Blasenstrauch: Sorten, Pflege & Giftigkeit

Verena
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Aufgewachsen bin ich auf einem kleinen, biologischen Nebenerwerbshof und nach meinem FSJ auf einer Ranch in Amerika habe ich angefangen, in Hohenheim Agrarwissenschaften zu studieren. Am meisten interessieren mich hier die Bereiche Boden, ökologische Landwirtschaft und Pflanzenwissenschaften. Zuhause verbringe ich viel Zeit in unserem Garten und wenn ich dort nicht zu finden bin, trifft man mich oft in der Küche, wo ich unser Obst und Gemüse zum Kochen und Backen verwerte.

Lieblingsobst: Auch wenn sie langweilig sind – Äpfel
Lieblingsgemüse: Paprika, Rote Bete, Zucchini, Weißkraut

Suchen Sie nach einer insektenfreundlichen Zierpflanze für den Garten, die dem Klimawandel trotzt und auch mit wenigen Nährstoffen auskommt? Dann sind Sie beim Blasenstrauch genau richtig.

Blasenstrauch
Der Blasenstrauch ist ein bienenfreundlicher, pflegeleichter Blickfang für viele Gärten [Foto: Anna Karklina/ Shutterstock.com]

Nicht nur die aufgeblasenen Hülsenfrüchte machen Blasensträucher (Colutea) zu besonderen Pflanzen. Auch die lange Blütezeit, die Trockenheitstoleranz und die Fähigkeit, dank einer Symbiose mit Bakterien Stickstoff als Dünger aus der Luft zu fixieren, sprechen für dieses besondere Gehölz. In diesem Artikel erfahren Sie alles, was Sie für den Anbau von Blasensträuchern im Garten wissen müssen: Vom geeigneten Standort über das Schneiden und Pflegen bis hin zur Beantwortung der Frage, ob Colutea arborescens giftig ist.

Blasenstrauch: Herkunft und Eigenschaften

Die Blasensträucher (Colutea) bilden eine Gattung mit ungefähr 26 Arten innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Wie die meisten Hülsenfrüchtler gehen Blasensträucher in ihrem Wurzelbereich eine Symbiose mit Bakterien ein, die Stickstoff aus der Luft fixieren können. Deshalb müssen sie nicht mit Stickstoff gedüngt werden.

Bei uns ist am häufigsten der Gewöhnliche Blasenstrauch (Colutea arborescens) anzutreffen. Er wird ebenso Gelber Blasenstrauch oder Gemeiner Blasenstrauch genannt und stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika. In Deutschland kommt er nur am Oberrhein natürlicherweise vor, ist aber auch an anderen Stellen verwildert anzutreffen.
Das Wachstum von Blasensträuchern ist eher langsam und ausladend. Maximal werden sie 2 bis 4 m hoch und ebenso breit. Ihr Wurzelsystem ist eher flach. Im Herbst verlieren Blasensträucher ihre Blätter, die unpaarig gefiedert, mit ungefähr 3,5 cm langen, elliptischen Fiederblättchen sind. Von Mai bis in den August hinein blüht der Blasenstrauch. Deshalb kann man die typischen Schmetterlingsblüten, die beim Gewöhnlichen Blasenstrauch von gelb-oranger Farbe sind, über einen relativ langen Zeitraum bewundern. Auch die Früchte des Blasenstrauchs haben einen hohen Zierwert, denn bei ihnen handelt es sich um aufgeblasene Hülsen, die 3 bis 6 cm lang sind. Darin befinden sich 20 bis 30 schwarze, linsenähnliche Samen.

Blasenstrauch im Garten
Der Blasenstrauch wächst langsam, buschig und wird nicht allzu groß [Foto: Vankich1/ Shutterstock.com]

Ist der Blasenstrauch bienenfreundlich? Grundsätzlich sind Blasensträucher sehr insektenfreundliche Pflanzen, vor allem auch dank ihrer langen Blütezeit. Allerdings ist es für viele Insekten nicht so einfach, an den Pollen zu kommen. Daher sind eher größere Wildbienen an Blasensträuchern anzutreffen, wie zum Beispiel Hummeln (Bombus) oder Holzbienen (Xylocopa). Ein Insekt, das den Blasenstrauch zum Überleben benötigt, ist der gefährdete Blasenstrauch-Bläuling (Iolana iolas) – ein Schmetterling, dessen Raupen sich in den Schoten von Blasensträuchern entwickeln.

Biene fliegt zum Blasenstrauch
Blasensträucher werden eher von größeren Insekten besucht [Foto: Martina Unbehauen/ Shutterstock.com]

Die schönsten Blasenstrauch-Sorten

Neben dem Gewöhnlichen Blasenstrauch findet man bei uns nur wenige andere Arten und Sorten. Mithilfe dieser kleinen Liste können Sie den richtigen Strauch für Ihren Garten auswählen.

Gewöhnlicher Blasenstrauch (Colutea arborescens): Der Gewöhnliche Blasenstrauch ist die Leitart der Gattung Colutea. Er wird 3 bis 4 m hoch, verträgt Temperaturen bis – 23 °C und besticht durch gelbe Blüten, sowie eine lange Blütezeit.

Orient-Blasenstrauch (Colutea orientalis): Colutea orientalis wird auch Roter Blasenstrauch genannt, obwohl seine Blüten eher orange-gelb sind. Mit einer maximalen Höhe von circa 2 m ist er der kleinste der hier vorgestellten Blasensträucher. Ähnlich wie der Gewöhnliche Blasenstrauch ist Colutea orientalis ebenfalls bis etwa – 20 °C winterhart.

Oranger Blasenstrauch
Die Blüten des Orient-Blasenstrauchs sind dunkler und haben einen Rotstich [Foto: Inna Giliarova/ Shutterstock.com]

Blasenstrauch ‘Copper Beauty’ (Colutea x media ‘Copper Beauty’): Bei der Blasenstrauchsorte ‘Copper Beauty’ handelt es sich um eine Hybride, also die Kreuzung zweier verschiedener Arten – im Fall von Colutea x media zwischen Colutea arborescens und Colutea orientalis. Besonders sind seine gelb-orange- bis kupferfarbenen Blüten. Leider ist ‘Copper Beauty’ etwas weniger winterhart und verträgt Temperaturen nur bis ungefähr – 17 °C.

Tipp: Auch beim Blasenstrauch kann es zu Verwechslungen kommen. Weniger, was das Aussehen, als was den Namen betrifft. Im Handel gibt es zum Beispiel den Blasenbaum (Koelreuteria paniculata) und die Blasenspiere (Physocarpus opulifolius), bei denen es sich aber um Pflanzen aus völlig anderen Familien handelt.

Blasenbaum
Der Blasenbaum trägt seinen ähnlichen Namen zu Recht [Foto: Zoya El/ Shutterstock.com]

Pflanzen: Standort und Vorgehen

Blasensträucher gedeihen gut an Orten, an denen viele andere Pflanzen Probleme haben. Ein optimaler Standort für Blasensträucher sollte sonnig sein und einen durchlässigen, mageren, eher kalkhaltigen Boden haben. Selbst Wind und Salz machen Blasensträuchern wenig aus.

Die optimale Pflanzzeit für Blasensträucher ist im Hebst, unabhängig davon, ob es sich um Containerware oder wurzelnackte Pflanzen handelt. Insbesondere Pflanzen aus Töpfen können Sie schon ab April in den Boden bringen. Man kann Blasensträucher bei genügend Platz als solitär stehenden Blickfang im Garten haben, ihn aber auch in insektenfreundliche Hecken integrieren. Achten Sie dann auf einen Pflanzabstand von mindestens 50 cm.

Schmetterling auf Blasenstrauch-Blüte
Blasensträucher sind gut für insektenfreundliche Hecken geeignet [Foto: Sarit Richerson/ Shutterstock.com]

Wenn Sie einen geeigneten Standort ausgewählt haben, können Sie Ihren Blasenstrauch pflanzen.

  1. Heben Sie das Pflanzloch aus. Es sollte so tief sein, dass die Pflanze später ebenso tief in der Erde sitzt, wie vorher im Topf.
  2. Gerade bei humosen, lehmigen Böden empfiehlt es sich, den Aushub zum Beispiel mit unserem Plantura Rasensand oder Blähton und etwas Gartenkalk, wie unserem Plantura Rasen- & Gartenkalk, zu mischen. Denn auf zu fruchtbaren Böden gedeiht der Blasenstrauch sonst nur unbefriedigend. Unsere Produkte werden CO2-kompensiert versendet und kommen mit vielen nützlichen Tipps für die fachgerechte Anwendung zu Ihnen.
  3. Setzen Sie den Blasenstrauch in das Pflanzloch und füllen Sie es mit dem Aushub wieder auf.
  4. Drücken Sie die Erde um den Strauch herum fest und gießen Sie ihn gut an. Vor allem in der ersten Zeit, wenn das Wurzelsystem noch nicht ausreichend ausgebildet ist, benötigen Blasensträucher etwas mehr Wasser. Indem Sie aus Erde einen Gießring modellieren, verhindern Sie, dass das Gießwasser einfach davonläuft.
  5. Achten Sie im ersten Jahr in jedem Fall noch darauf, dass es dem Strauch nicht zu kalt wird. Schutz bietet zum Beispiel eine Mulchschicht auf dem Wurzelballen oder ein Jutesack, der über den Strauch gestülpt wird.
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Pflege des Blasenstrauchs

Weniger Pflege als ein Blasenstrauch benötigt kaum eine Pflanze im Garten. Zur Gießkanne sollte man nur während extremer Trockenperioden greifen. Da der Blasenstrauch aus dem Mittelmeerraum stammt, kommt er mit wenig Wasser sehr gut zurecht und reagiert hingegen mit Kümmerwuchs auf zu feuchte Böden.
Sogar düngen muss man seinen Blasenstrauch eigentlich nicht. Dank der Symbiose mit Knöllchenbakterien sorgt der Strauch selbst für eine ausreichende Stickstoffversorgung. Mit einer zusätzlichen Düngung würde man zwar das Wachstum anregen, aber gleichzeitig dafür sorgen, dass der Strauch frostanfälliger wird – denn frisches, junges Gewebe wird von Frost meist zuerst dahingerafft.

Blasenstrauch in der Sonne
Auch am trockenen Naturstandort benötigt der Blasenstrauch wenig Zuwendung [Foto: simona pavan/ Shutterstock.com]

Das Schneiden von Blasensträuchern ist nicht zwingend nötig. Es kann aber immer wieder erfolgen, wenn man den Strauch jung erhalten will. Dafür können alle paar Jahre im Frühjahr einige der alten Triebe an der Basis gekappt werden. Das sollten aber nicht mehr als ein Drittel aller Triebe sein. Auch Jahrestriebe können im Frühjahr vor dem Austrieb eingekürzt werden.

Die Böden bei uns sind in der Regel eher sauer. Deshalb gehört eine regelmäßige Kalkung zur Pflege des Blasenstrauchs. Wir empfehlen dafür kohlensauren Kalk, wie unseren Plantura Rasen- & Gartenkalk, da er eine länger anhaltende Wirkung besitzt. Wann es Zeit für die nächste Kalkung ist, kann am einfachsten ermittelt werden, indem man den pH-Wert des Bodens bestimmt. Dieser sollte nicht unter 6,5 liegen.

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Pflege auf einen Blick:

  • Gießen nur während extremer Trockenperioden.
  • Düngen ist nicht notwendig.
  • Im Frühjahr kann man den Blasenstrauch schneiden, wenn man dessen Wuchs beeinflussen will.
  • Eine Kalkung sollte erfolgen, wenn der pH-Wert des Bodens unter 6,5 sinkt.

Ist der Blasenstrauch winterhart?

Bei uns ist der Blasenstrauch gut winterhart, denn er übersteht Temperaturen bis – 23 °C. Da dies jedoch von Strauch zu Strauch leicht variiert, können sehr kalte Winternächte manchmal auch einige Blasensträucher in Mitleidenschaft ziehen. Es schadet deshalb nicht, wenn man den Wurzelstock durch eine Mulchschicht, zum Beispiel aus Laub oder unserer Plantura Bio-Pinienrinde, schützt.

Mulch
Eine Mulchschicht isoliert und schützt den Wurzelstock [Foto: hybridsojka/ Shutterstock.com]

Vermehrung

Die Vermehrung des Blasenstrauchs gelingt am einfachsten über Samen oder Stecklinge.

Die Aussaat von Blasenstrauchsamen kann entweder direkt an Ort und Stelle oder aber in kleinen Töpfen erfolgen. Sammeln Sie im Herbst die schwarzen Samen, die Sie in abgefallenen Hülsen finden, und lagern Sie diese den Winter über an einem dunklen, trockenen und eher kühlen Ort.

  1. Im Februar ist es Zeit für die Aussaat. Weichen Sie dafür die Samen zunächst für circa 10 Stunden in Wasser ein.
  2. Füllen Sie kleine Töpfe von ungefähr 8 – 10 cm Durchmesser mit angefeuchteter Anzuchterde, zum Beispiel mit unserer Plantura Kräuter- & Aussaaterde.
  3. Stecken Sie 2 bis 3 Samen des Blasenstrauchs circa 1 cm tief in die Erde.
  4. Stellen Sie die Töpfe an einen hellen Ort mit einer Temperatur von circa 20 °C.
  5. Achten Sie in den nächsten Tagen darauf, dass das Substrat nicht austrocknet. Nach 10 bis 20 Tagen sollten die Samen keimen.
  6. Wenn pro Topf mehr als ein Same gekeimt hat, sollten Sie bei einer Höhe von ungefähr 3 cm die schwächeren Keimlinge entfernen und nur den stärksten stehen lassen.
  7. Sobald die Pflanzen ungefähr 10 cm hoch sind, können sie an ihren endgültigen Standort ausgepflanzt werden.
Geöffnete Früchte des Blasenstrauch
Im Winter öffnen sich die Hülsenfrüchte und die Samen können herausfliegen [Foto: safakcakir/ Shutterstock.com]

Die Vermehrung über Weichholz-Stecklinge ist ebenso möglich. Dafür schneidet man am Ende des Frühlings circa 10 cm lange Triebspitzen ohne Blüten von seinem Blasenstrauch ab. Man entfernt die unteren Blätter vom Steckling und belässt sie nur an den oberen 5 cm. Die Stecklinge steckt man dann in kleine Töpfe, die mit feuchter Anzuchterde gefüllt sind. Hängen daraufhin die Fiederblätter auf die Erde, werden sie auf eine praktischere Länge gekürzt. In der nächsten Zeit ist es besonders wichtig, dass das Substrat konstant feucht ist. Außerdem sollten die Stecklinge an einem hellen und warmen, aber nicht heißen Ort stehen. Ein Austrocknen lässt sich verhindern, indem man Plastiktüten über die Töpfe stülpt und mit einem Gummi fixiert. Es ist jedoch wichtig, mindestens zweimal pro Woche unter den Tüten zu lüften. Wenn die Stecklinge bewurzelt sind, werden sie einzeln in etwa 9 cm große Töpfe gepflanzt. Der frische Zuwachs wird später entspitzt, um eine buschige Verzweigung zu erreichen.

Blasenstrauch mit grünen Triebspitzen
Wählen Sie als Stecklinge noch grüne Triebspitzen ohne Blüten [Foto: Martina Unbehauen/ Shutterstock.com]

Ist der Blasenstrauch giftig?

Nicht nur der Gelbe Blasenstrauch ist leicht giftig. Dementsprechend kann es beim Verzehr von Pflanzenteilen der übrigen Arten von Colutea zu leichten Vergiftungserscheinungen, wie Übelkeit und Erbrechen kommen. Auch für Pferde, Hunde und Katzen sind Blasensträucher giftig, was sich wie bei Menschen in Magen-Darm-Beschwerden und Durchfall äußert.

Sind Sie auf der Suche nach weiteren Zierpflanzen für trockene, magere Standorte? Dann könnte Sie zum Beispiel die Weinraute (Ruta graveolens) interessieren.

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