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Geißblatt: Schneiden, Standort & die schönsten Sorten

Jelka
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Ich studiere Biologie und lebe in einem kleinen Dschungel in meiner Wohnung in Köln. In meiner Freizeit liebe ich es, mit meinem Hund lange Spaziergänge in der Natur zu machen und dabei verschiedene Pflanzen zu finden und zu bestimmen. Im Frühjahr wird dann auf dem Balkon alles angepflanzt, was essbar ist, sodass ich beim Kochen frische Zutaten verwenden kann.

Lieblingsobst: Jede Art von Beeren
Lieblingsgemüse: Gurken, Tomaten

Zur Gattung Geißblatt gehören einige robuste, winterharte und pflegeleichte Pflanzen. Die Kletterpflanzen und Sträucher wachsen schnell und überzeugen im Sommer mit einem Blütenmeer.

Große Geißblatt-Pflanze
Die Schlingsträucher der Gattung Lonicera können sich schnell ausbreiten [Foto: Garacur/ Shutterstock.com]

Die Gattung der Geißblätter (Lonicera) enthält unter anderem Arten, die hierzulande heimisch und oft pflegeleicht sind. Bienenfreundliche Blüten, verschiedenste Wuchsformen und eine gute Winterhärte machen sie zu beliebten Ziergehölzen. Dazu sind sie leicht zu vermehren – passen Sie allerdings auf: Geißblätter sind meistens giftig. Erfahren Sie hier mehr über die Eigenschaften des Geißblatts und dazu, wie man das Geißblatt pflanzt, schneidet und düngt.

Geißblatt: Eigenschaften und Herkunft

Als Geißblatt, Geißschlinge, Heckenkirsche oder Jelängerjelieber werden die etwa 180 verschiedenen Arten der Gattung Lonicera bezeichnet. Diese Gattung ist Teil der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) und kommt größtenteils auf der nördlichen Erdhalbkugel vor. Ihr gehören sowohl Sträucher und Bäume als auch Kletterpflanzen und Lianen an, die allesamt mit dekorativen Blüten bestückt sind. Je nach Wuchsform sind diese unterschiedlich aufgebaut – bei aufrechten Geißblättern wachsen die Blüten paarweise nebeneinander und bei kletternden Exemplaren bilden sich sechsblütige Quirle. Sie sind bienenfreundlich, da sie viel Nektar enthalten, und verströmen je nach Art einen süßlichen Duft. Schwärmer und Eulenfalter besuchen die Blüten abends gerne. Aus der Geißblatt-Blüte bildet sich dann im Herbst eine rötliche oder schwärzliche Beere, die meistens giftig ist. Es gibt immergrüne und sommergrüne Arten, deren Blätter in der Regel gegenständig angeordnet, einfach, selten gezähnt und ganzrandig sind. Die Wuchshöhe der Pflanzen ist je nach Art sehr unterschiedlich – generell kann man aber sagen, dass Arten dieser Gattung schnell wachsen.

Blüte des Geißblatt
Die Blütenfarbe des Geißblatts ist oft weißlich, manchmal rot-orange oder gelb [Foto: Tupungato/ Shutterstock.com]

Die schönsten Arten und Sorten

Geißblätter gibt es, wie oben erwähnt, als kletternde oder kriechende Schlingsträucher, die alle rechtswindend sind – aber auch als Lianen, Sträucher oder Großsträucher.

Schlingsträucher

  • Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum): Duftende, gelblich-weiße Blüten mit rötlicher Mitte; Blütezeit von Mai bis Juli; dunkelrote Beeren; sommergrün; Wuchshöhe 3 – 6 m; winterhart bis etwa -26 °C (WHZ 5b).
    • Lonicera periclymenum ‘Graham Thomas’: Cremeweiß blühend; 4 m hoch.
Blühendes Waldgeißblatt
Das Wald-Geißblatt kommt auch in Deutschland wild vor [Foto: crystaldream/ Shutterstock.com]
  • Immergrünes Geißblatt (Lonicera acuminata, Syn.: Lonicera henryi): Duftende, gelblich-rote Blüte von Juni bis August; blauschwarze Beere; immergün; Wuchshöhe 3 – 7 m; auch für schattige Standorte geeignet; Winterhärte bis etwa -20 °C (WHZ 6b).
Immergrünes Geißblatt Gelb-Rot
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  • Jelängerjelieber, Echtes Geißblatt (Lonicera caprifolium): Sommergrün; duftende, gelblich-weiße bis rötliche Blüte von Mai bis Juni; orangerote Früchte; Höhe 3 – 6 m; bis ungefähr -28 °C winterhart (WHZ 5a).
Weiße Blüten des Echten Geißblatts
Das Echte Geißblatt blüht von Mai bis Juni [Foto: photoPOU/ Shutterstock.com]
  • Feuer-Geißschlinge (Lonicera x heckrottii): Duftende, purpurrote Blüte mit hellgelber Mitte; Blütezeit von Juni bis September; purpurrote Triebe; rote Beeren; sommergrün; Wuchshöhe 2 – 4 m; winterhart bis ca. -23 °C (WHZ 6a).
Blüte des Geißblatt 'Goldflame'
Die Blüte der Lonicera x heckrottii ‘Goldflame’ ist bis in den September zu sehen [Foto: Tracy Immordino/ Shutterstock.com]
  • Lonicera x heckrottii ‘American Beauty’: Rot-gelbe Blüte; Blütezeit von Juni bis September.
  • Kriechende Heckenkirche (Lonicera crassifolia): Duftende, cremegelbe Blüte von Juni bis Juli; korallenrote Beeren; halbimmergrün; Wuchshöhe 0,5 – 1 m, kletternd 3 – 5 m hoch; winterhart bis -28 °C (WHZ 5a).

Sträucher

  • Winter-Duft-Heckenkirsche (Lonicera x purpusii): Duft der weißen Blüten von Dezember bis April; rote Beeren; wintergrün; bis zu 2 m hoch; Wuchsbreite bis zu 3 m; auch für schattige Standorte geeignet; winterhart bis ungefähr -20 °C (WHZ 6b).
Blühende Heckenkirsche
Eine Winter-Duft-Heckenkirsche sorgt für ein Blütenmeer in einer sonst blütenkargen Zeit [Foto: Rajko Simunovic/ Shutterstock.com]
  • Blaue Heckenkirsche (Lonicera caerulea): Gelbweiße Blütenpracht von April bis Mai; essbare, schwarz-blaue Doppelbeeren; sommergrün; Wuchshöhe 1 – 2,5 m und -breite 2 – 4,5 m; auch für schattige Standorte geeignet; Winterhärte bis ca. -40 °C (WHZ 3).
Früchte der Blauen Heckenkirsche
Die Beeren von Lonicera caerulea sind blau [Foto: weha/ Shutterstock.com]
  • Kalifornische Heckenkirsche (Lonicera ledebourii): Gelbe, sonnenseits rote Blüte; Blütezeit von Mai bis Juli; schwarze Beeren umgeben von roten Deckblättern; sommergrün; Höhe 2 – 3 m; Breite 1,5 – 2,5 m; winterhart bis etwa -28 °C (WHZ 5a).
Beeren und Blätter einer Heckenkirsche
Die schwarzen Beeren der Kalifornischen Heckenkirsche sind von roten Blättern umgeben [Foto: cristo95/ Shutterstock.com]
  • Baum-Heckenkirsche, Schirm-Heckenkirsche (Lonicera maackii): Zuerst weiße, dann gelbliche Blüten von Mai bis Juni; rote Beeren; sommergrün; Wuchshöhe/ -breite 4 – 5 m; für schattige Standorte geeignet; winterhart bis -40 °C (WHZ 3).
Rote Beeren einer Heckenkirsche
Baum-Heckenkirschen bilden glänzende, rote Beeren [Foto: Doikanoy/ Shutterstock.com]
  • Tatarische Heckenkirsche (Lonicera tatarica): Weiße bis rote Blüten; Blütezeit von Mai bis Juni; hellrote Beeren; sommergrün; 3 – 4 m hoch und breit; Winterhärte bis -40 °C (WHZ 3).
Blüten einer Heckenkirsche
Hier sieht man eine Tatarische Heckenkirsche [Foto: ANGHI/ Shutterstock.com]

Geißblatt pflanzen

Die unterschiedlichen Geißblatt-Arten haben natürlich etwas verschiedene Standortansprüche – die meisten Arten bevorzugen aber einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Außerdem sind sie alle eher anspruchslos, was ihr Pflanzsubstrat angeht. Dem gegebenen pH-Wert kann sich die Pflanze gut anpassen – ansonsten hilft ihr ein frisch bis feuchtes, nährstoffreiches und durchlässiges Substrat. Unsere hochwertige Plantura Bio-Blumenerde eignet sich hier zum Beispiel gut als Pflanzerde. Sie hat einen hohen Humusgehalt, wodurch das Wachstum des Geißblatts gestärkt wird. Außerdem enthält sie der Umwelt zuliebe keinen Torf.

Unser Tipp: Arten der Gattung Lonicera sind tolerant gegenüber Wurzeldruck und viele Arten wachsen auch im Schatten. Dementsprechend sind niedrig bleibende Varianten wie die Kriechende Heckenkirsche gut geeignet, um unter Bäumen oder Großsträuchern zu wachsen.

Geißblatt-Pflanze neben Weg
Geißblätter halten dem Wurzeldruck von anderen Pflanzen stand [Foto: Beekeepx/ Shutterstock.com]

Der richtige Zeitpunkt, um ein Geißblatt zu pflanzen, ist immer dann gegeben, wenn der Boden nicht durchgefroren ist. In den frostfreien Monaten gehen Sie bei der Pflanzung wie folgt vor:

  1. Pflanzloch ausheben – doppelt so breit wie der Wurzelballen
  2. Bei kriechenden Schlingsträuchern und Sträuchern einen größeren Pflanzabstand einhalten als bei Kletterpflanzen; generell mind. 0,5 m Abstand
  3. Geißblatt so tief in das Pflanzloch setzen, wie es auch im Topf war
  4. Mit Pflanzsubstrat auffüllen, Erde gut andrücken und bewässern
Geißblatt 'Goldflame' Orange-Rot
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Falls Ihr Gartenboden sehr verdichtet ist, empfiehlt es sich, eine Drainageschicht zum Beispiel aus Kies in das Pflanzloch zu geben. Dadurch kann Staunässe vermieden werden. Wenn Sie das Geißblatt im Kübel pflanzen wollen, sollte auf eine Drainageschicht und Abflusslöcher im Topf geachtet werden.

Geißblatt als Sichtschutz: Abgesehen von der Funktion als einfaches Ziergehölz kann das Geißblatt als Sichtschutz dienen. Hier eignen sich sowohl kletternde Arten als auch Sträucher. Immergrüne Arten bieten sich besonders an. Damit ein dichter Sichtschutz durch die Kletterpflanzen entsteht, macht es Sinn, zwei Pflanzen pro Meter zu pflanzen. Damit die Schlingpflanzen klettern können, benötigen die Geißblätter Rankhilfen. Die Schlingen drehen sich rechtsherum um vertikal ausgerichtete Stangen, weshalb sich gespannte Drähte oder gesteckte Stangen gut eignen. Abgesehen von den dekorativen Blüten macht sich das Geißblatt auch wegen seines Duftes wunderbar als Sichtschutz an Terrassen oder auf Balkonen.

Geißblatt mit Rankhilfe
Auch Geißblätter brauchen eine Rankhilfe [Foto: crystaldream/ Shutterstock.com]

Pflege: Geißblatt schneiden und Co.

Abhängig davon, welche Wuchsform das Geißblatt hat, wird es unterschiedlich geschnitten. Um die Blüte und das Wachstum von Sträuchern anzuregen, können Triebe nach der Blüte gekürzt werden. Bei älteren Exemplaren kann ein Viertel der Zweige bis zur Basis abgeschnitten werden. Bei jüngeren reicht es, einzelne Triebe um einige Zentimeter zu kürzen. Kletterpflanzen neigen dazu, im unteren Bereich weniger Blätter zu bilden, weshalb es Sinn ergibt, alle 2 bis 3 Jahre einen Verjüngungsschnitt durchzuführen. Dazu wird im Frühjahr ein Drittel der ältesten Zweige bodennah abgeschnitten.

Am besten gedeiht die Pflanze, wenn sie gleichmäßig feucht, aber nicht nass gehalten wird – kurzzeitige Trockenphasen übersteht das robuste Geißblatt. Damit die blühfreudige Pflanze alle Nährstoffe hat, die sie benötigt, sollte sie im Freiland zweimal jährlich mit einem Langzeitdünger gedüngt werden. Hier eignet sich unser hochwertiger Plantura Bio-Blumendünger, der auf die Bedürfnisse des Geißblattes abgestimmt ist und einfach in die Pflanzerde eingearbeitet werden kann. Wenn das Geißblatt im Kübel wächst, empfehlen wir eher einen Flüssigdünger zur Düngung. Unser organischer Plantura Bio-Blumen- & Balkondünger lässt sich einfach mit dem Gießwasser verabreichen und sorgt durch die enthaltenen Nährstoffe für ein wahres Blütenmeer.

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Ist das Geißblatt winterhart?

Hierzulande kann das Geißblatt problemlos überwintern, da alle Varianten mit Temperaturen von bis zu -17 °C oder niedriger zurechtkommen. Bei den Arten und Sorten ist die jeweilige Winterhärtezone (WHZ) angegeben. Trotzdem kann eine Pflanze, die zum Beispiel sehr dem Wind ausgesetzt ist, unter sehr niedrigen Temperaturen leiden. In dem Fall hilft es, das Geißblatt in ein geeignetes Vlies einzupacken.

Geißblatt im Garten
Geißblätter weisen eine gute Winterhärte auf [Foto: MacBen/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Die beste Methode, um ein Geißblatt zu vermehren, ist es, Stecklinge herzustellen. Dies wird am besten im Frühjahr bis Juli erledigt. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  1. 15 – 20 cm lange Triebe mit einem scharfen und sauberen Werkzeug abschneiden.
  2. Falls Blüten vorhanden sind, werden diese zusammen mit den untersten Blättern entfernt.
  3. Stecken Sie die Geißblatt-Stecklinge in Anzuchterde wie unsere torffreie Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Diese ist eher nährstoffarm und locker, was sie zu einer idealen Erde für Jungpflanzen macht.
  4. Befeuchten Sie das Substrat.
  5. Am besten setzt man die Töpfe mit den Stecklingen in einen Anzuchtkasten oder bedeckt sie mit Folie. Alle paar Tage sollte diese gelüftet werden.
  6. Bewahren Sie die Pflanztöpfe an einem hellen Standort bei ungefähr 15 – 20 °C auf und halten Sie die Stecklinge gleichmäßig feucht.
  7. Im Herbst sollten sich neue Blätter bilden, was ein Zeichen dafür ist, dass die Vermehrung erfolgreich war.

Für Schlingsträucher können auch Absenker zur Vermehrung genutzt werden. Um im Frühjahr Absenker zu erhalten, brauchen Sie einen bodennahen Trieb der Pflanze, den Sie an der bodennahen Seite leicht einritzen. Dieser wird mit dem Schnitt nach unten auf den Boden gelegt und mit etwas Pflanzerde bedeckt. Im nächsten Frühjahr sollten sich dann genügend Wurzeln gebildet haben, sodass Sie den Trieb von der Mutterpflanze trennen und die Jungpflanze am gewünschten Ort einpflanzen können.

Junges Geißblatt
Als Vermehrungsmethode eignet sich die Stecklingsherstellung am besten [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Sind Geißblätter giftig?

Alle Pflanzteile des Ziergehölzes sind grundsätzlich nicht zum Verzehr vorgesehen und leicht giftig bis giftig. Vor allem die Beeren sind bei den meisten Arten sowohl für Menschen als auch für Tiere giftig. Bei manchen Arten wie der Blauen Heckenkirsche sind sie jedoch sogar essbar – wirklich lecker sind sie allerdings nicht. Dementsprechend wird generell davon abgeraten, jegliche Pflanzenteile des Geißblattes zu verzehren.

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