Asiatische Nadelameise: Erkennen & bekämpfen [Stand Juni 2026]

Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften
Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften

Pflanzen und Natur haben mich schon immer begeistert, deshalb studiere ich Nutzpflanzenwissenschaften. Mein besonderes Interesse gilt dem Pflanzenschutz, Biodiversität und Ökosysteme. Das Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren mit ihrer Umwelt finde ich unglaublich spannend. In meiner Freizeit bin ich gerne im Freien, genieße die Natur und sammle Inspiration für Kreativprojekte. Mein Traum ist es, irgendwann einmal einen großen Gemüsegarten zu haben.

Die Asiatische Nadelameise wurde in Deutschland gefunden und sorgte für Schlagzeilen. Wie du die invasive Ameise erkennen kannst, erfährst du hier.

Asiatische Nadelameise nistet in verrottendem Holz
Ein beliebter Nistort für die Asiatische Nadelameise ist verrottendes Holz [Foto: MandyJaAn/ Shutterstock.com]

Die Asiatische Nadelameise (Brachyponera chinensis) stammt ursprünglich aus Ostasien. Kürzlich sorgte die Ameise für Aufmerksamkeit, da sie erstmals auch in Deutschland nachgewiesen wurde. Diese Entwicklung ist potenziell problematisch für heimische Ökosysteme, da die Art als invasiv gilt und einheimische Arten verdrängen könnte. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über die Asiatische Nadelameise, wie du sie erkennst und welche Möglichkeiten es gibt, Ameisen zu bekämpfen.

Asiatische Nadelameise erkennen: Merkmale und Lebensweise

Die Asiatische Nadelameise erreicht eine Größe von etwa 5 bis 6,5 mm. Sie ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt, während Mundwerkzeuge und Beine meist etwas heller erscheinen. Diese Merkmale können bei der Unterscheidung von heimischen Arten helfen, allerdings ist eine eindeutige Bestimmung für Laien oft schwierig. Auffällig ist auch das Verhalten dieser Art: Sie zeigt sogenanntes Tandemtragen. Dabei führt eine Arbeiterin eine andere gezielt zu einer Nahrungsquelle. Dieses Verhalten ist vergleichsweise selten und kann daher bei der Bestimmung hilfreich sein. In Deutschland heimische Ameisen, die ebenfalls ihre Artgenossen tragen, sind zum Beispiel die Einbindige Schmalbrustameise (Temnothorax unifasciatus) oder die Schmale Urameise (Ponera coarctata). Letztere wird in der roten Liste als gefährdet kategorisiert. Die Nadelameisen bevorzugen feuchte, dunkle Lebensräume wie verrottendes Holz, den Boden oder Bereiche unter Steinen und Baumstämmen.

Nahaufname einer Termite
Die Asiatische Nadelameise frisst bevorzugt Termiten [Foto: Pawich Sattalerd/ Shutterstock.com]

Ernährungstechnisch ist die Asiatische Nadelameise räuberisch. Sie jagt vor allem andere kleine Insekten. In ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet gehören auch Termiten zur Beute, die in Deutschland jedoch kaum vorkommen. Daher weicht die Art hier vermutlich auf andere Insekten aus.

Die Asiatische Nadelameise gilt als invasiv. In den USA ist sie bereits seit den 1930er-Jahren verbreitet und stellt dort eine Bedrohung für einheimische Ökosysteme dar. Durch den Klimawandel könnten sich ihre Ausbreitungsbedingungen auch in Europa weiter verbessern. Eingeschleppt wurde die Art vermutlich über den internationalen Handel, insbesondere durch den Import von Pflanzen.

Pflanzentopf aus dem Pflanzenhandel
Invasive Arten werden oft durch den internationalen Pflanzenhandel eingeschleppt [Foto: WH_Pics/ Shutterstock.com]

Ist die Asiatische Nadelameise gefährlich für Menschen und Tiere?

Fühlt sich die Asiatische Nadelameise bedroht, kann sie zustechen. Die Stiche sind schmerzhaft und führen häufig zu Rötungen, Schwellungen oder Quaddeln. In der Regel sind sie zwar unangenehm, aber nicht gefährlich. In seltenen Fällen können jedoch allergische Reaktionen auftreten. Daher sollte direkter Kontakt möglichst vermieden werden. Besonders bei Kindern und Haustieren ist Vorsicht geboten, damit es nicht zu Stichen kommt.

Asiatische Nadelameise bekämpfen

Da es bislang nur einen bestätigten Fund der Asiatischen Nadelameise in Deutschland gibt, ist es derzeit sehr unwahrscheinlich, ihr im eigenen Garten oder Haus zu begegnen. Zudem tritt sie seltener als klassischer „Hausschädling“ auf, da sie sich überwiegend von anderen Insekten ernährt und weniger an menschlichen Nahrungsquellen interessiert ist. Um vorzubeugen, dass sich Ameisen im Garten ansiedeln, können bestimmte Pflanzen mit abschreckenden Duftstoffen eventuell hilfreich sein, etwa Lavendel (Lavendula), Minze (Mentha) oder Thymian (Thymus). Zusätzlich empfiehlt es sich, potenzielle Nistplätze zu reduzieren, indem man beispielsweise Totholz entfernt oder feuchte, geschützte Bereiche im Garten minimiert. Solltest du Ameisen in deinem Garten entdecken, handelt es sich aber mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine heimische Art und nicht um die Asiatische Nadelameise. Diese lassen sich bei Bedarf relativ einfach bekämpfen, beispielsweise mit Nematoden, die als natürliche Gegenspieler wirken und die Ameisenpopulation reduzieren können. Unsere Plantura SF-Nematoden gegen Ameisen können auch effektiv gegen Ameisen in Haus und Wohnung eingesetzt werden.

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Wirksame Methoden zur Bekämpfung der Asiatischen Nadelameise sind bislang kaum bekannt. Bei einem Auftreten sollte daher die zuständige Umweltbehörde informiert werden, um geeignete Maßnahmen einzuleiten.

Muss man die Asiatische Nadelameise melden?

Die Asiatische Nadelameise ist meldepflichtig. Bei einem begründeten Verdacht sollte der Fund dem zuständigen Umweltamt gemeldet werden, damit die Behörden informiert sind und Maßnahmen ergreifen können.

Die Tapinoma magnum ist ebenfalls eine nicht heimische, invasive Ameisenart, die sich in Deutschland ausbreitet. Wie du die Große Düsenameise erkennen und bekämpfen kannst, erfährst du in diesem Artikel.