Kanonierblumen: Pflege, Giftigkeit & die schönsten Arten

Katja
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Ich habe Landschaftsökologie studiert und habe durch mein Studium die Liebe zu Pflanzen entdeckt. Pflanzen sind nicht nur schön, sondern faszinieren mich auch durch ihre unterschiedlichen Überlebensstrategien. Um mir etwas Natur in die Wohnung zu holen, hege und pflege ich meine Zimmerpflanzen und Kräuter auf jeder verfügbaren Fensterbank.

Lieblingsobst: Rhabarber und alle Arten von Beeren
Lieblingsgemüse: Zwiebeln und Knoblauch

Vielleicht steht in Ihrer Wohnung schon die ein oder andere Kanonierblume, ohne dass Sie es gewusst haben. Die Gattung ist sehr arten- und formenreich und beinhaltet auch viele bei uns beliebte Zimmerpflanzen.

Kanonierblume
Die Kanonierblumen sind sehr artenreich [Foto: Shebeko/ Shutterstock.com]

Bei einigen Arten der Kanonierblumen (Pilea) würde man auf den ersten Blick gar nicht denken, dass sie so eng miteinander verwandt sind. Standort- und Pflegeansprüche sind zwar nicht bei allen Varietäten identisch. Dieser Artikel gibt aber grobe Richtwerte an, mit denen die meisten Pilea-Arten zufrieden sind.

Kanonierblume: Herkunft und Eigenschaften

Bei den Kanonierblumen (Pilea) handelt es sich um eine besonders artenreiche Gattung in der Familie der Brennnesselgewächse (Urticaceae). Die bis zu 400 verschiedenen Arten sind vor allem in tropischen und subtropischen Regionen der Erde verbreitet, einige davon kommen ebenso in gemäßigten Breiten vor. Zudem gibt es Vertreter der Gattung, die als Zimmerpflanzen gehalten werden können. Um diese wird es auch in diesem Artikel gehen.
Kanonierblumen sind in der Regel krautige Pflanzen oder Halbsträucher mit einfachen Blättern. Die Zimmerpflanzen-Arten erreichen im Allgemeinen Höhen von 10 bis 30 cm. Die Blütenstände bestehen aus vielen kleinen, eher unscheinbaren Einzelblüten. Durch plötzliche Entspannung schleudern die Staubfäden in der Natur den Pollen aus der Blütenhülle heraus, weshalb die Kanonierblumen auch Schleuderblumen oder Artillerieblumen genannt werden. Obwohl sie zu den Brennnesselgewächsen gehören, besitzen Kanonierblumen keine Brennhaare. Einige Arten haben äußerlich aber durchaus Ähnlichkeit mit der uns bekannten Großen Brennnessel (Urtica dioica).

Kanonierblume mit Blüten
Bei angemessener Pflege können auch mal Blüten zu sehen sein [Foto: Trygve Finkelsen/ Shutterstock.com]

Tipp: Da Kanonierblumen eine hohe Luftfeuchtigkeit lieben und nicht giftig sind, sind sie hervorragend für ein Terrarium geeignet.

Die schönsten Kanonierblumen-Arten und -Sorten

Von den rund 400 verschiedenen Pilea-Arten sind nur einige als Zimmerpflanzen bei uns erhältlich. Eine Auswahl der beliebtesten Kanonierblumen-Arten und -Sorten gibt einen Einblick in den Formenreichtum dieser Pflanzengattung.

Kriechende Kanonierblume (Pilea depressa): Mit ihren langen, kriechenden Trieben ist die Pilea depressa besonders für Ampeltöpfe geeignet. Ihre Blätter sind rundlich, klein und dick. Die Kriechende Kanonierblume sollte ab und zu mit Wasser besprüht werden, da sie eine erhöhte Luftfeuchtigkeit benötigt.

Kanonierblume mit runden Blättern
Die Pilea depressa mit kleinen, rundlichen Blättern und kriechenden Trieben [Foto: Yulinurc/ Shutterstock.com]

Silberblaue Kanonierblume (Pilea glauca): Wie Pilea depressa bildet auch Pilea glauca lange Triebe mit vielen kleinen, grünen Blättern aus.

  • Pilea glauca ‘Silver Sparkle’: Bei dieser Sorte sind die Blätter von einem silbrigen Schimmer überzogen.
Pilea glauca im Topf
Pilea glauca ‘Silver Sparkle’ ist wie von einem silbrigen Staub benetzt [Foto: Ilona Struzhkova/ Shutterstock.com]

Eingehüllte Kanonierblume (Pilea involucrata): Diese Art erinnert mit ihren großen, gezähnten Blättern schon eher an eine Brennnessel. Oberseits sind sie stark strukturiert. Die Blätter sind oben grün, auf der Unterseite jedoch rot gefärbt. Pilea involucrata benötigt im Gegensatz zu den meisten anderen Arten ganzjährig Temperaturen von mindestens 18 °C. Sie sollte regelmäßig mit Wasser besprüht werden.

  • Pilea involucrata ‘Moon Valley’: Hier sind die Blätter auch auf der Oberseite in der Mitte rostrot oder bräunlich.
Pilea involucrata als Zimmerpflanze
Pilea involucrata sollte etwas wärmer aufgestellt werden [Foto: Wigandt/ Shutterstock.com]

Vietnamesische Kanonierblume (Pilea cadierei): Die Vietnamesische Kanonierblume besitzt große Blätter mit grün-silbernem Muster auf der Oberseite. Sie kann über 40 cm groß werden.

Kanonierblume mit gemusterten Blättern
Pilea cadierei hat ein hübsches silbernes Muster auf den Blättern [Foto: Wirestock Creators/ Shutterstock.com]

Pilea spruceana: Diese leicht verholzende Kanonierblume hat ebenfalls große, am Rand leicht gekerbte Blätter, die auf der Oberfläche stark strukturiert sind.

  • Pilea spruceana ‘Silver Tree’: Die Blätter der Sorte ‘Silver Tree’ sind sehr dunkelgrün mit einem silbernen Streifen auf dem Mittelnerv.
Pilea spruceana
Pilea spruceana gibt es auch als Sorte ‘Silberbaum’ oder ‘Silver Tree’ [Foto: Fabrizio Guarisco/ Shutterstock.com]

Chinesischer Geldbaum (Pilea peperomioides): Eine der bekanntesten Pilea-Arten ist der Chinesische Geldbaum, auch Ufo-Pflanze genannt. Sie besitzt glänzend grüne, große, runde und fleischige Blätter, die auf langen Stielen sitzen. Sie kann bei 15 – 18 °C etwas kühler stehen als andere Arten. Auch für die Ufo-Pflanze sollte die Luftfeuchtigkeit leicht erhöht sein.

Mehrere Pilea-Pflanzen im Topf
Pilea peperomioides ist die wohl bekannteste Kanonierblume [Foto: now here image/ Shutterstock.com]

Kanonierblume pflanzen

Bei den zahlreichen Kanonierblumen-Arten und -Sorten ist es unmöglich, beim Thema Pflanzen und Pflegen alle gleichzeitig unter einen Hut zu bekommen. Dennoch geben wir ein paar Anhaltspunkte, die für die meisten Zimmerpflanzen-Pilea passend sind.

Kanonierblumen aus den Tropen und Subtropen mögen helle Standorte. Einige Arten stehen gern besonders hell, andere kommen mit weniger Licht zurecht. Direktes Sonnenlicht oder dunkle Schattenplätze sollten jedoch bei allen Arten lieber vermieden werden. Ein Ost- oder Westfenster ist in der Regel gut geeignet. Die passende Temperatur liegt bei den meisten Varianten bei 18 bis 23 °C. Auch hier darf es für einige Arten wärmer oder ein wenig kühler sein. Als Substrat sollte durchlässige, leicht saure Erde wie beispielsweise unsere Plantura Bio-Universalerde verwendet werden. Der Kompostgehalt sowie der leicht saure pH-Wert bieten den Kanonierblumen gute Bedingungen zum Wachsen. Für eine optimale Durchlässigkeit sollte noch etwa 30 % Sand dazu gemischt werden. Am besten wird eine Drainageschicht im Topf angelegt, da Staunässe von Kanonierblumen nicht vertragen wird.

Kanonierblume an hellem Standort
Eine Kanonierblume sollte hell, aber nicht in der Sonne stehen [Foto: Olga Miltsova/ Shutterstock.com]

Die richtige Pflege der Kanonierblume

Kanonierblumen sind in der Pflege ziemlich unkompliziert und überstehen auch den ein oder anderen Patzer.

Im Allgemeinen haben Kanonierblumen einen mäßigen Wasserbedarf, das heißt, die Erde darf zwischen den Wassergaben antrocknen. Prüfen Sie mit dem Finger, ob die oberen 2 cm des Substrats trocken sind. In diesem Fall sollte wieder gegossen werden, am besten mit zimmerwarmem, weichem Wasser. Gießwasser, das nach 15 Minuten noch nicht vom Substrat aufgenommen wurde und sich im Untersetzer sammelt, muss entfernt werden.

In der Vegetationszeit von Frühling bis Herbst sollte die Kanonierblume mit Nährstoffen versorgt werden. Für Zimmerpflanzen bietet sich ein Flüssigdünger wie zum Beispiel unser Plantura Bio-Zimmer- & Grünpflanzendünger an. Er wurde speziell für die Bedürfnisse von Blattschmuckpflanzen zusammengesetzt und lässt sich leicht dosieren und anwenden. Eine Düngergabe alle drei Wochen ist bei Kanonierblumen ausreichend.

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Kanonierblumen-Arten, die lange Triebe ausbilden, können im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Hierfür verwendet man sauberes, scharfes Werkzeug. Etwa zwei Drittel der Trieblänge darf eingekürzt werden.

Im Winter sollten die meisten Arten bei etwa 15 °C gehalten werden. Sie benötigen dann etwas weniger Wasser zwischen Herbst und Frühjahr nur zwei bis drei Nährstoffgaben.

Pilea depressa mit langen Trieben
Langtriebige Arten können manchmal zurückgeschnitten werden [Foto: Abang pelaut/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Am besten lassen sich Kanonierblumen vermehren, indem man im Frühjahr Stecklinge schneidet. Je nach Art kann das ein Kopfsteckling sein, oder man schneidet bei kriechenden Arten, wie der Pilea depressa, einen ganzen Trieb in kleine Stücke. Kopfstecklinge werden oben von der Pflanze abgeschnitten und im unteren Bereich entblättert. Die Triebstecklinge legt man horizontal auf ein Anzuchtsubstrat, die Kopfstecklinge steckt man mit der Schnittfläche nach unten hinein. Beide werden leicht angedrückt. Eine passende Erde ist zum Beispiel unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde aus natürlichen Rohstoffen und ohne Torf. Durch den geringen Gehalt an Nährstoffen in unserer Erde wird das Wurzelwachstum angeregt und es entwickeln sich widerstandsfähige Pflanzen. Nun wird die Erde leicht angefeuchtet, mit einer durchsichtigen Plastiktüte überstülpt und an einen hellen und warmen Platz bei etwa 20 °C gestellt.

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Manchmal werden auch Ableger gebildet. So wachsen zum Beispiel bei der Ufo-Pflanze kleine Miniaturausgaben der Mutterpflanze aus der Erde heraus. Diese können beim Umtopfen vorsichtig abgetrennt und in separate Töpfe gepflanzt werden.

Pilea mit Ableger
Die Pilea peperomioides bildet auch Ableger [Foto: Luoxi/ Shutterstock.com]

Sind Kanonierblumen giftig?

Ob Kanonierblumen giftig sind, kann man nicht pauschal für die gesamte Gattung beantworten. Einige Arten wie die Pilea peperomioides sind für Menschen und Haustiere ungiftig. Andere, wie zum Beispiel Pilea cadierei, sind giftig und sollten von Menschen und Haustieren nicht verzehrt werden. Informieren Sie sich zur Sicherheit über die Giftigkeit der jeweiligen Pilea-Art.

Ebenfalls pflegeleicht und dekorativ ist die Purpurtute (Syngonium). Bei uns erfahren Sie, wie man die Blattschmuckpflanze mit den langen Schlingtrieben pflanzt und pflegt.

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