Mehrjährige Blumenzwiebeln: Diese Sorten sind pflegeleicht und winterhart

Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften
Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften

Pflanzen und Natur haben mich schon immer begeistert, deshalb studiere ich Nutzpflanzenwissenschaften. Mein besonderes Interesse gilt dem Pflanzenschutz, Biodiversität und Ökosysteme. Das Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren mit ihrer Umwelt finde ich unglaublich spannend. In meiner Freizeit bin ich gerne im Freien, genieße die Natur und sammle Inspiration für Kreativprojekte. Mein Traum ist es, irgendwann einmal einen großen Gemüsegarten zu haben.

Entdecke die schönsten mehrjährigen und winterharten Blumenzwiebeln, die deinen Garten Jahr für Jahr mit farbenfrohen Blüten bereichern.

mehrjährige Blumenzwiebeln von Hyazinthen
Viele Blumenzwiebeln sind winterhart und mehrjährig [Foto: Sarycheva Olesia/ Shutterstock.com]

Blumenzwiebeln ziehen nach der Blüte ihre Energie in ihre Zwiebel zurück und speichern sie, um im nächsten Jahr wieder austreiben zu können. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Zwiebelblumen winterhart sind und den Winter im Freien überstehen können. Nur dann sind sie ohne aufwändiges Ausgraben und Überwintern mehrjährig. In diesem Artikel stellen wir dir die schönsten Blumenzwiebeln für deinen Garten vor, die außerdem mehrjährig und winterhart sind.

Mehrjährige Blumenzwiebeln im Überblick

Tulpen

Tulpen (Tulipa) gehören zu den beliebtesten Blumenzwiebeln im Frühling, nicht zuletzt wegen ihrer großen Sortenvielfalt. Gepflanzt werden die Zwiebeln im Herbst, idealerweise von September bis November. Bei frostfreiem Boden ist eine Pflanzung sogar noch bis in den Dezember möglich. Je nach Sorte liegt die Blütezeit zwischen März und Mai. Die verschiedenen Tulpensorten unterscheiden sich in Blütenform, Farbe und Wuchshöhe. Während einige Sorten eine Höhe von bis zu 75 cm erreichen, bleiben andere mit 20 bis 30 cm deutlich kompakter. Die Tulpenzwiebeln sind meist problemlos bis zu -20°C winterhart und können somit den Frost im Freien überstehen. Diese eignen sich besonders gut für die Pflanzung in Töpfen und verschönern so Balkone und Terrassen. Botanische Wildtulpen gelten als besonders robust und sind daher äußerst pflegeleicht. Außerdem sind Tulpenzwiebeln von Wildsorten besonders langlebig und können über viele Jahre hinweg zuverlässig austreiben.

Winterling

Der Winterling (Eranthis hyemalis) bringt mit seinen leuchtend gelben Blüten bereits ab Februar Farbe in den Garten und zählt damit zu den ersten Frühblühern. Die Knollen werden im Herbst, idealerweise von September bis November, gepflanzt. Dabei setzt man sie etwa 5 cm tief in die Erde und hält einen Pflanzabstand von 5 bis 10 cm ein. Je nach Art kann der Winterling sogar bei Temperaturen von bis zu -30°C überdauern. Mit einer Wuchshöhe von nur 5 bis 15 cm bleibt der Winterling vergleichsweise klein. Dadurch eignen sich die Knollen nicht nur für Beete, sondern sind auch eine schöne Wahl für Töpfe auf Balkon oder Terrasse.

Narzissen

Narzissen (Narcissus) gehören aufgrund ihrer unkomplizierten Pflege zu den beliebtesten Frühblühern. Einige Sorten öffnen bereits im Februar ihre leuchtend gelben Blüten, während spätere Sorten bis in den Mai hinein blühen können. Gepflanzt werden die Zwiebeln im Herbst, idealerweise zwischen September und November, bevor der erste Frost einsetzt. Die Wuchshöhe von Narzissen kann je nach Sorte stark variieren und reicht von etwa 5 bis 50 cm. Bei der Pflanzung gilt die Faustregel, die Zwiebeln etwa zwei- bis dreimal so tief zu setzen, wie sie selbst groß sind. Die meisten Narzissen sind gut winterhart und können Temperaturen von -15 bis -20°C problemlos überstehen. Besonders attraktiv ist die Kombination verschiedener Sorten in einem Topf. Werden verschiedene Narzissensorten mit unterschiedlichen Blütezeiten in mehreren Pflanztiefen übereinander gesetzt, lässt sich die Blütezeit verlängern und ein besonders abwechslungsreiches Blütenbild erzielen.

Schachbrettblume

Mit ihrem auffälligen Schachbrettmuster auf den Blüten zählt die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) zu den besonders attraktiven Frühblühern im Garten. Die Zwiebeln werden bereits ab dem Spätsommer, von August bis in den Herbst hinein, gepflanzt. Dabei setzt man sie ungefähr 10 cm tief in die Erde und hält einen Abstand von etwa 8 bis 15 cm zwischen den einzelnen Zwiebeln ein. Die Blütezeit der Schachblume liegt meist zwischen April und Mai. Mit einer Wuchshöhe von etwa 15 bis 30 cm bleibt sie vergleichsweise kompakt und eignet sich daher auch hervorragend für die Pflanzung in Töpfen, um Balkon und Terrasse mit ihren besonderen Blüten zu verschönern. Die Schachbrettblume ist zudem äußerst winterhart und die Zwiebeln können Temperaturen von -20 bis -30°C im Freien überstehen.

Blaustern

Wie der Name bereits vermuten lässt, begeistert der Blaustern (Scilla) im Frühjahr mit seinen attraktiven, sternförmigen Blüten in verschiedenen Blautönen. Je nach Art beginnt die Blütezeit unterschiedlich früh, besonders frühe Sorten können bereits im Februar ihre ersten Blüten zeigen. Gepflanzt werden die Zwiebeln im Herbst, idealerweise zwischen September und November. Sie kommen etwa 8 bis 10 cm tief in die Erde und sollten mit einem Abstand von ungefähr 10 cm gesetzt werden, damit sich die Pflanzen optimal entwickeln können. Die meisten Blaustern-Arten bleiben mit einer Wuchshöhe von bis zu 20 cm eher klein. Eine Ausnahme bildet beispielsweise der Peruanische Blaustern (Scilla peruviana), der deutlich größer werden kann und eine Höhe von bis zu 40 cm erreicht, dieser ist jedoch nicht winterhart und muss bei mindestens 5°C überwintern. Die meisten anderen Blausternarten hingegen sind gut frostverträglich und vertragen Temperaturen von -20 bis -24°C problemlos. Aufgrund ihrer kompakten Größe eignen sich Blausterne auch hervorragend für die Pflanzung in Töpfen und verschönern so Balkon und Terrasse.

Gartenhyazinthen

Die farbenfrohen Blüten der Gartenhyazinthen (Hyacinthus orientalis) bringen von März bis Mai Farbe und Leben in den Frühlingsgarten. Gepflanzt werden die Zwiebeln im Herbst, idealerweise von Ende September bis November und noch vor dem ersten Frost. Dabei setzt man sie etwa 10 bis 15 cm tief in die Erde und hält einen Abstand von ungefähr 15 cm zwischen den einzelnen Zwiebeln ein. Je nach Sorte werden Gartenhyazinthen etwa 20 bis 30 cm hoch und eignen sich damit für die Pflanzung im Garten sowie in Töpfen auf Balkon und Terrasse. Die Gartenhyazinthen können während des Winters problemlos Frost bis -15°C überstehen.

Traubenhyazinthen

Traubenhyazinthen (Muscari) blühen je nach Art von März bis Mai und begeistern mit ihren kleinen, glockenförmigen Blüten. Die Pflanzen erreichen dabei eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 25 cm. Im Winter können die Zwiebeln der Traubenhyazinthen draußen überwintern, da sie gut frosthart sind und je nach Art sogar Temperaturen von -34°C überstehen. Gepflanzt werden die Zwiebeln am besten im Herbst, zwischen September und November, solange der Boden noch frostfrei ist. Dabei setzt man sie etwa 6 bis 8 cm tief in die Erde und hält einen Abstand von ungefähr 8 cm zwischen den einzelnen Zwiebeln ein. Ob im Beet oder im Topf, Traubenhyazinthen gelten als besonders pflegeleicht. Sie sind gut trockenheitsverträglich, brauchen daher nur bei langanhaltender Trockenheit Wasser und stellen zudem geringe Ansprüche an die Nährstoffversorgung.

Schneeglöckchen

Das Schneeglöckchen (Galanthus) gehört mit seinen schneeweißen Blüten zu den ersten Pflanzen, die den Garten im neuen Jahr zum Leben erwecken. Der Frühblüher kann bereits ab Januar blühen und seine Blüten bis in den März hinein zeigen. Wobei es sogar einige wenige Sorten gibt, die im Herbst blühen. Gepflanzt werden die Zwiebeln bereits im Spätsommer oder Herbst, idealerweise zwischen Ende August und Oktober. Dabei setzt man sie etwa 5 bis 10 cm tief in die Erde und hält einen Abstand von ungefähr 5 bis 10 cm zwischen den einzelnen Zwiebeln ein, damit sie ausreichend Platz für ihre Entwicklung haben. Schneeglöckchen erreichen eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 25 cm. Aufgrund ihrer geringen Größe eignen sie sich auch hervorragend für die Pflanzung in Töpfen und können so Balkon und Terrasse mit ihrer frühen Blüte verschönern. Die Zwiebeln des Schneeglöckchens können Fröste von unter -20°C im Boden gut überstehen und sind somit zuverlässig mehrjährig.

Mehrjährige Blumenzwiebeln erfolgreich pflegen und überwintern

Die Pflege von mehrjährigen Blumenzwiebeln unterscheidet sich grundsätzlich nicht stark von der Pflege anderer Blumenzwiebeln. Dennoch hat jede Art ihre eigenen Ansprüche, die berücksichtigt werden sollten. Die meisten Blumenzwiebeln bevorzugen jedoch einen lockeren und gut durchlässigen Boden. Bei Blumenzwiebeln im Topf ist außerdem eine Drainageschicht wichtig, da viele Blumenzwiebeln empfindlich auf Staunässe reagieren. Beim Austrieb im Frühjahr können die Pflanzen mit etwas Kompost oder organischem Dünger versorgt werden, damit sie ausreichend Nährstoffe für eine kräftige Blüte erhalten. Nach der Blüte sollten verblühte Blütenköpfe entfernt werden. Das Laub sollte sich jedoch zunächst vollständig einziehen und natürlich eintrocknen, bevor es abgeschnitten oder entfernt wird. Die Zwiebel nutzt die verbleibenden Nährstoffe aus den Blättern, um Energie zu speichern und sich auf die nächste Blüte vorzubereiten. Winterharte Blumenzwiebeln müssen in der Regel nicht ausgegraben werden, sondern können problemlos im Boden überwintern. Ein Ausgraben kann jedoch sinnvoll sein, wenn Probleme wie Staunässe auftreten, die Zwiebeln mit der Zeit tiefer in den Boden wandern oder um vor Schädlingen zu schützen. In diesem Fall lohnt sich ein Blick in unseren Spezialartikel, dort erfährst du alles Wichtige darüber, wie man Blumenzwiebeln lagern kann.

Wenn du Blumenzwiebeln pflanzen möchtest, um im nächsten Jahr mit einer wunderschönen Blütenpracht belohnt zu werden, erfährst du hier alles Wichtige rund um das richtige Pflanzen von Blumenzwiebeln.