Liebstöckel pflanzen: Standort, Aussaat & gute Nachbarn

Sebastian
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Als Gartenbaustudent an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf habe ich mich vor allem mit Nutzpflanzen und Anbautechniken auseinandergesetzt. Es fasziniert mich immer wieder, wie sich aus kleinen, oft ähnlich anmutenden Samen so zahlreiche verschiedene Pflanzen entwickeln.

Lieblingsobst: Heidelbeeren, Trauben, Himbeeren, Birnen
Lieblingsgemüse: Pilze, Paprika, Kohlrabi, Zwiebel, Knoblauch

Liebstöckel ist seit jeher in Kräuter- und Klostergärten eine beliebte Pflanze. Doch nicht nur im Beet – nein, auch im Topf lässt sich das Maggikraut pflanzen.

Liebstöckel im Beet
Einmal gepflanzt können Sie sich jedes Jahr erneut über das Maggikraut freuen

Der Anbau von Liebstöckel (Levisticum officinale) kann jedem gelingen. Es gilt jedoch, auf einige Punkte wie den richtigen Standort, das passende Substrat und eine angemessene Pflege zu achten. Im Folgenden finden Sie alle wichtigen Tipps für den Anbau des Maggikrauts.

Wann kann man Liebstöckel pflanzen?

Mit der Jungpflanzenanzucht kann man bereits im Februar anfangen und gekaufte oder selbst gezogene Jungpflanzen ab April pflanzen. Wer eine Direktaussaat bevorzugt, kann diese je nach Region ab April oder Mai, alternativ im August, durchführen.
Sollten Sie Liebstöckel lieber per Teilung vermehren, empfiehlt es sich, diese im Spätherbst durchzuführen. Alternativ eignet sich das zeitige Frühjahr vor dem ersten Austrieb.

Maggikraut-Pflanzen
Liebstöckel benötigt viel Abstand zu anderen Pflanzen [Foto: MiFleurDesign/ Shutterstock.com]

Der richtige Standort für Liebstöckel im Topf und Beet

Der optimale Liebstöckel-Standort ist sonnig bis halbschattig. Sowohl im Garten als auch auf der Terrasse oder auf dem Balkon sollte zu große Hitze vermieden werden, denn an kühleren Standorten zeigt der Liebstöckel ein besseres Wachstum. Bei der Standortwahl für das Maggikraut ist ebenfalls zu beachten, dass es mehrere Jahre braucht, bis es ausgewachsen ist. Gerade im Beet sollte deshalb ein Abstand zu anderen Pflanzen von 0,5 bis 1 m eingehalten werden. Zudem kann Maggikraut das Wachstum anderer Gewächse erheblich hemmen – ein weiterer Grund für seine Alleinstellung.

Achten Sie im Beet darauf, Bodenverdichtungen im Voraus rund um die Pflanzstelle aufzulockern. Da es sich bei Liebstöckel um einen Mittel- bis Starkzehrer handelt, sollte das Substrat mit ausreichend Nährstoffen versorgt sein. Liebstöckel bevorzugt ein Substrat mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0. Zudem bekommt Liebstöckel nur ungern für längere Zeit nasse Füße – sprich, Staunässe sollten Sie vermeiden. Gerade im Topf ist das Ablaufen des Wassers nicht immer garantiert. Somit empfiehlt sich, die Drainage mit gröberen Bestandteilen wie Blähton oder Kies im Substrat aufzubessern.

Bei der Kultivierung im Topf ist ein ausreichend großes Pflanzgefäß zu wählen. Hier gilt: Lieber gleich ein etwas größeres Gefäß nehmen, denn Liebstöckel wächst schnell und so spart man sich allzu häufiges Umtopfen. Auch im Topf sollte ein gut durchlässiges, aber dennoch wasserspeicherndes Substrat verwendet werden, um das Wurzelwerk des Liebstöckels zu schonen und den Wasserbedarf der Pflanze zu decken. Wählen Sie eine geeignete Erde wie unsere torffreie, nährstoffreiche Plantura Bio-Universalerde und mischen Sie diese zum Beispiel mit Blähtonbruch oder Splitt, um ein zu nasses Milieu zu vermeiden.

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Auf einen Blick: Der perfekte Liebstöckel-Standort

  • Sonniger bis halbschattiger Standort
  • 0,5 – 1 m Abstand zu anderen Pflanzen halten
  • Nährstoffreiches Substrat
  • pH-Wert 6,0 – 7,0
  • Durchlässiger Boden
Liebstöckel-Pflanze
An geeigneten Standorten wird Liebstöckel bis zu 2 m groß

Liebstöckel pflanzen

Das Anpflanzen von Liebstöckel ist sowohl im Beet als auch im Topf möglich und sinnvoll.

Liebstöckel säen und vorziehen

Liebstöckel wird am besten ab April oder Mai – alternativ im August – direkt ins Beet ausgesät. Außerdem kann man ab Ende März Jungpflänzchen im Gewächshaus oder Anzuchtkasten auf der Fensterbank vorziehen und diese dann später ins Freiland oder in einen Topf pflanzen.

Tipps für eine erfolgreiche Liebstöckel-Vorkultur:

  • Aussäen in nährstoffarme Aussaaterde.
  • Liebstöckelsamen mit wenig Erde bedecken oder leicht andrücken.
  • Substrat stets feucht halten.
  • Optimale Keimbedingungen bei 15 – 20 °C.
  • Nach 15 – 22 Tagen sind die ersten Keimlinge zu sehen, die Keimung kann auch länger dauern.
  • Nach dem Aufgang vereinzeln in Erdpresstöpfe oder Ähnliches
  • Auspflanzen ins Freiland oder in einen Topf.
Liebstöckel-Vorziehen
Sie können Liebstöckel auch schon ab März vorziehen, bevor er gepflanzt wird [Foto: iva/ Shutterstock.com]

Maggikraut auspflanzen

Bereits wenige ausgesäte Pflanzen reichen aus, da eine einzelne Staude über die Jahre sehr groß wird und gut für den Bedarf einer Familie ausreicht. Aufgrund der Größe setzen Sie die Pflanzen also immer in einigem Abstand zu ihren Nachbargewächsen, damit deren Wachstum nicht gehemmt wird.

Vor dem Auspflanzen der Jungpflanzen sollte dann der Boden gut aufgelockert und mit vornehmlich organischem Dünger wie beispielsweise unserem Plantura Bio-Universaldünger oder Kompost aufbereitet werden. So wird der Nährstoffbedarf des Maggikrauts gut abgedeckt.

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Im Topf oder Balkonkasten verwenden Sie zum Pflanzen am besten eine nährstoffreiche Erde wie zum Beispiel unsere Plantura Bio-Universalerde und mischen diese noch mit 30 % Blähton. Anschließend wird der Liebstöckel gut angegossen, um ein schnelles Anwachsen zu garantieren. Wie Sie das Maggikraut ernten, haltbar machen und verwenden, erfahren Sie in unserem Spezialartikel.

Liebstoeckel im Topf
Bei Liebstöckel im Topf sollte auf geeignete Erde und genug Drainage geachtet werden [Foto: Hebal.Sorcerer/ Shutterstock.com]

Tipp: Wird Liebstöckel im Topf kultiviert, benötigt er als Jungpflanze in strengen Wintern noch einen Winterschutz. Es genügt, den Topf an einen windgeschützten Platz auf eine isolierende Holz- oder Styroporplatte zu stellen.

Liebstöckel umpflanzen

Wenn Sie den Liebstöckel umpflanzen wollen, sollte diese Maßnahme im Herbst oder im Frühjahr durchgeführt werden. Sie können die Chance hierbei gleich nutzen und ihn per Teilung vermehren. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass man danach mindestens zwei Exemplaren hat, sondern auch, dass der Wuchs der Pflanze durch Verjüngen angeregt wird.

Da es sich bei Liebstöckel um eine mittel- bis starkzehrende Pflanze handelt, ist es sinnvoll, sie gleich beim Umpflanzen zu düngen. Im Freiland empfiehlt sich hier ein Langzeitdünger wie unser Plantura Bio-Universaldünger. Dieser sorgt für eine optimale Nährstoffversorgung für etwa drei Monate und ist zudem komplett tierfrei und im Löwenanteil organisch.

Tipp: Da der Pflanzensaft zusammen mit Sonneneinstrahlung phototoxische Hautreaktionen hervorrufen kann, wird empfohlen, stets Handschuhe bei der Arbeit mit Liebstöckel zu tragen.

Arbeit an Liebstöckel mit Handschuhen
Fassen Sie Liebstöckel am besten mit Handschuhen an [Foto: Veronika Karvai/ Shutterstock.com]

Gute Nachbarn für Liebstöckel

Generell ist Liebstöckel ein sehr konkurrenzstarkes Kraut, das das Wachstum anderer Pflanzen hemmt, indem es sehr viele Nährstoffe beansprucht. Somit hat Liebstöckel keine guten Nachbarn. Lassen Sie deshalb stets genug Abstand zu anderen Pflanzen im Beet oder pflanzen Sie das Maggikraut im Topf. Liebstöckel in das Kräuterbeet zu setzen, ist oft keine gute Idee, da er schnell groß wird und leicht kleinere, langsam wachsende Kräuter überdeckt. Achten Sie immer auf ausreichend Abstand zu anderen Pflanzen. Auch Beerensträucher als Liebstöckel-Pflanznachbarn sind nicht geeignet, da diese das starke Aroma des Krautes annehmen können.

Informationen zur Pflege und Überwinterung von Liebstöckel finden Sie in unserem Spezialartikel.

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