Lavendelheide: Pflanzen, Pflege & Vermehren des Schattenglöckchens

Katja
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Ich studiere Landschaftsökologie und habe durch mein Studium die Liebe zu Pflanzen entdeckt. Pflanzen sind nicht nur schön, sondern faszinieren mich auch durch ihre unterschiedlichen Überlebensstrategien. Um mir etwas Natur in die Wohnung zu holen, hege und pflege ich meine Zimmerpflanzen und Kräuter auf jeder verfügbaren Fensterbank.

Lieblingsobst: Rhabarber und alle Arten von Beeren
Lieblingsgemüse: Zwiebeln und Knoblauch

Mit ihrem rot austreibenden Laub und den glockenförmigen Blüten fällt die Lavendelheide schnell auf. Zudem ist sie auch noch eine hervorragende Bienenweide.

Lavendelheide-Pflanze
Rotes Laub und Blüten in Glockenform sind für die meisten Lavendelheiden-Sorten typisch [Foto: noriox/ Shutterstock.com]

Das Schattenglöckchen, wie die Lavendelheide (Pieris) auch genannt wird, überzeugt einzeln oder auch als Hecke. Die immergrünen Sträucher sind pflegeleicht und halten sogar frostigen Temperaturen stand. Wie eine angemessene Pflege aussieht und wie Sie die Lavendelheide pflanzen, erfahren Sie hier.

Lavendelheide: Blüte, Herkunft und Eigenschaften

Bei der Lavendelheide (Pieris) handelt es sich um eine Pflanzengattung mit insgesamt sieben verschiedenen Arten innerhalb der Familie der Heidekrautgewächse (Ericacea). Sie stammen aus der Karibik, Ostasien sowie Nordamerika. Zwei Arten, nämlich Pieris floribunda und Pieris japonica, können auch in unseren mitteleuropäischen Breiten wachsen. Mit etwa zehn Zentimetern Zuwachs pro Jahr wachsen Schattenglöckchen recht langsam. Lavendelheiden sind immergrüne, mehrjährige Sträucher, die Größen von zwei bis vier Metern erreichen können. Mit dem Lavendel haben sie nichts zu tun. Lediglich die spiralige Anordnung der Laubblätter erinnert an die Lavendelpflanze. Die Blätter sind ledrig, ganzrandig und lanzettlich geformt. Im Herbst verfärbt sich das Laub je nach Art rot-braun. Im Frühling kommt die Lavendelheide zur Blüte. Die glockenförmigen Blüten stehen in Trauben oder Rispen und können weiß oder rosa sein. Aufgrund ihrer Form wird die Lavendelheide auch Schattenglöckchen genannt. Doch nicht nur optisch kann die Lavendelheide überzeugen.

Lavendelheide mit Hummel
Auch Insekten lieben die Blüten des Schattenglöckchens [Foto: Robin Verhoef/Shutterstock.com]

Ist die Lavendelheide bienenfreundlich? Ja, auch Insekten erfreuen sich an der dekorativen Pflanze, die im Frühling reichlich Nektar bietet. Sie wird als Bienenweide von heimischen Insekten gerne genutzt.

Die schönsten Lavendelheide-Sorten

In unseren Breiten können zwei Arten der Lavendelheide wachsen. Durch Züchtung entstanden zudem einige Lavendelheiden-Sorten, die vor allem unterschiedliche Größen haben. Wir stellen hier die schönsten vor.

  • Pieris japonica: Die Japanische Lavendelheide hat eine lockere Wuchsform und bildet weiße Blüten. Durch Züchtungen sind aus dieser Art viele Lavendelheiden-Sorten entstanden. Wird sie im Kübel gepflanzt, so wird ihr Wachstum etwas eingeschränkt und sie bleibt kleiner. Im Beet wird sie etwa 2 – 3 Meter hoch und ebenso breit.
  • Pieris floribunda: Die Amerikanische Lavendelheide, oder auch Vielblütige Lavendelheide, bleibt mit maximal 2 Metern Höhe etwas kleiner als die Japanische Lavendelheide. Auch sie blüht weiß, ist dicht verzweigt und kann im Kübel gehalten werden.
  • Pieris japonica ‘Carnaval’: Diese Sorte entwickelt weiße Blüten und besitzt grünes Laub, das an den Rändern cremeweiß gefärbt ist. Wuchshöhe: 80 – 100 cm.
Blätter der Lavendelheide
Einige Sorten tragen weiß umrandetes Laub [Foto: Nahhana/ Shutterstock.com]
  • Pieris japonica ‘Little Heath’: Auch hier ist das Laub grün gefärbt und weiß umrandet. Neu austreibende Blätter sind rötlich und verleihen der Pflanze ein interessantes Aussehen. Die Blütenfarbe ist weiß. Wuchshöhe: 50 – 60 cm.
  • Pieris japonica ‘Valley Valentine’: Die Blüten sind bei dieser Sorte rot und erscheinen schon ein wenig früher als bei den anderen Sorten ab Mitte März. Wuchshöhe: 80 – 150 cm.
  • Pieris japonica ‘Forest Flame’: Hier ist der Name Programm. Die Laubblätter treiben leuchtend rot aus und werden mit dem Alter immer heller, erst rosa, später hellgrün. Da diese Sorte nicht sehr frosthart ist, ist sie nur für milde Lagen geeignet. Wuchshöhe: 70 – 80 cm.
  • Pieris japonica ‘Mountain Fire’: Diese Sorte sieht Pieris japonica ‘Forest Flame’ ziemlich ähnlich, ist jedoch etwas frosthärter. Allerdings wird das ältere Laub dunkelgrün anstatt hellgrün. Wuchshöhe: 120 – 160 cm.
Rosa Blüten der Lavendelheide
Die Sorte ‘Valley Valentine’ bildet Blüten in Rosa [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Pieris pflanzen: Standort, Zeitpunkt und Vorgehen

Die Lavendelheide ist eine Moorbeetpflanze, die feuchte, schattige Standorte und saure Erde benötigt, um gesund zu wachsen. Zu den Moorbeetpflanzen gehören beispielsweise auch Rhododendron, Azalee (Rhododendron spec.), Skimmie (Skimmia spec.), Preiselbeere (Vaccinium vitis-ideaea) oder Heidelbeere (Vaccinium myrtillus, V. corymbosum). Die Lavendelheide hat Standorte im Halbschatten am liebsten. Zu viel Sonne oder Schatten beeinträchtigen das Wachstum und die Ausbildung der Blüten.

Sie können die Lavendelheide ins Blumenbeet oder in einen Kübel pflanzen. Der beste Zeitpunkt dafür ist im Herbst. So können noch Knospen angelegt werden und Sie können sich bereits im nächsten Frühjahr an den Blüten erfreuen. Heben Sie zunächst ein Pflanzloch aus und beachten Sie dabei den Platz, den die wachsende Lavendelheide einnehmen wird. Das können schon mal 2 Meter in der Breite sein. Stellen Sie einen Eimer mit kalkfreiem Wasser bereit und tränken Sie den Wurzelballen des Schattenglöckchens. Die Pflanze bevorzugt ein eher saures Milieu und kommt mit Kalk nicht zurecht. Die Lavendelheide wird in das Pflanzloch gesetzt und alle Lücken werden mit saurer Erde aufgefüllt. Dafür ist zum Beispiel unsere Plantura Bio-Saure Erde zu empfehlen, die mit einem extra niedrigen pH-Wert daherkommt. Sie ist torfreduziert und wurde speziell für die Ansprüche von Moorbeetpflanzen entwickelt.

Plantura Bio-Saure Erde
Plantura Bio-Saure Erde

Bio, torfreduziert & klimafreundlich:
Mit einem sauren pH-Wert von 4,6 bis 5,4
für Hortensien, Rhododendren & Co.

Tipp: Aufgrund des dichten Wuchses ist die immergrüne Lavendelheide als Hecke perfekt geeignet. Der Pflanzabstand sollte dann je nach Sorte 20 – 50 cm betragen. Die Hecke sollte sich außerdem in einer halbschattigen Lage befinden.

Pflege der Lavendelheide

Die Lavendelheiden-Pflege gestaltet sich recht unproblematisch. Wichtig ist vor allem eine ausreichende Wasserversorgung. Da die Lavendelheide giftig ist, sollten bei Schnittmaßnahmen oder Umpflanzungen am besten Handschuhe getragen werden.

Lavendelheide schneiden, gießen und düngen

Ein Schnitt der Lavendelheide erlaubt eine länger anhaltende Blüte und einen buschigen Wuchs. Entfernen Sie stets die verwelkten Blüten oberhalb des nächsten Blattpaares, damit sich hier wieder neue Blüten bilden können. Nach der Blütezeit sollten auch tote oder unansehnliche Äste abgeschnitten werden. Ist ein Trieb zu lang, können Sie ihn oberhalb einer Verdickung, einem sogenannten Auge, abschneiden. Dadurch erhalten Sie ein gleichmäßiges Erscheinungsbild.

Lavendelheide-Pflanze im Topf
Sie können die Lavendelheide auch im Topf halten [Foto: Speakman/ Shutterstock.com]

Beim Gießen ist vor allem das Wasser entscheidend. Dieses sollte kalkfrei sein, nutzen Sie also idealerweise Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser. Damit sollten Sie regelmäßig gießen, aber nur so viel, dass keine Staunässe entsteht. Wenn Sie die Lavendelheide im Topf halten, können Sie das überschüssige Wasser entfernen und eine Drainageschicht auf dem Topfboden anlegen.

Viele Nährstoffe benötigen Schattenglöckchen nicht. Dennoch sollten Sie insbesondere Kübelpflanzen gelegentlich düngen, damit Blüten und Laub weiterhin üppig wachsen. Für Lavendelheiden im Topf eignet sich zum Beispiel unser Plantura Bio-Hortensiendünger, der alle wichtigen Nährstoffe enthält und zudem ansäuernd wirkt. Verwenden Sie den Dünger am besten beim Pflanzen, Umtopfen und bei der Pflegedüngung, damit sich die Lavendelheide stets wohlfühlt. Bei Lavendelheiden im Beet genügt es, wenn Sie etwas Laub- oder Nadelstreu auf dem Boden rund um die Pflanze ausbringen. Diese Mulchschicht führt Nährstoffe zurück in den Boden und hilft außerdem bei frostigen Temperaturen.

Gelbe Blätter der Lavendelheide
Wenn die Lavendelheide gelbe Blätter bekommt liegt das häufig an einem zu hohen pH-Wert des Bodens [Foto: Sue Rae Edmondson/ Shutterstock.com]

Lavendelheide verkahlt: Was tun?

Dass die Lavendelheide verkahlt, ist mit zunehmendem Alter und Größe ganz normal. Im Inneren des Strauchs werden weniger Blätter und Blüten gebildet und die Lavendelheide wirkt kahl. Dann kann ein Rückschnitt helfen. Geschnitten wird am besten nach der Blüte im Frühsommer. Schneiden Sie die kahlen Äste an der Basis ab und kürzen Sie die restlichen Triebe 1 bis 2 cm über der nächsten Blüte. Das Schattenglöckchen wird nun wieder neu austreiben.

Gelbe Blätter an der Lavendelheide: Was tun?

Auch die Lavendelheide kann Schädlinge oder Krankheiten auf sich ziehen. Das äußert sich dann häufig in einer Verfärbung des Laubs. Wenn die Lavendelheide gelbe Blätter bekommt, kann das folgende Ursachen haben:

  • Wurzelfäule: wird vor allem durch Staunässe hervorgerufen. Diese entsteht, wenn überschüssiges Wasser nicht ablaufen kann. Reduzieren Sie die Wassergaben und sorgen Sie, vor allem bei Kübelpflanzen, für einen Wasserabfluss, z.B. durch eine Drainageschicht.
  • Netzwanze (Stephanitis): ein Befall äußert sich zunächst an einer nur punktuellen Verfärbung der Blätter. Hier saugen die Wanzen die Blätter aus. Später verfärben sich diese gänzlich gelb. Larven und Eier finden sich vor allem an der Blattunterseite. Sollten Sie einen Befall feststellen, entfernen Sie sofort, am besten bis April, alle infizierten Blätter. Auch unser Plantura Schädlingsfrei Neem hilft gegen Netzwanzen. Es wird aus den Samen des Neembaums gewonnen und kann einfach auf die betroffene Pflanze gesprüht werden.
Netzwanze auf Lavendelheide
Netzwanzen können die Ursache für eine Verfärbung der Blätter sein [Foto: DeRebus/ Shutterstock.com]
  • Kalk-Chlorose: Häufig sind gelbe Blätter auch ein Anzeichen für eine Kalk-Chlorose, da Lavendelheiden darauf sehr empfindlich reagieren. Achten Sie darauf, dass die Lavendelheide in saurer Erde steht und über den Dünger kein Kalk zugeführt wird.
  • Nährstoffmangel: Durch Eisen-, Magnesium- oder Stickstoffmangel kann es ebenfalls zur Verfärbung der Blätter kommen. Eisenmangel wird unter anderem auch durch Kalk beziehungsweise einen zu hohen Boden-pH-Wert hervorgerufen, da dieser die Eisenaufnahme hemmt. Auch hier ist das richtige Substrat und der passende Dünger entscheidend. Topfen Sie die Lavendelheide gegebenenfalls um und pflanzen sie in einen Topf mit saurer Erde.
Hecke aus Lavendelheide
Eine Lavendelheide-Hecke zieht alle Blicke auf sich [Foto: Colleen Anne Bessel/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Wenn Sie die Lavendelheide vermehren möchten, können Sie sowohl Stecklinge als auch Absenker nutzen.

Für die Vermehrung über Stecklinge eignet sich am besten der Zeitpunkt nach der Blütezeit. Das ist auch die beste Zeit für einen Rückschnitt. Das abgeschnittene Material können Sie dann für die Stecklingsvermehrung nutzen.

  • Triebe verwenden, die noch nicht ganz verholzt sind, aber schon anfangen, sich braun zu verfärben
  • Diese Triebe mit einem scharfen Schneidewerkzeug schräg abtrennen oder einfach abbrechen. An einer größeren Schnitt- oder Abbruchfläche können mehr Wurzeln gebildet werden. Der Steckling sollte etwa 8 cm lang sein.
  • Entfernen Sie die Spitze und halbieren Sie größere Blätter. Die Basis wird mit einem 1 – 2 cm langen Schnitt verletzt, um die Wurzelbildung anzuregen.
  • Da Lavendelheiden-Stecklinge nur schwer Wurzeln bilden, sollten zudem Bewurzelungshormone verwendet werden: Wälzen Sie die Stecklings-Basis darin.
  • Füllen Sie ein Gefäß mit lockerer Anzuchterde, wie zum Beispiel unserer Plantura Bio- Kräuter- & Aussaaterde. Damit die Jungpflanzen ausreichend Wurzeln bilden, ist unsere biologische Erde extra mit einer geringeren Nährstoffmenge ausgestattet. So werden die Pflanzen angeregt, ihre Wurzeln kräftig zu entwickeln. Mischen Sie das Substrat mit noch mehr Sand oder Perlite, da die Erde für die Lavendelheide besonders gut drainiert sein muss.
  • Stecken Sie die Triebe bis zur Hälfte in das Substrat und befeuchten Sie es anschließend bis zur Sättigung.
  • Damit es zur Bewurzelung kommt, sollte eine Temperatur zwischen 12 und 15 °C herrschen.
  • Halten Sie die Erde feucht, ohne dass sich Staunässe bildet, bis neue Blätter gewachsen sind. Das kann zwischen 6 und 8 Wochen dauern.
  • Nun können Sie die Pflänzchen in saure Erde umtopfen.
Lavendelheide im Halbschatten
Im Halbschatten fühlen sich Lavendelheiden am wohlsten [Foto: Gabriela Beres/ Shutterstock.com]

Die Vermehrung über Absenker erfolgt am besten im Frühjahr. Dafür graben Sie eine kleine Mulde in die Erde neben der Mutterpflanze. Sie sollte etwa 15 cm tief sein. Sollte das Substrat an dieser Stelle nicht schon sauer sein, so geben Sie ein wenig saure Erde in das Loch, um die Bedingungen für den Absenker zu verbessern. Suchen Sie sich einen ein- oder zweijährigen Trieb an der Lavendelheide-Mutterpflanze. Dieser Trieb wird von der Mutterpflanze heruntergebogen und mit Erde in der nebenliegenden Mulde fixiert. Die Triebspitze sollte etwa 30 cm aus der Erde herausragen. Das Ganze beschweren Sie nun mit Steinen oder Draht, damit der Trieb sicher in der Erde bleibt. Das Substrat muss bis zum Herbst stets feucht gehalten werden, sodass der Trieb Wurzeln bildet und abgetrennt werden kann. Die aus dem Absenker entstandene Lavendelheide kann nun umgepflanzt werden.

Ist die Lavendelheide winterhart?

Die Lavendelheide ist mit Ausnahme der Sorte ‘Forest Flame’ gut winterhart und benötigt keinen Frostschutz. Allerdings kann es gelegentlich zu Problemen mit Frosttrocknis kommen, wenn die flachwurzelnde Lavendelheide aus dem gefrorenen Boden kein Wasser mehr aufnehmen kann. Falls die Lavendelheide nicht sowieso an einem halbschattigen Platz steht, können Sie die Pflanze deshalb im Winter schattieren, damit weniger Wasser durch Transpiration abgegeben wird. Mehr gießen hilft der Pflanze hingegen nicht, da das Wasser im Boden wieder gefrieren würde.
Kübelpflanzen sollten im Wurzelbereich mit einem Jutesack geschützt werden, da das Substrat im Topf schneller durchfriert.

Lavendelheide mit Schnee
Minusgrade können den meisten Pieris-Sorten nichts anhaben [Foto: Sally Wallis/ Shutterstock.com]

Sind Schattenglöckchen giftig?

Da die Lavendelheide giftig ist, sollte sie keinesfalls verzehrt werden. Ansonsten kann es zu Magen-Darm-Beschwerden oder bei größeren Mengen sogar zu Atemnot kommen. Auch der Kontakt des Pflanzensaftes mit der Haut kann zu Reizungen führen. Tragen Sie deshalb sicherheitshalber Handschuhe beim Umgang mit dem Schattenglöckchen. Auch für Haustiere ist das Schattenglöckchen giftig.

Eine andere Moorbeetpflanze, die gut mit der Lavendelheide zusammenstehen kann, ist die Azalee. Wir zeigen, wie Sie die Azalee pflanzen und überwintern.

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