Echter & Falscher Mehltau: Bekämpfen, erkennen und vorbeugen
Mehltau ist eine häufig auftretende Pilzkrankheit im Garten. Doch wie du Echten und Falschen Mehltau erkennen und bekämpfen kannst, erfährst du hier.

Der Mehltaupilz ist eine der häufigsten Pflanzenkrankheiten im Gartenbau. Auch im eigenen Garten kann der Pilz großen Schaden anrichten. Hier erfährst du, wo die Unterschiede zwischen Echtem und Falschem Mehltau liegen und wie du die Krankheiten vorbeugen und behandeln kannst.
Mehltau biologisch bekämpfen
Ist ein Befall durch Echten oder Falschen Mehltau identifiziert, sollte schnell gehandelt werden. Glücklicherweise ist echter Mehltau auch nach Ausbruch mit für den biologischen Landbau zugelassenen Mitteln, wie unserem Plantura Mehltaufrei für Gurken, Tomaten & Wein gut behandelbar. Es basiert auf dem Wirkstoff Kaliumhydrogencarbonat und eignet sich hervorragend zur Bekämpfung von Echten Mehltau an verschiedenen Gemüsearten, Beerenobst und Weinreben. Auch unser Plantura Mehltaufrei für Rosen enthält diesen Wirkstoff und wurde speziell für die Anwendung an Rosen entwickelt, wo es ebenfalls wirksam gegen den Echten Mehltau eingesetzt werden kann.
Beide Produkte basieren auf einem für den biologischen Landbau zugelassenen Wirkstoff und gelten als nicht bienengefährlich. Sie können daher bei sachgemäßer Anwendung bedenkenlos im Garten eingesetzt werden. Die Bekämpfung des Falschen Mehltaus gestaltet sich hingegen deutlich schwieriger, da nur wenige Mittel gegen die Krankheitserreger wirksam sind. Bei einem Befall sollten deshalb betroffene Pflanzenteile möglichst schnell entfernt und entsorgt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Zusätzlich sollten vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden, damit der Falsche Mehltau gar nicht erst auftritt.
Hausmittel gegen Mehltau
Auch gibt es einige Hausmittel, die gegen Mehltau eingesetzt werden können. An einer Behandlung von Mehltau mit Milch scheiden sich die Geister. Einige Hobbygärtner schwören auf eine Spritzbehandlung mit verdünnter Milch, andere Gärtner konnten damit leider keine Erfolge verbuchen. Auf jeden Fall schadet die Prozedur deinen Pflanzen nicht. Auch wird Backpulver als Hausmittel gegen Echten Mehltau eine krankheitsmindernde Wirkung zugesagt. Genauer gesagt soll der Bestandteil Natriumhydrogencarbonat gegen den Pilz wirken. Einige Gärtner lösen ihn in Wasser auf und sprühen befallene Pflanzenteile damit ein.
Mehltau chemisch bekämpfen
Auch wenn es verschiedene chemische Mittel gegen Echten und Falschen Mehltau gibt, sollte man diese nur bei wirklich starkem Befall einsetzten. Denn viele chemische Pflanzenschutzmittel enthalten Wirkstoffe, die auch andere Organismen in der Umwelt beeinträchtigen können.
Echten und Falschen Mehltau erkennen: Schadbild
Bereits ab Frühling können die ersten Symptome, sowohl vom Falschen als auch vom Echten Mehltau, auftreten. Echter Mehltau bildet auf den Blättern der Wirtspflanze einen mehligen Belag. In der Regel tritt der Belag auf der Blattoberseite auf, genauso kann aber auch die Blattunterseite befallen werden. Neben den Blättern können auch Früchte, Triebe und Blüten dieselben Symptome aufweisen. Leider kann fast jede Nutzpflanze durch einen Echten Mehltaupilz krank werden, besonders gravierend ist der Befall bei Weinreben und Gurkenkulturen und auch der Kirschlorbeer kann betroffen sein.

Im Gegensatz zum Echten Mehltau sind die Symptome bei dem Falschen Mehltau vielseitiger. Meistens bilden sich am Anfang des Befalls ölartige Flecken auf der Blattoberseite. Anschließend wächst ein Pilzrasen auf der Blattunterseite. Und genau hier lassen sich die beiden Mehltau-Pilze gut unterscheiden: Denn beim Falschen Mehltau kommt der Pilzrasen ausschließlich auf der Blattunterseite vor. Es können jedoch auch Blütenstände befallen werden, was sich beispielsweise bei Weinreben durch ein gelbliches und verkümmertes Erscheinungsbild zeigt. Wie beim Echten Mehltau gibt es auch beim Falschen Mehltau eine Vielzahl von Erregern, die leider viele unserer geliebten Nutzpflanzen befallen.
Mehltau: Sind befallene Früchte giftig oder noch essbar?
Der Echte Mehltau (Erysiphaceae) gehört zu den Schlauchpilzen und umfasst eine Vielzahl von Arten. Dabei ist jede Art spezifisch und kann nur eine Art von Wirtspflanzen befallen. Das bedeutet: Der Echte Mehltau, der eine Tomate befällt, ist also nicht in der Lage, eine Gurke oder andere Pflanzenarten zu infizieren. Gleiches gilt übrigens auch in fast allen Fällen für den Falschen Mehltau, der eigentlich gar kein richtiger Pilz ist. Er gehört zu den Eipilzen (Peronosporaceae) und ist eigentlich viel näher mit Braun- und Kieselalgen verwandt.
Während der Echte Mehltau auch bei trockener Witterung wachsen kann, braucht der Falsche Mehltau eine hohe Luftfeuchtigkeit und nasse Blätter, um sich auszubreiten. Übrigens gilt für beide Pilzkrankheiten: Befallene Blätter und Früchte sind wegen der Mehltaupilze nicht wirklich giftig. Der Verzehr empfiehlt sich trotzdem nicht, da die Pilze teilweise starke Allergien auslösen können.

Mehltau vorbeugen
Obwohl der Echte und der Falsche Mehltau bei unterschiedlichen Witterungsverhältnissen wachsen, gibt es einige Gemeinsamkeiten in Bezug auf die Vorbeugung. Zum einen sollte der Pflanzenbestand nicht zu dicht gepflanzt werden, damit die Blätter schnell abtrocknen können. Auch sollte man möglichst nur von unten gießen um die Blätter nicht unnötig zu befeuchten. Der Echte Mehltau braucht zwar keine nassen Blätter, um die Pflanze zu befallen, aber eine Taubildung kann hier den Krankheitsausbruch begünstigen. Ein weiterer Einflussfaktor ist das Sonnenlicht. Es stärkt einerseits die Vitalität der Pflanze und wirkt gleichzeitig wuchshemmend auf den Mehltau. Ein sonniger Standort ist also immer zu bevorzugen. Zu berücksichtigen sind dabei aber natürlich immer die Lichtansprüche der Pflanzen.

Als vorbeugende Maßnahme kann man auch Ackerschachtelhalmbrühe regelmäßig auf gefährdete Pflanzen spritzen und diese so stärken. Diese kann man entweder selbst herstellen oder noch einfacher unser Plantura Bio-Ackerschachtelhalm Extrakt mit Wasser vermengen und auf die Pflanzen geben. Die im Schachtelhalm enthaltene Kieselsäure stärkt die Zellwände der Blätter und verbessert so die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen.
Damit der Echte Mehltau erst gar nicht ausbricht, ist eine ausgeglichene Düngung sehr wichtig. Zugluft und Taubildung sollten gerade bei Gewächshauskulturen möglichst verhindert werden. Auch die Auswahl widerstandsfähiger Sorten kann helfen, einem Mehltaubefall vorzubeugen. So gelten beispielsweise bestimmte Rosensorten wie Apfelblüte, Heidetraum oder verschiedene Wildrosen als resistent gegenüber Mehltau. Auch bei Weinreben gibt es Unterschiede. Europäische Weinreben sind generell sehr anfällig gegenüber Echtem Mehltau, während viele amerikanische Wildarten Resistenzen aufweisen.
Du hast Probleme mit Mehltau an deinen Rosen? Wie du Mehltau an Rosen vorbeugen und bekämpfen kannst, wird in diesem Artikel noch ausführlicher thematisiert.
















