Passionsfrucht: Alles zur Ernte, Lagerung & Zubereitung

Sarah
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Auch wenn Pflanzen sich kaum bewegen, gehören sie für mich zu den spannendsten Lebewesen. Sie haben faszinierende Fähigkeiten und unglaublich viel Potential. Deshalb habe ich Biologische Landwirtschaft in Wien studiert. Da in der Stadt Pflanzen allerdings eher dünn gesät sind, zieht es mich am Wochenende zum Wandern häufig in die nahe liegende Berge. In Zukunft möchte ich gern selbst einen landwirtschaftlichen Betrieb führen.

Lieblingsobst: Erdbeeren und Stachelbeeren
Lieblingsgemüse: Zucchini

Die Passionsblume ist nicht nur eine Zierpflanze, sondern trägt auch Früchte. Hier erfahren Sie alles zur Ernte und Verwendung der gesunden Passionsfrucht.

Geteilte Passionsfrucht
Die Passionsfrucht steckt voller Vitamine, ist also sehr gesund [Foto: Business stock/ Shutterstock.com]

Die Frucht der Passionsblume (Passiflora) wird natürlich Passionsfrucht genannt, bekannt ist sie allerdings auch unter dem Namen Granadille, insbesondere in Südamerika. Diese Bezeichnung leitet sich von dem spanischen Wort „granadilla“ ab, was so viel wie „kleiner Granatapfel“ bedeutet. Und tatsächlich erinnert das Aussehen der Frucht an einen Granatapfel.

Passionsfrucht

Es gibt unzählige Arten von Passionsfrüchten und bei dieser Artenvielfalt ist es nicht verwunderlich, dass einige Passionsblumen essbare Früchte tragen, andere hingegen nicht. Doch welche sind denn nun essbar? Grundsätzlich sei gesagt, dass die Früchte der meisten nicht essbaren Arten nicht giftig, sondern lediglich nicht wohlschmeckend sind. Trotzdem gibt es auch giftige Arten, von denen Sie besser nicht probieren sollten. Dazu gehören Passionsblumen der Untergattung Decaloba. Diese sind meist durch weiß gemusterte Blätter gekennzeichnet. Wohlschmeckend hingegen sind die gelben Früchte der Maracuja (Passiflora edulis forma flavicarpa) und die purpur- bis lilafarbenen Früchte der Purpurgranadilla (Passiflora edulis forma edulis). Diese beiden sind weltweit von großer wirtschaftlicher Bedeutung und auch bei uns im Handel erhältlich. Das Adjektiv „edulis“ bedeutet im Übrigen „essbar“. Auch nicht zu unterschätzen sind die Früchte der Fleischfarbenen Passionsblume (Passiflora incarnata) und der Süßen Granadilla (Passiflora ligularis). Die häufig als Zierpflanze gehaltene Blaue Passionsblume (Passiflora caerolea) trägt leider keine empfehlenswerten Früchte, immerhin aber auch keine giftigen.

Passionsfrucht: Inhaltstoffe und Vitamine

Die Passionsfrucht hat es in sich. Zwar ist sie nicht gerade reich an Kalorien, denn mit 64 Kilokalorien pro 100 Gramm gehört sie eher zu den Leichtgewichten, dafür aber an anderen Inhaltsstoffen. Die Früchte sind reich an Vitamin C und den beiden B-Vitaminen Riboflavin und Niacin. Der Genuss einer reifen Passionsfrucht bekommt also Ihren Abwehrkräften und Ihrem Stoffwechsel. Auch Mineralstoffe sind in der Frucht reichlich vorhanden. Besonders zu erwähnen ist der mit 57 Milligramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch recht hohe Gehalt an Phosphor. Phosphat ist wichtig für Knochen und Zähne und übernimmt bei der Energiegewinnung im Körper eine wichtige Rolle. Nicht unerwähnt bleiben sollte auch der hohe Anteil an Kalium, welches Zellfunktionen aufrechterhält, und Eisen, das zur Produktion von Blut und Muskelzellen erforderlich ist. Den Titel als gesundes Obst hat die Passionsfrucht also eindeutig verdient.

Passionsfrucht zwischen Blättern
Die Grenadilla bildet orange Früchte aus.

Passionsfrucht ernten: Wann ist sie reif?

unreife Passionsfrucht
Erst wenn sich die Frucht der Passiflora verfärbt, ist sie erntereif

Hat Ihre Passionsblume einen guten Standort und darf im Sommer ins Freie, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sie Früchte trägt. Diese können allerdings nur während eines langen Sommers ausreifen oder aber wenn Sie Ihre Passionsblume im Herbst in ein Gewächshaus oder den Wintergarten umsiedeln. Nur wann sind die Früchte reif? Dies ist in erster Linie an der Farbe zu erkennen. Unreife Früchte sind noch grün und sollten nicht verzehrt werden. Ist die Schale rot bis dunkellila verfärbt, ist die Frucht reif. Früchte der Maracuja reifen jedoch in gelben Farbtönen aus.

Passionsfrucht richtig lagern

Wollen Sie Ihre Passionsfrucht nicht sofort verzehren, legen Sie sie am besten in den Kühlschrank. Bei niedrigen Temperaturen hält sich die Frucht etwa eine bis maximal drei Wochen. Ist Ihre Passionsfrucht noch nicht vollständig ausgereift, lagern Sie die Frucht vor dem Verzehr noch ein paar Tage bei Zimmertemperatur. Passionsfrüchte sind klimakterisch, können also nach der Ernte noch nachreifen. Dies geschieht allerdings bei Raumtemperatur schneller. Soll es ganz besonders rasch gehen, legen Sie einfach einen Apfel in die Nähe. Diese geben Ethylen ab, welches den Reifeprozess beschleunigt.

Passionsfrucht richtig essen und zubereiten

In Passionsfrüchten befinden sich unzählige kleine Samen, die von Fruchtfleisch umgeben sind. Diese sind reich an ungesättigten Fettsäuren und können getrost mitgegessen werden. Sind Sie von Kernen eher weniger angetan, empfiehlt es sich, die Fruchtmasse vor dem Verzehr durch ein Sieb zu drücken. Wollen Sie die Passionsfrucht frisch genießen, schneiden Sie sie am besten mit einem Querschnitt auf und löffeln Sie sie aus. Die weiße Haut sollten Sie dabei umgehen. Bei einigen Arten der Passionsfrucht können Sie auch per Hand die harte Schale am oberen Ende entfernen, darunter ein kleines Loch in die weiße Haut machen und den Inhalt der Frucht herauslutschen. So lässt sich die Passionsfrucht bequem auf Reisen verzehren, ohne dass man sich dabei die Hände schmutzig macht. Natürlich gibt es auch viele leckere Rezepte und diese auszuprobieren lohnt sich.

Eis aus Passionsfrucht
Mit dem Fruchtfleisch der Passionsfrucht lassen sich viele leckere Desserts herstellen [Foto: Elena Shashkina/ Shutterstock.com]

Sehr wohlschmeckend sind die von Fruchtfleisch umgebenen Kerne beispielsweise in einem frischen Sommersalat. Auch im Müsli oder Joghurt sowie zum Verfeinern eines Desserts oder als Sorbet eignet sich das Fleisch der Passionsfrucht. Die von Kernen befreite Fruchtmasse können Sie auch in trockene Kuchen oder Muffins untermischen, um eine fruchtige Note zu erzielen. Das Kraut der Passionsblume ist zwar nicht direkt zum Verzehr geeignet, spielt aber in der Naturheilkunde eine wichtige Rolle. Erfahren Sie hier mehr über Passionsblumen-Kraut.

Übrigens: Maracujas sind eine Unterart der Passionsfrucht und zeichnen sich durch eine gelbe Schale und einen etwas säuerlicheren Geschmack aus.

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