Eichenprozessionsspinner bekämpfen: So werden Sie ihn erfolgreich los

Kati
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Ich bin gelernte Gärtnerin und studierte Gartenbauwissenschaftlerin und liebe alles was wächst und grünt! Egal ob Strauch, Baum, Nutzpflanze oder vermeintliches Unkraut: Für mich ist jede Pflanze ein kleines Wunder.
Im Garten versorge ich meine 13 Hühner, baue Obst & Gemüse an und beobachte ansonsten, wie sich die Natur selbst verwaltet und gestaltet.

Lieblingsobst: Heidelbeere, Apfel
Lieblingsgemüse: Schmorgurke, Grünkohl, grüne Paprika

Der Eichenprozessionsspinner schädigt nicht nur Eichen, sondern kann auch bei Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Wir zeigen Ihnen, wie man den Eichenprozessionsspinner bekämpfen kann.

Warnung vor Eichenprozessionsspinner
Der Eichenprozessionsspinner muss bekämpft werden, wenn er Menschen oder den Forst gefährdet [Foto: Nicole Lienemann/ Shutterstock.com]

Eigentlich sieht es ja ganz possierlich aus, wie die flauschigen braunen Raupen des Eichenprozessionsspinners (Thaumetopoea processionea) in einer langen Reihe hintereinander herlaufen, um sich die Blätter unserer Eichen einzuverleiben – fast möchte man sanft über die aufragenden Haare streichen. Leider handelt es sich bei der weich behaarten Larve des Eichenprozessionsspinners jedoch um einen ernstzunehmenden Schädling, der mit seinen allergieauslösenden Brennhaaren auch Menschen und Tiere schädigen kann. Wie Sie Raupe und Falter des Eichenprozessionsspinners – kurz „EPS“ – bekämpfen, erkennen, ihnen vorbeugen und viele weitere Informationen finden Sie in diesem Artikel.

Eichenprozessionsspinner bekämpfen: Verbreitung und Nahrung

Etwa seit 1990 ist der wärmeliebende Eichenprozessionsspinner in Deutschland auf dem Vormarsch, wobei seine Ausbreitung durch den Klimawandel begünstigt wird. Er befällt alle Arten von Eichen und in Ausnahmefällen andere Laubbäume, zum Beispiel Hainbuche (Carpinus betulus), Buche (Fagus spec.), Birke (Betula spec.) oder Robinie (Robinia pseudoacacia). Bevorzugt tritt der Schädling in lichten, warmen Wäldern mit hohem Anteil von Eichen und an den besonnten Südrändern dieser Wälder auf, aber auch Einzelbäume in städtischen Parkanlagen sind oft betroffen.

Raupen des Eichenprozessionsspinners
Die Raupen des EPS bewegen sich oft in ein- oder mehrreihigen Prozessionen fort [Foto: Pengelen/ Shutterstock.com]

Eichenprozessionsspinner erkennen

Um frühzeitig notwendige Maßnahmen einzuleiten, ist es wichtig, den Falter und seine Larven sicher identifizieren zu können.
Die Larven des Eichenprozessionsspinners sind nachtaktiv und auf ihrem Rücken befindet sich eine breite und dunkle Rückenlinie mit samtartig behaarten Feldern. Ab dem dritten Larvenstadium werden lange Brennhaare gebildet und ab dem fünften Larvenstadium legen die Raupen große Gespinste aus Raupenseide an, die als Schutz und Nest zur Verpuppung dienen.
Namensgebend ist außerdem das Verhalten der Raupen: Die geselligen Tiere bewegen sich häufig wie im Gänsemarsch direkt hintereinander her, als wollten sie eine feierliche Prozession bilden.

Die adulten Falter besitzen eine Spannweite von ungefähr 3 bis 3,6 cm und sind überall behaart. Ihre Behaarung setzt sich jedoch nicht aus Brennhaaren zusammen, ist also ungefährlich. Während die Flügel der Männchen zwei gut sichtbare Querstreifen zeigen, sind die Streifen bei Weibchen schwächer ausgeprägt oder gar nicht vorhanden. Auch die Falter sind nachtaktiv, sodass man sie relativ selten antrifft.

Falter des Eichenprozessionsspinners
Die Falter des EPS sind klein, unscheinbar und nachtaktiv, sodass man sie selten sieht [Foto: Sandra Standbridge/ Shutterstock.com]

Schadwirkung des Eichenprozessionsspinners

In der Regel ist ein Befall mit dem Eichenprozessionsspinner für einen gesunden Baum gut zu verkraften. Sogar nach völligem Kahlfraß treiben betroffene Eichen im nachfolgenden Jahr wieder aus. Problematisch ist allerdings ein mehrjähriger, wiederholter Befall, der zu einem relevanten Vitalitätsverlust führen kann. Deshalb werden in der Forstwirtschaft teils Fraßgifte zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinner eingesetzt, um Waldbestände vor dem Absterben zu bewahren.

Wie gefährlich ist der Eichenprozessionsspinner für Menschen und Tiere? Der Eichenprozessionsspinner kann ab dem dritten Larvenstadium bis zur Verpuppung gesundheitliche Probleme bei Menschen und Tieren verursachen. In seinen Brennhaaren ist das toxische Protein Thaumetopoein enthalten, ein Allergen, das zu unterschiedlichen allergischen Reaktionen führen kann. Diese äußern sich in Form von Hautausschlag, Bindehautentzündung der Augen oder Husten durch Einatmen der Brennhaare bis zum allergischen Schock. Die Haare sind nicht nur direkt an den Raupen eine Gefahr: Sie können auch herabfallen, sich in Gebüschen oder in verlassenen Raupennestern ansammeln und so sogar noch Jahre später zu Zwischenfällen führen.

Larven des Eichenprozessionsspinners
Die langen Brennhaare werden erst ab dem dritten Larvenstadium ausgebildet [Foto: Fabian Wagner/ Shutterstock.com]

Entwicklung des Eichenprozessionsspinners

Die weiblichen Falter legen ihre etwa 1 mm großen Eier zwischen Ende Juli und Anfang September im oberen Kronenbereich von Eichen ab. Ein Gelege besteht aus 100 bis 200 Eiern, wird in Form einer länglichen Platte angeordnet und sorgfältig getarnt. Aus den Eiern schlüpft mit Beginn der Vegetationsperiode das erste Larvenstadium, das noch gelblich-braun gefärbt ist. Dieses frisst an den Blättern der Eiche und verspeist das komplette Blatt – nur die Mittelrippe wird von den Raupen verschmäht. Je nach Witterung können ab Ende April die ersten Larven des dritten Entwicklungsstadiums vorhanden sein. Ab diesem Stadium besitzen sie die typischen Brennhaare, die mit Widerhaken und dem giftigen Protein ausgestattet sind. Im Juni oder Juli erfolgt die Verpuppung und anschließend schlüpft nach 3 bis 6 Wochen der ausgewachsene Falter, um die nächste Generation zu zeugen.

Entwicklungsschritte des Eichenprozessionsspinners:

  1. Aus dem Ei schlüpft von April bis Mai die Raupe.
  2. Die Raupe durchläuft 5 bis 6 Entwicklungsstadien.
  3. Zwischen Juni und Juli verpuppt sich die Raupe.
  4. Ab Juli schlüpfen erwachsene Falter und pflanzen sich fort.
  5. Den Winter überdauern Eichenprozessionsspinner im Ei-Stadium.
Warnschild für Eichenprozessionsspinner
Ab Mitte April sollte wieder verstärkt auf Hinweise in Parks geachtet werden [Foto: gibleho/ Shutterstock.com]

Eichenprozessionsspinner bekämpfen

Eine Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners gestaltet sich aus verschiedenen Gründen schwierig. Einerseits befällt der Schmetterling bevorzugt bereits hochgewachsene Bäume und diese lassen sich mit herkömmlichen Spritzgeräten kaum behandeln. Zum anderen ist es eine sehr schlechte Idee, sich einer Gruppe von Eichenprozessionsspinnern zu nähern. Versuchen Sie daher niemals, die Raupen selbst zu entfernen! Wenn Sie gezwungen sind, sich in der Nähe eines befallenen Baumes aufzuhalten, beachten Sie bitte folgende Hinweise.

Hinweise zum Aufenthalt bei einem befallenen Baum:

  • Alle Hautbereiche durch Kleidung gut schützen
  • Raupen und Gespinste nicht berühren
  • Kleidung nach Kontakt bei 60 °C waschen; Haare und Körper gründlich abduschen

Wer entfernt Eichenprozessionsspinner? Es existiert zwar keine Meldepflicht, dennoch sollten Sie zuständige Behörden wie das Gesundheitsamt, Gartenamt oder bei Befall im Wald das Forstamt benachrichtigen. Im öffentlichen Bereich bekämpfen den Eichenprozessionsspinner die zuständigen Ämter. Tritt der Schädling jedoch auf Privatgrundstücken auf, muss der Eigentümer sich selbst um die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinner kümmern. Aber Vorsicht! Wegen Gesundheitsgefahr sollten nur Fachkundige wie zum Beispiel Baumpfleger den Eichenprozessionsspinner bekämpfen.

Eichenprozessionsspinner-Bekämpfen
Die Bekämpfung sollten Sie Profis überlassen [Foto: Ben Schonewille/ Shutterstock.com]

Eichenprozessionsspinner mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen

Wenn es in Ihrem Privatgarten zu Problemen aufgrund der Anwesenheit von Eichenprozessionsspinnern kommt, bleiben Ihnen nur zwei Möglichkeiten: Entweder Sie meiden das befallene Gebiet, um dadurch den Kontakt mit den Brennhaaren zu umgehen – dies wird vom Umweltbundesamt empfohlen. Oder Sie veranlassen die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners durch eine Fachfirma, welche auf Schädlingsbekämpfung spezialisiert ist. Der Eichenprozessionsspinner kann mit biologischen Mitteln sehr gut bekämpft werden – Bacillus thuringiensis-Präparate wie unserer Plantura Zünslerfrei XenTari® werden ebenfalls von Betrieben und Fachfirmen als biologische Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners eingesetzt. Eine Anwendung gegen Eichenprozessionsspinner von Privatpersonen ohne Sachkundenachweis ist aber nicht zugelassen.

Andere gängige Methoden sind das Absaugen und Abkratzen des EPS. Ein Verbrennen oder Fällen der befallenen Pflanzen birgt die Gefahr, dass sich die Brennhaare noch weiter verteilen, wodurch diese Methoden wegfallen.

Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners
Mit Fallen wie diesen können Fachfirmen unter anderem gegen den EPS vorgehen [Foto: Makeda Art/ Shutterstock.com]

Nematoden gegen Eichenprozessionsspinner

Nematoden sind mikroskopisch kleine, fadenförmige Organismen, die je nach Art Schädling oder Nützling sind. Die Nematoden der Art Steinernema feltiae sind für uns Nützlinge: Sie befallen die Larven des Eichenprozessionsspinner und töten sie von innen heraus. Sie können mit der Behandlung starten, sobald die Raupen geschlüpft sind, und die Bekämpfung bis Ende Mai fortsetzen. Frühe Larvenstadien sind deutlich empfindlicher als spätere, also beginnen Sie besser früh mit dem Einsatz der Fadenwürmer.
Achten Sie darauf, die Nematoden nur am Abend auszubringen, denn sie sind UV-empfindlich. Um eine zuverlässige Bekämpfung zu erzielen, sollte die Behandlung innerhalb von 10 bis 14 Tagen wiederholt werden. Unsere Plantura SF-Nematoden sind als Nützlinge eine gute ökologische Alternative zu gängigen Pflanzenschutzmitteln. Sie können auch gegen die Larven des Apfelwicklers und gegen Trauermückenlarven eingesetzt werden.

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Achtung: Wenn Sie wissen, dass Sie stark auf Allergene reagieren, oder falls Sie Probleme mit der Lunge oder der Haut haben, dann nähern Sie sich den Raupen des Eichenprozessionsspinners auf keinen Fall, sondern lassen Sie lieber eine Fachfirma das Problem übernehmen. Für alle anderen ist das Tragen langer, dichter Kleidung und das Anziehen von Handschuhen, Atemmaske und Schutzbrille eine angebrachte Maßnahme.

Ist der Eichenprozessionsspinner meldepflichtig?

Es besteht zwar keine Meldepflicht für den Eichenprozessionsspinner, allerdings können und sollten Sie einen Befall im privaten sowie öffentlichen Bereich freiwillig dem zuständigen Ordnungsamt oder Grünflächenamt melden. Dort erhalten Sie unter Umständen weitere Tipps und es werden, wenn nötig, Maßnahmen zur Beseitigung eingeleitet.

Eichenprozessionsspinner
Falls Sie den EPS entdecken, sollten Sie es den zuständigen Ämtern melden [Foto: Natalia van D/ Shutterstock.com]

Eichenprozessionsspinner vorbeugen

Bei besonders gefährdeten Bäumen und natürlich bei Eichen sollten Sie wiederholte Kontrollen durchführen, um bei einem auftretenden Befall rechtzeitig reagieren zu können. Im öffentlichen Bereich werden auch Fallen verwendet, wenn mit dem Auftreten der Raupen zu rechnen ist. Chemische Bekämpfungsmaßnahmen können beispielsweise nur im ersten und zweiten Entwicklungsstadium angewendet werden. Spätestens Mitte Mai ist eine solche Behandlung also nicht mehr möglich. Allgemein führt die Förderung von natürlichen Gegenspielern zu einer gewissen Abmilderung der Befallsstärke. Eine effektive Dezimierung des wärmeliebenden Eichenprozessionsspinners ist allerdings nur durch längere Kälteperioden möglich.

Wann besteht ein hohes Befallsrisiko durch Eichenprozessionsspinner?

  • Wenn Eichen in einer Monokultur stehen oder in offener Landschaft und mit geringem Unterwuchs an anderen Pflanzen, ist das Risiko erhöht.
  • Ein Befall in den Vorjahren begünstigt einen erneuten Besuch des ESP.
  • Nahe gelegene Laubbäume waren im Vorjahr befallen.
  • Milde Winter und warme Sommer begünstigen die Entwicklung.
  • Es sind zu wenige natürliche Gegenspieler wie Rotkehlchen oder Meisen vorhanden.

Tipp: Mit Nisthilfen für Vögel können Sie dem Eichenprozessionsspinner natürliche Gegenspieler entgegensetzen. Ihre Förderung wurde schon in verschiedenen Bundesländern ausprobiert und nach ersten Beobachtungen für gut befunden.

Weitere Hinweise, wie Sie Eichenprozessionsspinner-Ausschlag vermeiden können, erhalten Sie in unserem Spezialartikel.

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