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Taschentuchbaum: Früchte, Sorten & Standort

Laura
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Meine Faszination für die Pflanzenwelt hat mich dazu gebracht, Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu studieren. Seien es Nutzpflanzen oder Ziergewächse, in den Tropen vorkommend oder bei uns heimisch – jede Pflanze birgt ihre eigene Besonderheit.
In botanischen Gärten lasse ich mich gerne von der unglaublichen Vielfalt inspirieren und versuche, möglichst viel Natur in meine Wohnung und auf meinen Balkon zu bringen.

Lieblingsobst: Mango, Banane
Lieblingsgemüse: Knoblauch, Aubergine

Wie im Wind wehende Taschentücher wirken die filigranen Hochblätter der Taschentuchbäume. Mit etwas Geduld kann man sich auch im eigenen Garten über die faszinierende Erscheinung freuen.

Davidia involucrata
Mit etwas Geduld und dem richtigen Standort ist der Baum etwas ganz Besonderes [Foto: J Need/ Shutterstock.com]

Obwohl der Taschentuchbaum (Davidia involucrata) bei uns nicht heimisch ist, kann das hübsche Gehölz auch im eigenen Garten gepflanzt werden. Welcher Standort dafür geeignet ist und wie es im Winter um den Taschentuchbaum steht, erklären wir hier.

Taschentuchbaum: Herkunft und Eigenschaften

Der Taschentuchbaum aus der Familie der Tupelobaumgewächse (Nyssaceae) ist in feuchten Gebirgswäldern in West- und Mittelchina beheimatet. 1869 entdeckte der Naturforscher Armand David das Gehölz in Tibet und schickte Pflanzmaterial an den Botanischen Garten von Paris. Der Artname involucrata bedeutet übersetzt „von Hüllblättern umgeben” und beschreibt die auffallenden Hochblätter des Taschentuchbaumes.

Tipp: Synonym wird der Taschentuchbaum auch als Taubenbaum bezeichnet. Im Englischen ist er daher als „dove tree“ oder „handkerchief tree“ bekannt.

Taschentuchbaum-Blätter
Die herunterhängenden Hochblätter erinnern an die Form einer Taube [Foto: Kristin Westby/ Shutterstock.com]

Davidia involucrata ist die einzige Art innerhalb der Gattung Davidia und wird in zwei Varietäten, var. vilmoriniana und var. laeta, unterschieden, wobei fast ausschließlich erstere kultiviert wird. Taschentuchbäume werden an ihrem Naturstandort bis zu 20 m hoch. Die großen, sommergrünen Blätter des Taschentuchbaumes sind wechselständig angeordnet. Sie weisen einen gesägten Blattrand auf und sind auf der Blattunterseite seidig behaart. Die Blattstiele werden bis zu 7 cm, die Blattspreiten bis zu 15 cm lang. Im Herbst färben sich die Blätter gelblich-braun bis bronzefarben und fallen anschließend ab. Seine Blüten zeigt der Taschentuchbaum zwischen Mai und Juni für maximal 3 Wochen am Stück. Die kugeligen Blütenstände bestehen aus zahlreichen männlichen Blüten und einer weiblichen mit hellgrünem Stempel und reduzierten Staubblättern. Sie werden von meist zwei, seltener drei, auffallenden Hochblättern, sogenannten Brakteen, umgeben, die dem Baum seinen Namen gaben. Zuerst sind die Brakteen grün gefärbt, wodurch sie in der Lage sind, Photosynthese zu betreiben. Später werden sie weiß und ziehen dadurch Bestäuber an.

Taubenbaum
Zu Beginn noch grünlich, werden die Hochblätter später gänzlich weiß [Foto: theapflueger/ Shutterstock.com]

Die bedeutendsten Bestäuber sind pollensammelnde Bienen, die laut einer chinesisch-deutschen Forschungsgruppe vorzugsweise die weißen, nicht die grünen Hochblätter anfliegen. Die Brakteen schützen die Blüten außerdem vor starkem Regen. Blühende Taschentuchbäume sind in der Regel zwischen 15 und 20 Jahre alt. Verwelken die Blüten, nehmen die Brakteen eine bräunliche Färbung an. Die Steinfrüchte bleiben meist länger am Baum hängen als das abfallende Laub. Sie sind gestielt, 3 bis 4 cm lang und elliptisch geformt.

Schöne Taschentuchbaum-Sorten

Wenngleich der Baum bei uns ohnehin kleiner bleibt: Davidia involucrata findet nicht in jedem Garten einen Platz. Deshalb gibt es glücklicherweise noch etwas kleinwüchsigere Sorten im Handel.

  • ‘Sonoma’ wird nur übersichtliche 6 bis 8 m hoch und eignet sich damit auch für kleinere Gärten. Er wächst zwischen 15 und 25 cm pro Jahr und wird ca. 4,5 m breit.
  • ‘Columnaris‘ gedeiht aufrecht und säulenförmig. Für kleine Gärten ist diese Sorte eine gute Wahl, denn der Taschentuchbaum wird nur bis zu 3 m hoch und ca. 2 m breit.
Taschentuchbaum
Eine traumhafte Ergänzung im Garten [Foto: wassei/ Shutterstock.com]

Anbau: Pflanzung und Standort

In seiner Heimat wächst Davidia involucrata in kühlen und feuchten Gebieten. Diese Verhältnisse sollten auch im Garten gegeben sein. Der Taschentuchbaum bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit feuchter, nährstoffreicher und gut durchlässiger Erde – Staunässe wird ebenso wenig vertragen wie Trockenheit. Gönnen Sie dem besonderen Baum seiner Größe entsprechend ausreichend Platz, idealerweise an einer windgeschützten Stelle.

Taschentuchbaum im Garten
Der Taschentuchbaum in seiner Naturform ist nichts für kleine Gärten [Foto: ataglier/ Shutterstock.com]

Wurde ein geeigneter Standort gefunden, ist der optimale Pflanzzeitraum das Frühjahr. Zunächst hebt man ein Pflanzloch aus, das doppelt so breit und tief wie der Ballen des gekauften Baumes ist. Legen Sie bei stauenden Böden gegebenenfalls eine Drainageschicht aus Splitt oder Kies an, damit das Wasser später gut ablaufen kann. Dann kann der Taschentuchbaum in das Pflanzloch gestellt und die Hohlräume mit Gartenerde aufgefüllt werden. Schließlich werden mindestens zwei Baumpfähle gebraucht, um den Baum gut anzubinden. Die Anbindung hilft nicht nur, dass der Baum nicht umkippt, sondern soll vor allem die Bewegung des Stammes einschränken. Eine Stammbewegung würde sich nämlich unweigerlich auf den Ballen im Boden übertragen und zum Abreißen der neu gebildeten Feinwurzeln führen. Infolgedessen würde das Anwachsen des Baumes stark verlangsamt werden. Gewöhnlich reicht es, einen Jungbaum für etwa drei Jahre anzubinden. Achten Sie deshalb beim Kauf darauf, stabile und lang haltende Seile zu verwenden. Verwittern die Pfähle oder wird die Seilschlaufe um den Baum allmählich zu eng, sollte die Konstruktion erneuert werden.

Tipp: Da der Taschentuchbaum empfindliche Wurzeln besitzt, ist nur eine Pflanzung aus Topfware zu empfehlen – ein Umpflanzen ist nahezu unmöglich.

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen

Taschentuchbäume sind nicht nur hübsch, sondern auch recht einfach zu pflegen. Eine regelmäßige Düngung ist nicht notwendig, kann das Wachstum jedoch deutlich fördern. Dabei empfehlen wir einen Langzeitdünger wie beispielsweise unseren Plantura Bio-Universaldünger. Der Vorteil eines solchen Düngers liegt darin, dass die vornehmlich organischen Bestandteile erst nach und nach von Mikroorganismen zersetzt werden und die Nährstoffe damit Stück für Stück für die Pflanzen verfügbar werden. So hält die Wirkung des Düngers lange an und man muss diesen lediglich im Frühjahr und einmal im Sommer ausbringen. Ist Ihr Taschentuchbaum noch sehr jung oder frisch gepflanzt, sollte er in Trockenperioden gegossen werden – halten Sie die Erde stets feucht. Davidia involucrata zurückzuschneiden, ist nicht zwingend nötig. Möchte man trotzdem einen Rückschnitt durchführen, ist der Spätherbst der ideale Zeitraum.

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Taschentuchbaum blüht nicht: Was kann man tun?
Falls der Taschentuchbaum nicht zur Blüte kommt, liegt das nicht unbedingt an Ihrer Pflege. In der Regel bildet sich die Blüte erst nach 15 bis 20 Jahren. Vor einem Kauf sollte man sich informieren, mit welchem Alter der Baum geliefert wird, um die Blütezeit abschätzen zu können.

Taschentuchbaum-Blüte
Für solch einen Anblick muss man sich etwas gedulden [Foto: Volker Rauch/ Shutterstock.com]

Ist der Taschentuchbaum winterhart?

Davidia involucrata ist bedingt winterhart. Gut etablierte Bäume vertragen Temperaturen bis zu – 12 °C problemlos. Junge und frisch gepflanzte Taschentuchbäume sollten mindestens in den ersten zwei Wintern gut vor Frost geschützt werden. Mulchen Sie dazu den Wurzelbereich mit einer Laubschicht und wickeln Sie den Stamm beispielsweise mit Jute ein.

Taubenbaum vermehren

Den Taschentuchbaum zu vermehren, erfordert etwas Geduld und ist nicht ganz unkompliziert. Möchten Sie das Saatgut dafür verwenden, sollten Sie die Früchte im Herbst ab Oktober ernten. Darin befinden sich zwischen 3 und 5 Samen, welche anschließend einer Kältebehandlung unterzogen werden müssen.

  • Wählen Sie hierfür eine nährstoffarme Anzuchterde wie unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Diese Erde liefert den Samen die optimale Menge an Nährstoffen, um später keimen zu können.
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  • Befüllen Sie eine Plastiktüte mit angefeuchtetem Substrat und geben Sie die Samen hinzu.
  • Die Plastiktüte wird anschließend geschlossen.
  • Für die folgenden 4 bis 8 Wochen bleibt die Anzucht im Kühlschrank und sollte weiterhin feucht gehalten werden.
  • Lüften Sie sie regelmäßig, um einer Schimmelbildung vorzubeugen.
  • Anschließend werden die Samen 3 bis 4 cm tief in das Anzuchtsubstrat gepflanzt und an einen warmen und hellen Ort, beispielsweise auf eine Fensterbank, gestellt.
  • Bei einer Temperatur von 20 bis 25 °C keimen die Samen nach ca. 3 bis 4 Wochen.
  • Nach den letzten Spätfrösten im Mai kann die Jungpflanze ins Freiland gesetzt werden.
  • Es kann bis zu 20 Jahren dauern, bis die ersten Blüten am Taschentuchbaum zu bewundern sind.
Früchte des Taschentuchbaums
Die Steinfrüchte liefern jeweils zwischen 3 und 5 Samen [Foto: Gabriela Beres/ Shutterstock.com]

Alternativ kann der Taschentuchbaum durch Stecklinge vermehrt werden. Nach der Blüte wird dabei ein noch nicht stark verholzter Trieb mit einer Länge von 10 bis 15 cm sauber abgeschnitten. Entfernen Sie vorsichtig eventuelle Fruchtansätze und Blätter der unteren Triebhälfte. Der Steckling wird anschließend ebenfalls in Anzuchterde gesteckt. Um ein feucht-warmes Klima zu erzeugen, bietet es sich an, die Anzucht mit einer Plastikfolie zu bedecken, das Ganze auf eine helle und warme Fensterbank zu stellen und stets feucht zu halten. Auch hier gilt es, regelmäßig zu lüften, um Schimmel zu vermeiden. Es kann mehrere Wochen bis zu Monaten dauern, bis sich die ersten Wurzeln bilden. Zeigen sich neue Laubblätter, so war die Wurzelbildung erfolgreich. Warten Sie auch hier die letzten Spätfröste ab, bevor der kleine Taschentuchbaum an einen geschützten Standort ins Freiland gestellt wird. Am besten wird er noch ein bis zwei weitere Jahre im Kübel kultiviert und im Winter vor Frost geschützt, denn die Jungpflanzen sind noch frostanfällig.

Taschentuchbaum in Blütezeit
Sobald sich die Brakteen bräunlich färben, beginnt das Ende der Blütezeit [Foto: skyfish/ Shutterstock.com]

Sind Taschentuchbaum-Früchte essbar?

Nein, die Inhaltsstoffe des Taschentuchbaums sind bisher kaum erforscht, weswegen wir von einem Verzehr jeglicher Pflanzenteile abraten. 2016 konnten chinesische Forscher unter anderem verschiedene Alkaloide, Flavonoide und Tannine nachweisen, die bei rohem Verzehr Vergiftungserscheinungen hervorrufen können – sowohl bei Menschen als auch bei Tieren.

Ebenfalls etwas ganz Besonderes für den Garten ist der Seidenbaum (Albizia julibrissin) mit seinen filigranen Blättern und auffallenden Blüten.