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Rutenhirse: Sorten, Standort & Schneiden

Laura
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Meine Faszination für die Pflanzenwelt hat mich dazu gebracht, Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu studieren. Seien es Nutzpflanzen oder Ziergewächse, in den Tropen vorkommend oder bei uns heimisch – jede Pflanze birgt ihre eigene Besonderheit.
In botanischen Gärten lasse ich mich gerne von der unglaublichen Vielfalt inspirieren und versuche, möglichst viel Natur in meine Wohnung und auf meinen Balkon zu bringen.

Lieblingsobst: Mango, Banane
Lieblingsgemüse: Knoblauch, Aubergine

Ziergräser wie die Rutenhirse bringen mit ihren flatternden Halmen Dynamik in jeden Garten und überzeugen dabei mit ihrer Standfestigkeit bis in den Winter hinein.

Blüte der grünlich-bläulichen Rutenhirse
Die Rutenhirse bringt die amerikanische Prärie in deinen Garten [Foto: Kabar/ Shutterstock.com]

Als Zierpflanzen erwecken Gräser deinen Garten mit ihren sanften Bewegungen im Wind zum Leben. In diesem Artikel erfährst du alles, was du zur Pflanzung und Pflege der Rutenhirse (Panicum virgatum) wissen musst.

Rutenhirse: Herkunft und Eigenschaften

Die mehrjährige Rutenhirse, auch Switchgras genannt, aus der Familie der Süßgräser (Poaceae) stammt ursprünglich aus Nordamerika. Als sehr widerstandsfähiges und durchsetzungsstarkes Präriegras tritt sie vor allem in Wiesengesellschaften in Gegenden mit häufigen Bränden, die ihre Konkurrenten beseitigen, auf. Sie bildet grünlich-bläuliche und schmale Blätter aus, die anfangs aufrecht wachsen und sich gegen Blattspitze leicht neigen. Ihre Wuchsform wird dabei als horstbildend bezeichnet, was bedeutet, dass viele einzelne Triebe sehr kompakt aneinander stehen. Dadurch wird die seitliche Ausbreitung begrenzt. Ab Juli erfreut sie mit ihrer rispenförmigen bräunlichen Blüte, welche bis in den September zu sehen ist. Die Herbstfärbung der Rutenhirse variiert je nach Sorte von schönem Gelb zu intensivem Rot. Sie bleibt bis in den Winter erhalten, weshalb das Ziergras vor allem während der kahlen Jahreszeit zur Ästhetik des Gartens beitragen kann.

Feld voller Rutenhirse
Die Rutenhirse als typische Pflanze einer Präriegesellschaft [Foto: Patrish Jackson/ Shutterstock.com]

Wie hoch wird Rutenhirse? Die Rutenhirse kann mächtige Horste mit einer Höhe von bis zu 2,5 m ausbilden. Dies ist jedoch von der Sorte und dem Standort abhängig. Je sonniger die Rutenhirse steht, desto besser kann sie wachsen. Als Zierpflanzen werden jedoch meist kleinere Sorten eingesetzt.

Die schönsten Rutenhirse-Sorten

Die Rutenhirse gilt in der Landschaftsgestaltung als sehr beliebtes Ziergras, da sie eine große Auswahl an unterschiedlichen Sorten bietet. Wir stellen euch die wichtigsten Rutenhirse-Sorten vor.

  • Rutenhirse ˈNorthwindˈ: Auch Säulen-Rutenhirse oder Riesen-Rutenhirse genannt; blaugrüne und sehr feste Blätter mit goldgelber Herbstfärbung; bis zu 1,8 m hoch; Blütezeit Juli – September; sehr widerstandsfähig und winterhart
Rutenhirse ‘Northwind’
Rutenhirse ‘Northwind’
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(5/5)
  • Außergewöhnlicher Farbwechsel im Herbst von Blaugrün zu Gelb
  • Ideal für Topf & Beet geeignet – sehr robust & winterhart
  • Liebt sonnige bis halbschattige Standorte mit humosem Boden
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  • Rutenhirse ˈHeavy Metalˈ: Bläuliche Rutenhirse mit blaugrünen, leicht metallischen Blättern und gelber Herbstfärbung; bis zu 1,4 m hoch; Blütezeit August – September; sehr winterhart
  • Rutenhirse ˈRehbraunˈ: Rotbraune Sorte mit schönen kupferfarbenen Blattspitzen und bräunliche Blütenrispen; bis zu 1,2 m hoch; Blütezeit August – September; sehr winterhart
  • Rutenhirse ˈShenandoahˈ: Auch Purpur-Rutenhirse oder Rote Rutenhirse genannt; filigrane Blätter mit fast ganzjährig dunkelroten Blattspitzen; bis zu 1 m hoch; Blütezeit Juli – September; sehr winterhart
Purpur-Rutenhirse ˈShenandoahˈ im Garten
Die tiefroten Blattspitzen der Rutenhirse ˈShenandoahˈ verleihen deinem Garten einen Hauch von Eleganz [Foto: Chris Lawrence Travel/ Shutterstock.com]
  • Rutenhirse ˈCloud nineˈ: Graublaue Riesen-Rutenhirse; eine der größten Sorten mit mannshohen Blütenständen und blaugrünen Halmen; bis zu 2,1 m hoch; Blütezeit Juli – September
  • Rutenhirse ˈStrictumˈ: Klassiker unter den Rutenhirse-Sorten; bis zu 1,8 m hoch, ockerfarbene Herbstfärbung; Blütezeit August – September; sehr winterhart und standfest
  • Rutenhirse ˈPrairie skyˈ: Intensive, blaugrüne Blätter mit gelber Herbstfärbung und anfangs leicht rosafarbenen Rispen; bis zu 1,5 m hoch; Blütezeit Juli – September
Grüne RutenhirseˈNorthwindˈ
Die Rutenhirse ˈNorthwindˈist eine beliebte Sorte mit dekorativem Farbwechsel im Herbst [Foto: Molly Shannon/ Shutterstock.com]

Rutenhirse pflanzen: Standort, Erde und Co.

Generell bevorzugt die Rutenhirse einen vollsonnigen Standort, der der heimatlichen Prärie am nächsten kommt. Als Substrat eignet sich vor allem ein frischer, durchlässiger und humoser Boden. Ist der Boden zu feucht, kann sich dies nachteilig auf das Wachstum und die Blüte auswirken. Gepflanzt werden kann das Ziergras entweder im Freiland oder im Kübel für Balkon oder Terrasse.

Im Garten einpflanzen

Die Rutenhirse kann zwischen März und Oktober in den Garten gepflanzt werden. Besonders empfehlenswert ist jedoch der Frühling, da sie mit dem anschließenden Wurzelwachstum besser anwachsen kann. Wie oben beschrieben, ist ein möglichst sonniger Standort dabei von Vorteil. Der Boden sollte zuvor gut gelockert werden. Bei sehr schweren Böden, also Böden mit hohem Tonanteil, ist es lohnenswert, etwas Sand beizumischen, um die Durchlässigkeit und die Luftzirkulation in der Erde zu erhöhen. Dabei eignet sich ein Verhältnis von 2 Teilen Erde und 1 Teil Sand als Mischungsverhältnis. Das Pflanzloch sollte die doppelte Höhe und Breite des Wurzelballens aufweisen. Der Ballen wird in die Mitte des Loches gesetzt und dieses mit dem Erde-Sand-Gemisch aufgefüllt. Solltest du mehrere Rutenhirsen einpflanzen wollen, empfiehlt sich ein Abstand von mindestens 50 cm zueinander.

Mehrere Rutenhirsen im Beet
Um ordentlich zu wachsen, sollten die Gräser mit einem ausreichenden Abstand zu einander gepflanzt werden [Foto: Molly Shannon/ Shutterstock.com]

Bei der Rutenhirse ist keine Wurzelsperre notwendig, da es sich um eine horstbildende Pflanze handelt. Ihre Triebe wachsen sehr kompakt aufrecht und breiten sich nicht unterirdisch aus.

Das Ziergras eignet sich nicht nur als Solitärpflanze für den Garten. Besonders schön wirkt die Rutenhirse, wenn man sie mit Stauden kombiniert, die sich in Blüte und Blätter unterscheiden. So bringt beispielsweise die Zusammenstellung mit großblütigen Stauden Dynamik in den Garten. Auch spätblühende Pflanzen eignen sich gut in Kombination mit der herbstlichen Gelbfärbung. Geeignet ist beispielsweise der Schein-Sonnenhut (Echinaceae sp.) mit seinen leuchtenden Blüten oder die Herbstaster (Symphyotrichum sp.) mit ihrer späten Blüte, welche mit dem Herbstlaub der Rutenhirse harmoniert.

Rutenhirse in roter Herbstfärbung
In Kombination mit anderen Pflanzen verwandeln die Ziergräser deinen Garten im Herbst in ein traumhaftes Farbenspiel [Foto: Molly Shannon/ Shutterstock.com]

Rutenhirse im Kübel pflanzen

Sollte die Rutenhirse im Kübel gepflanzt werden, so ist auf jeden Fall auf Abzugslöcher und eine Drainageschicht – beispielsweise aus Blähton – zu achten, um Staunässe zu vermeiden. Andernfalls kann es zu Wurzelfäulnis kommen. Der Topf sollte mindestens eine Höhe von 40 cm und einen Durchmesser von 30 cm aufweisen und etwa 20 cm größer als der Wurzelballen sein. Als Substrat eignet sich eine nährstoffreiche und durchlässige Erde wie beispielsweise unsere torffreie Plantura Bio-Universalerde. Diese kann mit ungefähr einem Drittel Sand vermischt werden, um ihre Durchlässigkeit zu erhöhen.

Bio-Universalerde 40 L
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Pflegemaßnahmen: Rutenhirse schneiden, düngen und gießen

Um deine Rutenhirse gesund zu halten, sollten ein paar Pflegemaßnahmen beachtet werden. Diese unterscheiden sich zwischen der Kultur im Freiland und im Kübel. Im Freiland gilt die Rutenhirse als sehr pflegeleicht und muss als Tiefwurzler nicht wirklich gegossen werden, nachdem sie sich etabliert hat. Bei der Kultur im Topf hingegen ist sie auf regelmäßige Bewässerung angewiesen, da das Topfvolumen begrenzt ist. Achte deshalb darauf, dass das Substrat nie ganz austrocknet und stets leicht feucht ist. Helfen kann dir dabei die Fingerprobe – ist die Erde fingertief trocken, so kann gegossen werden. Staunässe sollte allerdings zu jedem Zeitpunkt verhindert werden.

Zurückgeschnittene Rutenhirse
Die Rutenhirse sollte nach dem Winter bis auf 10 cm zurückgeschnitten werden [Foto: Joe Kuis/ Shutterstock.com]

Für ein gesundes Wachstum über Jahre hinweg ist es lohnenswert, die Rutenhirse mit einem Dünger zu unterstützen. Die Häufigkeit ist dabei abhängig davon, ob sie im Topf oder im Beet gepflanzt wurde. Steht deine Rutenhirse im Beet, so reicht es das, Ziergras ein bis zweimal im Jahr mit einem Langzeitdünger, wie beispielsweise unserem Plantura Bio-Universaldünger, zu düngen. Dieser besteht aus natürlichen Rohstoffen sowie wertvollen Mineralien und unterstützt die Rutenhirse bis zu 3 Monate mit Nährstoffen. Du kannst den Langzeitdünger einfach in die oberste Bodenschicht einarbeiten. Wenn du die Rutenhirse im Kübel hältst, dann sollte sie zwischen März und Oktober etwa alle 2 Wochen mit einem Flüssigdünger unterstützt werden. Hierbei empfiehlt sich unser Plantura Bio-Zimmer- & Grünpflanzendünger, welcher einfach dem Gießwasser hinzugefügt werden kann. Auf diese Weise werden der Pflanze schnellstmöglich alle wichtigen Nährstoffe zur Verfügung gestellt, da diese durch das Wasser direkt zu den Wurzeln gelangen.

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Damit deine Rutenhirse jedes Jahr neue gesunde Triebe bildet, sollte sie gegen Ende des Winters, im Februar oder März, auf etwa 10 cm zurückgeschnitten werden. Das abgeschnittene Laub kann dabei als Winterschutz und zusätzliche Düngung am Boden liegen gelassen werden.

Ist Rutenhirse winterhart?

Generell ist die Rutenhirse eine sehr widerstandsfähige und winterharte Pflanze. So kann sie Temperaturen bis -30 °C standhalten und braucht somit keinen zusätzlichen Winterschutz. Solltest du die Rutenhirse allerdings im Kübel halten, kannst du sie mit etwas Vlies abdecken und so für zusätzlichen Schutz sorgen. Da ein Kübel schneller durchfriert als der Boden im Freien, entstehen auch schneller Kälteschäden. Außerdem ist es von Vorteil, den Kübel auf eine Holz- oder Styroporplatte zu stellen, damit die Kälte von unten etwas abgeschirmt wird. Das Gießen der Rutenhirse sollte im Winter reduziert werden.

Vereiste Rutenhirse im Winter
Über den Winter bilden die stehen gelassenen Halme der Rutenhirse wahre Eisskulpturen [Foto: Reimar/ Shutterstock.com]

Ist Rutenhirse giftig?

Generell gilt die Rutenhirse als nicht giftig, ist jedoch nicht für den Verzehr geeignet. Bei Kindern und Hunden sollte lediglich darauf aufgepasst werden, dass sie sich nicht an den scharfen Kanten der Blätter schneiden.

Wie oben beschrieben eignet sich die Rutenhirse wunderbar für eine Kombination mit anderen Ziergräsern. In unserem Artikel findest du eine Auswahl an schönen Gräsern für deinen Garten oder Balkon und Terrasse.