Mehltau an Tomaten bekämpfen & vorbeugen: So geht’s

Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften
Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften

Pflanzen und Natur haben mich schon immer begeistert, deshalb studiere ich Nutzpflanzenwissenschaften. Mein besonderes Interesse gilt dem Pflanzenschutz, Biodiversität und Ökosysteme. Das Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren mit ihrer Umwelt finde ich unglaublich spannend. In meiner Freizeit bin ich gerne im Freien, genieße die Natur und sammle Inspiration für Kreativprojekte. Mein Traum ist es, irgendwann einmal einen großen Gemüsegarten zu haben.

Echter und Falscher Mehltau sind häufige Pilzerkrankungen im Gemüsebeet. Hier erfährst du, wie du Mehltau bei Tomaten erkennen und bekämpfen kannst.

Mehltau bei Tomaten
Bei echtem Mehltau bildet sich ein weißer, mehlartiger Belag auf der Oberseite des Tomatenblatts [Foto: Taew Jari/Shutterstock.com]

Echter und Falscher Mehltau sind häufig auftretende Pflanzenkrankheiten, die sowohl in der Natur als auch im eigenen Garten vorkommen können. Die Erreger können verschiedene Pflanzen befallen, darunter auch Tomaten (Solanum lycopersicum). Ein Befall kann die Pflanzen schwächen und zu Wachstumsverzögerungen sowie Ernteausfällen führen. Um eine starke Ausbreitung zu verhindern, ist es wichtig, frühzeitig zu handeln. In diesem Artikel erfährst du, wie du Mehltau auf Tomatenpflanzen erkennen, vorbeugen und erfolgreich bekämpfen kannst.

Mehltau an Tomaten bekämpfen und vorbeugen

Um bei Tomaten einen Befall mit Mehltau zu vermeiden, gibt es verschiedene vorbeugende Maßnahmen, die helfen können, das Auftreten der Krankheit zu reduzieren. Besonders wichtig ist es, für gute Wachstumsbedingungen zu sorgen und die Pflanzen möglichst widerstandsfähig zu halten. Stehen Tomaten im Gewächshaus oder Frühbeet, sollte regelmäßig gelüftet werden, damit die Luftfeuchtigkeit möglichst niedrig bleibt und eine gute Luftzirkulation gewährleistet ist. Auch beim Pflanzen sollte darauf geachtet werden, ausreichend Abstand zwischen den Tomaten zu lassen. Es wird ein Mindestabstand von 50 bis 80 cm zwischen den Pflanzen empfohlen. Dadurch können die Blätter besser abtrocknen und die Pflanzen werden besser durchlüftet.

Beim Gießen der Tomaten ist es empfehlenswert, möglichst direkt von unten zu gießen und die Blätter trocken zu halten. Feuchte Blätter können die Entstehung und Ausbreitung von Pilzkrankheiten begünstigen. Zusätzlich hilft eine regelmäßige Fruchtfolge im Gemüsebeet dabei, nicht nur Mehltau, sondern auch anderen Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen. Durch die Anbaupause wird der Entwicklungszyklus vieler Krankheitserreger und Schädlinge unterbrochen, wodurch das Infektions- und Befallsrisiko sinkt.

Bei der Sortenwahl können widerstandsfähige Sorten helfen, das Risiko eines Befalls zu reduzieren. Beispielsweise gelten Tomatensorten wie ‘Primabella‘ oder ‘Phantasia F1’ als robust gegenüber Mehltaupilzen. Tritt ein Befall auf, sollten betroffene Blätter möglichst früh entfernt und entsorgt, aber nicht kompostiert werden. Bei einem starken Befall kann es notwendig sein, stark geschädigte Pflanzen vollständig zu entfernen, um eine weitere Ausbreitung zu begrenzen.

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Bei stärkerem Befall können zusätzlich Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Gegen Echten Mehltau stehen verschiedene zugelassene Wirkstoffe zur Verfügung. Wichtig ist, auf eine sachgemäße Anwendung zu achten und möglichst Mittel zu wählen, die Nützlinge und Umwelt schonen. Unser Plantura Mehltaufrei für Gurken, Tomaten & Wein basiert auf dem Wirkstoff Kaliumhydrogencarbonat und eignet sich zur Bekämpfung des Echten Mehltaus an Tomaten. Der Wirkstoff ist für den ökologischen Landbau zugelassen und wird als nicht bienengefährlich eingestuft. Gegen den Falschen Mehltau sind im biologischen Pflanzenschutz nur begrenzte Möglichkeiten vorhanden. Wer im Garten oder Gewächshaus möglichst auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten möchte, sollte daher besonders auf vorbeugende Maßnahmen setzen.

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Mehltau bei Tomaten erkennen

Mehltau ist ein Sammelbegriff für verschiedene Pilzerkrankungen, die an unterschiedlichen Pflanzen ähnliche Schadbilder verursachen können. Dabei ist es wichtig, zwischen Echtem und Falschem Mehltau zu unterscheiden. Obwohl beide Krankheiten denselben Namen tragen, unterscheiden sie sich deutlich hinsichtlich ihrer Erreger und ihrer Lebensweise.

Echter Mehltau

Der Echte Mehltau wird durch Pilze aus der Familie der Erysiphaceae verursacht, die zu den Schlauchpilzen gehören. Die Sporen werden durch den Wind verbreitet und setzen sich auf der Blattoberseite der Pflanzen fest. Bei Temperaturen zwischen etwa 10 und 35 °C können die Erreger die Pflanze infizieren und sich weiter ausbreiten. Typisch für Echten Mehltau ist ein weißer, mehliger Belag auf der Oberseite der Blätter. Erst bei einem stärkeren Befall kann dieser auch auf der Blattunterseite auftreten. Im weiteren Verlauf können die Blätter gelb werden, absterben und die gesamte Pflanze schwächen. Bei fortgeschrittenem Befall können die Erreger auch auf die Früchte übergehen. Echter Mehltau entwickelt sich besonders gut bei warmem, trockenem Wetter am Tag und kühlen, feuchten Nächten. Deswegen wird er häufig auch als Schönwetterpilz bezeichnet.

Falscher Mehltau

Beim Falschen Mehltau handelt es sich hingegen um sogenannte Oomyceten, die nicht zu den echten Pilzen gehören. Sie sind näher mit Algen verwandt als mit Pilzen. Falscher Mehltau auf Tomaten tritt besonders bei kühlem, feuchtem Wetter und Temperaturen zwischen etwa 15 und 20 °C auf. Im Gegensatz zum Echten Mehltau wird der Falsche Mehltau deshalb auch als Schlechtwetterpilz bezeichnet. Für eine Infektion müssen die Blätter über längere Zeit feucht sein. Die ersten Anzeichen zeigen sich meist in Form gelblicher Flecken auf der Blattoberseite.

Falscher Mehltau an Tomaten
Beim falschen Mehltau bilden sich zunächst gelbe Flecken auf den Blattoberseiten [Foto: AJCespedes/Shutterstock.com]

Diese verfärben sich später braun bis grau und führen zum Absterben der Blätter. Erst bei einem fortgeschrittenen Befall bildet sich auf der Blattunterseite ein hellgrauer, flaumiger Sporenbelag, der sich teilweise auch auf Früchte ausbreiten kann. Bei starkem Befall werden die Pflanzen zunehmend geschwächt. Tritt die Krankheit früh in der Entwicklung auf, kann dies das Wachstum verzögern und dazu führen, dass die Pflanzen weniger oder keine Früchte ausbilden.

Ist Mehltau an Tomaten giftig?

Befallene Früchte sind grundsätzlich nicht automatisch giftig. Trotzdem wird davon abgeraten, Tomaten bei Mehltaubefall zu essen, da die Pilzsporen allergische Reaktionen oder Reizungen auslösen können. Zudem können befallene Früchte durch den Pilzbefall an Qualität verlieren und unter Umständen Magenbeschwerden verursachen.

Aber nicht nur Mehltau kann deine Tomaten schädigen. Im Gemüsebeet gibt es noch weitere Krankheiten, die bei deinen Tomatenpflanzen Schaden anrichten können. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über Tomaten-Krankheiten und wie du sie erkennen und bekämpfen kannst.