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Hornspäne: Anwendung, Wirkweise & Giftigkeit

Wie Sie Hornspäne als Dünger richtig anwenden, was die Vor- und Nachteile sind und ob Hornspäne giftig sind, erfahren Sie hier.

Braune Kuh mit Hörnern auf einer Wiese

Hornspäne bestehen aus geschroteten Hörnern und Hufen [Foto: NeydtStock/ Shutterstock.com]

Hornspäne zählen zu den organischen Düngern und haben einen hohen Stickstoffgehalt. Stickstoff ist für Pflanzen essentiell. Doch es sei an diesem Punkt bereits schon verraten, dass nur ein hoher Stickstoffgehalt noch keinen optimalen Dünger für die eigenen Pflanzen ausmacht. Was Sie über Hornspäne wissen sollten, um zu entscheiden, ob Sie diese als Dünger im Garten verwenden wollen, verraten wir Ihnen nachfolgend.

Hornspäne: Anwendung, Wirkweise & Giftigkeit

Hornspäne bestehen aus dem geschroteten Horn und den Hufen von Schlachttieren. Daher gehören sie zu den Sekundärrohstoff-Düngern, was bedeutet, dass sie aus tierischen Abfallprodukten produziert werden. Andere Sekundärrohstoff-Dünger sind zum Beispiel Kompost oder Holzasche.

Zusammensetzung von Hornspänen

Dünger aus Horn und Hufen bestehen aus 80 % organsicher Substanz. Da der Gehalt an Stickstoff in den Hornspänen von Haus aus sehr hoch ist, Kalium und Phosphor jedoch nur in geringen Mengen enthalten sind (> 1 %), werden den Horndüngern weitere Stoffe zugesetzt, sodass sich die verschiedenen erhältlichen Horndünger etwas in der Zusammensetzung der restlichen mineralischen Inhaltsstoffe unterscheiden:

  • Hornmehl enthält 10 – 13 % Stickstoff, 5 % Phosphor und 7 % Calcium.
  • Horngrieß enthält 12 – 14% Stickstoff, 6 – 8 % Phosphor und 7 % Calcium
  • Hornspäne enthält 9 – 14 % Stickstoff, 6 – 8 % Phosphor und 7 % Calcium
Hornspäne Nahaufnahme

Hörnspäne bestehen aus 80 % organsicher Substanz [Foto: ChWeiss/ Shutterstock.com]

Der Unterschied zwischen den unterschiedlichen Horndüngern besteht in dem Grad der Vermahlung. Dieser ist bei den unterschiedlichen Sorten wie folgt:

  • Hornmehl < 1 mm
  • Hornschrot oder -grieß 1 – 5 mm
  • Hornspäne > 5 mm

Wirkweise von Hornspänen

Dieser feste organische Dünger verfügt über eine Langzeitwirkung, da es bis zu drei Monate dauert, bis der Stickstoff und die übrigen Nährstoffe freigesetzt und in der Bodenlösung für die Pflanzenwurzeln zugänglich werden. Die Bodenmikroben schließen die Hornspäne relativ langsam auf, dafür ist die Düngerwirkung nachhaltiger als bei Mineraldüngern aus dem Geschäft. Bei Hornmehl erfolgt die Freisetzung von Stickstoff allerdings etwas schneller, da es feiner vermahlen ist.  Dieses setzt den Stickstoff schon nach einigen Wochen frei. Der pH-Wert von diesen Düngern ist neutral, hat also einen Wert, der um 7 liegt. Mit diesem Stickstoffdünger ist eine Überdüngung praktisch nicht möglich, da er sehr langsam wirkt und die Nährstoffe nur sehr dosiert über einen längeren Zeitraum in die Bodenlösung gelangen.

Nachteile von Hornspänen

Hornspäne sind für viele Hobbygärtner vermutlich nicht die richtige Düngerwahl. Vor allem für Tierfreunde kommen sie nicht in Frage. Ein Problem bei Hornspänen liegt darin, dass man leider die Herkunft der Tiere, aus denen die Hornspäne gewonnen werden, nicht nachvollziehen kann. Es ist also nicht ersichtlich, ob es sich bei den Tieren um heimische Schlachttiere oder um Tieren aus Übersee handelt. Auch der Zusatz „BIO“ garantiert leider nicht die Herkunft von Tieren aus einer biologischen Haltung.

Huf einer Kuh auf einer Wiese

Für Tierfreunde sind Hornspäne nicht die richtige Düngerwahl [Foto: Budimir Jevtic/ Shutterstock.com]

Ebenfalls kritisch sollte betrachtet werden, dass in der Massentierhaltung den Tieren häufig hohe Mengen Antibiotika verabreicht werden. Die daraus resultierenden Resistenzen stellen ein großes Problem dar.

Garten mit Hornspänen düngen: Wann und wie viel?

Wenn man sich trotzdem dafür entscheidet, Hornspäne im Garten zu verwenden, sollte dies in den Monaten März bis Oktober erfolgen. Sie können die Hornspäne bereits im Herbst ausbringen und in die Erde einarbeiten – damit erhalten Ihre Pflanzen schon im Frühjahr die freigesetzten Nährstoffe. Hornspäne können auch bei Pflanzungen direkt ins Pflanzloch gegeben werden, Vorteilhaft dabei ist, dass Hornspäne einfach in der Anwendung sind.

Bringen Sie die Hornspäne mit der Hand gleichmäßig auf der Fläche oder rund um die Pflanzen aus und arbeiten Sie diese vorsichtig in die obere Bodenschicht ein. Wässern Sie die Fläche zudem gründlich, damit die Nährstoffe schneller gelöst werden und der Geruch abgemildert wird. Hornspäne riechen nämlich nicht gerade gut. Bei der Saat streuen Sie die Hornspäne einfach beim Umgraben oder bei der Saatbettbereitung aus und bringen Sie diese gleichmäßig in den Boden ein.

Empfohlene Anwendungsmengen für Hornspäne bei verschiedenen Kulturen:

KulturMenge vor der Saat pro m²Menge nach einer Woche nach dem Aufgang pro m²
Tomaten, Sellerie, Blumenkohl, Brokkoli, Rosenkohl, Rüben60 g80 g
Karotten30 g80 g
Gurken, Spinat, Lauch, Zucchini, Grünkohl60 g50 g
Rettich, Paprika50 g40 g
Endivien, Bohnen, Kartoffeln, Zwiebeln40 g30 g
Erbsen, Radieschen, Spargel40 g-

Bei Balkonpflanzen und Topfpflanzen mischen Sie auf einen Liter Erde ungefähr 10 g Hornspäne, was einem gehäuften Esslöffel entspricht. Bei normalen Pflanzungen im Garten können pro Quadratmeter ungefähr 60 bis 120 g Hornspäne ausgebracht werden, was ein bis zwei Händen voll entspricht. Sie können auch Hornspäne auf Ihren Kompost ausbringen und damit dessen Qualität wie auch die Verrottung begünstigen.

Bei der Rasendüngung kann man ebenfalls Hornmehl und Hornspäne einsetzen, wenn dies gewünscht ist. Ungefähr 30 g pro Quadratmeter reichen dabei aus. Wenn sich der Rasen gelb verfärbt, kann man den Stickstoffmangel versuchen mit Hornmehl zu bekämpfen. Wir empfehlen Ihnen jedoch, auf organische und tierfreie Dünger mit Langzeitwirkung zu setzen wie unseren Plantura Bio-Rasendünger oder unseren Bio-Herbstrasendünger. Diese haben den zusätzlichen Vorteil, dass sie sehr geruchsneutral sind und sich einfach ausbringen lassen.

Düngerboxen in einem Gewächshaus

Unsere Plantura Bio-Dünger sind 100% tierfrei und Bio-zertifiziert

Sind Hornspäne giftig?

Hornspäne enthalten keine Stoffe, die an sich gesundheitsgefährdend sind. Auch bei richtiger Lagerung sind generell keine giftigen Wirkungen zu erwarten. Trotzdem sollte man Hornspäne natürlich nicht auf den Speiseplan setzen. Empfindliche Personen können aber bereits bei einem Kontakt mit dem Produktstaub empfindlich reagieren. Daher sollten Sie nach der Anwendung sowohl Ihre Hände als auch Ihr Gesicht waschen. Bei Haustieren kann der Geruch von Hornspänen anregend wirken und die Vierbeiner könnten beginnen, Ihren Garten umzugraben. Daher sollte Sie Ihre Flächen nach dem Ausbringen ordentlich wässern, um die Gefahr zu senken, dass Ihr Garten ungewollt Opfer Ihrer vierbeinigen Lieblinge wird.

Hornspäne kaufen

Da in unseren Breiten der Großteil der Kühe enthornt wird, können die Späne nur aus den Hufen gewonnen werden. Daher kann es mitunter vorkommen, dass die Hornspäne und Hornmehl aus Übersee stammen. Auch der Zusatz „BIO“ auf Hornspänen garantiert leider keine Herkunft von biologisch gerecht gehaltenen Tieren. Hornspäne kann man in verschiedenen Mengen beziehen – so sind Säcke mit einem Kilogramm über solche mit 25 kg bis hin zu 50 kg erhältlich.

Wenn Sie mehr zum Thema nachhaltigen Düngen erfahren möchten, haben wir hier einige Tipps für Sie zusammengefasst.

Wir empfehlen unsere organischen Dünger:
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