Großes & Kleines Immergrün: Pflanzen, Sorten und Pflege

Katja
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Ich studiere Landschaftsökologie und habe durch mein Studium die Liebe zu Pflanzen entdeckt. Pflanzen sind nicht nur schön, sondern faszinieren mich auch durch ihre unterschiedlichen Überlebensstrategien. Um mir etwas Natur in die Wohnung zu holen, hege und pflege ich meine Zimmerpflanzen und Kräuter auf jeder verfügbaren Fensterbank.

Lieblingsobst: Rhabarber und alle Arten von Beeren
Lieblingsgemüse: Zwiebeln und Knoblauch

Die beiden Pflanzenarten Großes und Kleines Immergrün sind beliebte Bodendecker für verschiedene Standorte im Garten.

Blühendes Immergrün
Vinca wird als Bodendecker gern im Garten verwendet [Foto: tamu1500/ Shutterstock.com]

Immergrüne sind eine schöne, anspruchslose Ergänzung zu Wildkräutern und Frühlingsblühern, besonders am Gehölzrand. Die beiden bekannten Immergrün-Arten Großes und Kleines Immergrün unterscheiden sich geringfügig in gewissen Merkmalen und stellen ähnliche Anforderungen an Pflanzung und Pflege. Abwechslung in der Blütenfarbe bringen die zahlreichen Sorten des Immergrüns, egal, ob Groß oder Klein. Wir zeigen hier, wie man das Kleine sowie das Große Immergrün im Garten pflegen sollte.

Immergrün: Herkunft und Eigenschaften

Die beiden Halbsträucher Großes Immergrün (Vinca major) und Kleines Immergrün (Vinca minor) stammen aus dem südlichen Europa, wobei beide mittlerweile auch als Neophyten in Asien vorkommen. Selten sind die beiden Pflanzen sogar in Deutschland in der Natur zu finden, wo sie gelegentlich in Wäldern wachsen. Das Kleine Immergrün ist dabei deutlich häufiger anzutreffen als das Große Immergrün. Beide Arten gehören der Gattung Immergrün (Vinca) innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) an.

Wie der Name vermuten lässt, sind die Gewächse immergrün, das heißt, sie behalten ihre Laubblätter auch über den Winter. Beide Arten haben einen kriechenden Wuchs, sind mehrjährig und bilden an den verholzenden Trieben stetig neue Wurzeln. Die violetten, fünfzähligen Blüten erscheinen zwischen März und Juni und werden gern von Insekten wie Hummeln und Bienen besucht. Die Pflanzen haben ein reiches Nektarangebot, wenn auch wenig Pollen, und werden von Wespen und Schmetterlingen frequentiert. Zudem sind Ameisen häufige Besucher, die an der Samenverbreitung der Immergrün-Arten beteiligt sind. Kleines und Großes Immergrün enthalten einen Milchsaft und zählen zu den giftigen Pflanzen.

Blüten des Großen Immergrüns
Das Große Immergrün hat etwas größere Blüten als das Kleine Immergrün

Großes Immergrün

Das Große Immergrün bildet bis zu 1 m lange Triebe, die über den Boden kriechen und mit ledrigen, dunkelgrünen Laubblättern bestückt sind. Seinem Namen entsprechend bildet das Große Immergrün Blüten mit einem Durchmesser von bis zu 5 cm aus und erreicht Wuchshöhen von 30 cm. Im Herbst kann es beim Großen Immergrün vereinzelt zu einer zweiten Blüte kommen.

Kleines Immergrün

Mit bis zu 2 m langen Trieben wächst das Kleine Immergrün noch ausufernder als das Große. Die ledrigen Blätter sind unterseits gelb gefärbt und oberseits glänzend grün. Die Wuchshöhe von etwa 15 cm sowie die kleineren Blüten mit einem Durchmesser von 2 bis 3 cm rechtfertigen den Namen des Kleinen Immergrüns. Es wird ebenfalls gelegentlich als Kleinblättriges Singrün bezeichnet.

Kleines Immergrün
Das Kleine Immergrün gilt als robuster und ist winterhärter als das Große Immergrün [Foto: Mykola Ivashchenko/ Shutterstock.com]

Arten und Sorten des Immergrüns

Sowohl vom Großen als auch vom Kleinen Immergrün sind viele Sorten bekannt, die sich beispielsweise durch die Blütenfarbe unterscheiden. Die Vielfalt ist beim Kleinen Immergrün allerdings noch größer als beim nahe verwandten Großen Immergrün.

Sorten von Vinca minor

  • Vinca minor ‘Atropurpurea’: Purpurfarbene Blüten, jedoch nur mäßig winterhart
Vinca minor 'Atropurpurea'
‘Atropurpurea’ bildet purpurne Blüten aus [Foto: Millenn/ Shutterstock.com]
  • Vinca minor ‘Anna’: Mit vielen Blüten in Blau, sehr bodendeckend
  • Vinca minor ‘Gertrude Jekyll’: Sehr winterhart und weiß blühend
  • Vinca minor ‘Josefine’: Kompakte, winterharte Sorte mit hellblauen Blüten
  • Vinca minor ‘Marie’: Immergrün mit blau-violetten Blüten, sehr winterhart
  • Vinca minor ‘Bowles’: Aufgrund der großen Blüten auch als Großblütiges Immergrün bekannt
Weißes Immergrün
Sowohl das Kleine als auch das Große Immergrün gibt es auch in Weiß [Foto: Martin Fowler/ Shutterstock.com]

Sorten von Vinca major

  • Vinca major ‘Alba’: Ein Immergrün in Weiß
  • Vinca major ‘Variegata’: Laubblätter mit cremefarbenem Rand
Vinca major 'Variegata'
Die Sorte ‘Variegata’ hat panschierte Blätter mit weißem Rand Die Sorte ‘Variegata’ hat panschierte Blätter mit weißem Rand [Foto: agatchen/ Shutterstock.com]

Immergrün pflanzen: Standort, Zeitpunkt & Vorgehen

Beide Immergrün-Arten haben an den Standort eher geringe Ansprüche. Während Vinca minor einen Standort in der Sonne bevorzugt, gedeiht Vinca major am besten im Schatten oder Halbschatten. Beide Arten vertragen aber nahezu alle Lichtverhältnisse und bilden nur mehr oder weniger Blüten aus. Der Boden sollte humos und nährstoffreich sein, sandige und lehmige Gartenböden sind am besten geeignet. Im Garten passt das Immergrün hervorragend unter Bäume, wo es zum Beispiel mit Farnen oder Gräsern kombiniert werden kann. Da sich das Immergrün flächig ausbreitet, ist es nach der Etablierung allerdings kaum noch möglich, heruntergefallenes Laub herauszuharken. Um es in seinem Wachstum zu begrenzen, kann man eine Kante rings um die Pflanzfläche setzen.

Um das Immergrün zu pflanzen, wird im Frühjahr zunächst der Boden gut aufgelockert und unerwünschte Wildkräuter entfernt. Denn letzteres ist insbesondere nach der Etablierung des Immergrüns kaum noch möglich. Auch später im Jahr darf noch gepflanzt werden, wenn ausreichend gewässert wird.

Blüte des Immergrün
Seine Blüten machen das Immergrün zu einem farbenfrohen Bodendecker

Handelt es sich um einen nährstoffarmen, sandigen oder sehr tonigen Gartenboden, so sollte vor der Pflanzung ein hochwertiges Substrat wie beispielsweise unsere Plantura Bio-Universalerde in das Pflanzloch gegeben werden, um den Boden auszubessern. Unsere Erde ist torffrei und besitzt eine locker-luftige Struktur, kann aber hervorragend Wasser speichern. Der Untergrund sollte nicht zu feucht und nicht zu trocken sein, sondern bestenfalls mäßig frisch. Setzen Sie das Immergrün nun in das Pflanzloch und füllen Sie die Lücken mit Erde auf, bevor Sie alles festklopfen und kräftig angießen. Auf einen Quadratmeter passen rund 5 Pflanzen, weshalb beim Einsetzen ein Abstand von etwa 40 cm eingehalten werden sollte. Beim Pflanzen von Vinca minor kann der Pflanzabstand um ein paar Zentimeter verringert werden. Das Große Immergrün steht gern in kleinen Gruppen oder Trupps von rund 10 Pflanzen, das Kleine Immergrün kann auch in Kolonien von mehr als 20 Pflanzen stehen.

Immergrün als Bodendecker
Beide Immergrün-Arten sind Bodendecker und bilden große Teppiche aus [Foto: Masianya/ Shutterstock.com]

Immergrün als Bodendecker: Beide Arten des Immergrüns eignen sich als Bodendecker hervorragend, denn die langen, kriechenden Triebe bilden an den Knotenpunkten stets neue Wurzeln und breiten sich wie ein Teppich aus.

Tipp: Man kann beide Immergrün-Arten auch im Topf pflanzen, zum Beispiel für die Haltung auf dem Balkon oder zur Begrenzung des Wachstums. Die hängenden Triebe sehen im Topf dekorativ aus. Ein regelmäßiger Rückschnitt sowie ein Winterschutz aus Vlies oder Jute sind wichtig, damit das Immergrün vital bleibt.

Pflege von Vinca minor und Vinca major

Vinca minor und Vinca major sind ziemlich robuste Gartenpflanzen, die keinen hohen Pflegebedarf haben. Ist es im Sommer über längere Zeit trocken und an einem sonnigen Standort, so sollten Sie das Immergrün gießen. Eine Düngung ist auf nährstoffreichen Böden in der Regel zumindest in den ersten Jahren nicht erforderlich. Ärmere Böden sollten hingegen im Frühjahr mit einem Langzeitdünger wie beispielsweise unserem Plantura Bio-Universaldünger versorgt werden, damit das Immergrün über die Vegetationszeit ausreichend versorgt wird. Im Winter sollten Sie das Immergrün nicht düngen.

Plantura Bio-Universaldünger
Plantura Bio-Universaldünger

Effektive Langzeitwirkung,
gut für den Boden, unbedenklich für Mensch, Tier & Natur

Ein Rückschnitt des Immergrüns ist nur erforderlich, wenn sich die Pflanze zu stark ausbreitet. In diesem Fall kann großzügig eingekürzt werden. Lassen Sie jedoch einige Triebe und schlafende Augen stehen, damit das Immergrün wieder ordentlich austreiben kann. Der Rückschnitt findet am besten im Frühjahr statt, um auch mögliche Frostschäden an den Blättern beseitigen zu können. Durch das Abstechen der Triebe wird die Verzweigung angeregt und das Immergrün bekommt ein buschigeres Aussehen. Wurzelrückstände können mit einer Grabegabel aus dem Boden geholt werden.

Überwinterung

Das Große Immergrün ist winterhart, denn es verträgt Temperaturen bis zu – 17 °C. Jedoch können Frostschäden an den Blättern entstehen. Bleibt noch die Frage: Ist auch Vinca minor winterhart? Das Kleine Immergrün trotzt sogar noch kälteren Temperaturen als sein großer Verwandter und kann sogar noch bei – 28 °C draußen stehen. In Regionen mit sehr kalten Wintern oder an Standorten, an denen das Immergrün im Winter starker Sonne oder Wind ausgesetzt ist, sollte es mit einer Mulchschicht überwintert werden, denn hier kann Frosttrocknis zu Gefahr werden. Die Pflanzen transpirieren dann durch das auftreffende Sonnenlicht Wasser, können aber keinen Nachschub aus dem gefrorenen Boden aufnehmen. In rauen Lagen kann es auch passieren, dass das Immergrün sein Laub im Frühjahr abwirft und im Anschluss neue Blätter bildet oder gar vollständig zurückfriert, bevor es im Frühling wieder austreibt.

Immergrün mit Frost
Der Winter wird in der Regel gut vom Immergrün überstanden [Foto: Lilu2005/ Shutterstock.com]

Wie vermehrt man Immergrün

Um Immergrün zu vermehren, bieten sich gleich mehrere Methoden an. Die einfachste Möglichkeit ist die Gewinnung von Ablegern, denn Immergrün bildet sowieso ständig neue Wurzeln, mit denen es sich im Boden verankert. Die Triebe werden in die gewünschte Richtung gelegt und nach der Bewurzelung von der Mutterpflanze abgetrennt.

Grüne oder halbreife Stecklinge können das ganze Jahr über gewonnen werden, indem man einfach ein Triebstück mit einigen Blattknoten abschneidet, die unteren Blätter entfernt und den Trieb mit der Schnittstelle in Töpfe mit feuchter Anzuchterde wie beispielsweise unserer Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde steckt. Unsere Erde ist besonders für Jungpflanzen und Sämlinge geeignet, da durch den geringen Nährstoffgehalt ein starkes Wurzelwachstum angeregt wird. Der Standort für den Immergrün-Steckling sollte eher schattig sein.

Auch die Teilung der Mutterpflanze ist im Frühjahr möglich, wobei sie für diesen Zweck ausgegraben werden muss.

Immergrün mit Hummel
Auch wenn das Immergrün bienenfreundlich ist, sollten sich Haustiere besser fernhalten [Foto: jessicahyde/ Shutterstock.com]

Ist Immergrün giftig?

Ja, sowohl das Kleine als auch das Große Immergrün sind giftig, was unter anderem an den enthaltenen Alkaloiden liegt. Der Milchsaft, der beim Schneiden von Immergrün austritt, sollte nicht mit Haut und Schleimhäuten in Kontakt kommen. Haustiere wie Hunde oder Katzen können sich am Immergrün vergiften und sollten die Pflanzenteile nicht in größeren Mengen verzehren.

Ein weiterer blühender Bodendecker ist das Gänsefingerkraut (Potentilla anserina). Es ist zwar nicht immergrün, überzeugt jedoch mit den strahlend gelben Blüten. In unserem Spezialartikel erfahren Sie, wie Sie das Gänsefingerkraut pflanzen und pflegen.

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