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Silberblatt: Pflanzen, pflegen & vermehren

Alina
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Alina
Alina

Seit mehreren Jahren pflanze ich hobbymäßig in meiner Freizeit viel verschiedenes Gemüse an, wodurch ich letztendlich zu dem Studiengang Gartenbau an der Hochschule in Freising gefunden habe. Ich bin davon fasziniert, die Pflanzen vom Samen bis zur Frucht wachsen zu sehen und am Ende die Ernte zu verarbeiten.

Lieblingsobst: Kirschen und Erdbeeren
Lieblingsgemüse: Kartoffeln, Tomaten und Knoblauch

Das Silberblatt ist eine beliebte Bauerngartenpflanze. Wegen ihrer auffälligen, hübschen Fruchtstände wird die Pflanze auch in der Floristik verwendet.

Blühende Silberblätter
Die unscheinbare Pflanze entwickelt ungewöhnliche, dekorative Fruchtstände [Foto: Orest lyzhechka/ Shutterstock.com]

Aus der Gattung des Silberblatts (Lunaria) sind zwei Arten sehr bekannt und für die Verwendung im Garten interessant. Diese stellen wir im Verlauf näher vor. Außerdem erklären wir in diesem Artikel, wie man das Silberblatt pflanzen und selbst vermehren kann.

Silberblatt: Herkunft und Eigenschaften

Für das Silberblatt gibt es auch noch andere Bezeichnungen wie Mondviole, Judaspfennig oder Silbertaler. Die Pflanze gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Das Einjährige Silberblatt (Lunaria annua) hat seinen Ursprung in Südosteuropa und ist mittlerweile in den meisten Teilen Europas weit verbreitet. In dem Großteil dieser Länder wird das Ausdauernde Silberblatt (Lunaria rediviva) als heimisch eingeordnet. Zu den Naturstandorten der frostharten, krautigen Pflanzen zählen Waldränder und lichte Gebüsche, auch in Gebirgsregionen. Wie die Namen der zwei Arten schon verraten, handelt es sich bei dem Einjährigen Silberblatt um eine einjährig-überwinternde bis zweijährige Pflanze und bei dem Ausdauernden Silberblatt um ein ausdauerndes Gewächs. Die aufrechten, oben verzweigten Triebe erreichen Höhen zwischen 30 und 140 cm. Die Stängel können mit einer mehr oder weniger starken Behaarung überzogen sein. Das Ausdauernde Silberblatt bildet ein Rhizom – das Einjährige Silberblatt dagegen entwickelt eine Wurzelknolle. Die ei- bis herzförmigen Laubblätter besitzen einen grob gezähnten Rand und sitzen gestielt oder im oberen Bereich der Pflanze ungestielt am Stängel. Zur Blütezeit des Silberblatts bilden sich schirmtraubige bis traubige Blütenstände aus den zwittrigen, vierzähligen Blüten, die weißlich-violett oder intensiv violett sind. Die Blüten des Ausdauernden Silberblatts duften im Gegensatz zu Lunaria annua sehr stark.

Schmetterling auf Silberblatt-Blüte
Mit seinem Rüssel nimmt der Grünader-Weißling den Nektar zu sich [Foto: Thijs de Graaf/ Shutterstock.com]

Das Angebot an Nektar und Pollen ist zum Beispiel beim Einjährigen Silberblatt eher gering, jedoch spielen die Mondviolen gerade für Nachtfalter eine wichtige Rolle, da sich die Blüten nachts öffnen. Auch Schmetterlinge wie der Kleine Kohlweißling (Pieris rapae) und der Grünader-Weißling (Pieris napi) besuchen das Silberblatt gerne. Später bilden sich große, flache, ovale bis runde Schötchen. Im reifen Zustand fallen die Fruchtblätter ab und die flachen, geflügelten rundlichen Samen kommen zum Vorschein. Außerdem kann nun der silbrige Schimmer der Trennwände bewundert werden, welcher namensgebend für das Silberblatt ist.

Die schönsten Lunaria-Arten und -Sorten

Folgend gehen wir auf die Eigenschaften und Besonderheiten der beiden wichtigsten Silberblatt-Arten näher ein. Außerdem stellen wir jeweils die schönsten Sorten vor.

Einjähriges Silberblatt (Lunaria annua)

Der Name dieser Art mag im ersten Moment irreführend wirken, denn eigentlich bildet das Einjährige Silberblatt im ersten Jahr nur eine Grundrosette, während im zweiten Jahr die Blüte der Pflanze erscheint. Nach der Fruchtreife stirbt sie schließlich ab. Richtig wäre also die Bezeichnung einjährig-überwinternd oder zweijährig. Die Blätter des Einjährigen Silberblatts sitzen im oberen Bereich. Die Kronblätter der Blüten können violett oder weiß sein. Die Blütezeit dieser Silberblatt-Art erstreckt sich von April bis Juni. Lunaria annua kann Höhen zwischen 30 und 100 cm erreichen. Die Form der Schotenfrüchte ist elliptisch bis fast kreisrund sowie an beiden Enden abgerundet. Ihre hübschen, transparenten Trennwände bleiben bis in den frühen Winter stabil. Das immergrüne Einjährige Silberblatt ist auch an frischen, stickstoffreichen Ruderalstellen und Hecken zu finden.

Lunaria annua mit violetten Blüten
Die Blüten des Einjährigen Silberblatts sind meist weiß oder intensiv violett gefärbt [Foto: Emine Kamaci/ Shutterstock.com]
  • Lunaria annua ˈAlbaˈ: Bei der Sorte ˈAlbaˈ handelt es sich um Pflanzen mit rein weißen Blüten. Die restlichen Eigenschaften sind mit der Art vergleichbar.
  • Lunaria annua ˈChedglowˈ: Hier sind die Blüten leuchtend violett und die Blätter verfärben sich im Herbst zu einem dunklen Violett-grün.
  • Lunaria annua ˈMunstead Pinkˈ: Das Laub dieser violett blühenden Variante ist vor allem im Frühling bräunlich-grün gefärbt.
  • Lunaria annua ˈVariegataˈ: Die Besonderheit dieser violett blühenden Sorte ist das Laub. Während die Grundblätter hauptsächlich grün sind, laufen die Blätter zur Blattspitze hin in ein immer intensiver werdendes, grünliches Cremeweiß aus.
Silberblatt-Sorte mit panaschierten Blättern
Die Panaschierung der Blätter ist das auffällige Merkmal dieser Sorte [Foto: Nikolay Kurzenko/ Shutterstock.com]

Ausdauerndes Silberblatt (Lunaria rediviva)

Das Ausdauernde Silberblatt ist, wie der Name schon verrät, mehrjährig. Gelegentlich wird es auch als Wildes Silberblatt bezeichnet. Die Blätter dieser sommergrünen Art sitzen alle gestielt an den Stängeln. Die Farbe der Kronblätter ist meist blassviolett und die Blütezeit liegt von Mai bis Juni. Die Wuchshöhe von Lunaria rediviva kann zwischen 30 und 140 cm betragen. Im Gegensatz zum Einjährigen Silberblatt ist die Form der Früchte hier elliptisch bis breit lanzettlich und an beiden Enden zugespitzt. Die Fruchtstände erweisen sich als nicht ganz so dauerhaft wie bei Lunaria annua. Die Art kommt in frischen, luftfeuchten Schlucht- und Steinschuttwäldern vor, aber auch in Parks ist sie oft zu finden. Das Ausdauernde Silberblatt hat einen hohen Nährstoffanspruch und steht gerne auf basen- und feinerdereichen Böden.

Violette Lunaria-Blüten
Die Blütenblätter von Lunaria rediviva sind meist blassviolett [Foto: S.O.E/ Shutterstock.com]
  • Lunaria rediviva ˈPartway Whiteˈ: Die Blätter dieser außergewöhnlichen Sorte haben einen breiten, weißen Rand. Im Austrieb ist das Laub außerdem violett überlaufen. Die Blüte strahlt rein weiß. Ihr Saatgut ist in Deutschland nur schwer erhältlich – in England ist die Sorte mehr verbreitet.
Fruchtstand des ausdauernden Silberblatts
Die Fruchtstände von Lunaria rediviva sind deutlich schmaler und spitzer [Foto: Tatiana Belova/ Shutterstock.com]

Silberblatt pflanzen

Das Silberblatt sollte möglichst früh im Jahr oder auch im Herbst gepflanzt oder gesät werden. Denn die Pflanze wird durch Kälte zum Blühen gebracht und zu spät gesäte Exemplare werden deshalb nicht mehr zur Blüte kommen.
Am besten gefällt es dem Silberblatt an licht halbschattigen bis absonnigen Plätzen mit durchlässigem, stickstoffreichem Boden. Lunaria annua steht gerne an mäßig trockenen bis frischen Orten, während Lunaria rediviva frische bis sehr feuchte Standorte bevorzugt.

Im Handel wird das Silberblatt vorwiegend als Saatgut angeboten – im Abschnitt zur Vermehrung des Silberblatts finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu, wie die Aussaat funktioniert. Für die Pflanzung wird der vorgesehene Platz im Vorhinein gut gelockert und der Boden bereits beim Setzen mit etwas Kompost oder einer hochwertigen Erde angereichert. Zur Verbesserung kann Fertigkompost oder zum Beispiel unsere torffreie Plantura Bio-Komposterde verwendet werden. Ihr hoher Humusanteil sowie die zusätzlich enthaltenen Dünger bieten eine gute Nährstoffquelle für das Silberblatt. Der Humusgehalt bewirkt außerdem eine Verbesserung des Wärme- und Wasserhaushalts und fördert die Fruchtbarkeit des Bodens. Die in unserer Komposterde enthaltenen, lebenden Mikroorganismen der Gattung Trichoderma tragen zu einem verbesserten, gesunden Wachstum der Pflanze bei, indem die Nährstofffreisetzung im Substrat begünstigt wird. Hierdurch wird das Silberblatt unempfindlicher gegenüber Stressfaktoren wie Trockenheit.

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Der Boden sollte außerdem von Unkraut befreit werden, damit dieses mit dem Kreuzblütler nicht um Nährstoffe, Wasser und Licht konkurriert. Nun wird das Silberblatt so in die Erde gesetzt, dass der Wurzelballen bündig mit dem Erdboden abschließt. Das Substrat wird angedrückt und gut angegossen – gerade in der Phase des Anwachsens sollte der Boden nicht trocken werden. Die Mondviole eignet sich gut für Pflanzungen in kleinen Gruppen von 3 bis 10 Exemplaren – dabei sollte ein Pflanzabstand von 40 bis 50 cm eingehalten werden.

Tipp: Wichtig zu wissen ist außerdem, dass die Pflanzen nicht salzverträglich sind. Das bedeutet, sie sollten auf keinen Fall mit Streusalz in Kontakt kommen oder mit Mineraldüngern gedüngt werden.

Wichtige Pflegemaßnahmen

Wenn das Silberblatt an den optimalen Standort gesetzt wird, ist nicht viel Pflege notwendig. Je sonniger und trockener die Pflanze steht, desto mehr muss gegossen werden, um dem konstanten Wasserbedarf des Kreuzblütlers gerecht zu werden. Der Boden ist im besten Fall stets frisch. Selbst an einem optimalen Standort sollte also bei andauernder Trockenheit gegossen werden. Das Einjährige Silberblatt kommt mit Trockenphasen etwas besser zurecht als das Ausdauernde Silberblatt.

Das Schneiden des Silberblatts ist nur notwendig, wenn die über den Winter abgestorbenen Triebe stören – diese können dann im Frühjahr abgeschnitten werden. Außerdem sollte man die Fruchtstände im Herbst entfernen, falls eine Selbstaussaat unerwünscht ist.

Silberblatt-Pflanze im Schnee
Bis in den Winter hinein können die Silberblätter den Garten noch verzieren [Foto: Ksenia Lada/ Shutterstock.com]

Wie auch einige andere Arten aus der Familie der Kreuzblütengewächse hat die Mondviole einen recht hohen Nährstoffbedarf. Dieser lässt sich gut mit einem Langzeitdünger decken. Dafür bietet sich zum Beispiel unser Plantura Bio-Universaldünger mit einem NPK-Verhältnis von 6-3-4 an. Da unser Dünger seine Wirkung über drei Monate hinweg entfaltet, sind nur zwei Düngemaßnahmen im Jahr notwendig. Alternativ ist eine Nährstoffversorgung mit Fertigkompost möglich.

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Ist das Silberblatt winterhart?

Während das Einjährige Silberblatt bis etwa – 23 °C winterhart ist, kann das Ausdauernde Silberblatt sogar Temperaturen bis etwa – 34 °C standhalten. Ein Frostschutz ist also in beiden Fällen nicht notwendig.

Silberblatt vermehren

Am einfachsten und unkompliziertesten kann man das Silberblatt durch Aussaat vermehren. An Standorten, an denen der Boden offen liegt und wenig andere Pflanzen wachsen, sät sich die Mondviole auch erfolgreich selbst aus. Wer das schöne Kreuzblütengewächs gezielt vermehren will, kann sich nach folgender Anleitung richten:

  • Fruchtreife, wenn die Schoten braun sowie leicht transparent sind und sich leicht öffnen lassen
  • Samen entnehmen und bis zum zeitigen Frühjahr trocken und dunkel aufbewahren
  • Direktsaat ins Freiland ab März, da Lunaria rediviva ein Kaltkeimer ist
  • Boden von Unkraut befreien und etwas auflockern
  • Samen in einem Abstand von etwa 40 – 50 cm auslegen und mit 1 – 2 cm Erde bedecken
  • Saatbeet angießen und weiterhin feucht halten

Tipp: Für eine sortenechte Vermehrung müssten die entsprechenden Pflanzen während der Blütezeit von anderen Silberblatt-Sorten isoliert werden, falls eine Vermehrung über das Saatgut stattfinden soll. Bei dem Ausdauernden Silberblatt könnte auch die Teilung des Rhizoms versucht werden.

Lunaria-Samen wird entnommen
Nach Entnahme der Samen bleiben die schönen, silbrigen Trennwände übrig [Foto: Thijs de Graaf/ Shutterstock.com]

Sind Silberblätter giftig?

Das Silberblatt fast vollständig ungiftig für Mensch und Tier – genau wie die in der Küche verwendeten Kohlarten. Die jungen Blätter des Silberblatts sind sogar essbar, in roher und gekochter Form. Lediglich die Samen sollten nicht verzehrt werden, da diese Alkaloide enthalten.

Mit seinen wolligen Fruchtständen bringt auch der Perückenstrauch (Cotinus coggygria) interessante Strukturen in den Garten. Die Laubfärbung bestimmter Sorten sorgt ebenfalls für einen richtigen Hingucker.