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Hirschhornwegerich: Aussaat, Wirkung & Verwendung der Heilpflanze

Laura
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Meine Faszination für die Pflanzenwelt hat mich dazu gebracht, Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu studieren. Seien es Nutzpflanzen oder Ziergewächse, in den Tropen vorkommend oder bei uns heimisch – jede Pflanze birgt ihre eigene Besonderheit.
In botanischen Gärten lasse ich mich gerne von der unglaublichen Vielfalt inspirieren und versuche, möglichst viel Natur in meine Wohnung und auf meinen Balkon zu bringen.

Lieblingsobst: Mango, Banane
Lieblingsgemüse: Knoblauch, Aubergine

Das eher unbekannte Wegerichgewächs wird vor allem in italienischen Rezepten als Salatkraut verwendet. Obwohl seine Heimat nahe den mitteleuropäischen Küsten liegt, gedeiht Hirschhornwegerich auch in unseren Gärten.

Hirschhornwegerich
Hirschhornwegerich an seinem natürlichen Standort [Foto: arousa/ Shutterstock.com]

Hirschhornwegerich (Plantago coronopus) ist eine pflegeleichte krautige Pflanze, welche auch in der Küche ihre Daseinsberechtigung hat. Wie Sie das Salatkraut erfolgreich aussäen und pflegen, erklären wir Ihnen hier.

Hirschhornwegerich: Herkunft und Eigenschaften

Plantago coronopus gehört zu der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) und ist auch unter den deutschen Namen Krähenfuß-Wegerich, Kapuzinerbart, Minutina oder Ziegenbart bekannt. In wilder Form kommt er in Mitteleuropa auf Salzwiesen und in Küstennähe vor. Die Blätter bilden eine bodennahe Blattrosette.

Anders als seine nahen Verwandten, Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und Breitwegerich (Plantago major), besitzt der Hirschhornwegerich länglich gezahnte Blätter. Im blühenden Zustand erreicht er eine Höhe von 30 bis 40 cm. Die gestielten Ähren tragen grün bis weißliche Einzelblüten, welche sich von Juni bis September zeigen. Die krautige Pflanze ist immergrün, verträgt winterliche Temperaturen bis zu –23 °C problemlos und ist ein- bis mehrjährig.

Hirschhornwegerich-Blätter
Blattrosette mit gezahnten Blättern [Foto: mimohe/ Shutterstock.com]

Krähenfuß-Wegerich pflanzen

In der Natur gedeiht Plantago coronopus auf sandigen oder steinigen, trockenen, salzhaltigen Böden, weswegen sich Hirschhornwegerich wunderbar für derartige Problemstandorte in Ihrem Garten als Begrünung eignet – er wächst auf nahezu allen gut durchlässigen Böden mühelos. Bieten Sie dem Hirschhornwegerich dabei einen voll- bis teilsonnigen Standort.

Hirschhornwegereich auf sandigem Boden
Hirschhornwegerich gedeiht auch an problematischen Gartenstandorten [Foto: Vankich1/ Shutterstock.com]

Hirschhornwegerich erhält man im Handel als Jungpflanze oder in Form von Saatgut. Jungpflanzen haben bei einem Abstand von 25 cm zueinander ausreichend Platz zum Wachsen. Optimal steht Hirschhornwegerich in kleinen Gruppen von drei Pflanzen. Die meisten Hirschhornwegerich-Samen können Sie von April bis August direkt ins Freiland aussäen oder in Anzuchtschalen vorziehen. Achten Sie hier auf einen Samenabstand von 20 bis 25 cm. Drücken Sie die Samen nur leicht an die Erde an, da sie bei Licht schneller keimen, und halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht. Bei einer Keimtemperatur von 12 bis 18 °C dürfen Sie sich spätestens nach 14 Tagen auf die ersten Keimblätter freuen.

Falls Sie eine Voranzucht in einer Anzuchtschale vornehmen möchten, keimen die Hirschhornwegerich-Samen an einem voll- bis teilsonnigen Standort, beispielsweise auf der Fensterbank, bei einer Temperatur von 18 bis 22 °C innerhalb von drei bis fünf Tagen. Nutzen Sie hierfür eine Aussaaterde, um den Samen eine optimale Bedingung zu schaffen. Unsere Plantura Bio-Kräuter- & Aussaaterde ist nährstoffärmer als gewöhnliche Blumenerde, da die Wurzeln der Keimlinge einen Überschuss an Nährstoffen gar nicht verwerten können. Halten Sie die Aussaaterde feucht, um ein Austrocknen der Samen zu vermeiden. Zeigt der junge Hirschhornwegerich seine ersten richtigen Blätter, können diese ins Freiland mit dem genannten Abstand gepflanzt werden.

Tipp: Plantago coronopus ist in der Lage, zwei unterschiedlich große Samen auszubilden. Die größeren Samen bilden eine Mucilage, also eine Schleimstoff-Hülle, welche bei Wasserkontakt mit dem Boden verklebt. Diese Samen werden bereits im Herbst gesät, wobei die kleinen im Frühjahr ausgesät werden. Achten Sie deshalb auf die Aussaat-Anleitung auf der Samenverpackung.

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Möchten Sie die jungen Pflänzchen im Kübel oder Topf kultivieren, sollte unbedingt eine Drainageschicht aus Kies oder Splitt eingebaut werden. Zusätzlich verhindert ein Wasserabzugsloch Staunässe. Gerade im Winter kann es durch angestaute Nässe zur Fäule der Blattrosette kommen. Achten Sie deshalb auch im Freiland darauf, dass beispielsweise Regenwasser nicht angestaut wird, sondern abfließen kann. Auch hier ist es möglich, unter die Pflänzchen eine Drainageschicht einzubauen.

Die richtige Pflege von Plantago coronopus

Hirschhornwegerich ist sehr pflegeleicht und versamt sich reichlich, sofern ihm der Standort zusagt. Gedüngt werden muss nur, falls der Boden sehr humusarm ist. Geben Sie speziell bei jungen Pflanzen etwas Kompost als Starthilfe hinzu und Ihr Wegerich kann wunderbar wachsen. Stellen Sie fest, dass die Pflanzen zu eng beieinander wachsen, können die Pflänzchen durch Ausgraben gut vereinzelt oder ganz entfernt werden.

Tipp: Die Hirschhornwegerich-Samen werden leicht durch Wind und Regentropfen verbreitet. Falls Sie eine rasche Ausbreitung vermeiden möchten, schneiden Sie die gestielten Ähren vor der Samenreife ab.

Hirschhornwegerich mit Blüten
Gestielte Ähren mit kleinen Einzelblüten [Foto: Martin Fowler/ Shutterstock.com]

Hirschhornwegerich als Heilpflanze: Ernte, Wirkung und Zubereitung

Hirschhornwegerich ist oft in Rezepten für Salate zu finden. Er enthält Calcium, Vitamin A und Vitamin B2 und gilt daher als gesundes Salatkraut. Ansonsten können die Blätter auch wie Spinat behandelt werden und eignen sich beispielsweise ideal für Omelette oder als Beilage von Gemüse. Die Blüten sind ebenfalls essbar, wobei die Blätter des Hirschhornwegerichs häufiger Verwendung in der Küche finden. Im Gegensatz zu Spitz- und Breitwegerich sind dem Hirschhornwegerich auf wissenschaftlichen Wegen keine Heilwirkungen nachzuweisen, wobei die Volksmedizin ihm heilende Wirkung bei Husten und Erkältungen zuschreibt. Als Tee aufgegossen kann der Hirschhornwegerich ebenfalls getrunken werden. Sie können den Hirschhornwegerich das ganze Jahr über ernten. Dazu schneidet man die Blätter knapp über der Basis ab, um einen Neuaustrieb zu gewährleisten. Das Kraut sollte relativ zügig verarbeitet werden, da es sich nur ein paar Tage in einem feuchten Küchentuch aufbewahren lässt.

Großer Hirschhornwegerich
Die feinen Blätter können jederzeit geerntet und zubereitet werden [Foto: arousa/ Shutterstock.com]

Wie schmeckt Hirschhornwegerich? Vor allem junge Blätter schmecken mild-bitter und etwas salzig. Ältere Blätter schmecken weniger intensiv und werden etwas hart, weswegen diese gut zum Andünsten und Blanchieren geeignet sind.

Wegerich-Arten (Plantago), vor allem Spitzwegerich und Breitwegerich, werden häufig unterschätzt. Sie wachsen praktisch überall und finden nicht nur Verwendung in der Küche, sondern auch in der Medizin.