Säckelblume: Sorten, Standort & Pflege von Ceanothus

Jelka
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Ich studiere Biologie und lebe in einem kleinen Dschungel in meiner Wohnung in Köln. In meiner Freizeit liebe ich es, mit meinem Hund lange Spaziergänge in der Natur zu machen und dabei verschiedene Pflanzen zu finden und zu bestimmen. Im Frühjahr wird dann auf dem Balkon alles angepflanzt, was essbar ist, sodass ich beim Kochen frische Zutaten verwenden kann.

Lieblingsobst: Jede Art von Beeren
Lieblingsgemüse: Gurken, Tomaten

Säckelblumen sind vielfältig einsetzbar und ziemlich pflegeleicht. Viele Arten überzeugen mit einer späten und langen Blütezeit, die den Herbst verschönert.

Ceanothus im Garten
Die Gattung Säckelblumen ähnelt der Gattung Flieder im Erscheinungsbild [Foto: Dean Clarke/ Shutterstock.com]

Die Säckelblumen (Ceanothus) setzen hübsche Akzente und bedürfen wenig Pflege. Es sollte allerdings nicht vergessen werden, die Säckelblumen zu schneiden. Erfahren Sie hier, was ein geeigneter Standort für den Kalifornischen Flieder ist, welche Arten und Sorten welche Eigenschaften haben und wie Sie die Säckelblume am besten pflanzen, pflegen und vermehren.

Säckelblume: Herkunft und Eigenschaften

Die Gattung Säckelblumen (Ceanothus) gehört zur Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae) und enthält ungefähr 60 Arten, deren Ursprung in Nord- bis Mittelamerika liegt. Fast alle Säckelblumen-Arten sind in Kalifornien heimisch und ähneln in ihrem Erscheinungsbild der Gattung Flieder (Syringa) – daher werden die Säckelblumen auch umgangssprachlich als Kalifornische Flieder bezeichnet. Diese Bezeichnung ist allerdings botanisch inkorrekt, denn die beiden Pflanzengattungen sind nicht nah verwandt.

Ceanothus im Garten
Die Gattung Säckelblumen ähnelt der Gattung Flieder im Erscheinungsbild [Foto: R.Moore/ Shutterstock.com]

Fast alle Arten der Gattung Ceanothus wachsen in ihrer Heimat auf steinigem oder sandigem Boden, auf Felsen oder in trockenen Wäldern beziehungsweise in Küstennähe. Dort werden sie als niedrige, buschige Sträucher oder kleine Bäume zwischen einigen Zentimetern und bis zu 3 m hoch. Ihre ungeteilten, ovalen Laubblätter wachsen gegen- oder wechselständig und sind je nach Art ganzrandig, gekerbt oder gesägt. Die meisten Säckelblumen-Arten sind immergrün, einige sind laubabwerfend. Ihre Blütenrispen wachsen end- oder seitenständig und können blau, violett, weiß oder rosafarben sein. Nach ihrer Blütezeit, die je nach Art sehr unterschiedlich ist, bilden sich trockene oder fleischige, dreifächrige Kapselfrüchte. Die Säckelblumen-Blüte gilt als bienenfreundlich. Bei uns kann sie sowohl im Garten ausgepflanzt werden als auch im Topf auf dem Balkon wachsen.

Die Vielfalt der Säckelblume-Sorten und -Arten

Die ungefähr 60 Arten der Gattung Ceanothus unterscheiden sich hauptsächlich in ihrer Höhe, Blütenfarbe und Blütezeit. Sie lassen sich alle gut mit anderen blühenden Sträuchern, Stauden, Rosen oder Gräsern kombinieren.

  • Ceanothus impressus: Heimisch in zentralen Küstenregionen Kaliforniens, immergrün, bis zu 200 cm hoch, Blütezeit Mai – Juni, locker-aufrechter Wuchs, bis zu -17 °C winterhart
    • Ceanothus impressus ˈVictoriaˈ: Tiefblaue Blütenfarbe
    • Ceanothus impressus ˈCool Blueˈ: Hellblaue Blüte und dunkelgrünes Laub mit creme-weißer Panaschierung
    • Ceanothus impressus ˈDark Starˈ: Preußisch-blau blühend
    • Ceanothus impressus ˈMadagascarˈ: Mittelblaue Blüte und gelb-grünes Laub
Säckelblume ˈVictoriaˈ Blau
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  • Ceanothus americanus: Heimisch in Ost- und Mittelamerika, sommergrün, bis zu 100 cm hoch, weiße, duftende Blüten, Blütezeit März – April, bis zu -17 °C winterhart
Weißer Ceanothus americanus
Im Gegensatz zu den anderen Arten hat Ceanothus americanus weiße Blüten [Foto: Kristine Rad/ Shutterstock.com]
  • Ceanothus coeruleus: Aus Mexiko, sommergrün, bis zu 200 cm hoch, blaue Blüten in der Blütezeit Juli – Oktober, bis zu -17 °C winterhart
  • Ceanothus x delilianus: Hybridpflanze aus den Arten Ceanothus americanus und Ceanothus coeruleus, sommergrün, bis zu 150 cm hoch, Blütezeit Juli – Oktober, locker-aufrechter Wuchs, bis zu -17 °C winterhart
    • Ceanothus x delilianus ˈGloire de Versaillesˈ: Trivialname Blaue Säckelblume, violette bis puderblaue Blüte
Säckelblume 'Gloire de Versailles'
Die Blüten der Sorte Ceanothus x delilianus ˈGloire de Versaillesˈ sind etwas heller [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]
  • Ceanothus x pallidus: Sammelbegriff für in Frankreich entstandene Hybridpflanzen, sommergrün, bis zu 150 cm hoch, Blütezeit Juni – September, locker-aufrechter Wuchs, bis zu -17 °C winterhart
    • Ceanothus x pallidus ˈMarie Simonˈ: Rosafarbene Blüten

Ceanothus im Garten oder im Kübel pflanzen

Säckelblumen gedeihen an vollsonnigen bis halbschattigen Standorten mit kalkhaltigem und durchlässigem Boden. An zu schattigen Stellen lässt die Blütenbildung nach. Der Platz sollte windgeschützt sein – zum Beispiel an einer Mauer. Durch den Schutz vor Wind und Wetter sorgt dieser Ort dafür, dass die Säckelblume den Winter besser übersteht. Sie kann im Garten sowohl solitär als auch in Gruppen gepflanzt werden, wobei die Säckelblume als Hochstamm, Kletterpflanze oder als niedrige Hecke erzogen wird. Als Pflanzpartner eignen sich zum Beispiel Arten der Gattung Kammminze (Elsholtzia), die die gleichen Temperaturansprüche haben. Ansonsten passen Zwergsträucher wie Lavendel (Lavandula), Ysop (Hyssopus officinalis), Perowskien (Perovskia) oder Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) gut.

Säckelblume im Garten
Die Säckelblume braucht einen windgeschützten Standort [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Der beste Zeitpunkt, die Säckelblume zu pflanzen, liegt zwischen März und Oktober. Gehen Sie dafür wie folgt vor:

  • Pflanzloch ausheben, was doppelt so tief und breit wie der Wurzelballen ist
  • Pro Pflanze sollten 0,5 – 1 m2 Platz eingehalten werden
  • Säckelblume in das Pflanzloch setzen und dieses mit dem Erdaushub ausfüllen
  • Das Substrat andrücken und die Pflanze reichlich wässern

Wenn die Säckelblume im Kübel gepflanzt wird, sollte ein durchlässiges, mäßig nährstoffarmes Substrat wie unsere torffreie Plantura Bio-Blumenerde gewählt werden. Diese enthält Kokos- und Holzfasern und gebrochenen Blähton, wodurch sie besonders durchlässig ist. Davon abgesehen ist es wichtig, eine Drainageschicht am Topfgrund einzubauen, um Staunässe zu vermeiden. Dafür kann zum Beispiel Blähton oder Kies verwendet werden. Der Pflanztopf sollte ein Abflussloch besitzen und einen Mindestdurchmesser von 30 cm haben.

Bio-Blumenerde 40 L
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Pflege der Säckelblume: Schneiden, gießen und düngen

Ihrem natürlichen Standort entsprechend vertragen Säckelblumen Trockenheit und einen hohen Salzgehalt gut, wohingegen sie sensibel auf Nässe reagieren. Dementsprechend sollten sie nur sparsam gegossen werden, damit Staunässe unbedingt vermieden wird. Die Säckelblume kommt mit wenigen Nährstoffen zurecht, weshalb sie nur selten bis nie Dünger braucht. Im Frühjahr, vor der Blüte, können Sie etwas Granulatdünger wie unseren Plantura Bio-Blumendünger auf die Erde um die Pflanze herum streuen. Dieser sorgt für prachtvolle, langanhaltende Blüten und ein gesundes Bodenleben. Zu anderen Jahreszeiten schadet der Dünger der Pflanze eher, als dass er hilft. Wenn die Säckelblume ausgepflanzt ist, sollte sie möglichst selten umgepflanzt werden. Denn Ceanothus bildet eine lange Pfahlwurzel, die beim Verpflanzen leicht verletzt wird.

Säckelblume als Hecke
Die Säckelblume eignet sich auch als Hecke [Foto: DannyBuoy/ Shutterstock.com]

Auf einen jährlichen Schnitt sollte man allerdings nicht verzichten, da die Blütenbildung im nächsten Jahr sonst reduziert sein könnte. Ob der Rückschnitt im Herbst nach der Blüte oder im frühen Frühjahr stattfinden sollte, hängt von der Sorte ab. Varianten, die an jungen Trieben blühen, sollten eher im frühen Frühjahr, also vor der Blüte, zurückgeschnitten werden – Säckelblumen-Sorten, die an alten Zweigen blühen, eher erst im Herbst. Sie können die Pflanze dann ungefähr um ein Drittel kürzen. Schneiden Sie dabei immer über einem nach außen gerichteten Auge. Eventuell erfrorene Teile sollten jedoch in jedem Fall im Frühjahr entfernt werden. Um die Blütenbildung anzuregen, können Sie außerdem im Laufe des Jahres regelmäßig verblühte Triebe abtrennen. Bei alten Exemplaren der Säckelblume, die stark verholzt sind und weniger Blüten bilden, ist ein Verjüngungsschnitt zu empfehlen. Gehen Sie dabei wie folgt vor:

  1. Im ersten Jahr ein Drittel der Triebe auf ungefähr 40 cm herunterschneiden
  2. Anschließend im zweiten Jahr die Zweige, die im letzten Jahr nicht beschnitten wurden, auch auf ungefähr 40 cm kürzen
  3. Im dritten Jahr die übrigen Triebe auf die gleiche Weise schneiden
Säckelblume im Kübel
Auch im Topf gedeiht die Säckelblume [Foto: COULANGES/ Shutterstock.com]

Ist die Säckelblume winterhart?

Die meisten Arten der Säckelblume gehören zur Winterhärtezone 7a, sind also bis zu -17 °C winterhart. Damit die Säckelblume den Winter übersteht, sollte sie aber windgeschützt stehen. Gerade im ersten Jahr nach dem Auspflanzen ist außerdem noch ein Winterschutz notwendig. Dafür kann der Wurzelbereich mit einem geeigneten Vlies oder Laub abgedeckt werden. Im Kübel übersteht Ceanothus den Winter meist nicht, weil zu wenig Erde den Pflanzenballen schützt. Dementsprechend sollten Säckelblumen im Kübel in einem hellen, ungefähr 10 °C warmen Raum überwintert werden.

Überwinterter Ceanothus
Säckelblumen gehören zur Winterhärtezone 7a [Foto: Anita van den Broek/ Shutterstock.com]

Kalifornischen Flieder vermehren

Am einfachsten lässt sich die Säckelblume über Absenker vermehren. Um im Frühjahr Säckelblumen-Absenker zu gewinnen, brauchen Sie einen bodennahen Trieb der Pflanze. Diesen müssen Sie nicht entfernen, sondern nur an der bodennahen Seite leicht einritzen. Dann legen Sie ihn mit dem Schnitt nach unten auf den Boden und bedecken ihn mit etwas Erde. Im nächsten Frühjahr sollten sich dann genügend Wurzeln gebildet haben, sodass Sie den Trieb von der Mutterpflanze trennen und die Jungpflanze an einem gewünschten Ort einpflanzen können.

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Eine weitere einfache Methode ist die Vermehrung über Stecklinge. Der optimale Zeitpunkt dafür ist ab dem späten Frühjahr bis Juni. Gehen Sie dafür wie folgt vor:

  • Schneiden Sie 15 – 20 cm lange Zweige von der Pflanze ab.
  • Falls Blüten vorhanden sind, werden diese zusammen mit den untersten Blättern entfernt.
  • Stecken Sie die Stecklinge in Anzuchterde wie unsere torffreie Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde. Diese ist eher nährstoffarm und locker, was sie zu einer idealen Erde für Jungpflanzen macht.
  • Befeuchten Sie das Substrat.
  • Nun setzen Sie die Töpfe mit den Säckelblumen-Stecklingen in einen Anzuchtkasten oder bedecken sie mit Folie. Alle paar Tage sollte diese gelüftet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Bewahren Sie die Anzuchttöpfe an einem hellen Standort bei ungefähr 15 – 20 °C auf und halten Sie die Stecklinge gleichmäßig feucht.
  • Im Herbst sollten sich neue Blätter bilden, was ein Zeichen dafür ist, dass die Vermehrung erfolgreich war.
Blühender blauer Ceanothus
Die Säckelblume lässt sich durch Stecklinge vermehren [Foto: Peter Turner Photography/ Shutterstock.com]

Die Säckelblume lässt sich natürlich auch aussäen. Das erfordert aber viel Zeit und Geduld, weshalb die schon erwähnten Methoden eher zu empfehlen sind. Außerdem ist eine sortenreine Vermehrung nur über Stecklinge oder Absenker möglich.

Ist die Säckelblume giftig?

Nein, die Säckelblume ist nicht als giftig bekannt – vom Verzehr wird allerdings trotzdem abgeraten.

Die Säckelblume kann mit ihren imposanten Blüten so manchen Vorgarten verschönern. Lesen Sie in unserem Spezial-Artikel mehr darüber, wie Sie am besten Ihren Vorgarten gestalten.

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