Schwarzäugige Susanne: Sorten, Winterhärte & Giftigkeit

Laura
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Meine Faszination für die Pflanzenwelt hat mich dazu gebracht, Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu studieren. Seien es Nutzpflanzen oder Ziergewächse, in den Tropen vorkommend oder bei uns heimisch – jede Pflanze birgt ihre eigene Besonderheit.
In botanischen Gärten lasse ich mich gerne von der unglaublichen Vielfalt inspirieren und versuche, möglichst viel Natur in meine Wohnung und auf meinen Balkon zu bringen.

Lieblingsobst: Mango, Banane
Lieblingsgemüse: Knoblauch, Aubergine

Die Schwarzäugige Susanne aus Samen zu ziehen, ist auch für Gartenanfänger einfach zu schaffen. Sie ist nicht winterhart, bedankt sich jedoch für einen sonnigen Standort mit einer großen Blütenfülle.

Schwarzäugige Susanne
Die prächtig wachsende Schwarzäugige Susanne bezaubert mit ihren großen Blüten [Foto: Finecki/Shutterstock.com]

Die Schwarzäugige Susanne ist eine üppig blühende Kletterpflanze und gehört zur Gattung Thunbergia. Diese wurde nach dem berühmten schwedischen Botaniker Thunberg benannt. Sie ist die am häufigsten kultivierte Art mit den meisten Sorten und wird mit dem botanischen Namen Thunbergia alata bezeichnet. Wann die Schwarzäugige Susanne blüht, wie sie sich am besten vermehren lässt und welche Thunbergia-Arten es sonst noch gibt, erklären wir hier.

Schwarzäugige Susanne: Blütezeit und Eigenschaften

Die Gattung Thunbergia, auch Himmelsblumen genannt, gehört zu der Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae) und ist in Südostafrika beheimatet. Die in unseren Gärten beliebteste Art ist die Schwarzäugige Susanne, welche umgangssprachlich als Schwarze Susanne oder Einäugige Susanne bezeichnet wird. Ihren deutschen Namen verdankt sie ihrem Blütenaufbau. Die trichterförmige Basis ist im Inneren dunkel gefärbt und lässt die flache Blütenkrone mit einem dunklen „Auge“ erscheinen. Der Wildtyp der Schwarzäugigen Susanne bildet orange-gelbe Blüten, wobei Zuchtformen auch andere Blütenfarben tragen können. Die Blätter sind herzförmig und am Rand gezahnt.

Beliebt bei Hobbygärtnern ist die Schwarze Susanne vor allem durch ihren rasanten und üppigen Wuchs, welcher sie ganze 2 bis maximal 3 m nach oben klettern lässt. So kann man die Kletterpflanze an Hauswänden mit Spalieren oder Stäben in die Höhe wachsen lassen oder in Ampeln und Blumenkästen als prächtige Hängepflanze nutzen. Die Blütezeit der Schwarzäugigen Susanne liegt zwischen Juni und September.

Schwarzäugige Suanne an einer Wand
Die Kletterpflanze verschönert Hauswände oder Gartenzäune [Foto: Elena Medoks/ Shutterstock.com]

Ist die Schwarzäugige Susanne mehrjährig?

Ja, die Schwarzäugige Susanne ist eigentlich eine mehrjährige Staude. Bei uns wird sie jedoch häufig einjährig kultiviert, da sie ab dem zweiten Jahr an Wuchsfreude verliert. Wegen ihrer nachlassenden Vitalität ist die alljährlich neue Aussaat empfehlenswert.

Ist die Schwarzäugige Susanne bienenfreundlich?

Bienen werden kaum an der Schwarzäugigen Susanne beobachtet. Trotzdem ist sie eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten wie Schmetterlinge und Hummeln, die durch ihre längeren Rüssel den Nektar am Blütengrund erreichen. Nicht ohne Grund zählt sie deshalb zu unseren beliebtesten insektenfreundlichen Kletterpflanzen für den Garten.

Die schönsten Arten und Sorten

Die Wildart der Schwarzäugigen Susanne hat orange-gelbe Blüten, wobei es sich lohnt, weitere Sorten mit verschiedenen Blütenfarben kennenzulernen:

  • Thunbergia alata ‘African Sunset’ zeichnet sich durch ihre mehrfarbig schattierten Blüten aus. So darf man sich bei dieser Sorte auf gelbe, orangene und dunkelrote Farbtöne in einer Blüte freuen.
Schwarzäugige Susanne 'African Sunset'
Hier sehen Sie Thunbergia alata ‘African Sunset’ [Foto: Nikolay Kurzenko/ Shutterstock.com]
  • Thunbergia alata ‘Arizona Rose Sensation’ ist schwachwüchsig und bezaubert mit ihrer leuchtend rosafarbenen Blütenpracht.
Schwarzäugige Susanne 'Arizona Rose Sensation'
So schön ist die Thunbergia alata ‘Arizona Rose Sensation’ [Foto: Gardens by Design/ Shutterstock.com]
  • Thunbergia alata ‘Alba’ verschönert den Garten mit strahlend weißen Blüten und gehört zu den schwachwüchsigen Sorten.
Thunbergia alata in weiß
Die Blüte von Thunbergia alata ‘Alba’ [Foto: Eli Orr/ Shutterstock.com]

Neben Thunbergia alata gibt es noch weitere Thunbergia-Arten, die in Gärten sehr beliebt sind:

  • Thunbergia gregorii fällt mit ihren kräftig orangefarbenen Blüten ohne schwarzes Auge in der Mitte auf. Die Wildform erreicht eine Höhe von 3 m, Zuchtformen bis zu 5 m. Einen sonnigen Standort dankt sie wie ihre Verwandte Thunbergia alata mit vielen Blüten.
Orangene Thunbergia gregorii
In der Sonne bildet Thunbergia gregorii viele Blüten [Foto: Zoya El/ Shutterstock.com]
  • Thunbergia grandiflora wird auch als Himmelsblume bezeichnet und verdankt ihren Namen ihren blauen, großen Blüten. Sie liebt einen sonnigen bis halbschattigen Platz und erreicht eine Wuchshöhe von 5 m.
Lila Blüten der Thunbergia grandiflora
Thunbergia grandiflora heißt auch Himmelsblume [Foto: Opachevsky Irina/ Shutterstock.com]

Ist die Schwarzäugige Susanne winterhart?

Nein, die Schwarzäugige Susanne ist nicht winterhart und sehr frostempfindlich. Aufgrund ihrer ursprünglich afrikanischen Herkunft ist sie warme Temperaturen gewohnt. Bei unter 8 °C sterben ihre Triebe ab. Möchte man die Schwarzäugige Susanne überwintern, sind ein paar Dinge zu beachten. Es wird vorausgesetzt, dass die Pflanze in einem Kübel oder Topf kultiviert wurde, um sie an einen geeigneten Ort Schwarzäugige Susanne zu vermehrenbringen zu können.

Schneiden Sie zuvor alle Triebe 5 cm über dem Boden ab. Zu warm mag es die Schwarzäugige Susanne im Winter nicht, weshalb eine Temperatur von 10 bis 15 °C im Winterquartier gewährleistet sein muss. Achten Sie außerdem auf einen hellen Standort und vermeiden Sie Staunässe. Gedüngt werden muss sie über die Wintermonate nicht.

Im Frühjahr, nach dem letzten Frost, kann die Kletterpflanze wieder nach draußen gebracht werden. Können diese Bedingungen nicht erfüllt werden, gibt es kein Grund zur Sorge, da sich die Schwarzäugige Susanne leicht vermehren und aussäen lässt.

Schwarzäugige Susanne im Topf
Thunbergia alata kann auch im Topf kultiviert werden [Foto: Happy Dragon/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Schwarzäugige Susanne zu vermehren – entweder über die Stecklingsvermehrung oder über die generative Vermehrung, sprich über Samen.

Vermehrung über Stecklinge

  • Junge, grüne Triebe auswählen
  • Stecklinge im Spätsommer bis Herbst schneiden
  • Mindestens 3 obere Blattpaare an den Trieben stehen lassen, die restlichen Blätter entfernen
  • Stecklinge einzeln in kleine Töpfe mit Anzuchtsubstrat stecken
  • Hellen und vergleichsweise warmen Standort zwischen 15 und 20 °C wählen
  • Stecklinge mit einer Folie bedecken zur Vermeidung einer starken Transpiration
  • Substrat feucht, jedoch keinesfalls nass halten

Da die noch wachsenden Wurzeln der Stecklinge einen Überschuss an Nährstoffen gar nicht verwerten direkt einpflanzen, trocknen Sie diesekönnen, eignet sich für die Anzucht eine nährstoffarme Aussaaterde. Unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde bietet den Stecklingen nicht mehr und nicht weniger als die notwendigen Nährstoffe und kann außerdem zum Aussäen von Jungpflanzen eingesetzt werden. Zudem ist sie torffrei und besteht zu 100 % aus natürlichen Rohstoffen, weshalb bei der Herstellung CO2 eingespart wird. Bildet der Steckling neue Blätter, ist das ein Zeichen für die gelungene Bewurzelung. Nun können Sie mit dem Pikieren der Schwarzäugigen Susanne loslegen und 3 bis 5 Pflanzen, je nach Topfgröße, zusammen einpflanzen.

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Vermehrung über Samen

Wählt man die generative Vermehrung, lassen sich die Samen der Schwarzäugigen Susanne nach der Blüte im Spätsommer aus den entstehenden Kapseln gewinnen. Springen die dunkel gefärbten Samenkapseln beim Andrücken auf, kann davon ausgegangen werden, dass die Samen reif sind. Die Samenernte lohnt sich, denn zum Glück sind die Samen der schönen Kletterpflanze sehr keimfreudig.

Samen der Thunbergia
Samen der Schwarzäugigen Susanne [Foto: Martina Unbehauen/ Shutterstock.com]

Falls Sie die Samen nicht direkt einpflanzen, werden diese an einem schattigen Ort getrocknet. Bei der Lagerung ist auf eine kühle Temperatur von ungefähr 10 °C und auf eine geringe Luftfeuchte zu achten. Die erfolgreiche Aussaat und spätere Verpflanzung der Jungpflanzen beschreiben wir Ihnen im Artikel zu Pflege und Pflanzung der Schwarzäugigen Susanne.

Hinweis: Da die Thunbergia alata durch Insekten fremdbestäubt wird, kann es sein, dass das neu gewonnene Saatgut nicht sortenrein ist.

Ist die Schwarzäugige Susanne giftig?

Die Schwarzäugige Susanne ist nicht giftig. Sie ist sogar essbar und eignet sich daher hervorragend für Standorte, die auch für Kinder erreichbar sind. Hübsch sehen die Blüten zum Beispiel auf Salaten oder in Getränken aus. Ebenso ist die Kletterpflanze ungiftig für Hunde und Katzen und kann bedenkenlos gepflanzt werden.

Blüte der Schwarzäugigen Susanne
Die hübschen Blüten schmücken nicht nur Ihren Garten, sondern auch die Teller [Foto: Traveller70/Shutterstock.com]

Die Schwarzäugige Susanne eignet sich neben einigen anderen Pflanzen hervorragend als blühender Sichtschutz an Zäunen oder Hauswänden. Die besten Kletterpflanzen für Zäune & Mauern können Sie in unserem Spezialartikel nachlesen.

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