Bernstein-Waldschabe erkennen & bekämpfen

Emile
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Ich habe Gartenbauwissenschaften im Bachelor studiert und spezialisiere mich in meinem Master auf Prozess- und Qualitätsmanagement in Landwirtschaft und Gartenbau. Ganz besonders interessiere ich mich für moderne und nachhaltige Ansätze beim Anbau von Obst und Gemüse. Meine Faszination für Obst und Gemüse stammt von meiner Leidenschaft fürs Kochen. In meiner Freizeit bin ich am liebsten draußen, egal ob zu Hause oder auf Reisen. Besuche in Parks und botanischen Gärten sowie Naturspaziergänge auf dem Land sind für mich ein wahrer Genuss.

Lieblingsobst: Erdbeere, Pfirsich und Nektarine
Lieblingsgemüse: Tomate, Pak Choi und grüner Spargel

Aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu manchen Kakerlaken werden Bernstein-Waldschaben oft verwechselt. Dabei handelt es sich um harmlose Insekten, die sich ab und an im Haus verirren. Wir erklären, wie man das verhindert.

Braune Bernstein-Waldschabe
Das Halsschild der Bernstein-Waldschabe ist am Rand heller als im Zentrum [Foto: Photophlox/ Shutterstock.com]

Die Bernstein-Waldschabe (Ectobius vittiventris) oder Bernsteinschabe ist eine Schabe aus der Familie der Ectobiidae. Anders als bei den im Haushalt befürchteten Kakerlaken handelt es sich bei dieser Art der Waldschabe nicht um einen Schädling. Wie Sie die Bernstein-Waldschabe erkennen können, inwiefern diese sich zu den Kakerlaken unterscheiden und was man gegen Bernsteinschaben in der Wohnung unternehmen kann, erfahren Sie hier.

Bernstein-Waldschabe erkennen

Die Bernstein-Waldschabe ist stroh- bis horngelb, etwa 9 bis 15 mm groß und hat einen horizontal abgeflachten Körper. Ihr Halsschild ist im Zentrum einigermaßen gleichmäßig bernsteinfarbig sowie an den Rändern durchscheinend und erkennbar heller als im Zentrum. Sowohl Männchen als auch Weibchen tragen Flügel, diese sind glasig-gelb gefärbt, weisen ein schwaches Muster auf und überragen die Spitze des Hinterleibs. Beide Geschlechter der Bernstein-Waldschabe können fliegen und machen dies bevorzugt an warmen Tagen. Die Fühler der Bernsteinschabe sind etwa so lang wie ihr Körper. Außerdem lässt sich an ihren Beinen eine leichte Bedornung erkennen.

Bernstein-Waldschaben treten bei uns in der Regel im Sommer bis in den Oktober hinein auf. Von Juli bis November lassen sich Weibchen mit einem etwa 4 mm langen Eipaket (Ootheken) sichten, welches sie nach wenigen Tagen ablegen. Der Lebenszyklus der Schaben beträgt bei uns etwa zwei Jahre. Die Nymphe der Bernsteinschabe schlüpft erst nach der Überwinterung im Frühjahr. Bis zur nächsten Überwinterung häutet sie sich ein- bis zweimal. Die letzte Häutung zur erwachsenen Schabe findet erst im Sommer des zweiten Lebensjahres des Insektes statt. Welches Alter die Bernsteinschabe bei uns höchstens erreichen kann, ist bisher unbekannt.

Bernstein-Waldschabe mit gemusterten Flügeln
Die Bernstein-Waldschabe hat ein leichtes Muster auf den Flügeln [Foto: Davide Bonora/ Shutterstock.com]

Ursprünglich stammt die Bernstein-Waldschabe aus Südeuropa bis Südosteuropa. In den 1990er-Jahren haben diese sich jedoch nach Norden ausgebreitet, sodass sie seit Beginn des 21. Jahrhunderts auch bei uns aufzufinden sind. Bevorzugt halten sich die Schaben an sonnigen, warmen und geschützten Plätzen auf und werden im Freien meistens erst bei Dämmerung aktiv. Tagsüber lassen sie sich vermehrt in niedrigen Gebüschen und in Gärten unter Töpfen finden. Bei warmem Wetter im Sommer kann es zu einer Massenvermehrung der Schaben kommen. Da verirren sich Bernstein-Waldschaben gerne vereinzelt in Innenräumen, wo sie jedoch nur höchstens wenige Tage überleben. Allgemein lässt sich sagen, dass die Bernstein-Waldschabe nicht gefährlich ist. Da sich diese Insekten ausschließlich von zersetztem Pflanzenmaterial ernähren und nicht als Vorrats- oder Hygieneschädling auftreten, braucht man sich im Falle von Bernstein-Waldschaben in der Wohnung keine Sorgen machen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Kakerlake und einer Schabe? Der Begriff Kakerlake oder Küchenschabe ist ein Überbegriff, der für eine Reihe an unterschiedlichen Arten von Schaben genutzt wird. Diese werden als Vorratsschädlinge betrachtet und leben vermehrt in menschlichen Behausungen. Sie sind in der Regel dunkelheitsaktiv, leben versteckt und meiden Licht. Ein Beispiel für eine Art von Schabe, die als Kakerlake gilt, ist die Deutsche Schabe. Wie man diese von der Bernstein-Waldschabe unterscheiden kann, erklären wir ihnen im folgenden Abschnitt.

Bernstein-Waldschabe auf Blatt
Bernstein-Waldschaben ernähren sich ausschließlich von zersetztem Pflanzenmaterial [Foto: Stefan Rotter/ Shutterstock.com]

Bernstein-Waldschabe oder Deutsche Schabe? Die Deutsche Schabe (Blattella germanica), im Volksmund auch Hausschabe, Küchenschabe oder Kakerlake genannt, tritt bei uns als Vorratsschädling auf. Durch die Übertragung von Krankheitserregern kann diese beim Menschen auch zu gesundheitlichen Schäden führen. Allein durch ihr Aussehen ist es möglich, diese von der Bernstein-Waldschabe zu unterscheiden. Im Gegensatz zur Bernsteinschabe ist die Deutsche Schabe mit ihren 13 bis 16 mm etwas größer und hat zwei bemerkbare Längsstreifen auf ihrem Halsschild. Sie hat deutlich mehr und längere Dornen an den Beinen und das Eipaket der Weibchen ist etwa 6 bis 9 mm lang. Zwar tragen sowohl männliche als auch weibliche Haushaltsschaben Flügel, nutzen diese aber nur selten und gelten eher als Läufer. Außerdem treten Deutsche Schaben ganzjährig auf und sind dunkelheitsaktiv. Sie verstecken sich gerne in dunklen, feuchten und warmen Orten, weshalb es möglich ist, dass die Schaben eine längere Zeit unbemerkt bleiben.

Deutsche Schaben
Die Deutsche Schabe hat zwei Längsstreifen auf ihrem Halsschild [Foto: IrinaK/ Shutterstock.com]

Bernstein-Waldschabe bekämpfen

Prinzipiell ist es nicht notwendig, die Bernstein-Waldschabe in der Wohnung zu bekämpfen, da diese kein Schädling ist und ohnehin nur wenige Tage in Innenräumen überlebt. Deshalb sollte man primär dafür sorgen, dass sich keine Bernsteinschabe im Haus verirren kann. Hierfür sollte man vor allem nachts und bei Dämmerung darauf achten, bei offenem Fenster das Licht auszuschalten, da die Insekten vom Licht angelockt werden können. Außerdem kann durch Anbringung eines Fliegengitters an Fenstern oder Türen das Eindringen von Bernstein-Waldschaben im Haus verhindert werden. Sollte es sie bereits im Haus geben, lassen sie sich mit Papier und einem Glas einfach einfangen, damit man diese draußen befreien und somit die Bernstein-Waldschabe vertreiben kann.

Falls Sie es vielleicht doch nicht mit einer Bernstein-Waldschabe, sondern mit einem anderen Insekt im Haus zu tun haben, könnte es auch eine Kellerassel sein. Mehr dazu finden Sie in unserem Spezialartikel.

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