Amberbaum: Standort, Pflege & die schönsten Sorten

Laura
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Meine Faszination für die Pflanzenwelt hat mich dazu gebracht, Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu studieren. Seien es Nutzpflanzen oder Ziergewächse, in den Tropen vorkommend oder bei uns heimisch – jede Pflanze birgt ihre eigene Besonderheit.
In botanischen Gärten lasse ich mich gerne von der unglaublichen Vielfalt inspirieren und versuche, möglichst viel Natur in meine Wohnung und auf meinen Balkon zu bringen.

Lieblingsobst: Mango, Banane
Lieblingsgemüse: Knoblauch, Aubergine

Amberbäume sind exotische Hingucker in Gärten und Parks. Sie werden häufig aufgrund ihrer Hitzeverträglichkeit und wegen ihrer schönen Herbstfärbung gepflanzt.

Blätter des Amberbaums
Die Herbstfärbung des Amberbaums ist beeindruckend [Foto: Joan Carles Juarez/ Shutterstock.com]

Obwohl der Amberbaum (Liquidambar styraciflua) bei uns nicht heimisch ist, wird er immer häufiger in der Gartengestaltung eingeplant. Welchen Standort er benötigt und welche schönen Sorten auf dem Markt zu finden sind, erfahren Sie hier.

Amberbaum: Herkunft und Eigenschaften

Der Amberbaum, auch als Amerikanischer Amberbaum, Seesternbaum oder im englischen Sprachraum als American Sweetgum bezeichnet, ist ein laubabwerfender Baum aus der Familie der Altingiaceae. Er stammt aus dem östlichen Nordamerika und ist vor allem in den Vereinigten Staaten, insbesondere in den südöstlichen Bundesstaaten, heimisch. Die natürliche Verbreitung des Amberbaums erstreckt sich von Florida bis Maine im Osten der USA und von Texas bis Missouri im Westen. Die ersten europäischen Siedler entdeckten den Amberbaum im 16. Jahrhundert und brachten ihn später nach Europa, wo er als Zierbaum und zur Holzgewinnung angepflanzt wurde.

Früchte an einem Amberbaum
Runde und stachelige Früchte schmücken den Amberbaum [Foto: Przemyslaw Muszynski/ Shutterstock.com]

Der Amerikanische Amberbaum ist ein sehr beliebter Baum in Parks und Gärten aufgrund seiner schönen Herbstfärbung, die von leuchtendem Gelb bis hin zu tiefem Purpur reicht. Seine Blätter sind handförmig gelappt und erreichen eine Länge von bis zu 15 cm. Der Baum produziert ein aromatisches Harz, das als Styrax bekannt ist und in Parfüms, Räucherwerk und Kosmetikprodukten verwendet wird. In Mitteleuropa kann der Amberbaum etwa 20 m hoch 6 bis 12 m breit werden. Der exotische Baum blüht im Frühjahr, meistens im Mai, nachdem sich die Blätter gebildet haben. Allerdings kommt der Amberbaum erst nach circa 20 Jahren zur Blüte. Die Amberbaum-Blüten sind unscheinbar, klein, gelb-grün und eingeschlechtlich. Das heißt, die männlichen und weiblichen sitzen getrennt auf einem Baum. Seine runden und stacheligen Früchte reifen im Herbst und hängen meist lange bis in den Winter hinein an den Bäumen. Sie erscheinen zunächst grün und verholzen später, was zu einer Braunfärbung führt.

Die schönsten Arten und Sorten: Amerikanischer Amberbaum und Co.

Neben der bekanntesten Art Liquidambar styraciflua und ihren schönen Sorten gibt es noch drei weitere Amberbaum-Arten, welche sich vor allem durch ihre Herkunft unterscheiden.

Amerikanischer Amberbaum-Sorten (Liquidambar styraciflua)

  • ‘Worplesdon’: Schmal pyramidale Wuchsform; Wuchshöhe bis zu 15 m; Wuchsbreite bis zu 8 m; dunkelgrün glänzendes Laub mit leuchtender oranger bis weinroter Herbstfärbung; lange haftendes Laub.
Amberbaum 'Worplesdon'
Amberbaum 'Worplesdon'
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  • Leuchtend purpur- bis feuerrote Herbstfärbung
  • Dekorative Rinde & tolle Wuchsform
  • Pflegeleichter & anspruchsloser Baum
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  • ‘Gum Ball’: Runde und kompakte Form; bis zu 4 m hoch; bis zu 3 m breit; dunkelgrünes Laub mit herbstlicher orange-violetter Färbung am lange haftenden Laub.
  • ‘Moraine’: Aufrechte und säulenförmige Wuchsform; Wuchshöhe bis zu 12 m; Wuchsbreite bis zu 6 m; dunkelgrünes Laub mit orange-violetter Herbstfärbung; lange haftendes Laub; langsamwachsende Sorte.
  • ‘Paarl’: Schmale, kegelförmige Form; Höhe bis zu 25 m; Breite bis zu 4 m; dunkelgrünes Laub mit orangeroter Herbstfärbung; lange haftendes Laub.
  • ‘Slender Silhouette’: Aufrechte, säulenförmige Wuchsform; Wuchshöhe bis zu 15 m; -breite bis zu 3 m; dunkelgrünes Laub mit gelboranger bis weinroter Färbung im Herbst.
Amerikanischer Amberbaum
Die Blätter des Amerikanischen Amberbaums sind strahlend gefärbt [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Taiwanesischen Amberbaum (Liquidambar formosana)

Liquidambar formosana ist eine Art, die in China, Indonesien und Taiwan beheimatet ist. Der Baum kann eine Höhe von bis zu 30 m erreichen und hat eine breite Krone. Seine Blätter sind handförmig gelappt und haben eine glänzende grüne Farbe im Sommer und eine purpurrote Farbe im Herbst. An geschützten Standorten verträgt dieser Amberbaum Temperaturen bis zu -18 °C.

Taiwanesischer Amberbaum
Bei diesem Laub beginnt die Herbstfärbung [Foto: PATCHAYA BURANCHANTRA/ Shutterstock.com]

Chinesischer Amberbaum (Liquidambar acalycina)

Der Chinesische Amberbaum, in Asien beheimatet, kann eine Höhe von bis zu 25 m erreichen und hat eine pyramidenförmige Krone. Die Blätter sind handförmig gelappt und haben eine glänzende grüne Farbe im Sommer und eine gelbe bis rote Färbung im Herbst. Der Liquidambar acalycina ist im Allgemeinen winterhart bis etwa -15 °C. Er sollte jedoch geschützt gepflanzt werden.

Chinesischer Amberbaum
Der Chinesische Amberbaum trägt dunkelrote Blätter [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Orientalischer Amberbaum (Liquidambar orientalis): Diese Art ist im östlichen Mittelmeerraum und im Kaukasus heimisch. Der Baum kann an seinem Naturstandort eine Höhe von bis zu 20 m, hierzulande lediglich 7 bis 10 m erreichen und hat eine schmale, aufrechte Krone. Die Blätter sind im Sommer grün und werden im Herbst gelb bis rötlich. Liquidambar orientalis ist in der Regel winterhart bis zu Temperaturen von etwa -10 °C.

Orientalischer Amberbaum
Grüne Blätter zeigt der Orientalische Amberbaum während des Sommers [Foto: Esin Deniz/ Shutterstock.com]

Amberbaum pflanzen

Ein Amberbaum kann auch bei uns im Garten oder im Kübel an einen vollsonnigen und windgeschützten Standort gepflanzt werden. Der beste Zeitpunkt liegt im Frühjahr. Das Ziergehölz bevorzugt einen tiefgründigen, humosen und gut durchlässigen Boden. Dieser sollte frisch bis leicht feucht, jedoch nicht staunass sein. Ein pH-Wert zwischen 5,5 und 7 ist ideal. Die Pflanztiefe sollte so gewählt werden, dass der Wurzelhals des Amberbaums nicht mit Substrat überdeckt ist. Ideal ist, wenn der Wurzelballen nur leicht mit Erde bedeckt wird. Vor dem Einsetzen des Baumes in das Pflanzloch sollten die Wurzeln gut gewässert werden. Das Pflanzloch ist idealerweise etwa doppelt so breit wie der Wurzelballen. Nach dem Einsetzen wird der Amberbaum gut angegossen.

Sie können den Amberbaum auch in Kübel pflanzen. Wählen Sie hierfür bestenfalls eine kleine Sorte für Balkon oder Terrasse. Der Topf sollte mindestens ein Fassungsvermögen von 20 bis 30 Litern haben, damit sich die Wurzeln gut entwickeln können. Legen Sie vor dem Einsetzen des Gehölzes eine Drainageschicht aus Kies oder Splitt an, damit keine Staunässe entstehen kann. Als Substrat eignet sich hochwertige Pflanzenerde wie unsere torffreie Plantura Bio-Universalerde, welche bereits vorgedüngt ist und aus Kokos- und Holzfasern, Qualitätskompost und Ton besteht.

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Die richtige Pflege

Mit der richtigen Pflege ist es möglich, den hübschen Amberbaum in unseren Gärten langfristig zu halten. Achten Sie dabei auf folgende Pflegemaßnahmen:

Amberbaum düngen und gießen

Der Amberbaum benötigt normalerweise keine spezielle Düngung, da er durch seine tiefe Pfahlwurzel in der Lage ist, auch tiefer liegende Nährstoffe aufzunehmen. Haben Sie Ihren Amberbaum in einen Kübel gepflanzt, so können Sie ihn ab Mai alle zwei Wochen mit einem Flüssigdünger wie unserem Plantura Bio-Zimmer- & Grünpflanzendünger über das Gießwasser versorgen. In Bezug auf das Gießen ist es wichtig, den Boden gleichmäßig feucht zu halten, insbesondere während der ersten Jahre nach der Pflanzung. In der Regel benötigt der Amberbaum im Garten jedoch nur bei Trockenperioden zusätzliches Wasser. Für Pflanzen im Topf ist darauf zu achten, dass der Baum nicht zu nass gehalten wird, da dies Staunässe und damit Wurzelfäulnis begünstigt.

Blätter eines gesunden Amberbaums
Amberbäume haben es gern feucht, jedoch nicht zu nass [Foto: Diane N. Ennis/ Shutterstock.com]

Amberbaum schneiden

Amberbäume benötigen grundsätzlich keinen regelmäßigen Schnitt, da sie von Natur aus eine schöne, pyramidenförmige Krone bilden. Ein Rückschnitt kann allerdings erforderlich sein, um zum Beispiel beschädigte oder tote Äste zu entfernen oder um das Wachstum zu kontrollieren. Dies wird dann am besten im späten Winter oder frühen Frühjahr an frostfreien Tagen durchgeführt, bevor die neuen Blätter austreiben. Für den Rückschnitt sollte eine saubere und scharfe Gartenschere oder Astschere verwendet werden, um eine glatte Schnittfläche zu erzielen und Verletzungen des Baumes zu vermeiden. Schneiden Sie beschädigte oder kranke Äste vollständig an der Basis ab. Um eine schöne und gleichmäßige Krone zu erhalten, sollten Sie sich auf das Entfernen von sich kreuzenden Zweigen konzentrieren, um eine offene und luftige Kronenform zu schaffen. Der Baum sollte nicht zu stark beschnitten werden, um sein natürliches Wachstum nicht zu beeinträchtigen.

Amberbaum-Blätter
Der Amberbaum ist eine genügsame Bereicherung für den eignen Hausgarten [Foto: nnattalli/ Shutterstock.com]

Krankheiten und Schädlinge

Glücklicherweise werden Amberbäume in Europa kaum von Krankheiten oder Schädlingen befallen. Sie gelten außerdem als sehr robust und sonnen- sowie hitzeverträglich.

Ist der Amberbaum winterhart?

Ja, der Amberbaum ist in Deutschland in der Regel winterhart. Vor allem der Amerikanische Amberbaum verträgt Temperaturen bis zu -28 °C problemlos. Es ist jedoch zu beachten, dass junge und neu gepflanzte Bäume in den ersten Jahren nach der Pflanzung empfindlicher auf Kälte reagieren können und einen zusätzlichen Schutz durch Reisig oder Vlies benötigen. Amberbäume im Kübel sollten ebenfalls an eine geschützte Hauswand gestellt und mit Jute umwickelt werden.

Amberbaum im Garten
Gut etablierte Amberbäume können ohne Schutz den Winter überstehen [Foto: Marinodenisenko/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Die schnellste und recht einfache Methode, den Amberbaum zu vermehren, funktioniert über Steckhölzer. Der ideale Zeitpunkt hierfür liegt im Herbst.

  1. Wählen Sie einen gesunden und kräftigen Trieb des Amberbaums aus, der noch nicht vollständig verholzt ist. Dieser sollte etwa 10 – 15 cm lang sein und mindestens zwei Knospen haben.
  2. Den Trieb wird mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere schräg abgeschnitten und die Triebspitze entfernt.
  3. Nun wird das Steckholz in einen mit Substrat gefüllten Topf gesteckt.
  4. Stellen Sie den Pflanztopf an einen halbschattigen Ort mit Temperaturen von 5 – 12 °C und halten Sie die Erde feucht, aber nicht zu nass. Dafür eignet sich eine Sprühflasche, mit der das Steckholz mit Wasser benetzt wird.
  5. Nach einigen Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben und die Jungpflanze beginnt zu wachsen. Sobald der Trieb kräftiger geworden ist und neue Blätter ausgebildet sind, können Sie ihn in einen größeren Topf oder ins Freiland umpflanzen.
Samen des Amberbaums
Aufwendiger werden die Bäume über ihre kleinen Samen vermehrt [Foto: Gondronx Studio/ Shutterstock.com]

Ist der Amberbaum giftig?

Nein, der Amberbaum gilt nicht als giftig für Menschen oder Tiere. Dennoch handelt es sich um eine Zierpflanze und keine Nutzpflanze, weswegen von einem Verzehr oder einer Weiterverarbeitung der Pflanzenteile abgeraten wird.

Wie der Amberbaum ist der Taschentuchbaum (Davidia involucrata) eine exotische Baumart, die nicht in Deutschland heimisch ist. Während der Amberbaum aus Nordamerika stammt, hat der Taschentuchbaum seinen Ursprung in West- und Mittelchina.

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