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Samthortensie: Pflanzen, pflegen & schneiden

Anika
Anika
Anika
Anika

Ich habe Agrarwissenschaften studiert und verbringe meine Freizeit am liebsten draußen. Neben meiner Begeisterung für das Gärtnern und die Landwirtschaft fotografiere ich sehr gerne und gehe nur selten ohne meine Kamera aus dem Haus. Ob Landschaften, Blüten oder Wildtiere - irgendein Motiv gibt es immer, mit dem man die Schönheit der Natur festhalten kann.

Lieblingsobst: Erdbeeren, Heidelbeeren, Zwetschgen
Lieblingsgemüse: Radieschen, Tomaten, Kürbis

Die Samthortensie kennt man auch unter den Namen Raue Hortensie oder Fellhortensie. Wir stellen Ihnen die schönsten Samthortensien-Sorten vor und erklären, was es beim Pflanzen und Pflegen zu beachten gilt.

Samthortensie in Blütezeit
Die Samthortensie besticht durch Ihre zweifarbigen Blütenrispen und die samtig behaarten Blätter [Foto: Olga Ilinich/ Shutterstock.com]

Die Samthortensie zeichnet sich durch eine feine Behaarung der Laubblätter aus, die auch namensgebend ist. Eine weitere Besonderheit ist die Zweifarbigkeit ihrer Blütenrispen.

Tipp: Die Samthortensie finden Sie auch in unserem Online Shop. Dort können Sie diese und weitere Hortensienarten kaufen – in verschiedensten Farben und Blütenformen.

Samthortensien: Blütezeit, Herkunft und Eigenschaften

Die Samthortensie (Hydrangea aspera ssp. sargentiana) gilt als Wildart und stammt ursprünglich aus Ostasien, wo sie in lichten, feuchten Laubwäldern gedeiht. Sie wächst als aufrechter, mehrjähriger Halbstrauch und wird dabei circa 2 bis 3,5 Meter hoch und ebenso breit.

Über den gegenständig angeordneten, eiförmig zugespitzten Blättern, die eine mattgrüne Farbe haben und sowohl auf der Oberseite als auch auf der Unterseite zart behaart sind, zeigen sich ab Juli etwa 15 bis 20 Zentimeter große Blütenrispen. Bis in den August hinein kann man die hübschen Schirmrispen betrachten. Sie setzen sich aus fertilen, also fruchtbaren Innenblüten und sterilen Außenblüten zusammen. Die helllila gefärbten Innenblüten überwiegen. Im Laufe der Blüte geht der Farbton mehr in einen Violett- bis Blauton über. Die äußeren Scheinblüten setzen sich aus 4 bis 5 Blütenblättern zusammen und sind hellrosa bis weiß gefärbt. In den Außenblüten finden Insekten weder Pollen noch Nektar, die Innenblüten bieten ihnen jedoch viel Nahrung.

Samthortensie mit lila Blüten
Die fertilen Innenblüten sind von sterilen Scheinblüten umgeben [Foto: Foxxy63/ Shutterstock.com]

Bleibt noch die Frage: Ist die Samthortensie giftig? Samthortensien gelten, wie andere Hortensienarten auch, nur als schwach giftig. Insbesondere die Blüten und Blätter enthalten zum Beispiel Blausäureglykoside, die toxisch wirken. Die Konzentration ist allerdings vergleichsweise gering, sodass eine große Menge an Pflanzenteilen aufgenommen werden müsste, bis eine Vergiftung auftritt. Dennoch wird vom Verzehr abgeraten und besonders Kinder sowie Haustiere sollten entsprechend geschützt werden.

Die schönsten Samthortensien-Sorten

Abgeleitet von der ursprünglichen Samthortensie (Hydrangea aspera ssp. sargentiana) existiert die Zuchtsorte Hydrangea aspera ‘Macrophylla’. Diese bildet besonders große Blütenrispen und Blätter, unterscheidet sich aber ansonsten kaum von der klassischen Samthortensie.

Samt-Hortensie 'Macrophylla' Violett-Weiß
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Samthortensie pflanzen: Standortansprüche

Samthortensien bevorzugen halbschattige, geschützte Standorte im Garten. Der Boden sollte sauer bis neutral, auf keinen Fall aber kalkreich sein. Außerdem sollte er humos, frisch bis feucht und nahrhaft sein.

blaue Samthortensie
Die Innenblüten sind in der Regel helllila und nehmen im Laufe der Blüte eine blaue Färbung an [Foto: mizy/ Shutterstock.com]

Wenn Ihr Boden diese Voraussetzungen nicht erfüllt, können Sie durch gezielte Maßnahmen verbesserte Bodenverhältnisse schaffen. Sehr sandige oder sehr tonige Böden sollten mit einer hochwertigen und eher nährstoffreichen Pflanzerde wie der Plantura Bio Universalerde gemischt und so verbessert werden. Auch die Senkung des Boden-pH-Werts durch Mulchen mit Nadelstreu, Rindenmulch oder Traubentrester und die Nährstoffanreicherung durch organischen Dünger kann nötig sein. Denken Sie außerdem daran, dass Samthortensien unter den richtigen Bedingungen schnell wachsen und sehr groß werden können. Wählen Sie daher einen Ort in Ihrem Garten aus, an dem sich Ihre Samthortensie ungestört entwickeln kann.

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Tipp: Durch die Bewurzelung von auf dem Boden liegenden Trieben und auch durch Bildung von Wurzelsprossen kann sich die Samthortensie flächig ausbreiten, wodurch sie im Alter sehr viel breiter als hoch werden kann.

Der richtige Zeitpunkt für die Pflanzung von Samthortensien ist das Frühjahr. Graben Sie ein ausreichend großes Pflanzloch. Es sollte etwa das doppelte Volumen des Pflanzcontainers haben. Geben Sie etwas lockere Erde in das Loch und stellen Sie den Pflanzballen anschließend hinein, sodass die Oberkante des Ballens mit der Pflanzlochkante abschließt. Indem Sie den Pflanzballen mit den Händen oder einem Spaten auflockern, fügen Sie den Wurzeln kleine Verletzungen zu. Durch diese Verletzungen wird das Wurzelwachstum angeregt. Anschließend wird das Loch vollständig mit Erde aufgefüllt. Drücken Sie gut an und wässern Sie großzügig.

Eine Startdüngung mit Hornspänen oder einem speziellen Hortensiendünger wie unserem Plantura Bio-Hortensiendünger sowie eine Mulchschicht aus Laub oder Rindenmulch als Verdunstungsschutz geben der Samthortensie die besten Startvoraussetzungen für ein gutes Wachstum.

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Pflege der Samthortensien

Samthortensien haben einen ausgesprochen hohen Wasserbedarf. Eine regelmäßige Düngung unterstützt das Wachstum und die Blüte. Nach Bedarf kann man die Samthortensie zurückschneiden. Weitere Pflegemaßnahmen sind in der Regel nicht nötig.

Samthortensie düngen und gießen

Neben der oben genannten Startdüngung müssen Samthortensien nicht gedüngt werden. Nur bei im Topf gepflanzten Hortensien ist eine regelmäßige Auffüllung des Nährstoffdepots empfehlenswert. Allerdings ist die Samthortensie aufgrund ihrer hohen Wuchsgeschwindigkeit ohnehin nicht besonders gut als Topfpflanze geeignet. Wenn Sie auf der Suche nach einer geeigneten Hortensie für Ihren Balkon sind, sollten Sie sich am besten für eine Tellerhortensie oder Gartenhortensie entscheiden.

Ohne Wasser überlebt die Samthortensie dagegen nicht lange. Hortensien gehören zu den durstigsten Gartenpflanzen und müssen regelmäßig gegossen werden. In langanhaltenden Trockenperioden im Sommer sollten Samthortensien sogar zweimal am Tag gegossen werden. Verwenden Sie zum Gießen stets Regenwasser oder kalkarmes Leitungswasser, da Hortensien empfindlich auf Kalk reagieren.

Tipp: Stehen der Samthortensie zu viele Nährstoffe zur Verfügung, kann sie dies frostanfällig machen. Wer Schäden durch Winterkälte vermeiden will, der düngt die Pflanze nicht mehr nach dem Monat Juli, damit die Triebe bis zum Winter aushärten können.

Samthortensie schneiden

Schnittmaßnahmen sollten im Allgemeinen im Frühjahr vorgenommen werden. Im Winter abgestorbene Triebe sollten mit einer Gartenschere entfernt werden. Bei Bedarf kann die Samthortensie auch stark zurückgeschnitten werden, wenn ihre Krone zu ausladend wird. Allerdings kann es vorkommen, dass die Hortensie auf einen starken Rückschnitt im Folgejahr mit dem Ausbleiben der Blüte reagiert.

lila Samthortensie
Die Samthortensie ist schnittverträglich und kann stark zurückgeschnitten werden, wenn sie zu ausladend wächst [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Um eine zu starke Ausbreitung der Samthortensie zu verhindern, können Wurzelausläufer mit einem Spaten abgestochen und im Kompost entsorgt oder alternativ an einer anderen Stelle im Garten wieder eingepflanzt werden.

Samthortensie überwintern

Samthortensien sind bei uns winterhart. Entscheiden Sie sich beim Kauf stets für robuste Pflanzen aus dem Fachhandel, die gut abgehärtet wurden. Um auf Nummer Sicher zu gehen und Frostschäden an den Wurzeln der Hortensien zu vermeiden, können Sie den Boden rund um die Hortensien mit Laub und Tannenzweigen abdecken. Insbesondere bei jungen oder neu gepflanzten Samthortensien ist diese Maßnahme zu empfehlen.

Samthortensie vermehren

Samthortensien können über Stecklinge beziehungsweise Steckholz vermehrt werden. Während die Stecklinge bei der Stecklingsvermehrung belaubt sind und im Frühjahr geschnitten werden, werden die unbelaubten Steckhölzer bei der Steckholzvermehrung erst im Winter geschnitten. Im Zeitraum zwischen Spätherbst und Frühjahr schneidet man gerade gewachsene Triebe aus der letzten Saison von den Hortensien ab. Anschließend schneidet man daraus mehrere etwa 10 – 15 cm lange Steckhölzer, die am oberen Ende jeweils ein Augenpaar (Knospenanlagen) besitzen. Die dünne Triebspitze wird nicht verwendet.

Anschließend können die Steckhölzer entweder direkt ins Blumenbeet oder in mit Substrat befüllte Blumenkübel gesteckt werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sie richtig herum in die Erde kommen. Wählen Sie für die Blumenkübel eine torffreie Aussaaterde wie zum Beispiel unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Mischen Sie zusätzlich etwas Sand oder Perlite unter. Dadurch wird die Luftkapazität der Erde erhöht und ein besserer Bewurzelungserfolg erzielt. Die Steckhölzer werden so weit in die Erde gesteckt, dass nur die oberen 2 – 3 cm herausragen. Bis zum nächsten Frühjahr bewurzeln sich die Steckhölzer. Im Blumenkübel gezogene Jungpflanzen der Samthortensie sollten bis Ende März in den Garten umgepflanzt werden.

Alternativ zur Steckholzvermehrung können Wurzelausläufer der Samthortensien abgestochen und an anderer Stelle wieder eingepflanzt werden. Mit etwas Glück entwickeln sich daraus neue Samthortensien.

Wenn Sie weitere Hortensienarten kennenlernen möchten, könnte Sie unser Spezialartikel über die Rispenhortensie interessieren.