an einen neuen, passenden Standort gesetzt. Die Teilung kann man direkt beim Umtopfen von Bergminzen im Kübel vornehmen.

Die meisten Bergminze-Sorten versamen sich selbst, wenn die Pflanze nach der Blüte nicht rechtzeitig zurückgeschnitten wird. Daher können auch im Frühsommer Sämlinge rund um die Mutterpflanze herum ausgegraben und umgesetzt werden. Durch Aussaat vermehrte Bergminzen könnten sich jedoch mit anderen Sorten verkreuzt haben und eventuell andere Blütenfarben und Wuchseigenschaften als die Elternpflanze aufweisen.

Bergminze-Samen
Bergminze vermehrt sich gern durch Selbstaussaat im Spätherbst [Foto: Mir141/ Shutterstock.com]

Verwendung und Wirkung

Bergminzen-Blätter und -Blüten werden im Sommer bestenfalls zur Blütezeit geschnitten und frisch verwendet oder schonend getrocknet. Sie können zu erfrischendem Bergminze-Tee aufgebrüht werden, der einen intensiven, kühlen Minzgeschmack mit leicht herber Note besitzt. Er wirkt gegen nervöse Unruhe, innere Anspannung und krampflösend. In der Volksheilkunde wurde die Bergminze als verdauungsförderndes und harntreibendes Gewürz verwendet. Ansonsten kann alles mit der Bergminze veredelt werden, wofür man ansonsten normale Minze (Mentha) verwenden würde. Erfahren Sie mehr zu den Möglichkeiten Minze haltbar zu machen in unserem Spezialartikel.

Bergminze-Verwendung
Bergminze kann zur Blüte für aromatische Tees geerntet werden [Foto: Lipatova Maryna/ Shutterstock.com]

Ist Bergminze giftig?

Bergminze ist nicht giftig, sondern in allen Pflanzenteilen genießbar. Auch die Blüten der Bergminze sind essbar und können als Dekoration verwendet werden. Für Haustiere oder Kinder besteht ebenfalls kein Risiko, wenn Sie eine Bergminze im Garten pflanzen möchten.

Die Bergminze lockt Bienen und zahlreiche andere Bestäuber an und kann gleichzeitig für ihr wohlduftendes Kraut angebaut werden. Weitere bienenfreundliche Kräuter stellen wir Ihnen in unserem Spezialartikel vor.