Intensive Dachbegrünung: Aufbau & Pflanzen

Laura
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Meine Faszination für die Pflanzenwelt hat mich dazu gebracht, Gartenbau an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zu studieren. Seien es Nutzpflanzen oder Ziergewächse, in den Tropen vorkommend oder bei uns heimisch – jede Pflanze birgt ihre eigene Besonderheit.
In botanischen Gärten lasse ich mich gerne von der unglaublichen Vielfalt inspirieren und versuche, möglichst viel Natur in meine Wohnung und auf meinen Balkon zu bringen.

Lieblingsobst: Mango, Banane
Lieblingsgemüse: Knoblauch, Aubergine

Mit einer intensiven Dachbegrünung schafft man nicht nur eine mögliche Erholungs- oder Nutzfläche, sondern auch eine ökologisch wertvolle Grünfläche.

Dachgarten in der Stadt
Mit den passenden Pflanzen kann ein Dach zum Garten werden [Foto: Alison Hancock/ Shutterstock.com]

Bei einer intensiven Dachbegrünung hat man eine Vielzahl von Pflanzen zur Auswahl, welche mit den Standortbedingungen auf dem Dach gut zurechtkommen. Wie sich die intensive von einer extensiven Dachbegrünung unterscheidet und welche Pflanzen sich eignen, haben wir hier zusammengefasst.

Intensive Dachbegrünung: Aufbau

Bei der intensiven Dachbegrünung gibt es – im Vergleich zur extensiven Begrünung – eine größere Pflanzenauswahl. Das liegt vor allem an der höheren Substratschicht. Diese ermöglicht es, neben Gräsern und Kräutern auch Stauden und Gehölze im Dachgarten einzubinden. Oft wird eine weitere Unterscheidung vorgenommen: Eine einfache intensive Dachbegrünung weist eine Substratschicht von circa 12 bis 25 cm auf und wird mit vergleichsweise pflegeleichten Pflanzen bedeckt. Die intensive Dachbegrünung besteht dagegen aus einer Substratschicht zwischen 15 und 200 cm und wird mit pflegeintensiveren Gewächsen bepflanzt. Prinzipiell ist der Aufbau der Dachbegrünung bei beiden Formen gleich. Lesen Sie dazu in unserem allgemeinen Artikel zum Thema Dachgarten, welche Schichten dabei einzuplanen sind und warum diese nötig sind.

Die besten Pflanzen für die intensive Dachbegrünung

In allen Fällen der Dachbegrünung sind Pflanzen zu wählen, die eine Verträglichkeit gegenüber Hitze, Trockenheit, Wind und Frost aufweisen. Nur so kann man sich auf einen langlebigen Dachgarten freuen. Je nach Substrattiefe können verschiedene Gewächse erfolgreich eingesetzt werden – wir haben eine Auswahl zusammengestellt.

Einfache intensive Dachbegrünung mit einer durchwurzelbaren Substratschicht von 15 bis 25 cm

  • Die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites) ist eine immergrüne Staude, die bis zu 25 cm hoch wird. Die Blattschmuckstaude bevorzugt ein sonnig gelegenes Dach und blüht von Mai bis Juni gelblich-grün. Planen Sie das Wolfsmilchgewächs bestenfalls solitär bis hin zu kleinen Gruppen von 3 Pflanzen ein. Achten Sie auf einen Pflanzabstand von 45 cm.
Walzen-Wolfsmilch mit grünen Blüten
Walzen-Wolfsmilch mit seiner einzigartigen Wuchsform [Foto: S.O.E/ Shutterstock.com]
  • Der Dalmatische Storchschnabel (Geranium dalmaticum) eignet sich ebenfalls für sonnige Dachlagen und entzückt mit zartrosa Blüten von Juni bis August. Der wintergrüne Storchschnabel wird bis zu 10 cm hoch und kann in größeren Gruppen von bis zu 12 Pflanzen mit einem Abstand von mindestens 10 cm zusammengesetzt werden.
Lila-blühender Storchschnabel
Beim Dalmatischen Storchschnabel handelt es sich um eine kleinwüchsige Storchschnabel-Art [Foto: Martin Fowler/ Shutterstock.com]
  • Die Grasnelke (Armeria maritima) wird bis zu 20 cm hoch und beeindruckt durch rosa, je nach Sorte auch weiße, Blütenköpfe von Mai bis Juni. Bieten Sie der Grasnelke ebenfalls einen sonnigen Standort – in Gruppen von 3 bis 5 Pflanzen mit einem Abstand von 25 cm kommt sie besonders schön zur Geltung.
Grasnelken mit lila Blüten
Grasnelken bilden schöne runde Akzente inmitten einer grünen Dachfläche [Foto: Trygve Finkelsen/ Shutterstock.com]
  • Der Sternkugellauch (Allium christophii) bildet mit einer Wuchshöhe zwischen 40 und 60 cm einen echten Hingucker auf einem sonnigen Dach. Seine einzigartigen und bienenfreundlichen Blüten zeigt er von Juni bis Juli in violetter Farbe. Der Sternkugellauch sollte einzeln gepflanzt werden und einen Platz von circa 40 cm zur nächsten Pflanze haben.

Tipp: Verteilen Sie die Allium-Zwiebel stets zufällig, um ein natürliches Bild zu schaffen. Ansonsten wirkt eine Reihenpflanzung schnell künstlich.

Runde Sternkugellauch-Blüte
Einzigartige Blütenköpfe des Sternkugellauchs [Foto: armanita/ Shutterstock.com]
  • Die Schnee-Hainsimse (Luzula nivea) ist eine sehr gute Wahl für halbschattige bis schattige Lagen auf dem Dach. Das Gras wird bis zu 40 cm hoch und zeigt weiße Blüten von Juni bis Juli. In Gruppen zwischen 10 und 15 Pflanzen kommt das blühende Gras wunderbar zur Geltung. Planen Sie dabei einen Abstand von circa 35 cm zur nächsten Pflanze ein.
Schnee-Hainsimse mit weißen Blüten
Kleine Härchen an den Blättern lassen das Ziergras filigran wirken [Foto: mizy/ Shutterstock.com]
  • Der Gewöhnliche Tüpfelfarn (Polypodium vulgare) begrünt schattige bis halbschattige Dachlagen mit einer Höhe von bis zu 40 cm. Geben Sie dem Farn Platz von 35 cm und pflanzen Sie 3 bis 5 Pflanzen in einer Gruppe.
Grüne Wedel des Tüpfelfarns
Für ein schönes Grün sorgt der Gewöhnliche Tüpfelfarn [Foto: AndreyOzhegov/ Shutterstock.com]
  • Die Kriechmispel (Cotoneaster dammeri) ist ein immergrünes, kriechendes Gehölz – perfekt für sonnige, aber auch schattige Standorte auf Ihrem Dach. Die Kriechmispel erreicht eine Höhe von circa 60 cm und wird bis zu 100 cm breit. Nach der Blütezeit im Mai bis Juni trägt das Gehölz im Herbst leuchtend rote Früchte, die jedoch nicht für den Verzehr geeignet sind. Eine Substratschicht von 20 cm sollte hier mindestens angelegt werden.
Kriechmispel mit weißen Blüten und roten Beeren
Die Kriechmispel trägt sowohl hübsche kleine Blüten als auch dekorative rote Früchte [Foto: Alex Yakunina/ Shutterstock.com]
  • Ysander (Pachysandra terminalis) ist eine immergrüne Staude für den halbschattigen Bereich auf einer Substratschicht von 20 cm. Mit seinen lederartigen Blättern begrünt er das Dach das ganze Jahr über und wird 30 cm hoch und breit.
Grüne Ysander-Blätter
Ysander eignet sich auch für eine immergrüne Fläche im Halbschatten [Foto: photoPOU/ Shutterstock.com]

Intensive Dachbegrünung mit einer durchwurzelbaren Substratschicht von 15 bis 200 cm

  • Rasen kommt mit einer Substrattiefe von circa 15 bis 35 cm gut zurecht und lässt das Dach regelrecht in seine Umgebung einschmelzen. Das Dach sollte dabei einen sonnigen bis maximal halbschattigen Standort aufweisen.
Rasen auf einem Dach
Durch die Dachbegrünung mit Rasen entsteht eine schöne Verbindung zur Umgebung [Foto: Aleksei Kochev/ Shutterstock.com]
  • Taglilien (Hemerocallis) werden zwischen 50 und 120 cm hoch und blühen von Juli bis August, je nach Sorte in gelber bis rötlicher Blütenfarbe. Taglilien können ab einer Substratschicht von circa 20 cm in den Dachgarten eingeplant werden und sind sommergrün. Bieten Sie der Blumenstaude einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen Pflanzabstand von circa 60 cm.
Gelb-blühende Taglilien
Die Taglilie ist ein echter Hingucker auf begrünten Dächern [Foto: Krzysztof Slusarczyk/ Shutterstock.com]
  • Der Gartenphlox (Phlox paniculata) blüht je nach Sorte von Juni bis in den September. Die Blütenfarben reichen von weiß über rosa bis hin zu bläulichen Tönen. Die Staude wird bis zu 120 cm hoch und bevorzugt eine sonnige Lage. Um den Gartenphlox solitär einzusetzen, benötigt er einen Abstand von circa 60 cm. Die Substrattiefe sollte mindestens 20 cm betragen.
Phlox mit lila Blüten
Der Gartenphlox blüht in verschiedenen Farben [Foto: Tibesty/ Shutterstock.com]
  • Prachtspieren (Astilbe japonica) können ausgezeichnet in schattigen bis halbschattigen Lagen eingesetzt werden. Sie benötigen einen feuchten Boden und sollten mit einem Abstand von etwa 35 cm gepflanzt werden. Je nach Sorte werden verschiedene Blütenfarben gezeigt – insgesamt wird die Prachtspiere bis zu 80 cm hoch.
Pink-blühende Prachtspieren
Neben dezenten weißblühenden Varianten gibt es auch farbintensive Prachtspieren-Sorten [Foto: Anna Hoychuk/ Shutterstock.com]
  • Das Federborstengras (Pennisetum compressum) überzeugt vor allem durch die lila bräunlichen Ähren, die sich im Spätsommer zeigen. Das Gras wird bis zu 100 cm hoch und benötigt einen sonnigen Standort mit feuchtem Boden. Planen Sie einen Abstand von 90 cm zu Nachbarpflanzen ein.
Ähren des Federborstengrases
Die schönen borstenartigen Ähren des Federborstengrases lassen sich gut kombinieren [Foto: Manfred Ruckszio/ Shutterstock.com]
  • Die Riesensegge (Carex pendula) verträgt auch den Halbschatten sehr gut und wird bis zu 120 cm hoch. Die saftig grünen Blätter sind immergrün und überhängend in ihrer Gesamtform. Achten Sie auf einen Pflanzabstand von circa 80 cm. Die Pflanzen fühlen sich sowohl einzeln, in kleinen Gruppen oder in Gesellschaft mit insgesamt 20 Stück wohl.
Riesensegge vor Wand
Hängender Wuchs der Riesensegge [Foto: Aleksey Demin/ Shutterstock.com]

Tipp: Neben Zierpflanzen kann eine Dachbegrünung auch zur Nutzfläche und damit Gemüsebeet werden. Wählen Sie auch hier je nach Lage des Daches passende Pflanzen aus und beachten Sie den eventuellen Pflegebedarf.

Intensive Begrünung: Pflegemaßnahmen

Für die intensive Dachbegrünung ist ein vergleichsweise höherer Pflegeaufwand nötig. In der Regel rechnet man mit 4 bis 8 Pflegegängen pro Jahr.

Beseitigen Sie in jedem Fall die Dachbegrünung von ungewollten Beikräutern, wie Löwenzahn (Taraxacum), Klee (Oxalis) oder Ähnlichem, um den gepflanzten Gewächsen ausreichend Platz zu bieten. Gerne siedeln sich auch Anflüge von benachbarten Gehölzen an, die frühestmöglich entfernt werden sollten. Obwohl vornehmlich trockenheits- und hitzeverträgliche Pflanzen ausgewählt werden, müssen die Gewächse dennoch bewässert werden. Achten Sie dabei auf die Pflegehinweise der jeweiligen Pflanzen. Eine Dränschicht im Aufbau ist essentiell, um Staunässe zu vermeiden. Außerdem ist auf ein ausreichend durchlässiges Substrat zu achten.

Durch die meist windige Lage kann es sein, dass Substrat abgetragen wird. Füllen Sie dieses gegebenenfalls nach, um den Pflanzen genügend Wurzelraum zu bieten. Wie im eigenen Garten fallen womöglich Mäh- und Schnittarbeiten an. Da das Substrat-Volumen geringer ist als im natürlichen Garten, empfehlen wir zweimal jährlich eine Düngung. Bei speziellen Arten, wie beispielsweise Rosen (Rosa), sollte ein entsprechender Dünger eingesetzt werden. Ansonsten werden im Handel sogenannte Langzeitdünger angeboten, wie beispielsweise unser Plantura Bio-Universaldünger. Dieser wird einmal im Frühjahr und einmal im Sommer ausgebracht und versorgt die Pflanzen während der Wachstumsphase ausreichend mit Nährstoffen.

Bio-Universaldünger 1,5 kg
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Tipp: Eine generelle Pflegeanleitung für eine große Auswahl an Pflanzen ist schwierig – erkundigen Sie sich im Vorfeld über die Bedürfnisse der einzelnen Gewächse und gehen Sie nach den entsprechenden Pflegehinweisen vor.

Vorteile und Nachteile

Sie wägen noch ab, ob eine intensive Dachbegrünung für Sie infrage kommt? In unserem Spezial-Artikel zum Thema Dachgarten haben wir generelle Vor- und Nachteile einer Dachbegrünung zusammengefasst. Hier soll es zunächst speziell um eine intensive Dachbegrünung gegenüber einer extensiven gehen.

Gemüsegarten auf Stadtdach
Auch im Städtebau findet man immer häufiger intensiv begrünte Dachanlagen [Foto: Alison Hancock/ Shutterstock.com]

Vorteile:

  • Möglichkeit, eine Nutz- und Erholungsfläche zu schaffen
  • Der Wasserrückhalt einer intensiven Dachbegrünung liegt bei über 90 %
  • Schaffung eines wertvollen Lebensraums für Vögel und Insekten
  • Klimatische Wirkung auf das Gebäude – im Sommer schützend vor Hitze und im Winter vor Kälte

Nachteile:

  • Höhere Anschaffungskosten und Materialbedarf
  • Höhere Dachlast
  • Pflegeaufwand ähnlich wie im Hausgarten
  • Höherer Wasserverbrauch gegenüber einer extensiven Begrünung

Pflanzen, die sich für den Steingarten eignen, sind oft auch passend für eine Dachbegrünung. Die Gattung Alant (Inula) zeigt neben dem Echten Alant (Inula helenium) viele weitere Arten, die ideal für Steingarten-Situation geeignet sind.

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