Apfelschorf erfolgreich erkennen & bekämpfen

Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften
Katharina Heynen
Katharina Heynen
Masterstudentin Nutzpflanzenwissenschaften

Pflanzen und Natur haben mich schon immer begeistert, deshalb studiere ich Nutzpflanzenwissenschaften. Mein besonderes Interesse gilt dem Pflanzenschutz, Biodiversität und Ökosysteme. Das Zusammenspiel von Pflanzen und Tieren mit ihrer Umwelt finde ich unglaublich spannend. In meiner Freizeit bin ich gerne im Freien, genieße die Natur und sammle Inspiration für Kreativprojekte. Mein Traum ist es, irgendwann einmal einen großen Gemüsegarten zu haben.

Braune Flecken auf Äpfeln und Früchten? Apfelschorf gehört zu den häufigsten Erkrankungen am Apfelbaum. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du Apfelschorf zuverlässig erkennst und wirksam bekämpfen kannst.

Apfelschorf an Apfelfrucht
Apfelschorf befällt die Apfelfrüchte und verursacht braune Flecken [Foto: krolya25/ Shutterstock.com]

Schorf zählt neben Mehltau zu den häufigsten Pilzkrankheiten im Garten. Besonders der Apfelschorf (Venturia inaequalis) ist der weltweit bedeutsamste Krankheitserreger an Apfelbäumen (Malus), der auch anderen Pflanzenarten wie Weißdorn (Crataegus), Eberesche (Sorbus aucuparia) und Feuerdorn (Pyracantha) schädigen kann. Verursacht wird der Apfelschorf durch einen Schlauchpilz, der Blätter und Früchte befällt. Dadurch können Ertragseinbußen entstehen und der Baum kann langfristig geschwächt werden. In diesem Artikel erfährst du, wie du Apfelschorf erkennst und erfolgreich bekämpfen kannst.

Schorf bei Äpfeln einfach erkennen

Die Sporen des Apfelschorf-Erregers überwintern hauptsächlich im Falllaub am Boden. In seltenen Fällen können sie auch an Holz oder Knospenschuppen überdauern. Während der Apfelblüte findet häufig die erste Infektion statt. Dabei werden die überwinternden Sporen freigesetzt und durch Wind und Regen auf das junge Laub übertragen. Bei ausreichender Feuchtigkeit und längerer Blattnässe keimen die Sporen aus. Nach etwa 9 bis 17 Tagen zeigen sich die ersten Symptome in Form kleiner, olivgrüner, später brauner Schorfflecken auf den Blättern. An diesen Stellen entstehen Sommersporen, die erneut durch Wind und Niederschlag verbreitet werden, wodurch weitere Blätter sowie die Früchte vom Apfelbaum mit Schorf infiziert werden können. Im Laufe einer Saison können mehrere Infektionszyklen auftreten. Ältere Blätter und Früchte sind dabei deutlich widerstandsfähiger gegenüber Infektionen, während junge Pflanzenteile besonders anfällig sind. Für eine erfolgreiche Infektion benötigt der Pilz längere Blattnässe, eine hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von über 5 °C. Je länger die Feuchtigkeit anhält und je günstiger die Temperaturen sind, desto schneller kann sich die Apfelschorf-Krankheit entwickeln. Apfelschorf zeigt sich zunächst an jungen Blättern durch rundliche Flecken, die sich bis zum Sommer vergrößern. Bei starkem Befall verkümmern die Blätter und können vorzeitig absterben. Auch auf der Schale befallener Früchte entstehen dunkle, häufig gezackte Flecken, teilweise mit einem silbrig-weißen Rand. Bei frühem Befall können die Flecken aufreißen, da die Frucht weiter wächst, während das geschädigte Gewebe nicht ausreichend mitwächst. Dadurch wird die Frucht anfälliger für Fäulnis. Bei starkem Befall können die Früchte zudem verformt sein. Besonders in feuchten Frühjahren kann Apfelschorf zu deutlichen Ertragseinbußen führen.

Schadbild von Apfelschorf
Bei einem Schorfbefall haben die Blätter erst braune Flecken und können später verkümmern [Foto: Kazakov Maksim/ Shutterstock.com]

Apfelschorf bekämpfen und vorbeugen: So geht’s 

Apfelschorf tritt an Apfelbäumen häufig auf, weshalb vorbeugende Maßnahmen besonders wichtig sind. Bereits bei der Auswahl eines neuen Apfelbaumes sollte auf eine möglichst widerstandsfähige Apfelsorte geachtet werden. Als Schorf tolerante oder resistente Sorten gelten beispielsweise Rubinola, Topaz oder Retina. Weniger geeignet sind hingegen anfälligere Sorten wie Gala, Jonagold oder Braeburn. Im Herbst sollte das Falllaub rund um den Baum entfernt werden, da sich dort die Pilzsporen befinden und überwintern können. Dadurch wird das Risiko einer erneuten Infektion im folgenden Frühjahr reduziert. Auch ein regelmäßiges Auslichten der Baumkrone ist eine wichtige Maßnahme, da eine gute Durchlüftung die Blattnässe verringert und dem Pilz schlechtere Bedingungen bietet. Um den Apfelschorf zu behandeln, sind klassische Fungizide im Haus- und Kleingartenbereich grundsätzlich zugelassen. Eine korrekte Anwendung ist aber oft nur schwer umsetzbar. Viele Mittel wirken am besten, wenn sie vorbeugend vor dem Auftreten erster Symptome ausgebracht werden. Der richtige Zeitpunkt ist für Hobbygärtner jedoch häufig schwer einzuschätzen. Zudem können einige Wirkstoffe negative Auswirkungen auf andere Umweltorganismen haben. Eine biologische Möglichkeit zur Unterstützung der Bekämpfung bietet beispielsweise unser Plantura Mehltaufrei für Gurken, Tomaten & Wein. Das Mittel gegen Apfelschorf basiert auf dem natürlichen Wirkstoff Kaliumhydrogencarbonat, welches die Entwicklung von Pilzerregern hemmen kann. Es ist für den ökologischen Landbau zugelassen und bei sachgemäßer Anwendung bienen- und nützlingsschonend. So kannst du den Apfelschorf biologisch effektiv bekämpfen, ohne Nützlinge zu gefährden.

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Ist Apfelschorf gesundheitsschädlich?

Trotz eines Befalls mit Apfelschorf sind die Äpfel weiterhin bedenkenlos essbar. Bei einem leichten Spätschorfbefall mit kleinen Flecken können die Früchte in der Regel problemlos verzehrt werden. Größere Schorfstellen lassen sich einfach großzügig herausschneiden. Schorf bei Äpfeln führt aufgrund der beschädigten Schale jedoch zu einer schlechteren Lagerfähigkeit, weshalb sie möglichst zeitnah gegessen oder weiterverarbeitet werden sollten. Als Mus oder Kompott oder lassen sie sich trotzdem gut haltbar machen.

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Neben Apfelschorf gibt es noch weitere Krankheiten und Schädlinge, die Apfelbäume befallen und langfristig schädigen können. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über die häufigsten Apfelbaum-Krankheiten, ihre Ursachen und wie du sie erkennen und bekämpfen kannst.