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Knoblauch: Ernten und lagern

Knoblauch ernten und richtig lagern ist nicht immer leicht. Diese Tipps und Tricks helfen beim Trocknen, Lagern und Einlegen von Knoblauch.

Knoblauchzöpfe lila violetter knoblauch zu zöpfen geflochten

Getrockent und zu Zöpfen geflochten lässt sich Knoblauch lange lagern [Foto: Herb NeufeldCC BY 2.0]

Knoblauch (Allium sativum) findet sich in nahezu jeder Küche und der Anbau ist problemlos im eigenen Garten möglich. Damit der Anbau Erfolg verspricht, ist das richtige Ernten und Lagern wichtig, um die beliebte „Knolle“ haltbar zu machen. Besonders beim Knoblauch erfordert es daher das richtige Vorgehen, damit die Knoblauchzehen frisch und das Aroma erhalten bleibt. Die folgende Anleitung soll helfen, beim Ernten und Aufbewahren des Knoblauchs alles richtig zu machen.

Knoblauch ernten

Das Pflanzen des Knoblauchs erfolgt in der Regel im Herbst und/oder Frühjahr. Daher sind auch die Erntezeitpunkte verschieden: Beim Setzen des Knoblauchs im Herbst kann bereits ab Juli geerntet werden. Beim Stecken im Frühjahr dauert es einige Wochen länger, der Erntezeitpunkt liegt im Spätsommer bis Herbst. Neben der früheren Ernte bietet das Setzen der Knoblauchzehen im Herbst auch einen weiteren Vorteil: Durch die längere Wachstumszeit ist der Ertrag höher als bei beim Stecken im Frühjahr.

Wann der richtige Erntezeitpunkt erreicht ist, zeigt die Pflanze glücklicherweise an ihrem Laub: Es kann geerntet werden, sobald das obere Drittel der Pflanze welkt. Dabei sollte aber nicht zu lange gewartet werden, da sich die „Knolle“ ansonsten in einzelne Knoblauchzehen teilt. Dadurch kann sie zum Trocknen anschließend nicht mehr aufgehängt werden. Zum Ernten des Knoblauchs werden die Pflanzen als Ganzes möglichst vorsichtig aus dem Boden gezogen. Beschädigungen an der Knoblauchzwiebel verringern die Haltbarkeit.

Knoblauch trocknen

Das Trocknen des Knoblauchs ist als erster Schritt sehr wichtig, um die Zehen für längere Zeit haltbar zu machen. Nach dem Ernten werden die frisch gezogenen Pflanzen mitsamt Zwiebel für einige Tage zum Trocknen auf das Beet gelegt – Voraussetzung ist natürlich trockenes Wetter. Anschließend bietet es sich an, den Knoblauch aufzuhängen. Man kann ihn sehr gut haltbar machen, indem das Grün mehrerer Knoblauchpflanzen zu einem Zopf geflochten und an einer kühlen und dunklen Stelle aufgehängt wird. Bei der Auswahl des Trockenortes sollte dabei unbedingt auf eine gute Belüftung geachtet werden, andernfalls ist eine Schimmelbildung möglich. Für das Trocknen der Knoblauchzöpfe bieten sich beispielsweise bei guter Durchlüftung die Garage oder eine Überdachung an. Auf das Waschen des Knoblauchs sollte nach der Ernte aufgrund von Schimmel verzichtet werden!
Nach ein bis maximal zwei Monaten ist der Knoblauch in der Regel ausreichend getrocknet. Zu erkennen ist dies an der runzeligen Haut und der papierartigen Konsistenz des Laubs.

Diese Tipps sollten beim Trocknen von Knoblauch beachtet werden:

  • Nach der Ernte auf dem Beet trocknen
  • Das Grün mitsamt Zwiebel zu Zöpfen flechten
  • An einem gut durchlüfteten, schattigen und kühlen Ort aufhängen
  • Knoblauch nach der Ernte nicht waschen!

Knoblauch lagern: Einlegen, Einfrieren oder bei Raumtemperatur?

Nachdem der Knoblauch erfolgreich getrocknet wurde, heißt es, die aromatischen „Knollen“ richtig zu lagern. Nach dem Trocknen am Zopf lässt sich bequem eine Knoblauchzwiebel vom Bündel abschneiden. Es sollten zunächst die Wurzelhaare sowie mehrere Schichten der Haut entfernt werden. Es gibt eine Vielzahl von Methoden, um Knoblauch richtig aufzubewahren und die Haltbarkeit zu verlängern. Die folgenden Methoden eignen sich gut für die Lagerung.

Die Lagerung bei Raumtemperatur

Sehr gut lässt sich Knoblauch für mehrere Wochen bis Monate bei Zimmertemperatur aufbewahren. Dazu eignet sich ein Korb oder ein luftiger Beutel. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, da sie ein vorzeitiges Austreiben der Knoblauchzehen verstärkt. Wichtig ist bei der Lagerung auch weiterhin eine gute Durchlüftung, daher sollte er auf keinen Fall in einem geschlossenen Behälter aufbewahrt werden. Es droht ansonsten Schimmelbildung. Dasselbe gilt für die Lagerung im Kühlschrank: Aufgrund der Feuchtigkeit verderben die Knoblauchzehen schnell und sollten daher auf keinen Fall dort aufbewahrt werden. Außerdem verliert der Knoblauch dadurch an Aroma.

Folgende Hinweise sollten bei der Lagerung bei Raumtemperatur beachtet werden:

  • Luftige Aufbewahrung (z.B. Korb oder offener Beutel)
  • Kein direktes Sonnenlicht
  • Nicht in geschlossenem Behälter oder Kühlschrank!

Knoblauch einfrieren: Es scheiden sich die Geister

Eine weitere Methode zur Konservierung von Lebensmitteln ist das Einfrieren. Auch beim Knoblauch ist diese Art der Lagerung möglich. Dazu werden die Knoblauchzwiebeln entweder als Ganzes oder die Zehen gehackt in Plastikfolie eingepackt und in den Gefrierschrank gelegt. Nachteil dieser Technik ist, dass der Knoblauch wie beim Lagern im Kühlschrank an Geschmack verliert. Trotzdem eignet sich das Einfrieren prima für Leute, die nicht viel Knoblauch beim Kochen verwenden.

Knoblauch einlegen

Eine beliebte Methode zum Konservieren von Knoblauch ist das Einlegen in Öl. Geschmacklich eignet sich hierzu am besten Olivenöl. Zum Einlegen werden die Zehen zunächst geschält und anschließend zusammen mit dem Öl in ein sauberes Glas gefüllt. Die Zehen sollten dabei komplett mit Öl bedeckt sein. Alternativ können die Zehen vorher für einige Minuten bei 90 °C im Öl erhitzt werden. Das Glas wird danach gut verschlossen und in den Kühlschrank oder ins Gefrierfach gestellt.

Aber Vorsicht: Die Aufbewahrung in einer kühlen Umgebung ist sehr wichtig, da sich bei Zimmertemperatur das Bakterium Clostridium botulinum bildet. Bakterien dieser Art führen zu einer Lebensmittelvergiftung, daher muss unbedingt auf die nötige Kühlung geachtet werden!

Mit diesen Tipps gelingt das Einlegen von Knoblauch kinderleicht:

  • Knoblauchzehen schälen
  • Zusammen mit Olivenöl in Glas füllen und verschließen
  • Unbedingt im Kühlschrank oder Gefrierfach aufbewahren, ansonsten Vergiftungsgefahr!

Theresa

Ich studiere Nutzpflanzenwissenschaften und habe schon immer gern gegärtnert, auch wenn mir die ersten Versuche als kleines Kind eher missglückten. Mit der Expertise aus meinem Studium gelingt mir jetzt fast alles – besonders spannend finde ich Themen wie Mischkultur, Hochbeete und Kompostierung.
Lieblingsobst: Kirschen, Zwetschgen und Birnen
Lieblingsgemüse: Brokkoli, Mangold und Erbsen

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