Bambus vermehren: Samen, Teilen & Stecklinge
Bambus lässt sich auf verschiedene Arten vermehren. Wir zeigen dir, wie es geht.

Die Vermehrung von Bambus (Bambusoideae) kann auf verschiedene Arten erfolgen, sei es durch Samen, Teilung oder Stecklinge. Jede Methode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Die Vermehrung über Bambussamen erfordert Geduld und ist nicht immer erfolgreich, während die Vermehrung über Stecklinge nur bei bestimmten tropischen Arten funktioniert. Das Teilen von Bambus hingegen gilt als die gängigste und erfolgreichste Methode, um Bambus zu vermehren. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Vermehrungsmethoden und zeigen ihre Vorgehensweise.
Inhaltsverzeichnis
Bambus über Samen vermehren
Eine Methode, um Bambus zu vermehren, ist durch Bambussamen. Allerdings blühen Bambusse sehr selten, und zwar abhängig von den Bambus-Arten und -Sorten nur alle 100 Jahre, was das Sammeln von Samen erschwert. Frische Samen von Bambus haben eine deutlich höhere Keimrate, daher ist es wichtig, die gekauften Bambussamen so bald wie möglich zu verwenden. Um die Keimung zu fördern, müssen die Samen für 24 Stunden in warmem Wasser eingeweicht werden. Das Einweichen in Wasser hilft, die Samenschale aufzuweichen und so den Keimprozess zu beschleunigen. In einem Topf mit hochwertiger Erde wie unsere Plantura Bio-Universalerde werden die Bambussamen ausgestreut oder aufgelegt. Da Bambussamen Lichtkeimer sind, dürfen sie nicht mit Erde bedeckt werden.
Nach der Aussaat wird der Topf feucht gehalten und mit einer Tüte oder Klarsichtfolie abgedeckt. Um Schimmelbildung zu verhindern, sollte täglich gelüftet werden. Alternativ können kleine Löcher in der Folie helfen, dass die Erde nicht anfängt zu schimmeln. Bambussamen benötigen tagsüber etwa 32 °C und nachts etwa 22 °C, um zu keimen. Winterharte Bambussamen können bereits bei 26 °C keimen. Unter optimalen Bedingungen zeigen sich die ersten Keimlinge nach zwei bis sechs Wochen. Bambus kann das ganze Jahr über im Haus ausgesät werden, jedoch sollte auf ausreichend Licht und die richtige Temperatur geachtet werden. In den Wintermonaten ist daher eine Pflanzenlampe zu empfehlen. Im frühen Sommer kann der Bambus auch direkt draußen ausgesät werden.

Bambus teilen
Sowohl ausläuferbildende Bambusarten als auch horstig wachsende Arten können durch Teilung vermehrt werden. Der ideale Zeitpunkt hierfür liegt im Frühjahr, zwischen Februar und März. Doch auch im Spätsommer ab Juli bis in den Herbst hinein, bevor der Bodenfrost einsetzt, ist eine Vermehrung möglich. Ein bewölkter, regenfreier Tag mit feuchtem Boden bietet die optimalen Bedingungen dafür.
Für horstbildenden Bambus empfiehlt es sich, die Erde gründlich zu bewässern, um den Wurzelballen leichter bearbeiten zu können. Bei dieser Vermehrung von Bambus wird der gesamte Wurzelballen der Pflanze ausgegraben und mit einem Spaten oder einer Axt geteilt. Jetzt kannst du den geteilten Bambus pflanzen. Auf diese Weise lässt sich auch Bambus im Kübel vermehren. Bambus im Kübel wird ebenso zunächst ausreichend bewässert, bis die Erde feucht ist. Gegebenenfalls können die Halme zusammengebunden werden. Nun werden die Pflanzen vorsichtig aus dem Kübel gehoben. Nachdem der Wurzelballen vorsichtig mit einem Spaten oder einer Axt geteilt wurde, können die entstandenen Bambusteile in passende Kübel gepflanzt werden. Alternativ kann bei horstbildendem Bambus auch nur ein Teil des Bambus mit dem Spaten abgestochen und herausgehoben werden. Der andere Teil verbleibt im Boden und wird somit weniger gestört.

Ausläuferbildender Bambus lässt sich ebenfalls einfach vermehren, da er stetig unterirdische Ausläufer bildet, aus denen neue Triebe wachsen. Eine Methode besteht darin, eine oder mehrere austreibende Jungpflanzen mit einem Spaten auszugraben und neu einzupflanzen. Alternativ können auch Teile der Bambuswurzeln freigelegt und ausgegraben werden. Die ausgegrabenen Wurzelstücke können dann in kleinere Teilstücke geschnitten werden. Ableger sollte aus zwei bis drei Knoten bestehen, die an ihren runden Einschnürungen und den bereits feinen Wurzeln erkennbar sind. Diese Teilstücke werden mit nach oben zeigenden Rhizomaugen leicht schräg eingepflanzt. Bedecke die Teilstücke mit etwa 10 cm Erde. Denke besonders daran, dass ausläuferbildende Bambusarten ohne eingebaute Rhizomsperre sich sehr stark ausbreiten können. Die Erde der neu gepflanzten Bambusse muss auch unabhängig von der Methode gut feucht gehalten werden.

Bambus über Stecklinge vermehren
Die Vermehrung von Bambus über Stecklinge wird selten durchgeführt, da es bei den meisten Arten kaum bis gar nicht funktioniert. Ausprobieren kann man es dennoch. Wichtig ist es, mit einer sauberen und scharfen Gartenschere zu arbeiten, um die Bambusstecklinge zu schneiden. Der ideale Zeitraum für das Schneiden der Stecklinge liegt zwischen März und April. Für die Bambusstecklinge wird ein ein- bis zweijähriger Trieb gewählt, der sich noch im Wachstum befindet. Der Steckling sollte mindestens zwei Knoten enthalten und etwa 25 cm lang sein. Der Schnitt erfolgt in einem 45-Grad-Winkel. Anschließend wird der Steckling in einen Topf mit Erde gepflanzt, wobei die Knoten nach oben zeigen sollen und gut angegossen werden. Jetzt kann es einige Wochen dauern, bis die Stecklinge Wurzeln schlagen. Eine erfolgreiche Wurzelbildung erkennst du, wenn der Steckling beginnt auszutreiben. Nach etwa 3 bis 4 Monaten kannst du die Stecklinge auch in den Garten pflanzen.

Unabhängig von der gewählten Vermehrungsmethode ist es entscheidend, den Bambus angemessen zu pflegen. Hier erfährst du, wie du Bambus pflegen kannst.
















