Aprikosenbaum Krankheiten & häufige Schädlinge

Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften
Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften

Pflanzen und Natur haben mich schon immer begeistert, deshalb studiere ich Nutzpflanzenwissenschaften. Mein besonderes Interesse gilt dem Pflanzenschutz, Biodiversität und Ökosysteme. Das Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren mit ihrer Umwelt finde ich unglaublich spannend. In meiner Freizeit bin ich gerne im Freien, genieße die Natur und sammle Inspiration für Kreativprojekte. Mein Traum ist es, irgendwann einmal einen großen Gemüsegarten zu haben.

Am Aprikosenbaum können verschiedene Krankheiten und Schädlinge auftreten. Wir erklären dir, welche es gibt und wie du sie bekämpfst.

Gesunder Aprikosenbaum ohne Krankheiten
Beim Anbau von Aprikosen kann es zu Krankheiten und Schädlingen kommen [Foto: simona pavan/ Shutterstock.com]

Krankheiten und Schädlinge stellen im Anbau jeder Kultur eine Herausforderung dar, so auch bei Aprikosenbäumen (Prunus armeniaca). Sie können nicht nur die Gesundheit des Baumes beeinträchtigen, sondern wirken sich häufig auch negativ auf das Wachstum sowie die Fruchtqualität aus. Im schlimmsten Fall wird der Baum so stark geschwächt, dass er auch in den folgenden Jahren deutlich weniger leistungsfähig ist. Einige Krankheiten und Schädlinge treten bei Aprikosen jedoch besonders häufig auf. Mit dem richtigen Wissen lassen sie sich frühzeitig erkennen und gezielt einordnen. In diesem Artikel erfährst du, welche Krankheiten und Schädlinge beim Aprikosenbaum vorkommen, woran man sie erkennt und welche Maßnahmen helfen, einem Befall vorzubeugen oder ihn wirksam zu bekämpfen.

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Die häufigsten Krankheiten am Aprikosenbaum

Krankheiten bei Aprikosen werden durch Viren, Bakterien oder Pilze verursacht. Je nach Erreger können sie sich unterschiedlich stark auf die Gesundheit des Baumes auswirken und im schlimmsten Fall schwerwiegende Folgen haben. Beim Anbau von Aprikosen ist es daher wichtig, bei ersten Anzeichen von Krankheiten schnell zu reagieren, um sie zu bekämpfen.

Monilia

Beim Aprikosenbaum ist eine der bedeutsamsten Krankheiten die Monilia. Verursacht wird sie durch verschiedene Monilia-Pilze. Befällt der Pilz die Früchte, spricht man von Fruchtfäule. Diese wird meist durch Monilia fructigena ausgelöst, kann jedoch auch durch Monilia laxa entstehen. Die Infektion erfolgt in der Regel über kleine Verletzungen in der Fruchtschale. An diesen Stellen entwickeln sich braune Faulstellen auf der Oberfläche. Typisch sind außerdem polsterartige Sporenlager, die oft ringförmig angeordnet sind. Ihre Farbe gibt Hinweise auf den Erreger: Graue Sporenpolster deuten auf Monilia laxa hin, während beigefarbene Polster meist von Monilia fructigena stammen. Die befallenen Früchte schrumpfen im weiteren Verlauf ein. Sie fallen entweder vom Baum oder bleiben als Fruchtmumien hängen, die eine wichtige Infektionsquelle für das nächste Jahr darstellen. Neben den Früchten können auch Blüten, Blätter und Triebe infiziert werden. Wenn dies bei den Aprikosen auftritt, spricht man von Spitzendürre oder Zweigmonilia. Bei den Aprikosen beginnen die betroffenen Pflanzenteile zu welken, verfärben sich braun und sterben schließlich ab. Die Krankheit kann sich bis in die Triebspitzen ausbreiten, sodass ganze Zweige absterben. Häufig treten an den betroffenen Stellen zusätzlich krebsartige Wucherungen sowie Gummifluss auf.

Mit Monilia erkrankter Aprikosenbaum
Bei der Spitzendürre sterben Blätter und Triebe der Aprikose ab [Foto: Muhlbach/ Shutterstock.com]

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene und abgefallene Früchte entfernen und entsorgen.
  • Bei starkem Fruchtansatz durch Ausdünnen für bessere Durchlüftung sorgen.
  • Schadinsekten bekämpfen, um Verletzungen an den Früchten zu vermeiden.
  • Befallene Triebe bis ins gesunde Holz des Aprikosenbaums zurückschneiden.
  • Verwendung Monilia-resistenter oder -toleranter Sorten, wie z.B.: Elsa, Vallamust, Congat.
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Kräuselkrankheit

Am Aprikosenbaum gibt es viele Krankheiten, eine davon ist die Kräuselkrankheit. Sie ist eine Pilzerkrankung, ausgelöst durch den Pilz Taphrina deformans. Sie befällt zwar hauptsächlich Nektarinen- und Pfirsichbäume (Prunus persica), kann aber auch an der Aprikose auftreten. Typisch sind zunächst hellgrüne bis rötliche, blasenartige Verdickungen auf den jungen Blättern. Im weiteren Verlauf verformen und vergrößern sich diese stark, während das Gewebe brüchig wird. Schließlich vertrocknen die Blätter und fallen vorzeitig ab. Am Aprikosenbaum können bei starkem Pilzbefall auch ganze Triebe oder Zweige absterben. Häufig treibt der Baum ab Juni zwar erneut aus, jedoch ist er durch die vorherige Infektion bereits geschwächt. Diese Schwächung wirkt sich oft auch im Folgejahr aus, indem weniger Knospen gebildet werden. Der Aprikosenbaum trägt dann wenig bis keine Früchte. Im Extremfall kann der Baum so stark geschädigt werden, dass er gerodet werden muss.

Kräuselkrankheit an einem Aprikosenbaum
Bei der Kräuselkrankheit beginnen die Blätter der Aprikose sich zu verformen [Foto: Imtinan Ali/ Shutterstock.com]

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Befallene Pflanzenteile frühzeitig entfernen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
  • Abgefallenes Laub aufsammeln und entsorgen.
  • Durch Düngung den Neuaustrieb nach dem Blattverlust unterstützen.
  • Nach der Ernte befallene Triebe kräftig bis ins gesunde Holz zurückschneiden.
  • Bei starkem Befall kann der Einsatz eines geeigneten Fungizids sinnvoll sein.

Scharka-Krankheit

Die Scharka-Krankheit ist eine Virusinfektion, die vor allem Aprikosen-, Pfirsich- und Pflaumenbäume (Prunus domestica) befällt. Verursacht wird sie durch das sogenannte Plum pox virus (PPV). Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch saugende Insekten, insbesondere Läuse, die das Virus beim Anstechen der Blätter weitergeben. Typische Symptome zeigen sich sowohl an den Blättern als auch an den Früchten. Auf den Blättern treten hellolivgrüne bis gelbliche Ringe oder Flecken auf. Die Früchte weisen häufig eingesunkene Stellen auf. Darunter verfärbt sich das Fruchtfleisch rötlich und nimmt eine gummiartige Konsistenz an, was die Qualität stark beeinträchtigt. Zudem kann es zu vorzeitigem Fruchtfall kommen. Warme und trockene Witterungsbedingungen begünstigen die Aktivität der Überträger und damit die Ausbreitung der Krankheit.

Aprikosenbaum mit Schädlingen
Läuse sind die wichtigsten Überträger der Scharka-Krankheit [Foto: Kuttelvaserova Stuchelova/ Shutterstock.com]

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Eine direkte Bekämpfung des Virus ist nicht möglich.
  • Ausbreitung am Aprikosenbaum durch übertragende Insekten (z.B. Läuse) bekämpfen.
  • Infizierte Bäume sollten entfernt werden, um eine weitere Verbreitung zu verhindern.
  • Verwendung Scharka-resistenter oder -toleranter Sorten und geeigneter Unterlagen z. B. Kuresia, Hilde.
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Typische Aprikosen-Schädlinge

Es gibt zahlreiche Schädlinge, die Aprikosenbäumen schaden können. Häufig schwächen sie den Baum und führen zu einer verminderten Fruchtbildung. An der Aprikose übertragen einige Schädlinge zudem Krankheiten, was sie zu einem zusätzlichen Risiko macht. Daher ist es wichtig, den Aprikosenbaum regelmäßig zu kontrollieren und mögliche Schädlinge frühzeitig zu erkennen.

Blattläuse

Blattläuse treten in nahezu allen Kulturen auf und zählen auch im Aprikosenanbau zu den häufigsten Schädlingen. Zu den bedeutendsten Arten gehören die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) und die Mehlige Pflaumenblattlaus (Hyalopterus pruni). Die grüne Pfirsichblattlaus erreicht eine Körpergröße von etwa 2 mm und kommt in unterschiedlichen Erscheinungsformen vor. In der Sommergeneration sind die Tiere meist grün und flügellos. Spätere Generationen können geflügelt sein; dabei sind Kopf und Teile des Thorax dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Die Mehlige Pflaumenblattlaus wird etwa 1,5 bis 2,5 mm groß. Sie ist blassgrün bis blaugrau gefärbt und mit einer weißlichen, wachsartigen Schicht überzogen. In geringer Anzahl stellen Blattläuse meist kein großes Problem dar. Allerdings können sie sich unter günstigen Bedingungen sehr schnell vermehren. Befallene Blätter rollen sich häufig ein, da sie durch die Saugtätigkeit der Läuse geschädigt werden. In der Folge können das Wachstum und die Fruchtbildung des Baumes beeinträchtigt werden. Zusätzlich sind Blattläuse wichtige Überträger von Viren, insbesondere der Scharka-Krankheit, was sie besonders problematisch macht. Der von Blattläusen ausgeschiedene Honigtau begünstigt zudem eine Infektion mit Rußtaupilzen.

Befall mit Blattläusen an einem Aprikosenbaum
Blattläuse können Überträger von Krankheiten sein [Foto: Piotr Velixar/ Shutterstock.com]

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Regelmäßige Kontrolle der Pflanzen, um einen Befall frühzeitig zu erkennen.
  • Förderung von Nützlingen durch einen biodiversen Garten. Unsere Plantura Siebenpunkt-Marienkäfer Eier gegen Blattläuse können beim Kampf gegen Blattläuse helfen.
  • Bei starkem Befall lieber zu einem nicht-chemischen Pflanzenschutzmittel greifen, das andere Insekten nicht gefährdet. Auf Neemöl basierende Pflanzenschutzmittel wie unser Plantura Bio-Schädlingsfrei Neem können Blattläuse effizient bekämpfen.
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Rote Spinne

Die Rote Spinne (Panonychus ulmi), auch als Obstbaumspinnmilbe bekannt, ist ein häufiger Schädling an Obstgehölzen. Es handelt sich dabei um eine Spinnmilbe, die nur etwa 0,5 bis 0,6 mm groß ist. Sie ist rötlich gefärbt und besitzt, typisch für Spinnmilben, vier Beinpaare. Die Tiere halten sich überwiegend auf der Blattunterseite auf und saugen dort Pflanzensaft. Ein Befall zeigt sich durch feine, helle Sprenkel oder Flecken auf den Blättern. Im weiteren Verlauf trocknen die Blätter ein und fallen vorzeitig ab. Dies kann zu Wachstumshemmungen, einer Schwächung der Pflanze sowie zu einer verminderten Fruchtbildung führen. Die rote Spinne kann leicht mit der gemeinen Spinnmilbe (Tetranychus urticae) verwechselt werden. Die Weibchen der gemeinen Spinnmilbe färben sich im Winter orange-rot und sehen der roten Spinne so sehr ähnlich. Die gemeine Spinnmilbe ist zwar besonders im Gemüsebau ein wichtiger Schädling, kann aber auch Obstbäume befallen. Die Bekämpfung erfolgt jedoch ähnlich wie bei der roten Spinne.

Spinnmilben an Blattunterseite
Die Obstbaumspinnmilbe kann den Aprikosenbaum stark schwächen [Foto: Tomasz Klejdysz/ Shutterstock.com]

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Förderung von Nützlingen durch einen biodiversen Garten.
  • Vermeidung einer übermäßigen Stickstoffdüngung.
  • Einsatz von Raubmilben als natürliche Gegenspieler wie z.B. unsere Plantura Raubmilben gegen Spinnmilben.
  • Bei starkem Befall gezielter Einsatz geeigneter Pflanzenschutzmittel.
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Pfirsichmotte

Die Pfirsichmotte (Anarsia lineatella) ist einer der wichtigsten Schädlinge im Pfirsichanbau, kann jedoch auch Aprikosenbäume befallen und Schaden anrichten. Die Falter erreichen eine Länge von etwa 14 mm und sind grau gefärbt. Auf den Flügeln befinden sich kleine schwarze Flecken. Die Larven sind braun gefärbt, mit rosafarbenen Zwischensegmenten und einem schwarzen Kopf. Sie können bis zu 12 mm lang werden. Die Weibchen legen ihre Eier überwiegend auf der Blattunterseite ab. Nach dem Schlüpfen wandern die Larven zu den Früchten und bohren sich in das Fruchtfleisch ein. Ein Befall zeigt sich durch dunkle, eingesunkene Flecken auf den Früchten. Häufig tritt zusätzlich Gummifluss auf, und es sind braune Kotkrümel zu erkennen. Das Fruchtfleisch wird zerstört, beginnt zu faulen und ist mit Ausscheidungen der Larven durchsetzt. Durch die Verletzungen an der Frucht, die von den Larven verursacht werden, kann sich die Aprikose zudem leichter mit weiteren Krankheiten wie der Monilia-Fruchtfäule infizieren.

Monilia-Fruchtfäule an einem Aprikosenbaum
Die Pfirsichmotte verletzt die Frucht und begünstigt so Monilia-Fruchtfäule [Foto: Marush/ Shutterstock,com]

Vorbeugung und Bekämpfung

  • Monitoring mit Pheromonfallen, um einen Befall frühzeitig zu erkennen.
  • Befallene Früchte und Pflanzenteile konsequent entfernen und vernichten.
  • Rinde abbürsten, um überwinternde Larven zu reduzieren.

Symptome, die auf Krankheiten & Schädlinge hinweisen

Krankheiten und Schädlinge fallen bei Obstbäumen häufig zuerst an den Blättern auf. Ein kranker Aprikosenbaum lässt zum Beispiel seine Blätter hängen, rollt die Blätter ein oder treibt nicht aus. Weitere typische Anzeichen sind Verfärbungen, Flecken oder Verformungen der Blätter. Auch vorzeitiger Blattfall kann ein Hinweis auf eine gestörte Pflanzengesundheit sein. Solche Symptome lassen sich oft gut als erste Orientierung nutzen, um mögliche Ursachen einzugrenzen. In vielen Fällen lohnt sich zunächst eine genaue Kontrolle des Baumes auf Schädlinge, da diese meist direkt sichtbar oder zumindest anhand ihrer Spuren leicht zu erkennen sind. Werden jedoch keine eindeutigen Schädlinge gefunden und treten trotzdem Blattverluste oder allgemeine Schwächungen auf, können auch abiotische Stressfaktoren wie Nährstoffmangel, Wassermangel, Staunässe oder starke Sonneneinstrahlung eine Rolle spielen. Neben den Blättern können auch die Früchte wichtige Hinweise liefern. Fäulnis, Verformungen, Einsenkungen oder ein vorzeitiger Fruchtfall deuten häufig auf bestimmte Infektionen oder Schädlingsbefall hin. Je nach Schadbild lassen sich so Rückschlüsse auf mögliche Ursachen ziehen, wodurch eine gezieltere Einordnung und Behandlung möglich wird.

Krankheitssymptome an Blättern eines Aprikosenbaums
Krankheiten und Schädlinge am Aprikosenbaum zeigen meist zuerst Symptome an den Blättern [Foto: ThePremise/ Shutterstock.com]

Auch wenn Krankheiten und Schädlinge auftreten können, kannst du erfolgreich einen Aprikosenbaum pflanzen. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige, damit dir das Anpflanzen gelingt.

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