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Safran-Krokus anbauen: Pflanzen, Pflege & Verwendung

Regina
Regina
Regina
Regina

Ich habe Gartenbauwissenschaften am WZW in Freising studiert und pflanze in meiner Freizeit auf einem Stück Acker alles an, was Wurzeln hat. Das Thema Selbstversorgung und saisonale Ernährung liegt mir dabei besonders am Herzen.

Lieblingsobst: Quitte, Kornelkirsche und Heidelbeere
Lieblingsgemüse: Erbsen, Tomaten und Knoblauch

Er ist das teuerste Gewürz der Welt – Safran. Wir zeigen Ihnen, ob und wie man das außergewöhnliche Gewürz im eigenen Garten anbauen kann.

lila Safran-Blüte
An guten Standorten mit warmen Temperaturen kann auch bei uns Safran angebaut und geerntet werden [Foto: Gts/ Shutterstock.com]

Mit Safran (Crocus sativus) werden Gerichte nicht nur gewürzt, sondern veredelt. Ein einziges Gramm des wertvollen Gewürzes kostet je nach Qualität 10 bis 20 Euro. Auch in unseren Breiten gedeiht der Herbst-Krokus, auch wenn er nicht oft beerntet werden kann. Wir geben Tipps zur Pflanzung, Pflege und Verwendung des Safran-Krokus.

Safran-Krokus: Herkunft und Eigenschaften

Seinen Ursprung hat der mehrjährige Safran-Krokus aus der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae) in der Ägäis. Er wird vornehmlich in warmen Mittelmeerregionen und dem Nahen Osten angebaut. Safran ist nur durch Zufall aus einer Mutation der verwandten Krokus-Art Crocus cartwrightianus entstanden. So entwickelten sich einerseits größere Blüten, andererseits deutlich längere und größere Griffelfäden, auf denen die Narben sitzen. Für den Safran-Anbau sind genau diese charakteristischen, langen, tiefroten Safranfäden relevant. In ihnen stecken das leicht bittere, würzige Safran-Aroma und die starke Färbekraft. Diese Safranfäden bilden sich während der Blüte des violetten Herbst-Krokus im Oktober bis November. Die empfindlichen Griffel vertragen allerdings keine Temperaturen unter 15 °C, und so kann das Gewürz des Safrans eigentlich nur in sehr milden Weinbauregionen tatsächlich geerntet werden. In allen anderen Gebieten lohnt sich das Anpflanzen von Safran aber allein schon wegen seines Zierwerts, des geringen Pflegeaufwands und der späten Blütezeit, die uns an die vergangene Krokusblüte im Frühjahr erinnert.

Lila Safran-Blüten in einem Beet
Safran ist eine Art des Herbstkrokus und blüht ab Oktober [Foto: Joe McUbed/ Shutterstock.com]

Safran anbauen

Der Anbau der kostbaren Safranpflanze ist nicht ganz einfach, denn sie stellt hohe Ansprüche an ihren Standort. Die Kultivierung des teuren Gewürzes kann aber im Einzelfall in geschützten und warmen Lagen auch in unseren heimischen Gärten gelingen. Um überhaupt eine beachtliche Menge ernten zu können, müssten jedoch etwa 150 Blüten für 1 g getrocknete Safranfäden angebaut werden.

Der richtige Standort für Safran

Safranpflanzen bevorzugen trockene, sonnige Standorte auf lockeren, sandigen und kalkreichen Böden. Staunässe muss unbedingt vermieden werden, denn die Knollen und Wurzeln faulen sonst rasch in der Erde. Ob im Topf oder Beet, der Safran-Krokus steht am liebsten windgeschützt und warm. So erhöht sich die Chance, die Griffelfäden im Herbst ernten zu können. Hierfür benötigt der Herbst-Krokus während der Blütenbildung konstante Temperaturen um 15 °C, auch noch im September und Oktober.

Safran anpflanzen

Safran wird ausschließlich vegetativ vermehrt, man pflanzt also direkt kleine Safran-Knollen in den Boden. Die kleinen Knollen können von Juli bis Ende August direkt in den Boden oder einen Topf gesetzt werden. Für den Anbau von Safran im Topf sollte das Pflanzgefäß ausreichend groß sein, das erleichtert später die Düngung. Für eine einzige Knolle, die sich im Spätherbst unterirdisch auch vermehrt und Tochterknollen bildet, sollte der Topf mindestens 10 Liter fassen. Für die Topfkultur empfiehlt sich besonders eine nährstoffreiche Pflanzerde, wie unsere nährstoffreiche Plantura Bio-Blumenerde die ohne Torf auskommt und eine durchlässige Struktur aufweist. Statt klimaschädlichem Torf empfehlen wir eine Erde mit einem hohen Kompostgehalt, der Feuchtigkeit speichert und langfristig Nährstoffe bereitstellt. Die Pflanzerde sollte zu mindestens 30 % mit Sand, Perlite, Lavabruch oder grobem Ziegelbruch angereichert werden. Unten im Topf sollte eine Drainageschicht von mindestens ¼ der Topfhöhe eingefüllt werden. Hierfür eignet sich zum Beispiel Ziegelbruch, Blähton oder auch Kiesel.

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Knolle des Safran-Krokus
Der Safran-Krokus kann von Juli bis Ende August etwa 15 cm tief in die Erde gepflanzt werden [Foto: ZhakYaroslav/ Shutterstock.com]

Die Safran-Knollen werden in 15 cm Tiefe gesetzt, wobei die Pflanzknollen etwa 15 cm Abstand zueinander haben sollten. Um die Knollen vor Wühlmäusen zu schützen, kann bei der Pflanzung noch ein Wühlmauskorb zum Einsatz kommen.

Safran-Krokus pflegen

Nach der Pflanzung benötigt der Safran zunächst keine Bewässerung, denn die Knollen enthalten genügend Wasser für die Wurzelbildung und den Austrieb. In der weiteren Kultur reicht gelegentliches Gießen bei extremer Hitze und Trockenheit im spätsommerlichen September vollkommen aus, um die Knolle für die kräftezehrende Blütenbildung zu versorgen. In der Ruhezeit von Mai bis August sollte der Safran gar nicht gewässert werden, denn er besitzt nun weder Blatt noch Blüte.

Wird Safran im Topf kultiviert, liefert eine jährliche Gabe vorwiegend organischen Langzeitdüngers, wie unseres Plantura Bio-Blumendüngers, die nötigen Nährstoffe für eine prächtige Blüte und kräftig grüne Laubblätter. Der Dünger kann jedes Frühjahr entweder beim Umtopfen eingebracht oder einfach mit einer Gabel flach in die Oberfläche der Topferde eingearbeitet werden. Auch beim Anbau im gewachsenen Boden kann im Frühjahr etwas organischer Dünger untergegraben werden.

Es ist empfehlenswert, den Safran alle 3 bis 5 Jahre umzutopfen oder an einen anderen Standort zu pflanzen. Das Ausgraben und Umsetzen sollte in der Ruhezeit von April bis September erfolgen. Das schnittlauchartige Laub bleibt im Winter stehen und zieht je nach Temperatur und Witterung erst im April ein.

Tipp: Die Safranpflanze ist mehrjährig und wird Sie bei guter Pflege viele Jahre erfreuen. Allerdings ist sie auch selbstunverträglich. Auf derselben Fläche sollte eine 10-jährige Anbaupause erfolgen, ehe neuer Safran gepflanzt wird.

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Safran vermehren

Das etwa 10 bis 15 cm hohe Schwertliliengewächs besitzt durch seine ungewöhnliche genetische Herkunft einen dreifachen Chromosomensatz. Es ist somit steril und kann keine keimfähigen Samen bilden. Safran kann daher nicht über Saatgut vermehrt werden, weil es gar keine Safran-Samen gibt. Die einzige Möglichkeit der Vermehrung ist die über Tochterknollen. Nach der Safranblüte im Spätherbst bildet der Krokus vegetativ kleine Knollen aus, die genau dasselbe genetische Erbmaterial besitzen, also natürliche Klone der Mutterpflanze sind. Sie können nach dem Absterben des Laubs im April ausgegraben und einzeln umgesetzt werden. Bei guten Bedingungen verdoppelt sich die Anzahl der Tochterknollen jedes Jahr und so kann der Safran schnell vermehrt werden.

Safran-Krokus überwintern

Der relativ winterharte Safran-Krokus verträgt im Boden Temperaturen bis -10 °C, bei niedrigeren Temperaturen wird es kritisch. Eine Abdeckung aus Tannenzweigen oder mittels einer dicken Laubschicht kann zusätzlich vor den kalten Temperaturen schützen. In Töpfe gepflanzte Safranknollen sollten frostfrei, aber unbedingt kühl und mit nur wenigen Wassergaben im Haus überwintert werden.

Safran-Knolle mit Tochterknollen
Rund um die Mutterknolle bilden sich Tochterknollen, die von Mai bis August umgesetzt werden können [Foto: Torruzzlo/ Shutterstock.com]

Safran als Gewürz: Verwendung und Inhaltsstoffe

Safran besitzt eine starke Würz- und Färbekraft, er sollte daher nur in Maßen beim Kochen verwendet werden. In den Fäden sind die drei Hauptkomponenten Crocin, Picrocrocin und Safranal enthalten. Letzteres ist maßgeblich für den typisch rauchig-würzigen Geschmack des Safrans verantwortlich. Crocin und weitere pflanzliche Farbstoffe, wie Xanthophylle und Carotinoide, färben beispielsweise Reis- und Nudelgerichte, Liköre, Kosmetika und Backwerk sonnengelb. Überdosiert treten jedoch schnell die ebenfalls enthaltenen Bitterstoffe des Safrans hervor und über einer Tagesdosis von 1,5 Gramm kann es zu Halluzinationen, Krämpfen und sogar zum Tod kommen. Diese Menge ist aber niemals überschritten, wenn der Safran nur in der Küche als Gewürz verwendet wird. In der Volksmedizin wird das teure Gewürz bis heute als Heilmittel verwendet. Die Wirkung des Safrans ist stimmungsaufhellend, beruhigend, verdauungsanregend sowie fiebersenkend und er ist ein wichtiger Bestandteil der Schwedenkräuter-Elixiere.

Tipp: Safran ist leicht giftig. In den Knollen des Safrans, genau wie in Narbenschenkeln der Blüte, sind ungenießbare Stoffe enthalten. Die Pflanzen sollten daher nicht verzehrt werden.

Ist die Anpflanzung und Pflege gelungen, so belohnt uns der Herbst-Krokus im Oktober mit seiner tiefvioletten Blüte und den hübschen Safranfäden. Wenn Sie Glück und einen sehr grünen Daumen haben, geht es dann an die Safran-Ernte und die anschließende Trocknung und Aufbewahrung. Erfahren Sie hierzu mehr in unserem Spezialartikel.