Kaiserkrone: Pflanzen, Pflege & die schönsten Sorten

Laura
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Meine Faszination für die Pflanzenwelt hat mich dazu gebracht, Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu studieren. Seien es Nutzpflanzen oder Ziergewächse, in den Tropen vorkommend oder bei uns heimisch – jede Pflanze birgt ihre eigene Besonderheit.
In botanischen Gärten lasse ich mich gerne von der unglaublichen Vielfalt inspirieren und versuche, möglichst viel Natur in meine Wohnung und auf meinen Balkon zu bringen.

Lieblingsobst: Mango, Banane
Lieblingsgemüse: Knoblauch, Aubergine

Die Kaiserkrone ist eine der ältesten kultivierten Gartenpflanzen und damit gewissermaßen ein Muss in jedem klassischen Bauerngarten.

Fritillaria imperialis
Anmutig steht sie da und genießt ihren kaiserlichen Auftritt [Foto: Dmytro Sheremeta/ Shutterstock.com]

Im Orient wird die Kaiserkrone (Fritillaria imperialis) seit Menschengedenken gepflanzt. Bietet man der royalen Pflanze den passenden Standort, gelingt es auch Gartenanfängern, diese über mehrere Jahre im Garten zu haben. Wir zeigen Ihnen hier, was Sie bei der Pflanzung beachten müssen und welche schönen Sorten die Kaiserkrone zu bieten hat.

Kaiserkrone: Herkunft und Eigenschaften

Die Kaiserkrone gehört zu der Familie der Liliengewächse (Liliaceae) und verdankt ihren Namen den wie Kronen hängenden, großen Blüten. Auch der Artname imperialis bedeutet kaiserlich. Fritillaria imperialis ist von Kleinasien und dem Vorderen Orient bis in den Himalaya natürlicherweise verbreitet. Es heißt, die Kaiserkrone verweigerte, ihr Haupt zu beugen, als Christi gekreuzigt wurde. Später jedoch ließ sie ihre Blüten hängen und weint seither. Daher lautet die persische Bezeichnung für die historische Pflanze „Ashk-e-Maryam“ – Tränen Marias. Bei uns ist die Kaiserkrone auch als Königskrone, Königslilie, Kronblume oder Kaiserkron bekannt und findet schon seit dem Mittelalter Verwendung als Zierpflanze.

Die mehrjährige Kaiserkrone ist ein Zwiebelgewächs und treibt ab März aus. Der unverzweigte Stiel besitzt an der unteren Hälfte lanzettförmige Blätter und entwickelt an seinem Ende je nach Sorte 4 bis 8 Blüten. Diese werden von einem Blattschopf gekrönt. Insgesamt erreicht die Kaiserkrone eine Höhe von bis zu 140 cm. Die orangefarbenen Blüten weisen einen markanten Duft auf, welcher von vielen Menschen als unangenehm empfunden wird. Auch die Zwiebel an sich duftet intensiv, weswegen einige Gärtner vermuten, die Kaiserkrone könne Wühlmäuse abschrecken. Belege hierfür gibt es jedoch keine. Neben der orange blühenden Fritillaria imperialis war bis zum 18. Jahrhundert eine weißblühende Form bekannt, welche seither verschollen ist.

Kaiserkrone
Die kaiserliche Krone bezaubert durch hängende Einzelblüten [Foto: Rainbow008/ Shutterstock.com]

Nach der Blüte zieht das Laub relativ schnell ein und wird meist als unattraktiv empfunden, weswegen es sich lohnt, die Kaiserkrone mit spät austreibenden Gräsern zu kombinieren. Diese können bei guter Platzierung das übriggebliebene Laub abdecken.

Wann hat die Kaiserkrone Blütezeit? Kaiserkronen blühen zwischen März und Mai, je nach Sorte früher oder später in diesem Zeitraum. Die Kaiserkrone ist bienenfreundlich, wobei das Angebot an Nektar und Pollen für Bienen und Hummeln nur als mäßig eingestuft wird.

Die schönsten Arten und Sorten

Obwohl Fritillaria imperialis an sich schon eine Besonderheit im Garten darstellt, lohnt es sich dennoch, verschieden Sorten zu betrachten. Wir haben Ihnen die schönsten zusammengestellt.

  • ‘Lutea Maxima’ wird bis zu 100 cm hoch und blüht in einem strahlenden Gelb. Der Geruch dieser Sorte ist sehr intensiv.
Fritillaria imperialis Lutea Maxima
Kaiserkrone ‘Lutea Maxima’ [Foto: blue caterpillar/ Shutterstock.com]
  • ‘Prolifera’ besitzt zwei orangerote Blütenebenen und findet seit dem 16. Jahrhundert Verwendung in Gärten.
  • ‘Rubra Maxima’ blüht ebenso orangerot und erreicht eine Höhe von 100 cm. Diese Sorte ist etwas spätfrostempfindlicher als ihre Verwandten.
Fritillaria imperialis Rubra Maxima
Kaiserkrone ‘Rubra Maxima’ [Foto: imageBROKER.com/ Shutterstock.com]
  • ‘Argenteovariegata’ zieht durch weiß umrandete Blätter die Blicke auf sich. Die Blüten zeigen sich in roter Farbe. Diese Sorte wächst bis zu 70 cm hoch.
  •  ‘Garland Star’ wird bis zu 120 cm hoch und überzeugt mit braun-schwarzen Blütenstielen. Durch die orangenen Blüten entsteht hier ein wunderschöner Kontrast.
Kaiserkrone-Blume
Die Kaiserkronen-Sorte ‘Garland Star’ blüht orange [Foto: aquatarkus/ Shutterstock.com]

Die Gattung Fritillaria hat neben der Fritillaria imperialis weitere wunderschöne Arten für unsere Gärten zu bieten:

  • Die Zwerg-Kaiserkrone (Fritillaria raddeana) erreicht eine Wuchshöhe von circa 80 cm. Der Neuaustrieb ist meist rötlich gefärbt – die Blüten zeigen sich in einem zarten Gelb. Diese Art ist etwas frostempfindlich, weswegen eine vor Wind und Nässe geschützte Lage nötig ist.
Kaiserkrone in Blütezeit
Zwerg-Kaiserkrone (Fritillaria raddeana) [Foto: msnobody/ Shutterstock.com]
  • Die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) bleibt etwa 30 cm klein und bildet glockenförmige, hängende Blüten aus. Diese sind purpur-weiß gezeichnet und erinnern daher an ein Schachbrett. Sie ist bei uns heimisch und steht unter Schutz.
Schachbrettblume
Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) [Foto: ArtSvetlana/ Shutterstock.com]
  • Eine Persische Kaiserkrone (Fritillaria persica) zeigt mehrere Blüten ohne Blattschopf am Ende des Blütenstiels. Diese Art ist frostempfindlich und sollte vor dem Winter ausgegraben und überwintert werden. Insgesamt wird eine Höhe von 80 cm erreicht. Die Blüten zeigen sich in einem violett-braunen Farbton.
Persische Kaiserkrone
Persische Kaiserkrone (Fritillaria persica) [Foto: Wut_Moppie/ Shutterstock.com]

Kaiserkrone pflanzen: Standort und Vorgehen

Die Kaiserkrone bevorzugt einen sonnigen bis absonnigen Standort. Bei dunkleren Sorten führt pralle Mittagssonne gegebenenfalls zu einem Verblassen der Blüten, schadet der Pflanze an sich jedoch nicht. Starke Konkurrenten wie dominante Bäume verdrängen die Kaiserkrone leider bald – im Beet kann man sie mit genügend Abstand zu anderen großen Stauden oder Zwiebelpflanzen hingegen gut platzieren. Der Boden sollte durchlässig, nahrhaft und besonders im Frühjahr frisch sein. Stark sandige oder schwere Lehmböden sorgen ebenfalls für zögerliches, wenig prachtvolle Entwicklung und baldiges Verschwinden der Zwiebelpflanze.

Kaiserkrone-Pflanzen
Für sich stehend, mit Abstand zu großen Bäumen, gedeiht die Kaiserkrone gut [Foto: Sergey V Kalyakin/ Shutterstock.com]

Tipp: Wie viele Zwiebelgewächse verträgt auch die Kaiserkrone Staunässe nicht. Legen Sie deshalb eine Drainageschicht aus Kies oder Splitt an, bevor Sie die Zwiebeln einsetzen.

Um der Zwiebel genügend Zeit zum Einwurzeln zu geben, liegt der optimale Pflanzzeitpunkt im Spätsommer bis zum frühen Herbst. Setzen Sie die Zwiebel 20 bis 25 cm tief ein und beachten Sie einen Pflanzabstand von mindestens 40 cm. Das Loch der Zwiebel sollte dabei nach oben schauen. Kaiserkronen stehen am besten in kleinen Gruppen von 3 bis 10 Pflanzen zusammen. Die Kombination mit anderen Blühpflanzen ist meist nicht zu empfehlen, da das Gesamtbild sonst überfrachtet wirkt. Kombinieren Sie die Kaiserkrone lieber mit schlichtem Buchsbaum (Buxus spec.) oder Ziergräsern – oder lassen Sie sie ganz allein für sich stehen.

Kaiserkrone-Zwiebel
Die Zwiebel der Kaiserkrone ist im Inneren hohl und vor allem roh sehr giftig [Foto: Max_555/ Shutterstock.com]

Auch im Kübel lässt sich die Kaiserkrone gut kultivieren. Wählen Sie ein Pflanzgefäß, welches der Pflanze circa 20 cm Platz bis zum Topfrand bietet. Ebenso ist auf ein großes Wasserabzugsloch zu achten. Legen Sie bestenfalls eine Drainageschicht aus beispielsweise Blähton an. Als Substrat empfehlen wir hochwertige Blumenerde. Unsere Plantura Bio-Blumenerde enthält neben Kompost und vornehmlich organischem Bio-Dünger bereits Blähton, welcher für eine optimale Durchlässigkeit des Substrates und weniger Gesamtgewicht sorgt. Noch mehr Blähton einzumischen, lohnt sich jedoch sehr für die Kultur der Kaiserkrone. Zusätzlich ist die Erde zu 100 % torffrei und somit umweltschonender hergestellt als andere Substrate.

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Die richtige Pflege

Bietet man der Kaiserkrone den geeigneten Standort, ist sie nicht weiter aufwendig zu pflegen. Oft wird ein Umsetzen der Zwiebel alle 4 bis 5 Jahre empfohlen. Wird die Kaiserkrone ausreichend mit Nährstoffen versorgt, kann sie ohne Probleme am selben Standort bleiben. Soll die Fritillaria doch den Standort wechseln, passiert dies während der Ruhezeit, wenn sie kein Laub trägt.

Kaiserkrone im Topf
Wenn die Kaiserkrone genügend Platz hat, kann sie sich gut entwickeln [Foto: COULANGES/ Shutterstock.com]

Kaiserkronen haben im Vergleich zu anderen Zwiebel-Geophyten einen relativ hohen Stickstoffbedarf. Deshalb sollten sie alljährlich im Frühling gedüngt werden. Unser Plantura Bio-Blumen- & Balkondünger weist beispielsweise einen stickstoffbetontes Nährstoffverhältnis auf. Das reicht der Kaiserkrone für eine ganze Saison. Wird die Zwiebel in frische und damit gut nährstoffversorgte Blumenerde gepflanzt, kann im ersten Frühjahr auf eine Düngung verzichtet werden.

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Tipp: Achten Sie im Frühjahr darauf, dass die Kaiserkrone nicht zu trocken steht und gießen Sie die Jungpflanze gegebenenfalls an – Trockenstress wird während des Austriebs nicht gut vertragen.

Ein Rückschnitt sollte erst im Sommer, sobald das Laub vollständig vergilbt ist, erfolgen. Die Zwiebel resorbiert die Nährstoffe aus dem Laub, welche für die Überwinterung nötig sind. Wird das Laub zu früh geschnitten, könnte ein Neuaustrieb im Frühjahr ausbleiben.

Kaiserkrone vor Blüte
Junge Kaiserkrone im Frühjahr vor der Blüte [Foto: FuzullHanum/ Shutterstock.com]

Ist die Kaiserkrone winterhart?

Ja, die Kaiserkrone ist winterhart und verträgt Temperaturen bis zu – 34 °C. Sollte die Kaiserkrone im neuen Jahr nicht austreiben, liegt das womöglich am Standort – undurchlässige Böden verursachen winterliche Staunässe und damit ein Faulen der Zwiebel. Bei Pflanzen im Topf oder Kübel ist Frost ein noch größeres Problem. Stellen Sie den Topf deshalb an einen geschützten Ort und umwickeln Sie die Pflanzgefäße beispielsweise mit Vlies oder einem Jutesack. Gießen sollte man nur sehr selten – das Substrat darf im Winter durchaus eher trocken sein.

Kaiserkrone bei Frost
Spätfröste lassen die Blüten etwas hängen, meist jedoch ohne weitere Folgen [Foto: Cosmin Manci/ Shutterstock.com]

Kaiserkrone vermehren

Die erfolgversprechendste und schnellste Methode, die Kaiserkrone zu vermehren, erfolgt über Tochterzwiebeln. Diese Variante funktioniert aber nur bei älteren, etablierten Exemplaren. Graben Sie dazu die Zwiebel im Spätsommer aus, wenn das Laub vergilbt ist. Nehmen Sie die Tochterzwiebel, welche außen zu sehen ist, ab. Die Mutter- und Tochterzwiebel können direkt mit einem ausreichenden Abstand wieder eingepflanzt werden.

Die Kaiserkrone über Samen zu vermehren, ist dagegen etwas aufwendiger: Die meisten Sorten setzen nur bei einer Fremdbestäubung, also mit Hilfe anderer Sorten, Samen an. Eine gute Befruchtung findet dann statt, wenn mindestens zwei verschiedene Sorten nebeneinander stehen und fast zeitgleich blühen. Im Spätsommer sind die Samen dann reif und können geerntet werden. Lassen Sie die Samen bestenfalls 24 Stunden in Wasser aufquellen, bevor Sie diese auf Substrat oder Boden verteilen und nur leicht andrücken. Da es sich um einen sogenannten Kaltkeimer handelt, benötigt das Saatgut den winterlichen Kältereiz, um im Frühjahr keimen zu können. Die Saat der Kaiserkrone läuft ungleichmäßig auf, manche Samen brauchen also eventuell deutlich länger als andere.

Hinweis: Bis samenvermehrte Kaiserkronen zur Blüte kommen, kann es einige Jahre dauern. Dafür wird es aber eine Überraschung sein, wie die selbst kombinierte Pflanze wohl aussieht.

Kaiserkrone-Samen
Durch die Kombination zweier Sorten kann es zur Samenbildung kommen [Foto: Kollawat Somsri/ Shutterstock.com]

Ist die Kaiserkrone giftig?

Ja, die Kaiserkrone ist für Menschen und Tiere giftig. Sie enthält in allen Pflanzenteilen, vor allem jedoch in ihrer Zwiebel, die Giftstoffe Imperialin und Fritillin. Bei einem Verzehr wurden Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen beobachtet. Herz- und Kreislaufbeschwerden sind ebenfalls möglich. Eine starke Vergiftung kann sogar zum Herzstillstand führen.

Ebenfalls giftig und mit einem imposanten Namen versehen ist die Ruhmeskrone (Gloriosa superba). Sie wird bei uns als Kübel – oder Zimmerpflanze verwendet und eignet sich als wunderschöne Schnittblume.

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