Blattwespe: Bekämpfung, Arten & Aussehen

Emile Portier
Emile Portier
Masterstudent Prozess- und Qualitätsmanagement in Landwirtschaft und Gartenbau
Emile Portier
Emile Portier
Masterstudent Prozess- und Qualitätsmanagement in Landwirtschaft und Gartenbau

Ich habe Gartenbauwissenschaften im Bachelor studiert und spezialisiere mich in meinem Master auf Prozess- und Qualitätsmanagement in Landwirtschaft und Gartenbau. Ganz besonders interessiere ich mich für moderne und nachhaltige Ansätze beim Anbau von Obst und Gemüse. Meine Faszination für Obst und Gemüse stammt von meiner Leidenschaft fürs Kochen. In meiner Freizeit bin ich am liebsten draußen, egal ob zu Hause oder auf Reisen. Besuche in Parks und botanischen Gärten sowie Naturspaziergänge auf dem Land sind für mich ein wahrer Genuss.

Die Larven der Blattwespe können ihre Wirtspflanzen bei starkem Befall komplett kahlfressen – weshalb es wichtig ist, früh genug Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Die Blattwespe (Tenthredinidae) gehört zur Ordnung der Hautflügler (Hymenoptera). Weltweit bilden die Tenthredinidae mit etwa 9000 Arten die größte Familie der Pflanzenwespen. Die Larven dieser Insekten fressen meist an den Blättern von verschiedensten Pflanzen, wodurch Blattwespen im Garten und auf dem Balkon als fiese Schädlinge gelten. Wie man sie erkennt, welche Arten häufig bei uns vorkommen und wie man Blattwespen natürlich bekämpfen kann, erläutern wir hier.

Blattwespe: Merkmale und Arten

Blattwespen sind mit einer Körperlänge von 2 bis 20 Millimetern klein und variieren stark in ihrer Färbung: Von unauffälligem Schwarz oder Braun bis hin zu leuchtendem Grün, Rot oder Gelb mit verschiedenen Mustern. Sie tragen lange Fühler mit 7 bis 15 Segmenten und Flügel, die eine ausgeprägte Aderung aufweisen. Anders als echte Wespen stechen die Blattwespen nicht. Sie unterscheiden sich ebenso durch das Fehlen der typischen Wespentaille zwischen Brust und Hinterleib. Die Blattwespen-Larven ähneln Schmetterlingsraupen, lassen sich aber an der Anzahl und Anordnung ihrer Beine unterscheiden: Sie besitzen drei Paar gegliederte Brustbeine am vorderen Körperabschnitt und weitere sieben bis acht Paar Bauchfüße am Hinterleib, dazu meist ein Paar Nachschieber am letzten Körpersegment. Die Blattwespen-Larven leben oft gesellig und fressen an Blättern verschiedener Pflanzen, manche Arten bilden Gallen oder Minen in Blättern, während die adulten Tiere sich von Nektar und Pollen sowie von kleinen Insekten ernähren. Ihr Lebenszyklus beginnt mit der Eiablage durch das Weibchen an oder in Pflanzenteilen. Aus den Eiern schlüpfen die Larven, die sich an Pflanzenmaterial ernähren. Nach der Larvenphase verpuppen sie sich im Boden, oft in Kokons und überdauern dort den Winter. Im Frühjahr schlüpfen die erwachsenen Tiere, die zur Fortpflanzung fliegen.

Bei uns wird die Artenzahl auf über 600 unterschiedliche Arten geschätzt. Zu den wichtigen Blattwespen-Arten gehört beispielsweise die Gelbe Stachelbeerblattwespe (Nematus ribesii). Diese legt einzeln Eier auf die Blätter von Stachelbeeren und verwandten Pflanzen. Ihre solitär lebenden Larven fressen zunächst Löcher in die Blätter und fressen später vom Blattrand her weiter. Die Kirschblattwespe (Caliroa cerasi) verursacht schädlichen Fensterfraß an Kirschbäumen und anderen Rosengewächsen, ihre Larven sind schwarz glänzend und schleimig überzogen. Die Braunwurzblattwespe (Tenthredo scrophulariae) zeigt auffällige schwarz-gelbe Färbung. Ihre Larven fressen hauptsächlich an Braunwurz, kommen daneben aber auch auf der schwarzen Königskerze (Verbascum nigrum) vor. Die Kohlrübenblattwespe (Athalia rosae) legt Eier an Kreuzblütlern ab und ihre grau-grünen Larven richten teils starken Kahlfraß an Rüben und Raps an. Da es so viele Blattwespen-Arten gibt, können Pflanzen oft von mehreren verschiedenen Arten befallen werden. Der Begriff „Rosenblattwespe“ beschreibt zum Beispiel mehrere Blattwespen-Arten, die häufig an Rosen vorkommen. Mehr Informationen zur Rosenblattwespe findest du in unserem Spezialartikel.

Schadbild

Die Schäden an Pflanzen werden vor allem durch die Larven verursacht. Diese verursachen typische Fraßschäden an Blättern. Besonders häufig ist der sogenannte Fensterfraß, bei dem die obere Blatthaut abgeschabt wird und nur die untere Hautschicht stehen bleibt. Daneben treten Randfraß, Lochfraß und Skelettierfraß auf. Bei stärkerem Befall kann es auch zu Kahlfraß kommen, bei dem die Pflanzen vollständig entblättert werden. Dadurch verlieren die Pflanzen an Energie, was zu Wachstumsstörungen führen kann. Besonders ungünstig ist ein wiederholter oder starker Befall, der die Pflanzen langfristig schwächt.

Je nach Blattwespenart und befallener Pflanze können die Schadbilder stark variieren. Die Rosenblattwespe verursacht häufig Fensterfraß mit skelettierten Blättern, die austrocknen und abfallen. Die Stachelbeerblattwespen können ganze Beerensträucher kahlfressen, während die Kirschblattwespe vor allem durch den Fensterfraß an Kirschblättern auffällt. Die Braunwurzblattwespe hinterlässt meist einen Rand- und Lochfraß an Braunwurzgewächsen und die Rübenblattwespe ist für Kahlfraß an Kreuzblütlern wie Rüben und Raps bekannt.

Blattwespe bekämpfen

Zur Bekämpfung von Blattwespen ist eine gut durchdachte Fruchtwechselstrategie und die Wahl resistenter Sorten hilfreich, um langfristig Schädlinge zu vermeiden. Bei einem leichten Befall lassen sich die Larven gut durch Absammeln und Vernichten beseitigen. Bei stärkerem Befall können auch Insektizidsprays eingesetzt werden. Hier sollte die Anwendung möglichst früh im Larvenstadium erfolgen, da dann die Erfolgsaussichten am höchsten sind. Auf chemische Mittel sollte möglichst verzichtet werden, da diese nicht nur gegen die Schädlinge wirken, sondern auch andere nützliche Organismen im Garten schädigen und so das ökologische Gleichgewicht stören können. Ein bewährtes biologisches Mittel zur Bekämpfung ist Neemöl, das aus dem Niembaum gewonnen wird. Unser Plantura Schädlingsfrei Neem wirkt beispielsweise gegen ein breites Spektrum an saugenden, beißenden und blattminierenden Schädlingen und bleibt dabei natürlich und nützlingsschonend.

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Wenn man Blattwespen-Arten wie die Stachelbeerblattwespe effektiv bekämpfen will, sind vorbeugende Maßnahmen ebenfalls sehr wichtig. Ein Auslichtungsschnitt im Frühjahr kann dabei helfen, befallene Triebe und Eier zu entfernen und die Pflanzen zu stärken, sodass sie widerstandsfähiger gegen Schädlinge werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, die Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren und Larven frühzeitig mit einem Wasserstrahl abzuspritzen. Nützlinge wie Vögel, Schlupfwespen, Igel oder Laufkäfer sollten gefördert werden. Diese natürlichen Feinde fressen die Larven und reduzieren so den Befall auf umweltfreundliche Weise. In unserem Spezialartikel zum Thema Nützlinge im Garten geben wir unsere besten Tipps, um solche Nützlinge erfolgreich im Garten anzusiedeln.

Schädlinge wie die Blattwespe sind für Gartenfreunde oft ein kleiner Alptraum. Wenn du Ungeziefer vertreiben willst, aber gleichzeitig auf teure chemische Mittel verzichten möchtest, haben wir in unserem Artikel zum Thema Hausmittel gegen Schädlinge die besten Methoden dafür zusammengestellt.