Engerlinge im Hochbeet: Erkennen, bekämpfen & vorbeugen

Alina Fruth
Alina Fruth
Masterstudentin Agrarsystemwissenschaften
Alina Fruth
Alina Fruth
Masterstudentin Agrarsystemwissenschaften

Ich habe Agrarwissenschaften im Bachelor studiert und vertiefe mein Wissen derzeit im Masterstudium. Schon seit meiner Kindheit bin ich am liebsten draußen in der Natur. Dabei habe ich früh ein großes Interesse an Pflanzen entwickelt. Besonders faszinieren mich nicht nur der Anbau von Obst und Gemüse, sondern auch deren Verarbeitung bereitet mir viel Freude.

Je nach Art können Engerlinge im Garten Fluch oder Segen sein – wir zeigen dir, wie du Engerlinge im Hochbeet erkennst und gegen schädliche Arten vorgehst.

Engerlinge im Hochbeet
Engerlinge fühlen sich im Hochbeet wohl [Foto: La Huertina De Toni / Shutterstock.com]

Bei Engerlingen handelt es sich um die Larven der Blatthornkäfer (Scarabaeoidea). Weltweit sind insgesamt über 35.000 Blatthornkäfer-Arten bekannt, davon über 150 in Europa. In unseren Breiten triffst du vor allem die Engerlinge von Mai- (Melolontha) und Junikäfer (Amphimallon solstitiale), Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola), Rosen- (Cetoniinae) und Nashornkäfer (Oryctes nasicornis) an. Die Larven schlüpfen meist nach wenigen Wochen aus dem Ei und erinnern an dicke weiße Maden oder Raupen im Hochbeet. Die anschließende Entwicklung der Engerlinge kann, je nach Art, bis zu 5 Jahre dauern. Dabei richten nicht die adulten Käfer den größten Schaden an, sondern die Larven. Diese werden in der Erde abgelegt und ernähren sich von den Wurzeln mühsam angebauter Pflanzen. Oft ist das Ausmaß sogar so groß, dass die Pflanzen absterben.

Dicke weiße Made im Beet
Auch vor Erdbeeren macht der Maikäfer-Engerling nicht Halt [Foto: Syndy1 / Shutterstock.com]

Aber nicht alle Engerlinge im Hochbeet sind schädlich. Einige sind sogar nützlich, da sie als Zersetzer im Kompost dienen. Der Rosen- und der Nashornkäfer sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt. Doch woher kommen Engerlinge im Hochbeet? Wir zeigen dir, welche Arten Schaden anrichten und was du gegen diese tun kannst.

Engerlinge im Hochbeet erkennen

Grundsätzliche Merkmale der Engerlinge verschiedener Käferarten sind ein dicker und gekrümmter Körper mit einer weißlichen bis grau-braunen Färbung sowie ein C-förmiger Rücken. An der Brust der weißen Raupen im Hochbeet befinden sich drei Beinpaare. Der Kopf ist je nach Art dunkel gefärbt.

Tipp: Die Fortbewegungsart der dicken Maden im Hochbeet kann als Indiz für die vorliegende Art dienen – lege den Engerling dazu auf eine glatte Oberfläche.

Maikäfer (Melolontha)

  • 2,5 – 3,5 cm groß
  • Weißer Körper mit braunem Kopf
  • Fortbewegung: Schlängelt sich auf der Seite
  • Ernährt sich von Pflanzenwurzeln
Larve des Junikäfers
Dem Junikäfer gefällt es auch im Rasen [Foto: J. J. Gouin / Shutterstock.com]

Junikäfer (Amphimallon solstitiale)

  • 2 – 3 cm groß
  • Weißlich-beiger Körper mit braunem Kopf
  • Fortbewegung: Robbt auf dem Bauch
  • Ernährt sich von Pflanzen- und Graswurzeln

Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola)

  • Max. 2 cm groß
  • Weiß bis gelblich gefärbter Körper
  • Ernährt sich von Pflanzen- und Graswurzeln

Rosenkäfer (Cetoniinae)

  • 3 – 4 cm groß
  • Weiß-grauer Körper; Vorderteil schlanker als Hinterteil
  • Fortbewegung: Dreht sich auf den Rücken
  • Ernährt sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial
  • Nützlich; hilft bei der Kompostierung und erzeugt nährstoffreichen Humus
  • Kann im Hochbeet vorkommen, wenn sich dort abgestorbenes Pflanzenmaterial in Form von Kompost befindet
Engerlinge im Beet
Der Rosenkäfer ist ein nützlicher Helfer im Garten und bildet Humus [Foto: Martina Unbehauen/ Shutterstock.com]

Nashornkäfer (Oryctes nasicornis)

  • Bis zu 10 cm groß
  • Weiß-cremefarbener Körper mit brauner Kopfkapsel
  • Ernährt sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial
  • Nützlich; hilft bei der Kompostierung und erzeugt nährstoffreichen Humus
  • Kann im Hochbeet vorkommen, wenn sich dort abgestorbenes Pflanzenmaterial in Form von Kompost oder Rindenmulch befindet

Engerlinge im Hochbeet bekämpfen

Den unter Naturschutz stehenden Rosen- und Nashornkäfer solltest du unbedingt in Ruhe lassen. Findest du aber hingegen Maikäfer-, Junikäfer oder Gartenlaubkäferlarven im Hochbeet, so kann eine Bekämpfung der Engerlinge zum Schutz der Pflänzchen sinnvoll sein. Doch was ist zu tun gegen Engerlinge im Hochbeet? Folgende Methoden können helfen:

Erde sieben oder umgraben und Engerlinge absammeln:

  • Zu Beginn der Saison, bevor gesät und gepflanzt wird.
  • Beim Absammeln kannst du Handschuhe tragen.
Engerlinge im Hochbeet bekämpfen
Zum Bekämpfen von Engerlingen im Hochbeet empfiehlt es sich, beim Absammeln Handschuhe zu tragen [Foto: FotobineSabineBrueggemann/ Shutterstock.com]

Erde überschwemmen und absammeln:

  • Engerlinge kommen an die Oberfläche und lassen sich besser absammeln.
  • Nur in Maßen wässern, da Staunässe schädlich für viele Pflanzen ist.

Nematoden gegen Engerlinge im Hochbeet:

  • Nematoden der Gattung Heterorhabditis bacteriophora werden unter Wasser gemischt und das Hochbeet damit gegossen.
  • Unsere Plantura HB-Nematoden gegen Dickmaulrüssler und Engerlinge kommen aus Deutschland und ermöglichen eine chemiefreie und zugleich zuverlässige Bekämpfung von Engerlingen der Juni-, Gartenlaub- und Purzelkäfer.
  • Die Nematoden parasitieren die Engerlinge und töten sie ab.
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Vorbeugung

Bereits bevor du Engerlinge in deinem Hochbeet entdeckst, kannst du etwas gegen die Schädlinge unternehmen. Das kannst du tun, um Engerlingen im Hochbeet vorzubeugen:

  • Nützlinge im Garten fördern: Vögel wie der Grünspecht (Picus viridis) oder die Elster (Pica pica) und auch andere Gartentiere wie der Igel (Erineaceidae) fressen Engerlinge.
  • Erde regelmäßig umgraben.
  • Im Mai und Juni Hochbeet mit einem feinmaschigen Netz bedecken, sodass die Käfer ihre Eier nicht in der Hochbeeterde ablegen können.
Vögel zur Bekämpfung von Engerlingen
Auch die Elster frisst Engerlinge [Foto: DKeith/ Shutterstock.com]
  • Engerlinge auch von anderen Teilen des Gartens fernhalten; beispielsweise Engerlinge im Garten bekämpfen.
  • Garten nachts nicht beleuchten – da die Käfer vor allem nachtaktiv sind, kann Licht diese in den Garten locken.

In einem Naturgarten pendelt sich ein Gleichgewicht an Schädlingen und Nützlingen meist von alleine ein. Du kannst in unserem separaten Artikel nachlesen, wie du diesen selbst gestalten kannst.